Donnerstag, 22. Juni 2023

Dutch Baby mit Erdbeeren

Erbeerzeit ist und auch schon bald wieder vorbei. Wir schwelgen gerade in den süßen Schätzen ohne Ende. Ich esse jeden Tag Erdbeeren und mag gar nicht dran denken, dass die Freude bald ein Ende haben wird. Eine sehr göttliche Variante ist diese hier: Dutch Baby wurde 1966 von der New York Times bekannt gemacht und geht gut mit allen möglichen Beeren. Es ist immer großes Drama, wie sich diese Monsterpalatschinke aus der Pfanne aufwölbt.

Man muss nur drauf achten, dass man eine wirklich gut ofenfeste Pfanne verwendet. Ich habe eine geschmiedete Pfanne, die immer super funktioniert. Die wird im Backrohr auf 210 Grad  mit aufgeheizt und dann heißt es dran denken, dass man bloß den Stiel nicht mit nackten Händen angreift! Mehr gibt es nicht zu beachten.

Für 2 Portionen (Pfanne mit ca. 26 cm DM)
250 g Erdbeeren
Schale einer halben Bio-Zitrone
3 Eier
175 ml Milch
125 g Mehl
1 Prise Salz
2 x 1 El Zucker
1 TL Vanillezucker
1 El Butter
einige Stängel Minze
Staubzucker

Die Pfanne ins Backrohr stellen und auf 210 Grad aufheizen. 

Erdbeeren waschen und je nach Größe halbieren oder vierteln. Schale der Zitrone fein abreiben, Saft auspressen, 1 EL Zucker dazugeben und mit den Erdbeeren vermischen.

Eier mit Milch, Mehl, einer Prise Salz, dem restlichen EL Zucker und Vanillezucker zu einem glatten Teig verquirlen, ca. 15 Min. ruhen lassen. Butter in der heißen Pfanne schmelzen lassen, Teig dazugießen und im heißen Rohr auf mittlerer Schiene ca. 15 Min. backen, bis er goldgelb ist und die Ränder leicht gebräunt sind. 

Währenddessen die Minze waschen, Blättchen abzupfen, trocken schütteln, grob zerreißen.

Die Hälfte der marinierten Erdbeeren pürieren.

Pfanne aus dem Rohr nehmen und rasch befüllen, sonst sinken die Rände wieder ein. Dutch-Baby mit Erdbeeren, pürierten Erdbeeren, Minze garnieren und mit Puderzucker bestäubt servieren.



 

Freitag, 16. Juni 2023

Erbsenpüree auf gegrilltem Brot mit Ziegenkäse, Basilikum und Blüten

Brotaufstriche sind in meinem Haushalt ein unverzichtbarer Bestandteil dessen, was der Kühlschrank immer auf Lager haben muss. Wenn es sich dann noch um so ein geschmackvolles Rezept wie dieses hier handelt, freut mich das natürlich sehr. Wir haben die Brote als kleines Abendessen gegessen. Das Püree ist im Nu gemacht und es war richtig gut!

Rezeptquelle: Immergrün - Die nordische Gemüseküche


1 kg frische Erbsenschoten (ergibt ca. 300 g geschälte Erbsen)
25 g Mandeln oder Haselnüsse
1 unbehandelte Zitrone
50 ml Olivenöl
½ Bund frisches Basilikum
Salz  
Pfeffer
4-8 Scheiben Brot
Olivenöl
Ziegen(frisch)käse
Erbsensprossen oder essbare Blüten (hier Stiefmütterchen und Kerbel)


Erbsen schälen und in kochendem Wasser maximal 1 Minute blanchieren, dann in eiskaltem Wasser abschrecken.

Zitronenschale fein abreiben. Im Blender die abgegossenen Erbsen mit Mandeln, Zitronenabrieb, Olivenöl, der Hälfte des Basilikums, Salz und Pfeffer zu einemgroeben Püree verarbeiten,

Eine Grillpfanne erhitzen. Brot mit Olivenöl beträufeln und mit etwas Meersalz bestreuen. Grillen, bis die Brote knusprig sind und auf beiden Seiten ein Grillmuster haben. Auf einen Teller legen.

