Freitag, 12. August 2022

Orangen-Wacholder-Sirup

Im April waren der Turbohausmann und ich ins Landhaus Bacher anlässlich eines Geburtstags eingeladen. Ich habe die alkoholfreie Getränkebegleitung ausgesucht und war sehr erfreut, wie viele Getränke es da gab, die ohne Alkohol auskommen. Besonders angetan hat es mir ein Gin Tonic, der herb und wenig süß zu Beginn des Essens serviert wurde. Und den wollte ich gern nachmachen. Es gibt im Internet schon eine Menge Variante vom Wacholdersirup, nun komme auch noch ich und zeige euch meinen.

 
50 g Wacholderbeeren, getrocknete (die man als Gewürz kauft, sind übrigens ganz schön viele, daher auf Packungsinhalt achten)
200 g Rohrohrzucker
1 Orange, Saft und Schalenabrieb
1 Zitrone, Saft und Schalenabrieb
¼ l Wasser

Wacholderbeeren im Mörser grob zerstoßen. Zitrone und Orange heiß waschen, abtrocknen, Schale abreiben, Saft auspressen. Zusammen mit allen anderen Zutaten aufkochen und 10 min. köcheln. Über Nacht durchziehen lassen. Durch einen Tee- oder Kaffeeflter filtern, in eine Flasche füllen und im Kühlschrank aufbewahren.


 

Serviervorschlag: Mit gekühltem Tonic und Eiswürfeln servieren. Man kann diesen "Gin Tonic" aber auch mit Sprudelwasser aufspritzen. Beides sehr erfreuliche Sommergetränke für Abende auf Balkonien.

Montag, 1. August 2022

Foodie-Rückblick auf Juli 2022

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung. 

 

 Gegessen

Fangen wir gleich mal mit der schönsten Aussicht des Monats an: Mir gefällt Wien von oben am besten von der Aurora Rooftop Bar aus. Die ist nicht weit von mir weg, daher bietet es sich immer wieder mal an, ein nettes Getränk da oben einzunehmen. Es ist immer sehr entspannt, der Service freundlich und die Aussicht umwerfend. Genaueres dazu hier.

Ich kann jetzt nichts Bestimmtes zum Trinken empfehlen, weil das ist nicht mein Fachgebiet. Ich kann nur sagen, es war bisher immer gut. Sogar der Kaffee schmeckt.

Reservieren sollte man unbedingt!

Im Tian Bistro am Spittelberg waren wir. Ganz wunderbar sommerlich war es: Da gibt es direkt in der Spittelberggasse einen Schanigarten und wenn man es ungestörter haben will, einen Innenhof, also jede Menge Sommerfeeling. Der Turbohausmann und ich haben uns "Sharing Chefs Garden" bestellt, das ist ein Überraschungsmenü zum Teilen. Es war aber sowas von gut! Auf dem Foto sieht man das mit Abstand beste Tatar, das ich je gegessen habe. Es schmeckt tatsächlich ähnlich wie Beef Tatar, weil es ganz offensichtlich mit denselben Gewürzen aromatisiert ist, die Basis sind aber Rote Rüben und Shiitake-Pilze. Ganz wunderbar!

Noch einmal Essen im Freien, noch dazu direkt an der Alten Donau. Wie schon im letzten Jahr haben wir ein Essen in Landtmanns Bootshaus genossen und das macht echt gute Laune, wenn man so direkt auf einem Floß im Wasser sitzen kann und das ganze Leben, das da in und auf der Alten Donau stattfindet, miterlebt.

Wir waren mit Freunden unterwegs und haben alle etwas Fischiges gegessen. Ich hab Calamari Fritti bestellt, die kamen mit einer Limettenmayo, dazu haben wir uns Pommes und Pimentos del Padron geteilt. Geschmeckt hat es uns allen sehr gut.


 

Guten Kaffee bekommt man im Reformhaus Wallner. Dieses Geschäft kenne ich schon ewig und habe immer gern dort eingekauft. Mittlerweile gibt es halt wie in vielen Bioläden massenhaft Nahrungsergänzungen, aber sie haben ein Bistro, in dem ein Mittagstisch angeboten wird und man kriegt eben auch Kaffee. Dazu gab es für mich ein Mohnbeugel vom Joseph, ebenfalls sehr gut.


