Freitag, 26. Mai 2023

Cedri-Salat mit Scamorza

Es gibt Geschmackskombinationen, die kann ich mir nicht wirklich vorstellen und dann folgt immer ein Nachkoch-Reflex wie bei diesem Salat. Und wie so oft hat mich ein Rezept von Cettina Vicenzino verzaubert! Der Salat ist so einfach zu machen und schmeckt hervorragend.

 

Für 4 Personen
800 g Cedri
400 g Scamorza
1 Hand voll Minzblätter
4 EL Olivenöl
Meersalzflocken
1 Msp. gemahlene Peperoncinoflocken 

Cedri waschen und samt Schale in sehr dünne Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und in ebenso feine Ringe schneiden. Scamorza in möglichst dünne Scheiben schneiden. Alles in eine Schüssel geben. Die Minze zerkleinern und mit dem Olivenöl dazugeben. Mit Salz und Peperoncino würzen. 10 min. ziehen lassen. Servieren.

 

Bezugsquellen für Cedri in Wien: Casa Caria hat zur Cedri-Zeit immer zuverlässig Cedratzitronen

Dienstag, 23. Mai 2023

[Buchbesprechung] Cucina vegetariana von Cettina Vicenzino

 

Ja, italienische Küche vegetarisch. Mein erster Reflex war: Ich habe zwei vegetarische italienische Kochbücher, das reicht. Na jaaa, ich kenne mittlerweile die Kochbücher von Cettina Vicenzino recht gut und sollte wissen, dass mich ihre Rezepte immer so verzaubern, dass ich an einem ihrer Bücher sicher nicht vorbeigehen kann. In diesem Buch kocht sie sich durch die ganzen italienischen Regionen und man kann sicher sein, wenn es kein traditionelles italienisches Rezept ist, das sie vorstellt, so trifft sie dennoch zu 100 % die Seele der jeweiligen Region mit dem Rezept. Ich bin ja letztes Jahr quasi dem Sizilien-Kochbuch von Cettina "nachgereist" und war echt erstaunt, wie gut ich alles, was ich nachgekocht hatte, auf den Märkten, in Restaurants und in Trattorias gefunden habe. Auch wenn man hierzulande italienische Küche hauptsächlich mit Pasta verbindet, so kann ich nur sagen, nirgendwo steht Gemüse so sehr im Vordergrund wie in Italien. 

Zur Vita der Autorin verweise ich auf meine erste Buchbesprechung. Wie sollte es auch anders sein: Wenn ein Buch aus dem DK-Verlag kommt, dann ist es schön gemacht und sorgfältig lektoriert. Auch ein Lesebändchen gibt es. Die Optik allgemein ist wieder einmal hinreißend! Da wird Italien an jeder Ecke eingefangen und die italienische Küche richtig gefeiert. Ich musste oft an meinen Sizilien-Urlaub denken: Keramik spielt eine große Rolle dort, eine viel größere als in Österreich. Das und viel mehr sieht man auf den ganzen Fotos im Buch. 

© DK-Verlag

Das Buch ist in die Kapitel "Antipasti & Cotorni", "Primi", "Secondi" und "Fine" aufgeteilt. Es findet sich noch ein Anhang mit Quellen, bei denen man italienische Lebensmittel in Deutschland und aus Italien kaufen kann, weiters ein hilfreiches Register. Zum Kapitel "Fine" kann ich nur sagen: Auch sehr italienisch, denn es wird auch auf den Kaffee nicht vergessen. Wenn der Mann und ich nach Italien fahren, ist immer unser erster Weg zu einer beliebigen Raststation auf der Autobahn, um einen Caffè zu holen. Trau dich das in Österreich! Da wird man bitter enttäuscht. In Italien kann wirklich egal wo reinfallen, der Espresso wird immer gut sein − darauf kann man sich verlassen. Und so finden sich am Ende des Rezeptteils zwei Kaffee-Rezepte und dann noch ein Exkurs über Kaffee in Italien. Sogar mit der Beschreibung, was ein Caffè sospeso ist ...

© DK-Verlag

Wie ich die Kochbücher von Cettina auch sonst kenne: Sie bereist das Land und trifft Menschen, die auf ihre Weise das Leben dort widerspiegeln. Entweder sind es Köch*innen oder haben etwas mit Tourismus zu tun oder bauen ein bestimmtes Lebensmittel an oder verkaufen etwas oder stehen sonst wie überdurchschnittlich stark in Verbindung mit dem Land. 

Spezielle Kochtechniken muss man nicht beherrschen, um aus dem Buch nachkochen zu können. Wie auf dem nächsten Foto zu sehen ist, gibt es für Bastler*innen Fotostrecken, die zeigen, wie man z. B.  manche Nudelsorten formt.

