Montag, 28. September 2020

Chiles rellenos

Was ich schon gar nicht mehr geglaubt habe; Dieses Jahr hab ich wirklich Glück mit meinen Paprika. Zum allerersten Mal habe ich auch Poblanos auf Balkonien. Und das mit den letzten Samen, die ich hatte! Warum ich nicht normale Paprika genommen habe: Poblanos haben einen ganz leicht rauchigen Geschmack, das macht das Besondere an diesem Essen aus.

Nun konnte ich eeeendlich dieses Rezept selber machen. Weil es ein paar Sachen zu beachten gibt, darf das auf den Blog. Die Poblanos haben eine recht feste Haut, also muss man sie grillen, damit man sie schälen kann. Was auch wichtig ist: Es hat schon Sinn, dass man die geschälten Poblanos in Mehl wälzt und dann erst in den Backteig taucht. Ohne diese Mehlschicht würde der Backteig nicht halten auf den Poblanos.

Geschmeckt hat uns dieses ... ähm, ja, Diätessen quasi ... sehr gut! Es schmeckt ähnlich wie Mozzarella in carrozza, nur frischer durch eben die Hülle aus Poblanos. Original wird natürlich kein Mozzarella für die Chiles rellenos verwendet, sondern mexikanischer Weißkäse, aber der ist bei uns nicht zu bekommen. Mozzarella scheint ein sehr guter Ersatz zu sein.

Meine Poblanos sind übrigens gar nicht scharf. Ein klein wenig Schärfe würde diesem Gericht aber ganz gut tun, daher werde ich nächsten Sommer, wenn der Erntesegen es zulässt, auch ein wenig N'duja wie in diesem Rezept verwenden. 

Für 2 Personen

4 Poblanos (in Paprika-Größe, sonst entsprechend mehr)

1 großen Büffel-Mozzarella (ca. 250 g)

Salz 

Pfeffer

150 g Mehl (ich habe griffiges verwendet, aber Allzweck geht sicher auch) 

2 kleine Eier, getrennt 

1 schwachen Teelöffel Backpulver

eventuell einen Schuss Bier

250 ml geschmacksneutrales Öl zum Braten (Sonnenblumenöl)


 
Grill des Ofens vorheizen und die Poblanos grillen, bis sie schwarz werden oder wenigstens Blasen bekommen. Ich lege alle gegrillten dann in eine gut schließende Dose und lasse sie dort drinnen auskühlen. Danach kann man die Haut problemlos abziehen. Bei diesem Arbeitsschritt auch gleich einen kleinen Schnitt oben  in die Poblanos machen und da die Kerne herausnehmen.

Mozzarella in Streifen schneiden und durch den Schnitt in die Poblanos reinschieben. Poblanos salzen und pfeffern.

Eiklar zu Schnee schlagen. Mehl in eine Schüssel geben. Poblanos in dem Mehl wenden. Danach das Backpulver in das Mehl mischen, die Eigelb und den Eischnee mit dem Mehl einrühren. Wenn nötig, kann man ein wenig Bier untermischen, falls der Teig zu dick sein sollte.

Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Poblanos durch den Backteig ziehen und vorsichtig in das heiße Backfett legen. Braten, bis sie leicht goldbraun sind und der Käse geschmolzen ist, ca. 5 Minuten pro Seite. 
 
Auf Küchenrolle gut abtropfen lassen.

 

Wir haben dazu scharfes Ajvar gegessen (der kulinarische Gott wird mich dafür wieder mal in die Hölle schicken), dazu eine große Schüssel Blattsalate. Beides hat ausgezeichnet gepasst. Ich gestehe, diese Kombination würde ich wieder wählen. Alternativ zum Ajvar ein bissl N'duja mit in die Poblanos füllen.

Man kann auf diese Weise auch Jalapneos zubereiten. Ist halt eine ziemliche Spielerei, die kleinen Scheißerchen auszuhöhlen und zu füllen. Aber schmecken tuts sehr gut.

