Freitag, 13. Mai 2022

Crostini mit Sardinen und Kumquats

Und schon kommt das versprochene Rezept aus Zauber der Gewürze. Es war bei mir ein Resteessen, aber es hat uns vorzüglich geschmeckt. Ich kann mir dieses Bohnen-Sardinen-Kumquats-Ding auch als Häppchen so im Gläschen auf einem Buffet gut vorstellen. Die Aromenkomposition von Zitrus mit Fisch ist genau mein Ding, daher hat dieses Rezept sofort nach mir gerufen, als ich es gesehen habe.


6-8 Portionen
55 g Kumquats
2 Thai-Chilis, entkernt und in Streifen geschnitten
45 g Dillspitzen
1 Dose (430 g) Lima-Bohnen, abgetropft
1 Dose (120 g) Sardinen, abgetropft, gehackt
2 EL Zitronensaft, frisch gespresst
2 EL natives Olivenöl + mehr zum Besträufeln der Brote
½ TL feines Meersalz
½ TL frisch gemahlener Pfeffer
1 Weizen- oder Sauerteigbaguette, am besten mit Sauerteig


 
Alle Zutaten bis auf das Brot in eine mittelgroße Schüssel geben. Die Zutaten mit einem großen Löffel vermengen. Absschmecken und bei Bedarf nachwürzen. Die Schüssel mit einer Frischhaltefolie abdecken und vor dem Servieren ca. 30 min. im Kühlschrank durchkühlen lassen.
In der Zwischenzeit das Brot im Backofen bei 180 Grad  (alternativ in einer Pfanne oder im Toaster rösten) in etwa 15 min. auf beiden Seiten braten, dabei nach der Hälfte der Zeit wenden. Das Brot 5 min. abkühlen lassen. Vor dem Servieren einen großzügigen Löffel des Toppings auf jede Brotscheibe geben und nach Belieben mit Olovenöl beträufeln.


Meine Lieben, ich brauch mal eine Blogpause, denn Italien ruft nach mir. Daher verabschiede ich mich mal für eine Weile. Bleibt mir alle gesund und munter. Ich wünsche euch eine sonnige Zeit! ❤️❤️❤️

Dienstag, 10. Mai 2022

[Buchbesprechung] Zauber der Gewürze von Nik Sharma

 Enthält Werbung (Verlinkungen, Namensnennungen) − unbezahlt und ohne Auftrag. 


Nik Sharma ist mir schon länger ein Begriff und ich erhalte seinen interessanten Newsletter von A Brown Table. Im Internet wie im Buch ist die Darstellung seiner Hände das, was die Fotos so besonders macht. Die halten nicht mädchenhaft einen Teller, sondern man hat durchgehend das Gefühl, da weiß jemand, was er tut. Und nachdem ich ihm schon eine Weile folge, weiß ich: Der hat wirklich Ahnung!

Der Autor ist gebürtiger Inder und kam in die USA, um Molekulargenetik zu studieren. Nun lebt er in Los Angeles und arbeitet als Kochbuchautor und Fotograf. Die Liste der Medien, in denen er publiziert, liest sich wie das Who-is-Who der Kochwelt: Serious Eats, The Guardian Feast, Food 52, Food and Wine Magazine, Saveur sind nur einige davon. Die New York Times brachte einen ganzen Artikel über ihn.

Mir persönlich gefällt seine wissenschaftliche Herangehensweise. Seine Küche ist quasi ein Labor, in der er Versuche macht. Was dabei herauskommt, hält man dann in Form von einem Kochbuch in Händen. Das vorliegende Buch ist kein rein indisches Kochbuch, sondern es zeigt amerikanisch-indische Fusionküche. 