 

© DK-Verlag

 Italienische Zutaten sind ja mittlerweile in ganz Europa Standard. Ich schätzte mal, dass man 90 % der im Buch benötigten im Supermarkt am Eck kaufen kann, für speziellere Gemüse wie Artischocken oder Saubohnen muss man in Wien dann schon auf einen Markt gehen, aber nachdem ich Artischocken auch schon auf dem Schreimarkt in St. Favoriten kaufen kann, kann das auch sonst kein Thema sein. Und wie schon ein Stückerl weiter oben geschrieben: Es gibt Einkaufsquellen, die am Ende des Buches beschrieben sind. Man kann natürlich auch hier am Blog mitlesen, dann kennt man die Einkaufsquellen in Wien auch. Okay, ich werde auch bei den Rezepten ein wenig nachhelfen.

 

Wollt ihr sehen, was ich nachgekocht habe?


Ein italienisches Kochbuch braucht authentische Pasta-Rezepte. Und entsprechend habe ich auch als erstes so eines nachgekocht: An sich heißt es Paccheri con Zucchine, Menta, Pistacchi e Ricotta, aber ich hatte vom Urlaub in Italien noch Orecchiette, die wollten aufgebraucht werden. Das wäre dann auch das einzige, was ich an dem Rezept zu meckern hätte, dass die Nudelform, wie ich sie gewählt habe, nicht wirklich passt. 

Das optionale Pistatzienpesto hatte ich noch aus Bronte, wo ich ein Slow Food-Geschäft fast leergekauft hatte. In Wien habe ich das einmal bei Barbarella bekommen, die Casolaro Bros. sind auch ein heißer Tipp.

Ja, Spargelsaison ist und da musste ich natürlich diesen Spargelflan ausprobieren: Sformato di Asparagi su Rucola con Frutti di Bosco und dahinter die Grissini, die wir dazu gegessen haben. Das ist so ein Gericht, in dem die italienische Seele eingefangen wird: Es gibt eine Tradition der italienischen Küche, in der eine "Vermählung" stattfindet, zum Beispiel Mare e Monte vereint werden, also Meeresfrüchte mit Himbeeren kombiniert werden. Hier sind es Feld und Wald in Form von Spargel und Beeren, von denen es derzeit so schöne gibt.

Da war doch noch schwarzer Knoblauch in den Vorräten, daher schrie dieses Rezept danach, dass es nachgekocht wird: Risotto allo Zafferano con Aglio Nero e Mascarpone − Safranrisotto ist ja ein ganz klassisches italienisches Gericht, das so hervorragend mit Osso Buco harmoniert. Hier ist es natürlich vegetarisch, dafür mit zwei Cremes, einmal mit einer aus schwarzem Knoblauch und einer Mascarponecreme, frische Kräuter bringen die nötige Frische ins Gericht.

Sowohl den schwarzen Knoblauch als auch den Safran (Altes Gewürzamt!) habe ich vom Sussitz.

Und natürlich musste ein süßes Rezept auch nachgemacht werden: Mascarpone con Arance Rosse, Basilico, D'Acero e Olia d'Oliva ist so ein wunderbares Rezept, für das man genau gar nicht kochen können muss und das trotzdem richtig was hermacht. Eine sehr kluge Aromenkomposition

Bezugsquellen für rote Orangen gibt es derzeit kaum, die sind in Wien ab Dezember erhältlich, das waren meine letzten vom März vom Crupi. Auch sehr ans Herz legen kann ich euch das Biokistl Sizilien, da gibt es ein ganzes Blogposting drüber unter dem Link.

Ja, Cettina und ihre Salate! Das ist ja wirklich ein eigenes Kapitel. Dieser Insalata di Carote con Olive, Arachidi e Datteri ist sicher schon im Internet zu finden, weil so viele im Internet davon begeistert waren. Auch wir haben den schon zweimal gegessen, denn die Kombination ist echt ein Hammer.

Fregola kennt ihr sicher, wenn ihr hier schon länger mitlest. Überhaupt eine cremige Variante mit diesen gerösteten sardischen Nudeln liebe ich! Daher war dieses Rezept ein Muss: Fregola als Limone von Parmigiano e Carciofi hat echt 1A geschmekt. Ich gestehe, ich hab ein wenig geschummelt, denn es war noch Pistazienpesto da, das durfte da auch mit rein, was dem Gericht in keiner Weise geschadet hat.

Fregola gibt es in vielen italienischen Feinkostgeschäften oder mein Meinl am Graben zu kaufen. Letztens habe ich eine schwarze Variante davon beim Lieblingsfisch am Karmelitermarkt gesehen.

Oft sind es die kleinen Rezepte, die am allerglücklichsten machen: In meinem Fall Cedri con Scamorza, ein Zitronensalat vom allerfeinsten. Den werde ich im nächsten Posting vorstellen.