Freitag, 25. September 2020

[Rettungsaktion] Erdäpfelkäs

Es ist mir eine Freude, wieder einmal bei den Rettungen mit dabei zu sein. Ich hätte nach meiner langjährigen quasi Rettungsleitung und der darauf folgenden Rettungsmüdigkeit keine besseren NachfolgerInnen finden können als die drei Damen, die sich bereit erklärt haben, nämlich Barbara, Tamara und Britta, dazu noch Brittas Mann, der allen mit seiner Linksammlung jedes Mal eine Menge Arbeit erspart. Nun macht es mir wieder richtig Spaß, bei den Rettungsaktionen mitzumachen.




Ich komme ja immer wieder drauf: Alles im Leben hat seinen Sinn. Zum Beispiel dass ich einen ganz tollen österreichischen Brotaufstrich, der neben dem selbst gemachten Liptauer zu den Highlights der Jugend gehörte, nämlich Erdäpfelkäs, noch nicht gepostet habe. Das ist jetzt die allerbeste Gelegenheit! Geht total einfach und schmeckt immer. Auch wenns zugegebenermaßen ein bissi komisch scheint aufs erste Hinschauen.


500 g mehlig kochende Erdäpfel
1 Zwiebel 
250 g Saurrahm
Salz
schwarzer Pfeffer
2 EL Schnittlauch in feinen Röllchen
1 EL Majoran, getrocknet und zwischen den Handflächen fein zerrieben
1 TL gemörserter Kümmel

Erdäpfel kochen, aber nicht so lang, bis sie zerfallen. In der Regel reichen 20 min, wenn es keine Riesentrümmer sind. Überkühlen, schälen, auf der groben Reibe reiben. Zwiebel ebenfalls auf der Reibe reiben. Mit allen anderen Zutaten gut vermischen, abschmecken. Dick (wichtig!) auf dunkles, rustikales Brot streichen, essen.



Ja, damit habe ich dann wohl den Sinn der Rettungen genau getroffen, denn einfacher geht es nicht. Nun freue ich mich schon auf viele Erdäpfelrezepte!

 
Cakes, Cookies and more - Bratkartoffeln 
Das Mädel vom Land - Kartoffelrosen mit Endivienpesto 
genial lecker - Kartoffelpuffer 
Bonjour Alsace - Pommes frites einfach 
our food creations - Mediterraner Kartoffelsalat 
Pane e bistecca - Erdäpfel-Fleisch-Kroketten 


Dienstag, 22. September 2020

[Restaurant] Schubert

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung.


Es gibt in Wien ein Grätzl gegenüber von der Uni, das ist ganz versteckt. Wenn der Turbohausmann und ich nicht bei einer von vielen Wien-Führungen beim Beethoven-Haus von Pasqualati gewesen wären, würden wir das wahrscheinlich auch nicht wirklich kennen. Es ist jedenfalls sehr lauschig, denn die Gasse hinauf zu eben diesem Haus ist für Autos gesperrt. Und genau da raus geht der Schanigarten vom Schubert-Restaurant. Es ist also trotz ganz zentraler Lage recht ruhig.

Was es vorweg noch zu sagen gibt: Man isst von handgemachtem Geschirr. Heutzutage scheint es oftmals, als würde ein Beruf nicht reichen. Genau so ist das mit dem Koch vom Schubert-Restaurant: Er töpfert nämlich und macht sein Geschirr selber. Es ist echt schön! Ich mag diese Naturtöne sehr gern.

Das Schubert bietet wochentags ein Mittagsmenü mit wahlweise zwei oder drei Gängen (13,50 bw. 16,50 Euro). Soviel ich gesehen habe, sind immer Gemüse im Vordergrund. Aber nicht irgendein Gemüse, sondern von meiner Lieblingsgärtnerei, von der ich meine Duftpelargonien habe.


Vorspeise: Kukuruzcreme, Melanzani, Grünkohl


Hauptspeise: gebratene Lachsforelle mit weißen Bohnen und Oliven

In einem Gericht des Menüs ist immer entweder Fleisch oder Fisch. Alles ist sehr sorgsam zubereitet und bei aller Kochkunst wird den Zutaten ihr Eigenleben belassen.

Der Service ist wie die Küche ausgezeichnet! Das junge Team ist sehr gut geschult und arbeitet reibungslos zusammen. Es klappt alles rasch, aber ohne Hektik und generell sehr souverän.