Was besonders toll ist: ein Aromenglossar erklärt viele Gewürze, ihre Herkunft, in welchen Küchen sie verwendet werden und ihre Besonderheiten. Eine ganze Seite in dem großformatigen Buch gehört den Chilis und anderen Scharfmachern, womit das Buch bei mir schon gewonnen hat. Es kommen noch etliche weitere Kapitel im Buch zum Thema Gewürze, in denen so ziemlich alles erklärt wird von der Aufbewahrung bis zur Verarbeitung. Und wo ich schon so am Schwärmen bin: Das sich über 5 Seiten erstreckende Stichwortregister hilft wirklich enorm! Natürlich gibt es am Anfang des Buches auch ein Inhaltsverzeichnis, aber ein so detailliertes Stichwortverzeichnis wie hier schätze ich über alle Maßen.

Die Kapitel über Gewürze sind kurzweilig geschrieben und waren auch für mich spannend. Man lernt eindeutig nie aus! Die Rezepte sind detailliert beschrieben, sodass man auch bei unbekannten Zubereitungsmethoden nicht ins Stolpern kommt. Für die Zutaten braucht man natürlich einen Asia-Shop, aber es werden keine komplett ausgefallenen Lebensmittel verarbeitet, sodass ich mir recht leicht getan habe. 

Insgesamt umfassen die Rezepte die Kapitel "Vorspeisen und Snacks", "Salate und Suppen", "Getreide und Gemüse", "Meeresfrüchte" "Eier und Geflügel", "Fleisch", "Süßspeisen", Getränke" und "Grundnahrungsmittel". Dieses letzte Kapitel finde ich enorm wichtig, denn es zeigt unter anderem, wie man mit Lebensmitteln, die man nicht so selbstverständlich kennt, umgeht. Es umfasst auch Rezepte wie Tatarsauce mit grüner Mango, Rhabarberconfit, süß-rauchige Tahin-Sauce, Korianderöldressing, die Zubereitung von diversen Würzsaucen, verschiedene Salzmischungen etc.

Wollt ihr schauen, was sich in dem Buch so alles an Rezepten findet? Ich muss ja gestehen, dass ich beim Nachkochen direkt am Anfang hängen geblieben bin und mich zwingen musste, auch mal weiter hinten nach Rezepten zu schauen. Nicht einmal ansatzweise bin ich zu den Süßspeisen vorgedrungen. Aber gut, ich werde das Buch noch länger haben und werde im Laufe der Zeit die Rezepte, die ich nachgekocht habe, kurz vorstellen. 

 

Geröstete junge Karotten mit Sesam, Chili und Nori

Ofengemüse ist ja immer etwas Feines, aber diese Gewürzmischung ist schon noch einmal ein anderes Kaliber. Die Sesamsamen geben auch noch eine Textur, die den Karotten sehr gut steht.

 


Hühnernuggets mit Curryblattpanier

Ich habe dabei etwas verbrochen: Hätte ich eine beschichtete Pfanne genommen, wäre die überaus köstliche Panier nicht teilweise am Pfannenboden kleben geblieben, daher haben nur einige Nuggets eine Hülle. Im Buch werden die Nuggets in einem Topf zubereitet, was sicher besser klappt, als das, was ich angerichtet habe. Aber es hat so toll geschmeckt. dass ich das trotzdem zeigen will.

Limette-Gurkensalat mit geröstetem Kreuzkümmel

Gurkensalate liebe ich sowieso, aber die asiatischen sind meine speziellen Freunde. Man merkt, dass sie aus Ländern kommen, in denen es noch einmal eine Ecke heißer werden kann als bei uns und dann ist das eine wunderbare Erfrischung. Die erste Minze, die auf Balkonien gerade aus der Erde kommt, durfte in diesen Salat und ist eine der Komponenten, die diese Frische ausmachen.

Würzige Rinderkebabs

Interessanterweise ist hier das Bindemittel Kichererbsenmehl. Sage und schreibe 17 Zutaten verstecken sich in den Kebabs und machen sie dementspechend vielfältig im Aroma.