Was es am Ende des Tages zu sagen gibt: Das Buch ist ein kleines bissi wie essen gehen in Italien. Also wenn man gerne italienisch isst, dann braucht man das Buch.


Fakten zum Buch:
ISBN 978-3-8310-4636-2
Erschienen im März 2023
Umfang: 240 Seiten 
Format: 198 x 254 mm
fester Einband mit Lesebändchen
Über 350 farbige Fotos

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler ums Eck zu kaufen, man kann es direkt beim Verlag bestellen oder bei allen möglichen Online-Versendern finden. 

Herzlichen Dank an den DK Verlag dafür, dass er mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat. 

Die Links sind alle keine Affilate-Links.

Mittwoch, 17. Mai 2023

Rhabarbertarte mit Pistazien-Frangipane

Hach, schon wieder so eine Quiche − oder Tarte? Egal, es ist eigentlich ein No Go für Blogger, zwei so ähnliche Rezepte hintereinander zu posten, aber diese Tarte ist so gut geworden und die Rhabarber-Zeit ist bald vorbei, daher mach ich das einfach. 

Wichtig beim Rhabarber: Freilandrhabarber ist intensiver im Geschmack, muss aber geschält werden. Er saftelt dann mehr und ist daher für dieses Rezept nur bedingt geeignet. Ich habe Rhabarber aus dem Glashaus verwendet, der hat sich hervorragend geeignet.

 

Meine Tarte-Form hat einen Innendurchmesser von 24 cm, außen ist sie 25 cm.

Für den Teig (frei nach diesem Rezept)

  • 80 g Butter (zimmerwarm oder kalte Butter auf der groben Reibe gerieben, damit sie auf Temperatur kommt)
  • 150 g Mehl glatt
  • 1 Ei (L)
  • Salz (1 Prise)
  •  

Zum Verarbeiten:

  • 1 6 -l-Gefriersackerl 
  • 1 Bogen Küchenrolle
  • Hülsenfrüchte zum Blindbacken (ca. 1 kg)

Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben und von der Küchenmaschine mit dem K-Haken oder den Knethaken kurz verkneten lassen, bis der Teig abbindet. Die Teigkugel mittig in einen 6-l-Gefrierbeutel geben und mit dem Nudelwalker (Teigrolle) gleichmäßig ausrollen. Am besten stellt man sich die Quiche-Form daneben hin, damit man sieht, wie groß der Teig-Kreis werden soll. Dann zieht man den TK-Beutel samt Teig auf ein Brett oder Tablett und stellt das genau so in den Kühlschrank. Ca. 1 Stunde durchkühlen lassen.

Backrohr auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Vor dem Verarbeiten nimmt man den Teig aus dem Kühlschrank, schneidet den TK-Beutel mit einem Messer auf und zieht eine Seite vom Plastik vom Teig. Das geht am besten, solange der Teig gekühlt ist. Auf dem zerstückelten Plastiksackerl ca. 15 min auf Zimmertemperatur kommen lassen.

Den Teig kopfüber auf die Tarteform stülpen. Das restliche Plastik vorsichtig (der Teig ist ja nun weich) abziehen. Teig in der Form gut andrücken, mit einer Gabel etliche Male einstechen −"stupfen" nannte man das in meiner Jugend in Österreich. Backpapier zerknüllen, damit es sich dann besser der Form anpasst. Wieder ausstreifen und auf den Teig legen. Die Hülsenfrüchte zum Blindbacken auf das Papier leeren und gleichmäßig verteilen.

Die Tarteform ins Rohr schieben und 20 min. backen. Wenn die Ränder hellbraun werden, Form herausnehmen. Die Bohnen samt dem Papier herausheben und zum Auskühlen zur Seite stellen. Ich verwende meine Blindbackbohnen seit Jahren, also bitte nicht wegschmeißen, sondern ausgekühlt in eine Dose füllen und zum Weiterverwenden aufheben. Die Form mit dem Teig noch einmal für 5 min. ins Rohr schieben.


Pistazien-Frangipane (frei nach diesem Rezept)

  • 100 g weiche Butter
  • 150 g Zucker
  • 1 Ei
  • 100 g gemahlene Pistazien
  • 1 El Mehl

Die weiche Butter in die Rührschüssel einer Küchenmaschine geben und so lange Rühren, bis sich kleine Spitzen bilden. Danach Zucker, Ei, Pistazien und Mehl der Reihe nach in die Schüssel geben und alles gut miteinander verrühren.