Erbsenpüree dick auf die Brotscheiben streichen, Ziegenkäse draufgeben, mit den restlichen Basilikumblättern und den Sprossen bzw. Blüten bestreuen.

Dienstag, 13. Juni 2023

[Kochbuchbesprechung] Immergrün - Die nordische Gemüseküche von Mikkel Karstad

 

© Prestel Verlag

Der in Kopenhagen lebende Autor Mikkel Karstad ist Koch, kulinarischer Berater und Foodstylist. Er hat in diversen Sterne-Restaurants, auch im berühmten Noma gearbeitet und leitet nun die Kantine des dänischen Parlaments. Er kocht dort ausschließlich mit frischen, saisonalen und regionalen Zutaten.

Das Buch ist gegliedert nach einzelnen Gemüsesorten bzw. deren Vorkommen: Wälder, Zucchini, Erbsen, Bohnen, Wiesen, Blumenkohl, Brokkoli, Möhren, Mais, Zwiebeln, Topinambur, Rote Bete und Sellerie sind die einzelnen Kapitel. Es finden sich noch ein Vorwort, ein Saisonkalender, ein Register und eine Danksagung.

Die Rezepte sind durchwegs einfach nachzumachen, was Kochtechniken angeht. Ein bisschen schwieriger ist bei einigen Rezepten das Besorgen der Zutaten, wenn man alles nur im Supermarkt kaufen will. Wenn man gern in Wald und Flur unterwegs ist, dann ist dieses Kochbuch perfekt! Als Beispiel: Es gibt ein Rezept, dafür wird äthiopischer Kaffee mit Brennnesseln, Sauerklee, Buchenblättern und Fichtenprossen in der Pfanne geröstet und dann zum Frühstück serviert.

 

© Prestel Verlag

Was man allerdings schon haben sollte, sind Kenntnisse darüber, wie man mit einzelnen Lebensmitteln umgeht: Um bei dem Beispielrezept zu bleiben: Kaffee verträgt nicht alle Temperaturen, daher sollte man sich schon einmal damit auseinandergesetzt haben, um den Kaffee beim Rösten nicht zu verbrennen.

Es ist nicht so, dass man eine Möglichkeit haben muss, um die Rezepte auf offenem Feuer im Wald zuzubereiten. Wir haben zum Bespiel bei zwei der Rezepte einfach den Griller verwendet, was gut geklappt hat; für die beiden anderen Rezepte hat mein alter Herd gereicht.


© Prestel Verlag

Wie in der modernen nordischen Küche üblich, sind die Rezepte sehr auf das Grundprodukt zugeschnitten: Da wird nicht großartiges Schnickschnack rundherum verwendet, sondern das Grundprodukt ist der Hauptdarsteller, um den sich alles dreht. Alle Zutaten, die sonst noch verwendet werden, sind zum Hervorheben der Eigenschaften des im Vordergrund stehenden Produktes da.

Wenn Zutaten ersetzt werden können, dann steht das im Rezept dabei: Wenn man nicht an frische Brennnesselschößlinge kommen kann, dann findet man, durch welche Kräuter man sie ersetzen kann.

© Prestel Verlag

Die Fotos hat Anders Schonnemann beigesteuert und ich finde, die passend hervorragend zu den Gerichten: klar, übersichtlich und auf das Produkt bezogen. Die Bilder aus Wald und Flur sind so, dass die Übermacht der Natur aus jedem Bild ruft. 

Mehr Fotos vom Autor kann man auf Instagram auf seinem Account finden. Auch diese Fotos zeigen sehr gut, wie sehr das Produkt im Mittelpunkt steht.

 



Und nun geht es ans Nachkochen!

Gegrillter Mais mit Butter, abgeschmeckt mit Harissa, geräuchtertem Paprika und Majoran

Hier ist schon ein Rezept, das ich statt auf offenem Feuer auf dem Grill zubereitet habe. Hurra, ich kann nun auch rohen Kukuruz grillen! Bei diesem Rezept habe ich schon geschrieben, dass ich es nicht zusammenbringe, rohen Mais am Grill zuzubereiten, aber das geht richtig gut, wenn man es wie in diesem Rezept samt den Hüllblättern macht. Dazu noch die ausgezeichnete Gewürzbutter! Sehr fein!