Melanzani-Pilaw

Wer denkt, dass die 17 Zutaten im Kebab schon viel waren: Hier sind es 20. Das hat natürlich zur Folge, dass man ein ordentliches Aromenspiel im Essen hat. Was mir sehr gut gefallen hat: Die knusprige Komponente hier sind Kürbiskerne. Die haben sich haromisch in die Mischung aus westlichen und östlichen Gewürzen eingefügt.

Knusprige Schweinebauchhäppchen

Die Häppchen werden recht aufwändig zubereitet mit Marinier-, Brat-, Kühl- und Grillzeit, am Ende werden sie mit einer süß-würzigen Glasur überzogen und schmecken himmlisch!

Süßkartoffelpommes mit Basilikum-Joghurt-Sauce

Noch nie habe ich Süßkartoffelpommes knusprig hingekriegt und ich gestehe, dass sie auch dieses Mal nicht knusprig waren. Geschmacklich waren sie aber sehr gut und die Basilikumsauce war echt ein Hammer! Wieder ein Aromensturm im Mund.

Mehrfarbige Wurzelgemüse-Raita

Ein letzter Gruß vom Wintergemüse, denn da sind Karotten, gelbe und rote Rüben in einer feinen Joghurt-Sauce mit vielen Gewürzen zu finden. Im Gegensatz zu Raitas, wie ich sie bisher gemacht habe, sind hier doppelt so viele Gewürze bzw. Aromengeber wie gebratene Curryblätter im Einsatz. Mir persönlich reicht hier Fladenbrot dazu, mehr brauch ich nicht zum Glücklichsein.




Crostini mit Sardinen und Kumquats

Weil das so gut geschmeckt hat, werde ich das Rezept im nächsten Posting vorstellen.






Was unterm Strich zu sagen ist: Ich bin hin und weg! Es gibt wirklich viele gute Kochbücher am Markt, aber dieses da ist etwas Besonderes. Obwohl ich schon mein Leben lang koche, habe ich viele neue Erkenntnisse gehabt. Trotzdem sind die Rezepte einfach nachzukochen. Ich würde das Kochbuch Anfänger*innen genau so wie Hobbyköch*innen empfehlen. Da finden sicher alle etwas, was sie aus dem Kochbuch für sich mitnehmen können.


Fakten zum Buch: 
ISBN: 978-3-96257-287-7
Umfang: 296 Seiten
Format: 22 x 27 cm
Hardcover mit Lesebändchen
Gewicht: 1200g


Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler ums Eck zu kaufen, oder man kann es direkt beim Verlag bestellen.

Herzlichen Dank an den Narayana Verlag dafür, dass er mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.  





Freitag, 6. Mai 2022

Ginger Chicken

Wahrscheinlich ist dieses Rezept das bekannteste aus dem Kitchen Impossible-Buch. Außergewöhnlich finde ich, dass das Rezept aus Dubai kommt. Wie in dem Buch richtig steht: Die Emirate waren für mich wie Disneyland. Da steht Konsum, Konsum und noch einmal Konsum an erster Stelle, alles erschien mir maßlos, alles kommt aus anderen Ländern, fühlte sich unecht an.

Dieses Rezept ist von einem pakistanischen Koch, der in erster Linie für Leute kocht, die in Dubai arbeiten. Ich fand es sehr geradlinig und ohne viel Schnickschnack. Es ist aber auch wirklich außergewöhnlich, denn es wird mit der Schärfe von Ingwer gearbeitet, was ich von nicht so vielen Rezepten kenne. So esse und koche ich gern!


Für 4 Personen

150 g Schalotten
4 Knoblauchzehen
100 g Ingwer
400 g Paradeiser
1 rote Pfefferoni
1 grüne Pfefferoni
500 g Hendlfilet
6 EL Öl
100 g Butter
150 ml passierte Paradeiser
150 g Joghurt
1 TL Chilipulver
2 TL Kurkuma
1 TL Pfeffer
2 TL Garam Masala
1 EL Bockshornklee
Salz
Koriandergrün

Beilage: Basmatireis


Zubereitung

300 ml Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Die Schalotten in Streifen schneiden und in dem kochenden Wasser etwa 10 min garen, bis sie weich sind. Mit dem Mixstab pürieren und unter Rühren den Brei dicklich einkochen lassen.