Belag

  • ½ kg Rhabarber

Rhabarber waschen, bei Bedarf schälen, in Stücke schneiden


Der Frangipane enthält Butter und würde einfach davonrinnen, wenn man ihn direkt auf den heißen Teig der Tarte gibt, daher muss man den vorgebackenen Teig auskühlen lassen. Dann gibt man die Pistaziencreme drauf, legt den Rhabarber oben auf, schiebt den Kuchen ins Backrohr und bäckt ihn 30 Minuten.

Auskühlen lassen, genießen.



Mittwoch, 10. Mai 2023

Frühlingsquiche für Geduldige

Eigentlich hätte es ja eine Coronation Quiche werden sollen − also nicht, dass ich irgendeine Zuneigung zum Monarchentum hätte, aber das Rezept hat mich interessiert, denn ich bin immer froh, wenn ich Rezepte mit Saubohnen finde, weil ich mag sie sehr gern, weiß aber selber nur wenige Rezepte. Dieses Mal war die Ausbeute der Saubohnen aber zum Heulen! Ein halbes Kilo hab ich gekauft, nach dem zweimaligen Schälen waren nicht einmal 50 g übrig. Katharina Seiser hat sicher mehr Erfahrung als ich mit Saubohnen und sie meint, 25-30 % Ausbeute habe sie normalerweise. Aber das wird sicher auch von diversen Faktoren wie Herkunft, Sorte etc. abhängen. Ich muss also noch einmal ran an die Saubohnen in dieser Saison. Jetzt will ich's wissen!

Es ist im Endeffekt eine ganz andere Quiche geworden, denn dass ich dieses Teigrezept nicht nehme, war spätestens ab dem Satz, dass sich der Teig störrisch gestaltet, klar. Wenn ich nicht gerade Rezepte für eine Kochbuchbesprechung austeste, nehme ich "meinen" (geklaut von Ottolenghi hier) 08/15-Teig − so genannt wegen der Zusammensetzung und daher extrem leicht zu merken. Guten Cheddar bekommt man nur in einigen wenigen Käsegeschäften und ich hatte nicht die Zeit zum Suchen, also ist auch das anders. 

In Summe ist diese Quiche wärmstens zu empfehlen: Sie schmeckt nach Frühling, der Estragon verleiht ihr eine elegante Note. Man braucht nur viel Zeit, denn das zweimalige Schälen der Saubohnen und das Waschen vom meistens sandigen Spinat brauchen seine Zeit.

Meine Quiche-Form hat einen Innendurchmesser von 24 cm, außen ist sie 25 cm.

Für den Teig:

  • 80 g Butter (zimmerwarm oder kalte Butter auf der groben Reibe gerieben, damit sie auf Temperatur kommt)
  • 150 g Mehl glatt
  • 1 Ei (L)
  • Salz (1 Prise)
  •  

Zu Verarbeiten:

  • 1 6 -l-Gefriersackerl 
  • 1 Bogen Küchenrolle
  • Hülsenfrüchte zum Blindbacken (ca. 1 kg)

Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben und von der Küchenmaschine mit dem K-Haken oder den Knethaken kurz verkneten lassen, bis der Teig abbindet. Die Teigkugel mittig in einen 6-l-Gefrierbeutel geben und mit dem Nudelwalker (Teigrolle) gleichmäßig ausrollen. Am besten stellt man sich die Quiche-Form daneben hin, damit man sieht, wie groß der Teig-Kreis werden soll. Dann zieht man den TK-Beutel samt Teig auf ein Brett oder Tablett und stellt das genau so in den Kühlschrank. Ca. 1 Stunde durchkühlen lassen.

Backrohr auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Vor dem Verarbeiten nimmt man den Teig aus dem Kühlschrank, schneidet den TK-Beutel mit einem Messer auf und zieht eine Seite vom Plastik vom Teig. Das geht am besten, solange der Teig gekühlt ist. Auf dem zerstückelten Plastiksackerl ca. 15 min auf Zimmertemperatur kommen lassen.

Den Teig kopfüber auf die Quicheform stülpen. Das restliche Plastik vorsichtig (der Teig ist ja nun weich) abziehen. Teig in der Form gut andrücken, mit einer Gabel etliche Male einstechen −"stupfen" nannte man das in meiner Jugend in Österreich. Backpapier zerknüllen, damit es sich dann besser der Form anpasst. Wieder ausstreifen und auf den Teig legen. Die Hülsenfrüchte zum Blindbacken auf das Papier leeren und gleichmäßig verteilen.

Die Quicheform ins Rohr schieben und 20 min. backen. Wenn die Ränder hellbraun werden, Form herausnehmen. Die Bohnen samt dem Papier herausheben und zum Auskühlen zur Seite stellen. Ich verwende meine Blindbackbohnen seit Jahren, also bitte nicht wegschmeißen, sondern ausgekühlt in eine Dose füllen und zum Weiterverwenden aufheben. Die Form mit dem Teig noch einmal für 5 min. ins Rohr schieben.