Zwiebelpizza mit Olivenöl, Rosmarin und Salz

Auch hier kann man schon am Titel des Rezeptes erkennen, was alles beteiligt ist. Und alles wieder sehr pur, also da kommt kein Frischkäse unter die Zwiebel, sondern die wird einfach so auf den Germteig gelegt. Bei uns war es eine schöne Beilage beim Grillen. So ist dieses Gericht auch gedacht, entweder als Beilage oder als Knabbergebäck zu einem Glas Wein. Wirklich gut!



Selbst gemachter Frischkäse mit Kräutern und auf dem Feuer gebratener Spargel

Da habe ich mit einer Pfanne am Grill gearbeitet und statt der Wildkräuter und Brennnesseln gab es die als Ersatz angeführten Gartenkräuter. Der Frischkäse war sehr gut und insgesamt war es ein ganz feines kleines Essen. Wir haben den Spargel als Vorspeise mit ein wenig Brot gegessen. Jederzeit gern wieder!


Erbsenpüree auf gegrilltem Brot mit Ziegenkäse, Basilikum und Blüten

Dieses Rezept werde ich im nächsten Posting vorstellen, weil es uns so gut gefallen hat.




Unterm Strich ist zu sagen, dass nordische Küche in meiner Küche viel zu wenig vertreten ist, was ich mit diesem Kochbuch nun ändern werde.  Es ist kein Anfängerkochbuch, aber wenn man ein bisschen Ahnung vom Kochen hat, macht es sehr viel Spaß, aus dem Buch nachzukochen.

 

Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-7913-8936-3
Hardcover, Pappband mit 110 farbige Abbildungen
Umfang: 296 Seiten
Format:  21,0 x 26,8 cm  
Erschienen am 1. März 2023 


Bestellen kann man das Buch direkt beim Verlag oder man geht zum Buchhändler am Eck, solange es den noch gibt.

Danke an den Prestel Verlag, der mir das Buch für die Rezension zur Verfügung gestellt hat. 

 

 

 

Donnerstag, 8. Juni 2023

Spargel Mailänder Art

Es gibt tatsächlich noch Spargelgerichte, die ich nicht kenne! Dieses hier habe ich bei Sabine von Bonjour Alsace gefunden, als ich sicherheitshalber das Spargelpesto noch einmal nachgelesen habe. Und ich hab wieder einmal festgestellt: Auf ihre Rezepte ist Verlass! Es war ein wirklich einfach zu kochendes und sehr gutes Essen, das auf die Dauerkochliste kommt.



Zutaten für 2 Portionen
½ kg Spargel
2 x 1 EL Olivenöl
Salz 
Pfeffer
Parmesan zum Bestreuen
2 Eier

Den Spargel in der Pfanne in 1 EL Olivenöl braten, bis er bissfest ist. Kräftig salzen und pfeffern. In einer Extra-Pfanne die Spiegeleier im restlichen Öl braten. Den Spargel mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen und mit den Spiegeleiern servieren.

 

 

Donnerstag, 1. Juni 2023

Foodierückblick auf Mai 2023

 Gegessen

Eine Einladung ins Triad war quasi eine ins kulinarische Himmelreich! Die Menüs werden nur tischweise serviert und wir haben uns alle für das viergängige Surprise Menu entschieden. Hier zu sehen ist die Vorspeise, eine gebeizte Lachforelle mit einem Haucherl Salat und Kräutern. Die dunklen Punkte auf der Lachsforelle waren tatsächlich Powidl und das hat super gepasst. Auch die anderen Gänge waren fein: Liebstöckl-Bouillon mit einem Kalbfleischstrudel, Maibock mit Mohn-Spargel, Zitronenverbene-Eis mit karamellisiertem Spargel und Hippen. Was ich dazu getrunken habe: die alkoholfreie Menübegleitung. Sowas von gut! Von spudelndem Tee aus Norwegen über hausgemachte Säfte bis zum alkohlfreien Wein war alles ganz formidabel.