Es gibt mittlerweile ganz feinen Bio-Döner in Wien. John Döner hat ein nettes kleines Lokal in der Innenstadt. An einem Abend wurde ihr Leberkäs-Döner vorgestellt. Ich gestehe, das war sehr ungewohnt. Wenn mich einmal im Jahr der Leberkäs-Gusto überrennt, dann schau ich immer, dass ich ein dickes Scherzl erwische. Hier kam der Bio-Leberkäse naturgemäß dönermäßig dünn geschnitten daher. Serviert wurde er in einem ausgezeichneten Weckerl vom Joseph, dazu eine süße Senfsauce, Salat und Joghurtsauce. Nun bin ich sehr gespannt, ob das ein Renner wird.


Immer wieder fein ist das Eis vom Eissalon Tuchlauben. Ich kann nicht wirklich im Gehen essen, daher musste ich mich wie jeden Sommer anstellen, um einen Sitzplatz zu bekommen. Ich habe dieses Mal den Walderdbeerbecher probiert. Das Eis schmeckt wirklich nach Walderdbeeren und nicht einfach nach normalen Erdbeeren. Diese Spezialsorten sind nicht billig, aber schon sehr gut. Ich muss wohl noch ein zweites Mal im Sommer hingehen, wenn es das Dirndl-Eis gibt. Solche Spezialsorten gibt es nicht immer, sondern nur, wenn das entsprechende Obst Saison hat. Ein sehr sympathischer Zugang!

Wenn ich im Oberlaa Kaffee trinke, dann am liebsten eine Melange. Der Espresso dort ist nicht mein Ding, aber die Melange ist eine echt nette Wiener Kaffeevariante, die ich den ganzen Tag trinken kann. (In Italien trau ich mich das nicht sagen.) Aber so zum Zusammensitzen und plaudern ist das schon eine angenehme Location und dazu passt eine Melange sehr gut. Das macht wohl auch den Unterschied zwischen der italienischen Art, Kaffee zu trinken, und der österreichschen aus: In Italien schüttet man schnell einen Espresso an der Bar runter, bei uns sitzt man gemütlich zusammen und plaudert bei einer Melange.

Eines der besten italienischen, besser gesagt sizilianischen Essen in Wien gibt es im Pastamara. Sehr gelungene Interpretationen von klassischen sizilianischen Rezepten wurden da von Chiccio Sultano entwickelt. Auf dem Foto sieht man Thunfisch Tataki mit Salmoriglio, einer sizilianischen Zitronensauce, dazu Queller und geröstete Paprika. Ein sehr harmonisches Gericht. Klar, dass der Thunfisch perfekt auf den Punkt gegart war.
 
Der Service war sehr, sehr gut! Ein Lokal, das nicht am falschen Platz, nämlich beim Personal spart.


 

Noch einmal war ich in einer Rooftop Bar und zwar nach dem Essen im Pastamara. Die Atmosphere Rooftop Bar ist auf dem Dach des Ritz Carlton. Der Blick direkt auf den Steffl ist sehr toll. Es war auch hier sehr entspannt mit einem sehr freundlichen und zuvorkommenden Service. Ein perfekter Platz, um die blaue Stunde zu genießen.

Es wird übrigens erst ab 6 Personen reserviert, daher schadet es nicht, wenn man vorher im Pastmara oder im dstrikt isst, dann kann man unten fragen, ob oben etwas frei ist und wird telefonisch in der Bar vorangekündigt. 