In der Zwischenzeit den Knoblauch fein hacken. Ingwer schälen und erst in Scheiben, dann in feine Streifen schneiden. Paradeiser in Streifen schneiden. (Im Rezept werden sie entkernt, bei mir werden sie mit Kernen verwendet.) Pfefferoni entkernen und in Sreifen schneiden. Hendlfilets in Scheiben schneiden.

Das Fleisch in heißem Öl farblos anbraten. Butter, Knoblauch und Ingwer dazugeben, kurz dünsten. Passierte Paradeiser und Schalottenpaste dazugeben, aufkochen. Joghurt und Gewürze unterrühren, Tomaten und Pfefferoni ebenfalls. Alles ca. 5 min. köcheln lassen. Mit Salz abschmecken, mit Koriandergrün bestreut servieren.

Dienstag, 3. Mai 2022

[Buchbesprechung] Kitchen Impossible von Tim Mälzer

  Enthält Werbung (Verlinkungen, Namensnennungen) − unbezahlt und ohne Auftrag. 

 

Kitchen Impossible ist derzeit DAS Fernseh-Format, das Kochbegeisterte sehr gern mögen. Es gibt die Sendungsbegleitung nun auch in Buchform und es kommt nicht zufällig, dass dieses Buch zum Spiegelbestseller wurde. 

Das Buch ist in den Farben der Sendung, nämlich schwarz und rot gehalten. Es gibt viele Fotos aus den Folgen, aus denen die Rezepte vorgestellt werden. Natürlich findet man auch ausreichend Zitate in dem Buch. 

 Ein Gedanke aus dem Buch, den ich sehr nachvollziehbar finde: In jeder Lebenslage haben wir das Internet, das uns hilft. Wir brauchen nicht mehr Karten lesen, weil wir Navigationssoftware haben, wissen wir etwas nicht, gibt es genug Suchmaschinen, die uns weiterhelfen, und schlussendlich müssen wir das alles nicht einmal mehr eintippen, seit es die ganzen Spracheingaben gibt. Diese Sendung hingegen wirft ihre Protagonisten in Situationen, in denen sie auf einmal vollkommen allein dastehen. Spitzenköche müssen ein Rezept nachkochen, ohne auch nur die geringste Hilfe zu haben. Das ist etwas, das uns nur noch selten passiert und stellt einen immer größeren Albtraum dar. Mit dem Buch werden wir mitgenommen durch all die dramatischen Situationen, in die die Köche kommen, gleichzeitig sitzen wir aber eh daheim, sodass zumindest uns selber beim Lesen nichts passieren kann.

Die Abbildungen und Fotos sind dunkel gehalten − eben passend zum Schwarz und Rot der Sendung. Fotos sind teilweise in schwarz-weiß. Bei den Fotos liegt der Schwerpunkt auf den Menschen und Ländern, aus denen gekocht wird. So wird man auch gleich auf eine kleine Reise mitgenommen. Bei dem vorliegenden Kochbuch ist der Schwerpunkt auf den europäischen Ländern, in denen die einzelnen Folgen aufgenommen wurden. Auf 176 Seiten finden sich 45 Rezepte, das heißt, es ist mehr das Drumherum, das in dem Buch im Mittelpunkt steht. 

Die Rezepte sind sehr gut nachkochbar und nicht auf dem Niveau von Spitzenköchen. Es werden viele Klassiker aus den einzelnen Ländern gezeigt. Das heißt nun aber gar nicht, dass man die Rezepte eh schon kennt. Am Beispiel Reisfleisch: Ich kenne und koche das gern und das Rezept an sich ist nicht außergewöhnlich. Aber dann kommts: Es wird eine Chili-Salsa dazu gemacht, was ich für eine ausgezeichnete Idee halte. Das ist so der gewisse Dreh, der aus einem Alltagsrezept etwas Besonderes macht. Den Rezepten gehört meistens eine Doppelseite, auf der einen Seite das Rezept, auf der anderen ein Foto vom angerichteten Essen. Manchmal stehen auch zwei Rezepte einander gegenüber, die Fotos folgen dann nach. Also hier zieht sich keine rote Gestaltungslinie durch, was wiederum zeigt: Es ist in erster Linie ein Sendungsguide und erst in zweiter ein Kochbuch.