Ein weiteres Highlight im Mai war ein mehrgängiges Thai-Essen.  Es gibt am Schwedenplatz ein winziges Lokal namens Schön Scharf und dort wird echt toll gekocht, aber halt zum Mitnehmen. Mittlerweile gibt es immer wieder Abendtermine: In dem wunderschönen Haus vom Dogenhof ist im ersten Stock eine Wohnung, in der ein großer Raum mit einem ausgedienten Sushi-Laufband (heißt das so? 🤔 ) und einer langen Tafel für 22 Personen bestückt ist. Es kamen 3 Vor- und 3 Hauptspeisen gefahren, dann noch ein Dessert, ganz authentisch gekocht, vom Laufband serviert, und es hat alles himmlisch geschmeckt. Es war ein bissi wie Urlaub.

Weiter gehts mit asiatischen Erfreulichkeiten: Wir waren im Maka Ramen und haben sehr fein japanisch gegessen: Die japanischen Tapas waren super, die Ramen nicht minder. Am Foto sieht man die an diesem Tag servierte Special Ramen, die war mit knusprigem (wirklich knusprig!) Tofu, Wolkenohrpilzen, Nudeln, Miso, Gemüse und Sesam. Wirklich sehr gut. 

Das Lokal ist ein kleines Souterrain-Beisl mit feschen bunten Wänden, also wirklich ein einfacher Imbiss, wie Ramen auch in Japan serviert wird. Es gibt auch einen Schanigarten auf der Gasse.


Jo, Eis wieder einmal. Tichy schon wieder. Aber der schreit auch immer so, wenn man vorbeigehen will, dass man verdammt oft selbiges nicht kann. Die Schlangen zum Anstellen, um ein Eis einfach mitnehmen zu können, werden immer länger. An dem Abend, an dem wir zum Eisessen drinnen gesessen sind, war die Schlange tatsächlich bis zur U-Bahnstation. Da kommt man wirklich schneller zum Eis, wenn man sich im Palais um einen Tisch anstellt. Am Foto zu sehen ist das "kleine" gemischte Eis, das echt eine Mahlzeit ersetzt. Ich habe seit langer Zeit wieder einmal das Malaga probiert und das war richtig gut. Die Rosinen mit schönem Rum-Aroma, nicht so penetrant wie solche Aromen manchmal sind.

Wir waren im Burgenland und da gibt es dann zwei Adressen, an denen wir schwer vorbeikommen: Einerseits das Gemüsestandl von Iris Wallner, andererseits das Fritz. Eigentlich wollten wir nur das Südsee-Feeling mit dem Steg bei einem Getränk genießen, aber ich hab tatsächlich 45 Minuten auf meinen Bellini gewartet, so musste der arme Mann doch etwas essen und es ist dieses Rudererbrot geworden, das mit Thumschinken und Kren recht schön garniert war.


Mit Freundinnen war ich unterwegs, um den Meidlinger Markt zu erkunden, was wieder einmal eine große Freude war. Diese Vielfalt! An einem Stand hat er Standler voller Stolz verkündet, dass er tatsächlich sieben Basilikumsorten hat. Auch sonst ist der Markt wirklich toll. Mich hat der Mann ausgeschickt, um Pljeskavica zu kaufen. Dafür muss man das Faschierte so lange mit Gewürzen verkneten, bis alles ausreichend bindet, damit man diesen riesigen, dünnen Fladen auf dem Grill tatsächlich wenden kann. Ich gestehe, das kann ich nicht, also müssen wir die kaufen und zwar beim Djokic Goran, dem Mangalitza-Meister. Gegessen haben wir dann in der Marktwirtschaft und die Grammelknöderln waren unpackbar gut! Kein Erdäpfelteig wie bei meinen, sondern ein dünner Mehl-Wasser-Teig, der der Füllung den Vortritt lässt.

 


 

Gekauft

Ja, Spargelsaison. Ich muss sagen, ich hab echt Glück, dass der Turbohausmann meinen Spargelwahnsinn mitträgt: Wir essen nach wie vor einige Male in der Woche Spargel. Gekauft wird der immer beim Brandenstein am Naschmarkt. Ab 2 Kilo kann man den Spargel bestellen, das ist vor allem beim grünen Spargel notwendig, weil der Biospargel vom Brandenstein wirklich ausgezeichnet schmeckt und dennoch nicht mehr kostet als vergleichbarer Spargel in der Chemie-Version. 