 Dessert: gebackene Apfelspalten mit Vanilleeis und Knusper

Da ist sie wieder, meine liebste Tellerform! Ich mag ja diesen hochgezogenen Rand, damit nix abhauen kann. Diese Teller klappen bei Pasta, bei Salaten und bei Sösschen. Hier wird das Dessert drauf serviert.

Die Apfelspalten waren perfekt! Innen die Äpfel weich und geschmacksintensiv, außen ein souffliertes Teigmäntelchen, das noch schön knusprig auf den Tisch kommt. Das Vanilleeis war gut, der Knusper oben drauf das Tüpfelchen auf dem I.




Pizza: Es gibt entweder Pizza bianco oder Pizza Margherita (11,- bzw. 8,50), dazu Beläge nach Wahl (hier Rohschinken)

Die Pizza kommt aus dem Steinofen und schmeckt wirklich gut! Der Teig ist schön knusprig. Man sollte jetzt nicht unbedingt zum Pizzaessen hierherkommen, aber man kann das durchaus machen, wenn einmal großes Pizzabedürfnis herrscht.
Zu den zugekauften Zutaten: dieses tolle Chili-Öl gibt es zur Pizza, im Schüsserl sind Taggiasche-Oliven. Ich weiß nicht, ob es sich schon herumgesprochen hat, wie genial diese Oliven schmecken. Seit ein paar Jahren könnten für mich die Kalmata-Oliven gern in Griechenland bleiben, ich schwöre auf Taggiasche.

Das Brot kommt vom Öfferl, der Beinschinken vom Thum, der Kaffee vom Meinl (sagt die Kellnerin, die Speisekarte sagt was anderes).








 Der Espresso zum Menü kostet hier 1,-, ansonsten 2,50. Ich wüsste jetzt kein Lokal, das so guten Kaffee um 1,- anbietet. Die Crema war stabil, das Aroma sehr gut.

Warum ich überall die Preise dazugeschrieben habe? Weil ich echt baff bin, dass man in Wien so eine Qualität zu solchen Preisen bekommt. Das hat sich übrigens recht schnell herumgesprochen und man sollte auch mittags reservieren. Freitagmittag schauts relativ gut aus mit den Tischen, weil da viele Leute ins Wochenende und raus aus der Stadt fahren, aber sonst schaut es eher schlecht aus. 

Wenn ich mal eine Location zum Business Lunch brauche, habe ich die hiermit gefunden.

Ich bin sicher, der Turbohausmann und ich schauen dort wieder einmal rein. Dann aber nicht zum Mittagessen, sondern am Abend. 

Freitag, 18. September 2020

Spaghetti mit Kürbiskernpesto

Dieses Pesto ist ein sehr geliebtes und sehr schnelles Rezept und kommt deutlich öfter auf unsere Teller als am Blog. Es schaut übrigens sehr gewöhnungsbedürftig aus, aber am Teller ist es wieder weniger schiach.


2 Portionen
1 kleiner Bund Petersilie
100 g Kürbiskerne
50 ml Olivenöl
100 ml Kürbiskernöl
50 g Parmesan
1 TL Salz
1 Prise Pfeffer
Pasta nach Lust und Laune

Zuerst Salzwasser für die Nudeln zustellen. Die Nudeln bissfest kochen. Beim Abgießen ein wenig vom Kochwasser aufheben.

Für das Pesto die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett leicht rösten. 1 EL Kerne für die Deko zur Seite stellen.
Die Petersilie waschen, trocken schütteln und und grob zerschneiden. Den Parmesan mit einer Reibe reiben. Petersilie und Kürbiskerne im Mörser zermahlen, Parmesan und beide Öle dazugeben und zu einer dickflüssigen Paste verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In einer großen Schüssel Pesto und Nudeln verrühren. Wenn nötig Nudelwasser dazugeben, falls das Pesto zu dick sein sollte.

Pasta mit Parmesan bestreuen und mit Kürbiskernen hübsch anrichten.



Dienstag, 15. September 2020

[Restaurant] China Kitchen

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung.