Bei den Zutaten habe ich mir leicht getan. Die europäischen Zutaten gibt es im Supermarkt. Die wenigen außereuropäischen Zutaten sollte man in jedem Asialaden bekommen. 

Wie auch in der Sendung ist Tim Mälzer zwar der, der quasi alles zusammenhält, aber nicht der einzige Star. Also wer ein reines Tim Mälzer-Buch sucht, sollte doch eher zu einem Buch von ihm greifen, denn hier sind auch andere Köche sehr präsent und die Länder und ihre Küchen stehen ebenfalls im Focus.

Wollt ihr schauen, was ich aus dem Buch nachgekocht habe? Dabei muss ich sagen, dass mein ganz persönlicher Schwerpunkt dieses Mal auf den Mehlspeisen lag. Das lag aber an meinem momentanen Gusto und nicht an dem Buch, denn dort sind nicht die meisten Rezepte Mehlspeisen, sondern eher landestypische Hauptgerichte.

 

Crêpe Suzette aus Frankreich

Normalerweise mache ich Orangenpalatschinken, aber hier war nun die Gelegenheit, einmal die französische Variante zu machen. Sie schnapselt ordentlich, kann ich euch sagen! Aber das ist ja durchaus etwas Feines.

Ungarischer Bohneneintopf

"Nur ein Eintopf"? Mitnichten. Hier werden Spareribs und Bohnen miteinander gekocht, was schon mal eine gute Suppe ergibt, die dann zum Köcheln des Eintopfs verwendet wird. Am Schluss kommen noch handgezupfte Nockerl rein. Hat uns gut geschmeckt.


Salzburger Nockerl

Dass die Nockerl nicht die einzeln stehenden Salzburger Hausberge geworden sind, liegt an mir und nicht am Rezept, denn das krieg ich selten hin. Bestenfalls eine Gebirgskette. Das Besondere an diesem Rezept: Der Zucker, mit dem die Form ausgestreut wird, wird im Rohr karamellisiert, erst dann wird die Masse eingefüllt.
Bei mir gab es ganz normale Preiselbeermarmelade zu den Nockerln, im Kochbuch werden Flechten aus dem Wald verarbeitet, wozu ich dann doch zu faul war.


Apfelstrudel aus Tschechien

Hier habe ich anfangs gedacht, nun hätte ich ein Rezept, das nicht so ganz passt: Im Strudelteig ist verglichen mit der Flüssigkeit fast ein Drittel mehr Mehl als in dem, das ich seit 10 Jahren verwende. Dann erinnerte ich mich an den Urlaub in Prag, bei dem ich den dortigen Strudel kennengelernt habe. Der Teig war bei weitem nicht so dünn wie bei der österreichischen Variante. Und so gesehen ist der Teig dann doch wieder perfekt.

 

 

 

Ginger Chicken aus Dubai

Dieses Rezept stelle ich im nächsten Posting vor, weil es so gut geschmeckt hat, denn es nützt die Schärfe des Ingwers aus, was ich nur von wenigen Gerichten kenne.

 

 

 

 

 

Unterm Strich kann ich sagen: Wer die Fernsehserie mag, wird auch das Buch mögen. Die Rezepte, die ich nachgekocht habe, funktionieren alle. Das Buch ist nett und durchaus aufwändig gemacht.


Fakten zum Buch
ISBN:  978-3-442-39399-2
Hardcover mit Schutzumschlag mit Lesebändchen und Banderole
Umfang: 176 Seiten
Format: 21,5 x 27,0 cm
300 farbige Abbildungen
Erschienen am 21. Februar 2022

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler ums Eck zu kaufen, oder man kann es direkt beim Verlag bestellen.