Durch ein Geschenk bin ich zu etwas gekommen, was ich sonst nicht gemacht hätte: Buffetfrühstück im Sacher. Es ist wirklich ein Frühstück und kein Brunch, denn um 11.00 ist Ende und man muss das Feld räumen. Es ist das Frühstück, das die Gäste vom Hotel bekommen und man sitzt mit ihnen im Frühstücksraum. Auf dem Foto zu sehen sind die Eier Benedict, die ich gegessen habe. Handwerklich 1A gemacht. Positiv hervorheben möchte ich, dass das Brot, das dort angeboten wird, vom Joseph ist. Das eigentlich Spektakuläre für mich war das Setting: Man macht nicht eine einzige Tür selbst auf und für jede Lebenslage gibt es Personal. Das Geschirr ist wunderhübsch und es gibt Silberbesteck. Also der richtig klassische Oldschool-Luxus.
 

 

 

 

Gekauft


Immer wieder mit Begeisterung esse ich das Christoph Brot vom Ströck. Ein sehr feines Weizenbrot, das durch 24 Stunden Teigruhe ein tolles Aroma bekommt. Ich mag die Kombination von Knusperkruste mit großer Porung in der Krume sehr gern. Durch die lange Teigführung hält es sich auch mehrere Tage.

Immer eine Freude sind die Petit fours vom Oberlaa. Das ist ist das mit schwarzen Ribiseln (= Cassis). Schaut nicht nur nett aus, sondern schmeckt hervorragend!

In der Espresso-Tasse ist Kaffee von der Kaffeefabrik und zwar der Sidama Mon Amour, ein äthiopischer Bio-Kaffee, der sich hervorragend für Espresso eignet. Der ist in den letzten Monaten zu meinem Lieblingskaffee geworden, weil er so viele Aromen in sich hat.


Ein sehr beruhigendes Gefühl ist es, wenn die Gemüselade randvoll mit Ztronen ist! Nachschub für Soda-Zitron bis zum Ende des Sommers gerettet. Es gab noch ein letztes Mal vom Biokistl Sizilien Zitronen, dieses Mal Verdelli. Weil der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nach nicht mehr groß genug ist, werden die Zitronen nicht mehr gelb, sondern bleiben so grün. Aber gut, Verdelli sind sowieso nicht die Weltmeistersorte, was das Gelbwerden angeht. Dafür mag ich sie umso lieber im Soda-Zitron, weil die haben so gar nix Nettes wie die Meyer-Zitrone, sondern sind ordentlich sauer. Ich muss auch dringend Salzzitronen ansetzen, denn der heiße Sommer hat so oft nach Salaten mit Salzzitronen gerufen, dass ich alle aufgebraucht habe.




Gekocht

Pfirsich- und Marillenzeit ist gerade, daher muss ich unbedingt Marillenröster und Pfirsichkompott machen, um unbeschadet die grausliche Jahreszeit zu überstehen. Ist zwar mühsam, bei diesen Temperaturen das Backrohr in Betrieb zu nehmen, aber ich lasse die Gläser nach dem Einrexen im Rohr komplett abkühlen, sodass möglichst wenig heiße Luft rauskommt, dann übersteht man das ganz gut.
Meine Heidelbeermarmelade ist die beste. Behaupte ich jetzt mal ganz frech! Ich mach sie nämlich mit Waldheidelbeeren und Zitronenpelargonie. Pro Glas ein Blatt reinlegen. Ein weiteres Blatt pro Glas fein hacken und vor dem Abfüllen der Marmelade in die heiße Masse einrühren. Ganz einfach mit Gelierzucker einkochen, bei mir am liebsten 3:1, weil der ist am wenigsten süß und so bleibt mehr Fruchtgeschmack.

Wir haben etliche Male gegrillt in diesem Juli. Immer noch mein liebstes Grillbuch ist Schaschlik. Die Erdäpfelspieße und der Grillsalat sind Stammgäste bei uns am Grill. Der Clou an dem Spieß ist, dass nach drei bis vier Scheiben Erdäpfel ein winziges, hauchdünnes Futzerl Speck aufgesteckt wird. Der Spieß wird in Alufolie gewickelt und so gegrillt. Dabei löst sich der Speck auf und aromatisiert die Erdäpfel. So einfach und so köstlich!

Auch sehr gut sind meine Pimentos del Padron, nur leider wieder einmal ganz und gar nicht scharf. Dazu passt immer noch dieser türkische Joghurt-Karottensalat.