Funfact: Der Spargel aus weißnichtwoher kostet am Favoritner Schreimarkt genau so viel wie der vom Brandenstein am Naschmarkt.

Noch so ein Fall von nicht billig: der Feinfisch-Gruber hat wirklich eine grandiose Auswahl an Fischen, vor allem Meeresfischen. Ich hab letzten Monat eine Dorade gekauft und mir zerlegen lassen, dafür hab ich dezent 25,- bezahlt. Dieses Mal hab ich Oktopus für Oktopus mit Lardo auf Spargelpesto gekauft, da hat es mir dann wirklich fast die Schuhe ausgezogen. 

Ein ganz besonderes Dankeschön an Sabine von Bonjour Alsace für das Spargelpesto-Rezept! Das ist ein lieb gewordener Gast bei uns geworden.


Und noch einmal unglaublicher Luxus: Mein Hendlbauer hat aus einer Weidegemeinschaft auch Rindfleisch im Angebot. Letztes Jahr haben wir zur jährlichen Muttertagsgrillerei ein Tomahawk Steak vom Wagyu-Rind ergattert. Das hat sich Mama auch dieses Jahr wieder gewünscht, also habe ich wieder so ein Angeber-Trumm bestellt. Ich muss sagen, mittlerweile sind der Turbohausmann und ich richtig gut im verkehrt herum garen. Ich hab keine Ahnung, ob es jemanden interessiert, wie man so etwas hinkriegt. Wenn ja, kann ich ein Blogposting drüber machen.

Am Meidlinger gibt es ein Bio-Eck mit echt superen Sachen. Ein Standl hat mit seinen wunderschönen Radieschen gelockt, dort angekommen gab es diese Creme zu kosten. Die durfte sofort mit! Und wenn ich wieder dort bin, darf sie wieder mit. Ganz dringende Empfehlung!

 

 

 

"Waaas, du bestellst zweieinhalb Kilo Zitronen? So viel?", fragte eine Freundin, die gerade da war, als die Post die Zitronen von Crowd Farming brachte, erstaunt. Falsche Frage! Was macht man ohne zweieinhalb Kilo Zitronen, drängt sich da eher auf bei mir. Bei so vielen Rezepten spielen bei mir Zitronen eine tragende Rolle. Jeden Tag in den Frühstückstee kommt beim Turbohausmann Zitronensaft rein. Bei mir gibt es tagsüber mein Soda-Zitron, am Abend rühr ich manchmal einfach Zitronensaft und -schale, außerdem ein bissi Zucker in griechisches Joghurt und schon haben wir eine Nachspeise. Also allzu lang komme ich mit 2,5 kg nicht aus.

Ein Grund, warum ich Teigtaschen eher selten mache, ist die afghanische Bäckerei gleich beim Amalienbad (Wielandgasse): Früher hatte die nur gegen Mittag Bolani und Sambosas, aber nun hat sich herumgesprochen, dass sich so etwas auch zur Jause gut essen lässt. Ich falle immer wieder mal dort rein, nachdem ich schwimmen war, denn da hab ich immer ordentlich Hunger − und vor allem das Gefühl, dass ich mir so etwas verdient habe ...

Jedenfalls sind sowohl Sambosas als auch Bolani unglaublich gut. Am besten, man kauft sich auch eine scharfe Sauce dazu, die ist echt super!



 

 

Gekocht

Eine Freundin kennt man Meidlinger Markt einen türkischen Fleischhauer, der die besten Merguez von Wien macht. Ich hab leider den Namen vergessen, aber das Geschäft ist direkt neben dem Mangalitza-König, von dem ich oben geschrieben habe. Das Geschäft hat auch fertige Adana-Kebab-Spieße, die der Mann schon für die nächste Grillerei geordert hat, also werde ich sicher wieder diese Würstel kaufen und auch die Spieße, dann kann ich drüber berichten, wie das Geschäft heißt. Bei uns gab es die Merguez mit dem alt gedienten Gemüsecouscous, das schon seit 2011 auf meinem Blog zu finden ist und immer noch schmeckt.
Nurat heißt der Merguez-König. Danke an Unbekannt!