Herzlichen Dank an den Mosaik Verlag dafür, dass er mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.

Sonntag, 1. Mai 2022

Foodie-Rückblick auf April 2022

 Enthält Werbung (Verlinkungen, Namensnennungen) − unbezahlt und ohne Auftrag.

 

Gegessen

Das eindeutige Highlight des Monats war das Essen im Landhaus Bacher, zu dem wir anlässlich eines Geburtstags eingeladen waren. Da koche ich schon mein ganzes Leben vor mich hin und dann komme ich alle paar Jahre zu so einem Essen, das mich einfach nur staunen und in Verzückung geraten lässt. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man manche Sachen zubereiten könnte. 

Auf dem Foto sieht man einen Teller aus meinem vegetarischen Menü: Puntarelle mit Datteln und Bittersalaten, eingelegte Paradeiser vom Stekovics, geröstete Erdnusstapenade, Pomelo, Tom Ka-Mayo und Labneh. Es war wirklich überirdisch!

 

Und schon wieder waren wir im Fritz. Dieses Mal waren wir abends und konnten den Sonnenuntergang am Wasser sehen. Allein das ist einmal eine Anfahrt wert. So romantisch, dass man es fast nicht aushalten kann.

Auf dem Foto zu sehen ist das Neusiedler Zanderfilet, dazu gab es jede Menge Seewinkler Gemüse. Es hat wieder einmal ausgezeichnet geschmeckt. Alles kommt quasi gleich von der nächsten Ecke und wird nicht quer über den Erdball transportiert.


 

Das war das Erstaunlichste, was ich seit langer Zeit probiert habe: Hahnenkämme! Tatsächlich wirklich das, was ein Hahn am Kopf getragen hat. Wie das schmeckt? Es ist jetzt nicht DIE kulinarische Entdeckung des Jahrtausends für mich, aber im Sinne von Nose to Tail durchaus essbar. Die Konsistenz ist weich, der Geschmack dezent. Sehr erfreulich war, dass der angekündigte Kräutersalat wirklich aus Kräutern bestanden hat und es keine Asiasalate waren, wie das sonst gern gemacht wird. 

Gegessen habe ich das im Schnellimbiss am Vorgartenmarkt, dem Bistro-Ableger von der Palette. Dort ist ein noch ein Essen in illustrer Damenrunde in Planung ...

Da war ich mit etlichen Nachbarn im Sichuan in Wien-Favoriten, wir haben den größten Tisch mit einer Lazy Susan, diesem drehbaren Innenteil, bekommen, weil wir so viele waren. Es war nicht nur ein lustiger Abend, sondern auch wieder einmal sehr köstlich! Zu viert haben wir uns an den Hot Pot gewagt, der übrigens in diesem Lokal Feuertopf heißt. Das ist das berühmte chinesische Fondue, bei dem diverse Zutaten in Suppe gegart werden, am Ende wird die bis dahin sehr reichhaltig gewordene Suppe getrunken. Dieser Topf ist in der Mitte geteilt, ein Teil ist milde Suppe, der andere Teil echt sichuan-mäßig scharf. Mir hat es nicht nur einmal die Tränen in die Augen getrieben und ich war damit nicht allein, aber es war echt gut! Die anderen Nachbarn waren von ihrem Essen ebenfalls begeistert.
Beim Tichy gibt es sehr gute Eisspaghetti: das Vanilleeis ist wirklich durchgepresst und spaghettiförmig, drüber kommt eine Beerensauce, obenauf kommen noch Rosinen, kandierte Zitrusschalen, außerdem geröstete gehackte und geriebene Haselnüsse. Die Portion ist so groß, dass man ein ganzes Essen dadurch ersetzen kann. Schmeckt aber schon gut.
Nachdem mich ein Weg in den 3. Bezirk führte, konnte ich nicht nur einen Bummel über den Rochusmarkt machen, sondern auch ein Spätstück bei Ströck Feierabend genießen. Was man auf dem Foto sieht, ist Christophs Frühstück: ein Mohnstriezerl mit Schinken, Käse, Butter und Schnittlauch, ein weiches Ei, Joghurt mit einer nicht sehr süßen (suuuper!) Beerensauce und hausgemachtem Granola, außerdem frisch gespresster Orangensaft. Ich hab mir noch eine Melange dazu gegönnt. Es war alles richtig gut! Und alles bio. Danke dafür!
Man sollte übrigens nicht wie ich einfach dort reinfallen, weil dann bekommt man möglicherweise keinen Platz. Ich hatte echt Glück und konnte einen ergattern. Besser reservieren!
Weil ich wie jedes Jahr Europas ältesten Judasbaum im alten AKH in voller Blüte andächtig bewundern musste, bin ich auch gleich dort beim Creme de la Creme reingefallen. Ich habe mir eine Melange und eine Topfentorte mit einem Mango-Maracuja-Spiegel gegönnt. Beides war echt gut! Die Topfentorte war sehr exakt gearbeitet und das Fruchtaroma war gut ausgeprägt. Wirklich sehr fein.
 