 

Für die Füllung:

  • ½ kg Saubohnen
  • 250 g grüner Spargel, Classic, das sind die dünnen Stangen
  • 150 g Spinat
  • 1 kleine Schalotte
  • Olivenöl
  • ½ Zehe Knoblauch
  • 125 g Ziegenfrischkäse
  • 150 ml Schlagobers
  • 1 Hand voll nicht zu deftigen Pecorino, fein gerieben
  • 3 Eier
  • Salz
  • weißer Pfeffer
  • Muskatnuss
  • 1 EL deutschen=russischen bzw. 1 TL französischen Estragon, gehackt

Man sollte den Zeitaufwand hier nicht unterschätzen. Ich habe, nachdem der Teig im Kühlschrank war, sofort mit dem Gemüse angefangen und habe die volle Stunde, die der Teig zum Durchkühlen braucht, gearbeitet.

Ich habe mit dem Spinat angefangen: gründlich waschen. Feldspinat, wie ich ihn verwendet habe, muss man einige Male waschen, denn der wächst auf sandigem Boden und besonders in den Rosetten sammelt sich der Sand gern. Babyspinat aus dem Plastiksackerl ist da netter, denn der kommt nicht in Rosetten daher und ist auch schon vorgewaschen, den muss man aber auch gründlich waschen, denn diese eingeschweißten Gemüse entwickeln gern Schimmelsporen. 1 EL Olivenöl in einem großen Topf erwärmen. Während der Spinat abtropft, schneidet man die Schalotte in sehr feine Würferl und schwitzt diese in Olivenöl an. Knoblauch fein hacken und zur Schalotte geben. Wenn die Schalotte und der Knofel glasig sind, den Spinat dazugeben und zusammenfallen lassen. Zum Auskühlen auf die Seite stellen.

In einem kleinen Topf Wasser erhitzen. Die Saubohnen aus der Schote schälen. Die grauen Kerne ins kochende Wasser geben und zwei Minuten blanchieren. In ein Sieb leeren und kalt abschrecken. Dann geht es an Runde zwei beim Schälen: die inneren Kerne, die in den grauen Hüllen versteckt sind, sind grün, die muss man aus der ledrigen Hülle holen.

Spargel waschen, abtrocknen und die holzigen Enden wegbrechen. Die schönen Stangen in kleine Stücke schneiden. Die Köpfe getrennt weglegen.

Ziegenfrischkäse, Eier, 1 Hand voll geriebenen Pevorino, 1 TL Salz, eine gute Prise weißen Pfeffer, zwei bis drei Drehungen aus der Muskatmühle und den Estragon verrühren. Den Spinat so gut wie möglich ausdrücken, die Saubohnenkerne und die Spargelstücke untermischen. Alles miteinander verrühren und auf den vorgebackenen Teigboden leeren.

Im Backrohr 15 min backen, dann habe ich die Spargelspitzen auf der Fülle verteilt. Noch einmal 15 min. backen. Aus dem Rohr nehmen und 10 min. ruhen lassen.


Obwohl die Quiche eh schon viel Gemüse enthält, finde ich, dass sich Blattsalat sehr gut dazu macht. 


Übrigens habe ich nach dem Backen der Quiche erfahren, dass man ganz junge Saubohnen komplett essen kann. Also die Schoten samt Inhalt klein schneiden und dann zum Beispiel zu einer Quiche verarbeiten. Wenn jemand das Glück hat und selber Saubohnen anbauen kann, dann sollte man das wohl mal testen. Wenn jemand Erfahrungen damit hat, bitte lasst es mich wissen!

Montag, 1. Mai 2023

Foodierückblick auf April 2023

Gegessen

Ich sag euch was, wir waren essen, in einer netten Runde und haben quasi Abenteuer-Ente vorbestellt. Es war das Himmelreich! Ganz eine heiße Empfehlung für das Sinohouse. Die wirklich beste Pekingente, die ich jemals gegessen habe. Zuerst kam eine Suppe nach Wahl, dann diverse Dim Sum, dann für 6 Personen dezent 3 Enten mit Gemüse, Saucen und natürlich Wraps, in die man das alles einwickeln konnte. Die Enten wurden fachgerecht beim Tisch zerlegt und allein das Zuschauen war schon eine Freude. Es kam dann noch eine wirklich tolle Nachspeise. Wir haben so reingehauen, dass wir alle sicher waren, dass wir niemals wieder mehr irgendetwas essen können ...
 