Sehr zu empfehlen sind die gebackenen Enoki-Pilze, die ich mir bei den Kochgenossen abgeschaut habe. Bisher war mir so ein ganzes Büschel von den Pilzen zu viel, aber jetzt kommt immer ein halbes Büschel an einem Tag als Vorspeise so frittiert auf den Tisch, am nächsten Tag kommt der Rest in rührgebratenes Gemüse rein.

 







Ich hätte dieses Rezept fast vergessen, weil es auch so versteckt hier am Blog ist: diese Zitronenmarinade mit feinen Gewürzen kann ich wärmstens empfehlen. Hier habe ich für das Foto sogar zwei filetierte Zitronenspalten gerettet − die zerkochen leider beim Aufkochen der Marinade komplett, aber es zahlt sich trotzdem aus, sich einmal die Arbeit anzutun, dann hat man aber eh ein Gläschen Marinade für eine Woche im Kühlschrank stehen. 

Hier zu sehen ist gebratener Spargel, Rucola, beide mariniert, dazu noch ein Spiegelei und zwei gebratene Speckstreifen, fertig ist ein feines kleines Essen.


Auch am Meidlinger Markt habe ich allerfeinsten Brimsen ergattern können. Das Geschäft hat sehr italienisch ausgesehen, ich bin eigentlich wegen der Rummo-Nudeln reingegangen, drinnen hat eine Freundin dann den Brimsen gesichtet und ich konnte nicht dran vorbeigehen. So sind wir dann daheim zu einem richtig guten Liptauer gekommen.

 

 


Das ist die Jahreszeit, zu der ich sehr gern Eiernockerl und Kasnudeln mache. Aus Gründen! Es gibt derzeit so wunderbare Kräuter und sehr feine Blattsalate. Im Hochsommer wird klassischer grüner Salat immer ein wenig hart und zäh. Jetzt ist er wunderbar! Und ich kann auch schon ordentlich ernten auf Balkonien. Was ich für Kasnudeln immer brauche, ist Kerbel. Der wächst um diese Jahreszeit prächtig, wenn es heißer wird, geht er mir immer ein. Ich kann dann noch einmal im Spätsommer säen, dann gibt es ein zweites Mal im Jahr Kasnudeln.

Meine Radieschen sind − wie oft trotz unterschiedlicher Aussat alle auf einmal − reif! Macht gaaar nix! Wir haben einmal diesen Radieschensalat gegessen, einmal Radieschensuppe und einmal Radieschenrisotto. Alle drei Rezepte sind quasi Nose to Tail, weil man die Blätter auch mit verwendet. Und wenn es eigene Radieschen gibt, dann sind die mir so wertvoll, dass ich wirklich jedes Fitzelchen verwerten will. 

 

Einmal im Jahr brauche ich gebackene Hollerblüten. Am liebsten nach dem guten alten Rezept von Mama, die dafür immer Schnee aufgeschlagen hat, damit die Blüten in einer flauschigen Hülle wohnen. Dazu gab es wie immer um diese Jahreszeit mein Erdbeer-Rhabarber-Kompott mit Zitronenverbene.

Holunderblütensirup habt ihr schon angesetzt? Wenn nein, dann aber los! Wenn es ein paar Tage sonnig war, ist die beste Zeit für Holundeblüten, also genau jetzt. Und man kann dann im Sommer so feine Sachen wie meinen Alkohlfreien Hugo mit dem Sirup machen. Okay, mit Alkohol gilt natürlich auch ...
 


 

 

 

 

Gesehen


 


Die Nachbarn von oben ist ein Film über ein alt gedientes Ehepaar, das neue Nachbarn zum Aperitiv einlädt − sehr nett war, weil es ein Schweizer Film ist, dass die Nachbarn stilgerecht zum Apéro eingeladen werden. Anfangs haben bei mir jede Menge Aha-Elemente, was das langjährige Eheleben angeht, eingestellt. Es stellt sich im Laufe des Films heraus, dass die neuen Nachbarn gern Gruppensex mit dem Ehepaar haben wollen und danach wird es irgendwie ziemlich bemüht und es entwickelt sich eine Nacht der Beziehungstherapie, bei der das langjährige Ehepaar die zu therapierenden und die jungen Nachbarn die wissenden Therapeuten sind.