Es gibt Restaurants, die lassen mich nicht los. Das hier ist so eines. Und ich hab auch schon einige Male drüber geschrieben: Den Anfang nahm es als Chinarestaurat no 27, es wurde, als der Koch wegging, in "Asiatische no 27 Restaurant" umbenannt und war immer noch besser als viele der einge-österreichischten Chinarestaurants. Der Koch gründete nahe dem Naschmarkt das Restaurant China Kitchen no. 27 und kochte Sichuanküche, so richtig schön scharf und fettig, wie das sein muss. Das Lokal am Naschmarkt wurde mehrfach ausgezeichet, aber es war mir schon aufgefallen, dass sich die Leute nicht so arg prügeln um das Restaurant. Nun ist das Restaurant total renoviert worden und im Zuge der Restaurantwoche als China Kitchen wieder eröffnet worden. Der Turbohausmann und ich mussten natürlich sofort und auf der Stelle ausprobieren, wie es geworden ist.

Das Ambiente ist freundlicher als zuvor, hell möbliert und mit viel mehr Licht. Die Küche ist nun teilweise einsehbar. Die Speisekarte ist nun doch einge-österreichischt, zum Beispiel gibt es die hierzulande anscheinend unverzichtbare Tom Ka Gai (thailändische Suppe) und einiges, woran hier ein Asia-Restaurant nicht vorbeigehen darf, aaaaber es gibt nach wie vor viele Sichuan-Gerichte und andere chinesische Gerichte auf der Karte, die mein Herz schon beim Lesen hört schlagen lassen.

Aber jetzt zu dem Menü der Restaurantwoche:


Babygurkensalat
Das war wieder ein ausgezeichneter chinesischer Gurkebsalat, der sehr ähnlich wie bei meinem Rezept funktioniert: Ganz offensichtlich eine geprügelte Gurken, was diesem Gemüse enorm gut tut, dazu eine asiatische Marinade. Sehr fein!

Getrocknete Tofu-Streifen mit Koriander und Sesamöl
Die zweite von vier Vorspeisen und ich habe gar keine Vorstellung, wie man die macht. Der Tofu war sehr trocken, wie ich ihn noch nie gegessen habe. Wie diese feinen Streifchen zustande kommen? Kein Plan. Mit handelsüblichem Tofu ist es unmöglich, den so hauchdünn zu schneiden. Korianderblätter und geröstetes Sesamöl dazu haben ausgezeichnet geschmeckt.
Seetang-Röllchen mit Shrimps und Calamari
Eine ganz dezent gewürzte Farce aus Meeresfrüchten hat selbigen ihr Eigenleben gelassen. Drumherum eine zarte Knusperkruste aus Seetang und Teig. Dazu gab es eine süße Chilisauce, die ein wenig kräftig war für die zarten Aromen, aber durchaus nicht falsch. Das war eigentlich mein liebster Gang.

Tigerhaut-Pfefferoni in würziger Pfeffersauce
Da war der Sichuan-Gang, der quasi für mich gemacht war. Nicht ganz geklappt hat die Tigerhaut an den Pfefferoni, aber geschmacklich 1A! Erstaunlich bei diesem Gericht finde ich immer, dass die Pfefferoni nicht beeinträchtigt werden durch die Geschmacksbomben, die ihnen zur Seite gestellt werden, sondern eigentlich noch unterstrichen, denn dieses Saucerl schaut sehr harmlos aus, aber besteht quasi nur aus Umami-Zutaten.
Süßes Schweinefilet Peking-Art mit Gärmehl-Sauce und chinesischen Palatschinken
So, jetzt hab ich ausnahmsweise mal keine Ahnung, wie dieses Gericht geht. Ich weiß nicht, was Gärmehl ist, ich kann nicht einmal sagen, wie diese Palatschinken zustande kommen. Geschmeckt hat es jedenfalls sehr gut. Das in ganz dünne Streifchen geschnittene Fleisch musste man sich in die hauchdünnen Palatschinken einpacken, einwickeln und so essen.
Gebratener Wasserspinat mit Knoblauch
Wir hatten während des gesamten Menüs schon den Verdacht, dass wir in den nächsten Tagen kein Problem mit Vampiren haben werden, aber dieser Gang war dann schon der Gipfel an Knofeligkeit. Aber köstlichst!
Klebreisbällchen in Kokossuppe
Ehrlich gesagt sind asiatische Desserts selten mein Ding. Der Turbohausmann fand auch diesen Gang okay und hat meinen gleich mit verdrückt.















Und unterm Strich? Großes Ja zu dem Lokal. Immer noch und immer wieder.