Es gibt Monate, die mag ich besonders. In diesem Fall, weil es gleich noch ein zweites Essen gab, das es wert wäre, die Nummer eins des Monats zu sein. Wir waren im Made in Sud essen und es war ein Wahnsinn! Fische und Meeresfrüchte in so einer Qualität findet man selten. Ja, vielleicht irgendwo direkt am Meer, aber in Wien wüsste ich jetzt nicht, wo es Vergleichbares gibt. Auf dem Foto sieht man eine Vorspeisenplatte für zwei Personen, auf dem großteils roh zubereitete Fische zu sehen sind: Ceviche, Tatar, Sashimi, Tataki etc. Es war so unglaublich gut! Jedes kleine Gericht für sich war durchdacht und ganz fein abgeschmeckt. Wir haben echt geschwelgt in Aromen und Texturen. Dringende Empfehlung!

Ja, Monate mit Geburtstagen in der Familie sind immer cool. Es gibt so feine Einladungen und alle sind gleich verfressen. Hier wurden wir nach Baden ins El Gaucho ausgeführt. An sich ist das ein Lokal, das für sein gutes Fleisch bekannt ist. Der Turbohausmann und ich haben uns ein T-Bone-Steak geteilt und es war himmlisch! Dennoch kam mein Highlight in Form des Desserts daher: Grießflammerie mit Rhabarber und Erdbeeren. Bitte so etwas kann man aus einem einfachen Grießkoch machen! Das Flammerie war ausgezeichnet im Aroma. Der Rhabarber war wohl Sous Vide gegart und daher war er sehr angenehm im Biss. Einfach perfekt. Ich gestehe, dass ich Rhabarber noch nie so zusammengebracht habe.

Kaum hatte das Motto-Brot seinen Schanigarten aufgebaut, zack, war ich schon dort. In diesem Fall mit einer Freundin. Was habe ich diesen Café au lait im Winter vermisst! Allein diese Häferl sind zum Verlieben: Ganz französisch sind sie ohne Henkel und man kann sie in beide Hände nehmen, um sich an dem Kaffee ein wenig zu wärmen. Für mich gab es dazu eines der besten Mandelcroissants in Wien, meine Freundin hat sich ein normales Croissant ausgesucht. Dazu den Leuten beim Vorbeiflanieren zuschauen, über extralange Fingernägel staunen, auf 12-cm-Highheels vorbeischwebende Frauen bewundern, mit Touristen in kurzen Hosen mitfrieren − so geht gutes Leben!

Nicht nur wegen der räumlichen Nähe, sondern insgesamt wird die Piazza Colombo nun zur Lieblingspizzeria erklärt. Wenn sichs ausnahmsweise nicht ausgeht, dass man am Abend kocht und auch nicht dran gedacht, dass man etwas aus dem Tiefkühler nimmt, dann kann man dort sehr unkompliziert auf eine Pizza hingehen. Und die Pizzen sind immer sehr gut! Das haben wir im Februar erstmals in einer Runde mit Nachbar:innen ausprobiert und nun wieder bestätig bekommen. Die Pizzeria ist bei einer Falstaff Leser:innen-Umfrage recht weit vorn gelandet. Auf dem Foto zu sehen ist die Sofia Loren, die trotz N'duja in der Schärfe dem mitteleuropäischen Gaumen angepasst ist.
Die Landstraßer Hauptstraße kann was, hab ich letztens feststellen dürfen. Mit Freundinnen bin ich in der Krazy Kitchen gewesen. Es war wie Urlaub: Eine kleine Garküche mit winzigen drei Tischchen drinnen und im Sommer noch einmal drei Tischchen draußen. Kein Schnickschnack, Fertigsaucen, eine Hand voll Wok-Gerichte und scharf ist wirklich scharf. Eine unkomplizierte Sache!
Beim Lingenhehl kann man sehr fein frühstücken − also in meinem Fall spätstücken. Ich war schon einmal dort zum Essen und war entzückt, die Frühstückskarte hab ich damals gar nicht angeschaut, aber die kann schon auch was. Für mich gab es dieses gefüllte Croissant: Bärlauchemulsion, Wildkräuter, Schinken und ein Spiegelei sind wirklich ausgezeichnet. Auch die anderen Sachen, die meine Freundinnen gegessen haben, waren gut. Und wenns nur eine Buttersemmel war! Die war auseinandergeschnitten und mit einer angemessenen Menge guter Butter geschmiert. Der Kaffee war auch sehr, sehr gut. So fein kann ein Frühstück sein!
Noch ein feines Kaffetschi gab es diesen Monat. Wenn ich in der Nähe vom Joseph zu tun habe, kann ich kaum vorbeigehen, ohne etwas zu kaufen. Und wenn ein Tisch frei ist, dann geh ich auch gern auf einen Kaffee. Es ist immer so nett dort. Kellner:innen, die einen willkommen heißen und die sich nicht benehmen wie typische Wiener Ober, sondern einfach freundlich lächelnd das hinstellen was man bestellt hat. So einfach kann es sein.