 
 
 
Gekocht
 

Nachgekocht aus anderen Blogs habe ich natürlich auch. Das ist ist der Linsen-Erdäpfelsalat nach Chili und Ciabatta, wie immer eine sichere Bank! Der Salat hat sehr gut geschmeckt und er war bei uns der Hauptdarsteller neben ein paar köstlichen Bratwürsteln vom Gleinkerseebauern.

Was ich auch gekocht habe nach den Osterfeiertagen, war DAS typische österreichische Restlessen, nämlich Grenadiermarsch. Lustigerweise hat Brigitta das auch gekocht und zwar verdammt ähnlich wie ich auch. Also wer ein Rezept braucht, schaut bitte unter dem Link.

Zu einer Osterjause mit Freunden gab es viele Köstlichkeiten. Wieder einmal haben wir einen ganzen Schinken vom Thum gekauft. Dort kann man sich auch die Einspannvorrichtung ausleihen. Der Schinken kommt immer gut an.

Es gab auch noch viele andere Erfreulichkeiten, unter anderem die Kren-Mousse mit Spargelvinaigrette aus der Jahreszeitenkochschule Frühling von Katharina Seiser, von der alle begeistert waren. Und weil ich grade bei diesen Rezepten gewildert habe, gab es auch noch die gefüllten Eier nach Katharinas Rezept. Hier das einzige übrig gebliebene Ei auf dem ersten heimischen Häuptlsalat.

Hier ist mein Reindling in Arbeit, dieses Mal gleich in doppelter Menge wegen der vielen Freunde, die zur Osterjause bei mir waren. Zum Glück hab ich ja meine riesengroße Gugelhupfform, die da genau die richtige Größe hatte. 





Gekauft
 

Ganz große Freude: Der Spargel vom Brandenstein war dieses Jahr recht früh dran und ich war natürlich gleich am ersten Tag dort. Also "dort" ist in diesem Fall der Bauernmarkt vom Naschmarkt, wo der Spargel unter anderem verkauft wird. Die Preise sind wirklich immer moderat! Aber gut, ich bin auch nicht die, die den wahnsinnig dicken Solospragel zur Glückseligkeit braucht.

Ich freu mich immer, wenn dieser Spargel da ist, denn der wird ohne Bodenheizung gezogen und schmeckt ganz hervorragend!

Eine Premiere waren die Handsemmeln vom Brotocnik. Da muss ich aber gestehen, dass die nicht so ganz mein Ding sind. Die sind schon sehr kompakt und waren, obwohl ich sie in der Früh gekauft habe, gar nicht knackig. Die anderen Semmeln von den handwerklich arbeitenden Bäckern sind mir auch geschmacklich lieber.