Ebenfalls ein Muss in der Marillenzeit ist der Wachauer Topfenstrudel. Dieses Mal aus Hitzegründen ohne Kanarimilch. Wir essen diesen Strudel seit vielen Jahren mit Begeisterung.

Die ersten schönen Eierschwammerl gibt es schon. Nachdem es schnell gehen muss bei diesem Wetter, habe ich einfach die Schwammerl geputzt, eine Schalotte in Öl angeschwitzt, die Schwammerl mitgeröstet, bis sie trocken sind, mit ⅛ l Obers aufgegossen und die fast fertig gekochten, tropfnassen Linguine darin geschwenkt. Am Ende des Garens französischen Estragon grob zerschneiden und untermischen. Der Estragon macht sich echt so gut zu Schwammerln, das müsst ihr ausprobieren.

Natürlich haben wir auch gegrillt. Nachdem meine Paprika jetzt der Reihe nach reif werden, gab es als Vorspeise die Garnelen in Paprikasalsa. Es klappt wirklich gut, wenn man einen Pizzastein auf den Griller legt und dann die Garnelen im Backpapier oben drauf und Deckel zu.
Zum wiederholten Mal habe ich Rysteribs angesetzt. Dieses Süß-Säuerliche ist genau mein Ding, zum Beispiel in Joghurt gerührt. Genau so mag ich Fruchtjoghurt.






Und sonst so? Passt eh. Bissi heiß ist es schon gewesen im Juli und vor allem wenig Regen. Im Neusiedler See, den ich so mag, ist mittlerweile so wenig Wasser, dass das Schwimmen drinnen kaum mehr geht und es sind eher Schlammbäder bei 30 Grad Schlammtemperatur als erfrischende Abkühlungen. Die Fische werden schon abgeschöpft und in andere Gewässer gebracht. Bin gespannt, ob der See dieses Jahr austrocknet. Das passierte in der Geschichte immer wieder und im 17.  Jahrhundert blieb er dann sogar mehrere Jahrzehnte ausgetrocknet. Ich wünsche der Region von Herzen, dass das nicht passiert. Für mich persönlich gibt es halt jetzt weniger Ausflüge ins Burgenland, sondern ich genieße mehr die Donau direkt in Wien. Wir haben ja echt ein Naherholungsgebiet hier, um das uns alle anderen Großstädte beneiden: 42 km Strand mitten in der Stadt. Man findet dort alles vom trendigen Strandbad mit Wassersportmöglichkeiten bis zum versteckten lauschigen Plätzchen im Dschungel. Und an heißen Abenden kann man direkt mit der U-Bahn bis zu einem Badeplatz fahren, kurz reinspringen und ist abgekühlt. Schon sehr genial.

Habt ihr alle gut die Hitzewellen überstanden? Ich drück euch alle mal und schicke ein kaltes Soda-Zitron durch die Leitung!



Freitag, 29. Juli 2022

[Rettungsaktion] Streefood: Chicchetti mit Feige

Irgendwie habe ich es im Februar verschlafen, euch von unserem Besuch in Venedig zum Karneval zu berichten. Wir waren nur zwei Tage dort, aber die waren sehr genial. Diese ganzen Kostüme vor dieser historischen Kulisse waren ein Traum. Die Temperaturen waren angenehm kühl, es waren überschaubar viele Menschen unterwegs und wir haben die Zeit sehr genossen. 


Die Chicchetti waren wie immer mehr als verführerisch! Von denen könnte ich mich ernähren. Das sind kleine Brötchen oder auch Appetithäppchen ohne Brot, zu denen man ein passendes Glas Wein trinkt, das sich ombra nennt. Beides konsumiert man klassisch im Stehen an der Bar eines Bácaro oder einem draußen befindlichen Stehtischchen, also Streetfood!

Im Urlaub denke ich dran, dass ich das daheim auch einmal machen will, dass ich Chichetti auf den Tisch bringe. Dank der Rettungsaktion ist es nun soweit und ich habe die ersten meines Lebens gemacht.