Ein Kaffeetschi geht noch! In diesem Fall am Hauptbahnhof im Oberlaa, als ich arg kaffeebedürftig nach einem Besuch meiner Bankfiliale war. Wann sind eigentlich Banken zu so einer Servicewüste geworden, dass man sich anstellen muss wie im früher im Ostblock für jeden Schmarren? Egal, so ein Ribisel-Petit Four macht viel wieder gut. 

Aber vielleicht hat ja die Bank ein Abkommen mit der Konditorei? Denn solange ich dort verkehre, wird das Oberlaa auf jeden Fall ein Geschäft mit mir machen.

Aus einem Geblödel auf WhatsApp mit Freunden vom Land nach einem mehr als unnötigen Video eines Wiener Politikers, ob wir nun schon schlimmer seien als die Slums in Mexiko City, haben wir eben diese Freunde auf den im Video angesprochenen Brunnenmarkt verschleppt. Wir haben an einem Samstag quer über den Brunnenmarkt geschlemmt und auch die Freunde haben danach nur mehr über das Video abschätzig gegrinst und machen sich keine Sorgen mehr um uns.
Auf dem Foto sieht man Kibbeh auf einem Salatbett, Falafel mit Hummus (bester Hummus ever!) und Sauergemüse, gegessen beim Bohnenkönig. Außerdem haben wir bei anderen Standeln noch einen Hühnerspieß in Fladenbrot mit einem Dipp und Gemüse gegessen, ein Teigschiffchen mit Käsefüllung und eine Gewürzflade. Der krönenden Abschluss war dann eine geteilte Raclette-Semmel beim Jumi. Alles wirklich total gut und die Standler gastfreundlich ohne Ende. Jederzeit gern wieder!





Gekauft

Eine Premiere für mich waren die Nüsse aus der kleinen Nussrösterei namens Darias Nüsse. Der Chef röstet in dem Röstofen selber die allerfeinsten Nüsse. Da merkt man schnell den Unterschied zwischen Supermarktware und dem, was sonst noch geht. Ich habe dieses Mal nur Nüsse mitgenommen, aber bin sicher, dass ich wieder hin muss, um mich dann auch um die getrockneten Früchte zu kümmern. Irgendwie hab ich ein Naschmarkt-Trauma, wo Trockenfrüchte eingefärbt angeboten werden, was einerseits scheußlich ausschaut und andererseits dann auch das Essen, wo die Dinger drinnen sind, einfärbt. Davon hier keine Spur! Alles schaut sehr appetitlich aus und ich bin sicher, dieses Geschäft und ich werden Freunde.

Mein Brot des Monats ist dieses Mal die Couronne vom Motto-Brot. Ein typisch französisches Landbrot in Form eines Kreises mit schöner Knusperkruste und unregelmäßiger Porung aus aromatischem Weizensauerteig. Ein ganz kleines "Leider": Man kann nur ein ganzes Brot kaufen. Ich hab eine Hälfte eingefroren, aber danach ist es halt mit der Knusperkruste vorbei.

Ein wahrer Schatz ist dieser Blaue Hirni, ein kräftiger Blauschimmelkäse, der interessanterweise den ganzen Schimmel in hirnförmigen Winden nur außen herum hat. Gemacht haben diesen Schatz die tollen Schweizer Käser von Jumi. Ich liebe ja auch diesen Namen sehr!
Am Samstag kann man am Yppenplatz allerfeinste Sauerrahmbutter von der Käserei Plangger kaufen. Sollte man auch tun, wenn man hinkommt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Getrunken 

"Getrunken" ist eine Abteilung, die hier sträflich vernachlässigt wird. Diesen Monat waren wir nach einem Konzert im Konzerthaus mit Freunden in einer größeren Runde unterwegs und waren danach im Intercontinental in der Intermezzo Bar. Ich gestehe, die war mir wie die meisten Bars in Wien vollkommen unbekannt, aber das ist eine Bildungslücke! Anscheinend ist die Bar wegen der links zu sehenden Lampe etwas, wo der Tourist von Welt gewesen sein muss. Nun habe ich diese Bildungslücke geschlossen und fand es wirklich sehr nett dort. Die Getränkekarte ist umfangreich, es gibt jede Menge Mixgetränke, aber auch eine große Auswahl an Tonic, was eher meine Abteilung ist. Der Service ist sehr nett! Gerne wieder

 

 

 

 Gekocht

Flühlingslollen

Jaja, ich weiß schon, bei mir macht der Teig nicht so hübsche Blasen wie im Chinarestaurant. Eh, aber meine sind auch nicht frittiert, sondern im Rohr gebacken. Uns schmecken die Lollen auf diese Weise zubereitet sehr gut, daher gibt es die auch immer nur so.