Weil wieder einmal keine Sonntagsfrühstückseier im Haus waren, waren wir wieder beim Sebstbedienungsstandl vom Prentlhof. Obwohl das eigentlich in meinem Bezirk ist, ist es quasi am Land. Nach der Gasse, in dem man das Standl findet, sind nur mehr Felder. Die Auswahl wird immer größer und ich habe auch gleich Erdäpfel mitgenommen, außerdem Anis für die Osterpinze und Kürbiskerne. Der Anis ist wirklich gut! Also meine Quelle für zukünftige Anisbedürfnisse ist geklärt.

Übrigens kann man beim Prentl-Hof nun anscheinend auch Hendln kaufen. Ich werde das testen!

Ein Gemüsekistl von der Iris Wallner habe ich wieder gekauft. Es sind schon erfreulich viele Frühlingsgemüse drinnen gewesen. Erdäpfeln zum Spargel dürfen natürlich nicht fehlen. Und ich habe den ersten Häuptlsalat des Jahres gegessen. Sonst war das Kistl eher sparsam gestaltet, das bin ich so gar nicht gewöhnt. Das war echt in einer Woche aufgegessen, sonst haben wir immer zwei Wochen davon gut gegessen.

Ja, Schinken im Brotteig. Seit vielen Jahren kaufen wir den immer beim Gleinkerseebauern, der auf der Freyung verkauft. Nun hören die leider auf mit ihren Lieferungen nach Wien. Mein Herz blutet, denn die wahnsinnig köstlichen Bratwürsteln gibt es jetzt nicht mehr, die beste Käswurst ebenfalls nicht und nun ist der letzte Schinken in Brotteig auch aufgegessen. Tiefer Seufzer! 

Na jedenfalls haben wir wieder mit Vergnügen diesen Schinken mit der Familie verspeist. Dazu gab es meinen wie immer köstlichen Eierkren.

Eines meiner liebsten Standeln am Naschmarkt ist der Kuczera. Da kann man nun auch schon die feinsten Frühlingsgemüse wie viele verschiedene Radieschenarten kaufen. Ist halt nicht bio, aber trotzdem gut und die Ware ist immer 1A.
Und nun noch mein Lieblingsbrot, das Oberlaaer Bauernbrot. Wie immer gekauft im Kaffeesatz im Sonnwendviertel. Bei dieser Gelegenheit habe ich noch einen Pflanzentauschmarkt entdeckt, den ich mir fürs nächste Jahr unbedingt vormerken muss. Ist sicher eine gute Gelegenheit, meine eigene "Überproduktion" gegen Pflanzen zu tauschen, die ich nicht habe.

"Mein" Judasbaum in voller Blüte


Und sonst so? Ja, passt eh. Wir sind wundersamer Weise noch immer nicht mit Corona infiziert worden. Also wir passen schon sehr gut auf, aber ich kenne leider nun schon viele Leute, die aufpassen und die es trotzdem erwischt hat. Aber ich nehme das einfach mal hin, dass mir das Glück diesbezüglich hold ist. Was heißt "diesbezüglich"? Ich kann mich rundherum nicht beschweren. Freunde, Bekannte und Familie sind wohlauf, das Wetter wird nun endlich frühlingshaft und ich habe die allerbesten LeserInnen! Die liebe Andrea hat mir tatsächlich Saatgut geschickt, damit ich im Herbst dann diese italienischen Bittersalatröschen selber anbauen kann. Wenn ich den Frühling nicht gar so gern hätte, würde ich sagen, ich freu mich schon auf den Herbst, aber das wäre dann doch geschummelt. Doch zumindest erhellt mir das die Aussicht, dass es im Winter auch gute Seiten geben wird. Hoffentlich! Wenn ich es denn zusammenbringen werde, die Pflänzchen vom Samenkorn bis zur Erntereife zu bringen. Ich werde euch da nix ersparen, ihr werdet es erfahren!
 
Ich wünsche euch einen sonnigen Mai mit vielen schönen Tagen und lauter gutem Essen. Fühlt euch gedrückt und abgebusselt!