Was bei so kleinen Dingelchen nicht funktioniert, ist eine grammgenaue Angabe. Es wird daher eine ungefähre Beschreibung dafür geben, aber mehr schon nicht. Ich bin sicher, ihr seid kreativ genug, um die Chicchetti nachmachen zu können.

Kleine Weißbrotscheiben, z. B. Baguette, werden geröstet und dann abgekühlt. Pro Brotscheibe eine Feige über Kreuz tief einschneiden, aber nicht durchschneiden, sodass man sie auseinanderklappen kann. Feige auf das Brot legen. Für die Käsecreme Robiola (schlechter aber möglicher Ersatz: Ziegen- oder anderer Frischkäse) 1:1 mit pikantem Gorgonzola verrühren. Etwa einen Teelöffel von der Käsemasse auf die Mitte der Feige geben. Mit gehackten Pistazien bestreuen, darüber je nach Gusto mildes bis mittelscharfes Paprikapulver streuen.

Rezept frei nach "Chicchettario: Die legendären Rezepte des Al Bottegon in Venedig" von Alessandra De Respinis

Nachdem ich mit den Segnungen von Toast Hawaii aufgewachsen bin, mag ich solche Kombinationen von Obst mit Pikantem besonders gern.

Ich könnte mich direkt daran gewöhnen, auch hier in Wien so etwas öfter zu essen. Wir sind ja, was belegtes Brot angeht, nicht gerade gesegnet mit solchen Sachen. Mag nicht jemand ein Bácaro aufmachen?

Und nun schauen wir, wer aller noch mitmacht bei der Rettung vom Streedfood. Wie immer hervorheben will ich die Damen von den Rettungen, Barbara und Tamara, denen ich für die Abwicklung der Rettung danken möchte.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 21. Juli 2022

Gerstenernte im Waldviertel

 Enthält Werbung (Einladung)


Ich gestehe: Wenn ich ein Getreidefeld sehe, dann habe ich bisher immer einfach Getreide gesehen. Nun kenne ich aber Gerste! Grund ist eine sehr liebe Einladung der Privatbrauerei Zwettler, die Martina Macho organisiert hat.

Bier besteht ja bekanntlich aus drei Komponenten: Hopfen, Malz und Wasser. Von der Hopfenernte habe ich euch schon berichtet. Nun kommt also die Gerste, aus der das Malz gemacht wird. 


Mir war ja nicht einmal klar, ob aus einem Korn ein einzelner Halm wird. Auf dem Foto oben sieht man eine Gerstenpflanze, die entsteht aus einem Korn. Geerntet wird entweder im Frühling die Wintergerste, die im Herbst gesät wird, im Frühling kann die Sommergerste gesät werden. Die Wintergerste hat den Vorteil, dass sie die Niederschläge des Winters ausnutzen kann und ist nicht so wie die Sommergerste auf die immer spärlicher werdenden Niederschläge im Frühling angewiesen.

Der Norden Niederösterreichs ist in Österreich der nördlichste Platz, an dem Gerste angebaut werden kann. Weltweit gesehen ist es allerdings der südlichste Ort, an dem es Gerste gibt. Sowohl die Sommer-, als auch die Wintergerste hatten dieses Jahr die besten Bedingungen und die Ernte ist sehr gut geworden.

Die Gerste wird gedroschen und kommt in eine Mälzerei, wo sie fermentiert wird. Gemälzte Gerste kann sehr unterschiedlich aussehen. Wie auf dem Foto oben zum Beispiel sehr dunkel, da wird dann das dunkle Bier draus gemacht. Manche gemälzte Gersten schauen aus wie frisch geerntet, da würde ich als Laie keinen Unterschied erkennen. Aber ich habe gelernt: Das Fermentieren, das in der Mälzerei passiert, macht das Korn sehr spröde. Die Gerste wird in der Mälzerei quasi aufgebrochen, um dem Bier dann sein Aroma geben zu können.

©Philipp Lipiarski

Dann ging die Fahrt weiter nach Drosendorf, wo die Biobrotbackschule von Elisabeth Ruckser daheim ist. Der Brotteig mit Bier war schon für uns vorbereitet, wir haben nur noch Laibe geformt und durften unser Brot in den Ofen einschießen.