Ursina Lardi und Roeland Wiesnekker spielen das entfremdete Ehepaar, Sarah Spale und Max Simonischek die innig verliebten Nachbarn von oben. Sabine Boss hat die Regie dieser warmherzigen Komödie übernommen.

Nachdem Kino für mich ja dazu da ist, dass ich heulen kann, muss ich sagen, dass mir die ganz großen Emotionen bzw. zum Heulen schönen Bilder gefehlt haben. Also theoeretisch wären die schon da gewesen, aber praktisch sind sie nicht so rübergekommen für mich. Wer tiefe Einblicke in langjährige Beziehungen, Therapie von eingeschlichener Routine und Streitigkeiten sehen will, ist mit diesem Film  gut bedient.

Filmstart in Österreich: 2.6.2023

 


Es waren wieder die Zitrustage in Schönbrunn und es war wieder einmal eine Freude. Allein schon dort reingehen ist toll, denn nicht nur die Location ist ein Traum − die schön renovierte Orangerie vom Schloss Schönbrunn −, sondern es duftet der gesamte riesige Raum, weil die Zitruspflanzen um diese Jahreszeit gleichzeitig fruchten und blühen. Und die Zitrusblüten riechen echt so gut, dass man es kaum glauben kann. Dieses Mal gab es auch "Duftkästchen" − ich hab keine Ahnung, wie ich das sonst nennen soll. Es waren verschließbare Kästchen mit bedufteter Watte drinnen und man konnte raten, welche Zitrusfrucht da gerade blüht. Ich gestehe, ich hätte sie nicht auseinander halten können, aber sie duften tatsächlich unterschiedlich, was mir davor nicht klar war. So oft hab ich ja leider keine Gelegenheit, an Zitrusblüten schnüffeln zu können.

Zu meiner Freude war auch Luca vom Biokistl Sizilien als Aussteller bei den Zitrustagen. Wir konnten ein wenig plaudern und er hat berichtet, dass nun schön langsam alte Bäume, die nicht mehr tragen, aussortiert werden und spezielle Zitrussorten geplant sind. Ich freu mich schon, wenn ich die ersten Meyerzitronen und sonstige Erfreulichkeiten beim Biokistl bestellen kann.

Auch noch dringend empfehlenswert derzeit: Rosenblüte im Volksgarten. Wer immer kann, sollte eine Runde dort drehen. Es ist so wunderschön. Und der ganze Volksgarten duftet! Im Theseus-Tempel ist eine nette kleine Ausstellung, da bitte auch gleich einen Blick reinwerfen. Und das alles kostet genau gar nix. Null Eintritt! Also los!

Am Berg war ich auch im Mai und zwar auf der Rax. Wieder einmal hab ich festgestellt: Wegen mir hätte niemand die Berge erfinden müssen. Nachdem das hier ein Foodblog ist, muss ich mich ein bissl über die Berg-Gastro auslassen: Die Systemgastronomie hat die Rax erobert. Der Kaffee war grauslich, der Germknödel ebenso. Mit ein Grund, warum ich da nimmer rauf muss. Und es drängt sich im Volksgarten deutlich weniger als auf der Rax.

Was es sonst zu sagen gibt? Der Mai war ein guter Monat. Bissi viel Regen, aber insgesamt fein. Die regenfreien Tage haben wir ausgiebig genutzt, denn es hat ja auch die "Open Air"-Saison wieder angefangen, die Schanigärten sind wieder offen und so macht das Leben in Wien schon sehr viel Spaß. Das "Theater im Park" hat seine Spielsaison auch schon gestartet und ich bin schon einmal unter den riesigen, uralten Platanen gesessen. Hach, es war so schön und wird sicher nicht das letzte Mal in diesem Jahr gewesen sein!

Geht es euch auch so gut? Sagt mal was! Ich drück euch mal ganz herzlich!