Banh Bao mit Hendlfülle

Und weil vom Frühkraut nach den Flühlingslollen noch ausreichend übrig war, gab es gleich noch einmal asiatisches Essen, dieses Mal vietnamesische watteweiche Brötchen. Auch wenn ich sonst auf Knuspersemmeln stehe, diese Flauschflaumdinger sind schon etwas sehr Feines.


Spargel mit unechter Bozener Sauce

Ich bin echt froh, dass ich einen Mann habe, der meinen Spargelwahnsinn teilt! Das hier war die Premiere. Wir essen derzeit zwei- bis dreimal in der Woche Spargel. Rezepte dafür gibt es ja schon genug am Blog und die arbeite ich gerade ab: Spargel bei der Turbohausfrau







Gesehen

Die Gewerkschafterin

Kurz der Inhalt: Maureen Kearney, gespielt von Isabelle Huppert, wird missbraucht und gefesselt in ihrer eigenen Wohnung aufgefunden. Vom Täter fehlt jede Spur. Sie kann sich nur bruchstückhaft erinnern, was ihr widerfahren ist. Die Ermittler arbeiten anfangs unter Hochdruck, da die Hauptdarstellerin als Gewerkschafterin den dubiosen Geschäften in der Atomindustrie auf der Spur war, was auch einflussreiche Entscheidungsträger belasten könnten. Und eben diese Umstände tragen dazu bei, dass Maureen schön langsam vom Opfer zur Täterin gemacht wird.

Ich muss sagen, dieser französische Politthriller hat mir wirklich den Atem geraubt: Streckenweise bin ich mit angehaltenem Atem im Kino gesessen, weil es so spannend war. Und mit der Zeit hatte ich dann tatsächlich einen Druck auf der Brust, weil ich nachvollziehen konnte, wie hilflos eine anfangs sehr taffe Frau mit der Zeit gemacht wurde. Was sich die Ermittler herausgenommen haben, welche Methoden angewendet wurden, macht sprachlos. Dass man enormes Glück hat, wenn man noch nie in so einer Situation war, weiß man nach so einem Film.

Das eigentliche Drama: Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Es ist zum Heulen! Der Regisseur Jean-Paul Salomé hat bereits in "Eine Frau mit berauschenden Talenten" mit Isabelle Huppert zusammengearbeitet und zeigt sie hier als anfangs unerschrockene Kämpferin gegen übermächtige Gegner.

Die herausragende schauspielerische Leistung von Isabelle Huppert trägt natürlich viel dazu bei, dass man in dem Film dermaßen mitleben kann. Genau so großartig fand ich Gregory Gadebois, der ihren Mann spielt. Ich kenne ihn aus À la carte und Final Cut of The Death, wo er mir schon gefallen hat, aber dieses Mal hat er mir gezeigt, was er mit einem einzelnen Lächeln an bewegtem Innenleben vorführen kann.

Meine Empfehlung: Liebe Leser:innen, schnappt euch eine Freundin und geht mir ihr in diesen Film. Ich bin mir sicher, ihr habt nachher jede Menge zu besprechen.

Filmstart in Österreich: 12.5.2023

Special: Am Tag der Arbeit, also heute, gibt es in etlichen Kinos (Votivkino Wien, Leokino Innsbruck, KizRoyalKino Graz und Programmkino Wels) im Anschluss an die Vorführung des Films live Q&A mit dem Regisseur und der Gewerkschafterin Maureen Kearney.


 


Es gibt Monate, die sind unglaublich. Irgendwie hat sich so viel getan im April. Dauernd war ich irgendwo, hab jede Menge liebe Menschen getroffen und tolle Sachen gesehen. Und meine Steuererklärung hab ich auch hinter mich gebracht − der meistgehasste Tag des Jahres ist also überstanden. Ich hab gerade ganz persönliches Frühlingserwachen, langweilig war mir echt nie. 

Auf Balkonien blüht es so schön. Und weils so kalt war, blüht es auch so ausdauernd wie sonst selten. Ich hab nun schon meine ganzen Blühpflanzen für Balkonien daheim, die ich seit einigen Jahren in Schönbrunn kaufe. Was für ein Glück: Einmal im Jahr wird die Überproduktion des Stadtgartenamtes für kleines Geld in Schönbrunn verkauft. Echt tolle Pflanzen, gesund, kräftig, eine wahre Freude! Jetzt muss ich nur mehr ins Burgenland zum Paradeiserkaiser, um meine Gemüsepflanzen zu kaufen, dann wird gegärtnert. Es juckt schon sehr in den Fingern.

Hoffentlich geht es euch auch so gut? Sagt doch mal was!

Ich drück euch alle ganz herzlich!