Während das Brot gebacken wurde, waren wir zu einer Bierverkostung in dem unglaublich malerischen Innenhof der Biobrotbackschule eingeladen. Das auf dem Foto war mein Favorit: ein sehr aromatisches Pils, blumig, grasig, nicht allzu stark, also quasi wie gemacht für einen warmen Sommerabend.

Die Brauerei Zwettl ist ein zu 100 % unabhängiges Unternehmen, das mir immer sympathischer wird, je mehr ich drüber erfahre: Sie haben langjährige Partnerschaften mit den Bauern aus der Umgebung und sorgen so dafür, dass die einen sicheren Abnehmer haben. 120 Bauern aus der Region ernten Braugerste für Zwettler. Gerade jetzt, wo das Getreide aus der Ukraine in Europa schön langsam knapp wird, sieht man, wie wichtig solche Unternehmen sind, die die Region stärken. Auch beim Verkauf wird der Radius der Brauerei eng gezogen: Das Bier gibt es nur im Einzugsgebiet zu kaufen. Danke für die vielen nicht gefahrenen Kilometer!

 

 
Es gab natürlich auch etwas zu essen: Wunderbare Schmankerl aus der Umgebung wie Rohschinken, von der Betreiberin der Biobrotbackschule selbst gemachten Karpfenaufstrich und etliches mehr. Das Gebäck, passend zu den verschiedenen Bieren, die wir verkosten durften, kam von der Bäckerei Kasses.

Schlussendlich konnten wir noch unser Bierbrot aus dem Ofen holen und mit nach Hause nehmen.

Danke für den wunderbaren Sommertag!


Sollten noch andere Blogpostings kommen, verlinke ich die nachträglich. Derzeit gibt es nur bei Claudia Colombo einen Beitrag, aber der ist echt super geworden. Sie macht wirklich gute Fotos, also schauts mal vorbei: La Capucuoca

Freitag, 15. Juli 2022

Getränke für die Hundstage

So, jetzt wird es wieder warm in den kommenden Tagen. Nein, nicht warm, heiß! Und was muss man da tun? Trinken! Bis zu vier Liter Wasser am Tag, empfehlen die Experten. Ich trinke sehr gern Wasser, am liebsten Leitungswasser, aber ich gestehe, so alle heiligen Zeiten darf es auch mal anders schmecken. Und damit euch das viele Trinken nicht langweilig wird, gibt es von mir ein paar Empfehlungen.

 

Mein All-Time-High ist Soda-Zitron. Das trinke ich das ganze Jahr über mit Begeisterung. Auch, wenn ich fein essen gehe. Zwischen den Gängen reinigt es den Mund hervorragend und den Durst löscht es sowieso sehr gut.

Wie's geht? Zitrone auspressen, Saft in ein Glas geben, mit Sodawasser aufspritzen.

Sehr gut schmeckt es auch, wenn man Zitruspelargonienblätter mit Zucker zermörsert und diesen Zucker dann in Soda-Zitron auflöst.

Ein Trick aus Sizilien: Eine Prise Salz ins Soda-Zitron reingeben. Aber Achtung, das schäumt dann ziemlich. Das Schäumen hört schnell wieder auf. Das löscht den Durst noch besser, sagen die Sizilianer.





Ich liebe Tees! Erst recht im Sommer. Bloß nicht den gekauften Eistee. Vielleicht tu ich da einigen kleinen Firmen jetzt unrecht, aber das, was man so im Supermarkt kriegt, finde ich zum Davonrennen. Viel zu süß und in keiner Weise durstlöschend!

Sehr gern mag ich die Kombination Kräuter + Grüntee. Aus Marokko kenne ich ziemlich süßen Grüntee mit Minze, der den Mund durch die Minze auch schön frisch macht, aber lieber mag ich es, wenn der Tee nur wenig Süße hat. Dafür einfach die Kräuter im fertigen Tee ziehen lassen. Klappt mit Zitronenverbene, Zitronenmelisse und erstaunlicherweise Estragon. Das Rezept für den Grüntee mit Estragon, den ich vor vielen Jahren im Taubenkobel getrunken habe, gibt es schon lange hier.

Sehr gut zum Süßen eignet sich auch Hollerblütensirup. Meine Mama war letztens beim Mörwald essen und hat dort als alkoholfreien Aperitiv Grüntee mit Hollersirup und Minze bekommen.


Man kann natürlich auch direkt aus Kräutern Auszüge machen. Jeden Sommer gern mag ich den Saft aus der roten Shiso-Kresse. Wenn man diese Kresse daheim hat, dann weiß man in der Regel mit den Unmengen davon eh nicht mehr, wohin damit. Und das ist mal ein anderer Geschmack, den man normalerweise selten im Mund hat.













Aus Früchten kann man natürlich auch Säfte machen. Das hier auf dem Foto ist Kissel, ein dicklicher Saft, wie man ihn hier manchmal als Nektar kaufen kann. Der Trick daran: Es kommt ein wenig Stärke in den Saft, dann ist er dicker. 

How to do: Früchte zerschneiden, in Wasser richtig zerkochen, Obstreste gut ausdrücken, Saft zurück in den Topf, mit Zucker und Stärke aufkochen. Gut kühlen.

Auf dem Fotos habe ich Kissel mit Rhabarber gemacht. Das Verhältnis: 500 g Obst, 1,5 l Wasser, 200 g Zucker, 30 g Speisestärke. Ich plane, das demnächst mit Preiselbeeren zu versuchen.




 

Auch aus Gemüse kann man Säfte machen und die müssen gar nicht arg gesund schmecken, sondern frisch und grün und mit einem angenehmen Mundgefühl. Auf dem Foto ist der Island Cooler mit Gurken und Minze zu sehen. Überhaupt bei meiner Gurkenschwemme diesen Sommer ein sehr gern gesehener Gast bei mir auf Balkonien.







Schon mehr in Richtung Dessert gehen Frucht-Milch-Getränke. Ich mag sehr gern Buttermilch mit darin aufgemixten Beeren und ein kleines bissi Zucker drinnen. Oder gern auch gesüßt mit Sirup. Man kann natürlich auch jetzt im Sommer Sirup machen. Kräuter-Zitronen-Sirup oder Minze-Zitronen-Sirup bieten ja direkt an bei den schönen Kräutern, die jetzt Saison haben. Damit kann man solche Obst-Milch-Mixgetränke noch einmal zusätzlich würzen.

Wenn es bei mir alkoholisch sein soll, dann gern mit viel Sonstwas und wenig Alkohol, weil ich eh nix vertrag und bei der Hitze schon gar nicht. Aber es gibt um diese Jahreszeit ja wunderbare Pfirsiche, was nach einem Bellini direkt schreit! 

Pfirsiche waschen, die Haut an der Unterseite über Kreuz einschneiden, blanchieren, kalt abschrecken, schälen. Das Fruchtmark mixen, dann noch durch ein Sieb streichen, damit wirklich alles Grobe draußen ist. Gut durchkühlen. Zum Servieren mit Prosecco aufgießen. Durchrühren darf man nicht vergessen, denn das Fuchtmark mischt sich nicht so gern.



Was auf keinen Fall fehlen darf, ist kalter Kaffee. Als Dessert gern als Affogato, also eine Kugel Vanilleeis mit einem Espresso übergießen. Oder der klassische Eiskaffee ist natürlich sehr fein.

Hier am Blog gibt es schon die Anleitung für Shakerato. Eine Variante von kaltem Kaffee, die sehr fancy ist, ist Cold Brew Tonic. Das setze ich auch gern Gästen vor, die sich nicht wirklich entscheiden können, ob sie einen Espresso oder etwas anderes nach dem Essen trinken möchten. Ich schaffe es jetzt auch schon besser, Tonic und Kaffee so einzuschenken, dass sie sich fast nicht mischen. Schmeckt jedenfalls ungewöhnlich und gut.





Schon 10 Jahre sind meine Salate für die Hundstage online. Da sollte ich auch wieder mal ein Update machen. Mal schauen, ob ich mich aufraffen kann bei der Hitze ...