Freitag, 1. März 2024

Foodie-Rückblick auf Februar 2024

 Gegessen

 

Ich habe es ja geahnt, dass ich nicht zu letzten Mal im Red Bowl war. Abermals war ich schlicht und einfach zum Mittagessen dort und habe dieses Mal eine Bowl mit Ente gegessen, davor Misosuppe. Beides war wieder ausgezeichnet! Und preislich wirklich fair. Also eine dringende Empfehlung von mir.










Fasching ist bis auf diesen einen Krapfen in diesem Jahr spurlos an mir vorübergegangen. Das Foto stammt von einem Treffen mit einer Freundin, mit der ich in der Faschingszeit beim Felzl am Karmelitermarkt war. Der Kaffee war sehr gut, der Krapfen war schöne Bäckerqualität.




Ein paar Tage im Februar war die ausgabe wieder geöffnet. Dieses Mal kochte Igor Kuznetsov, der Koch und Betreiber vom Noble Savage, Ramen. Nicht irgendeine Nudelsuppe, sondern wirklich eine Suppe, die Kultstatus hat. In diesem Fall war die Suppe eine aus Karpfen (Fisch von Biofisch), darin Weizennudeln (Mehl und Eier von Meinklang), Miso (Luvi Fermente), Karotten (Bioschanze) und Bärlauchöl (Bärlauch von Henzls Ernte), also auch alle Zutaten Kult. War sehr gut, hat nur leider geregnet, als ich dort war, was die Freude doch ein wenig getrübt hat. Aber die Suppe war top!





Wenn der Kaffeevorrat zur Neige geht, ist einer der wichtigsten Wege der in die Kaffeefabrik. Am besten mit einer Freundin, denn dann kann man mit ihr dort gleich die Wichtigkeiten des Lebens besprechen.



Einer meiner Lieblingsplätz in Favoriten ist immer noch die kleine afghanische Bäckerei in der Wielandgasse, gleich beim Amalienbad. Die Bäckerei hat mittlerweile ein Schild draußen, auf der "Oriant" steht.

Wenn man mittags dort in der Nähe ist, dann sollte man dort reinschauen und sich ein Bolani gönnen. Die Teigtaschen sind mit Erdäpfel und diversen Gemüsen gefüllt. Dazu brauche ich immer dringend die scharfe Soße, die man dort auch kaufen kann.


Cortado kennt ihr? Ich gestehe, ich bin nicht so auf dem letzten Stand, was man so isst und trinkt, daher wusste ich es nicht. Jedenfalls ist es sehr modern, dass man Cortado trinkt, das ist ein einfacher Espresso mit exakt derselben Menge Milchschaum. das Cortado Vienna ist in der Stiegengasse beheimatet und besteht aus einem einzigen kleinen Raum mit vier Barhockern. Die Kaffeemaschine ist beeindruckend schön und macht sehr, sehr guten Kaffee, der eigens für dieses Kaffeelokal in einer Rösterei in 1030 Wien geröstet wird. Es gibt zwei Haussorten, einmal 80 % Robusta und 20 % Arabica oder 100 % Arabica. Ich habe den zweiteren probiert und der kann was!





 

Gekauft

Na bitte, es geht ja! Es gibt Winzer, die auch gute bis sehr gute Säfte machen und der Schwertführer gehört dazu. Dort gibt es dunkelroten, weißen und seit kurzer Zeit auch diesen hellroten Saft namens Jerry. Er schmeckt übrigens wirklich nach Kirschen − also man merkt natürlich, dass es ein Traubensaft ist, aber da ist doch ein deutlicher Kirschgemack.

Zu Apothekerpreisen habe ich bei Crowd Farming eine Raritätenbox bestellt. Wobei ich sagen muss, wenn man Raritäten auf anderem Weg kauft, kosten die immer viel. Jedenfalls war der Inhalt anders als erwartet: Im Text war u.a. die Rede von Yuzu und Buddhas Hand, davon keine Spur. Aber andererseits waren die Sachen, die gekommen sind, auch sehr, sehr gut. Das große Grüne ist eine Avocado, links vorne die Kugeln sind Maracuja, die gelben Dinger sind Limequats, die orangen Kumquats, die kleinen Schätzchen sind Fingerlimetten, aus denen man den Limettenkaviar herauslöffeln kann.

Beim Naschmarkt gibt es ein neues Popup und das bietet  bis März − wie könnte es in Wien derzeit auch anders sein − Brot. Brot ist sexy heißt es und bietet Brot und Wein, außerdem eine heiße Suppe. Freitag, Samstag und Sonntag am Nachmittag kann man dort einkaufen. Die Brote heißen alle irgendwie, nämlich Schlawiner, Strawanzer und Co. Außer dem Brot, das ich gekauft habe, das ist noch namenlos. Es ist eine Couronne, ein Brot in Kranzform, und besteht aus Baguetteteig. Wie es geschmeckt hat? Sehr gut. Wie fast jedes Baguette hat es am zweiten Tag geschwächelt, aber das gehört zu dieser Brotsorte meistens dazu. Es ist jedenfalls handwerklich gearbeitetes Brot, das aus Bio-Zutaten besteht, daher auf jeden Fall unterstützenswert!
Weil ich den Newsletter von Casa Caria bekomme, habe ich nicht anders gekonnt, als hinzufahren, als ich gelesen habe, dass sie die Verkaufsstelle von Todoli sind und außerdem, dass sie 45 verschiedene Sorten haben. Und tatsächlich wäre das Geschäft eine Fundgrube gewesen, aber die Preise ... Ich war also sehr tapfer, habe die geplanten Pomeranzen mitgenommen und dann genau eine Frucht aus dem Todoli-Sortiment. Ich werde berichten. Und falls jemand Pomeranzen-Ideen braucht: Seit ich die Pomeranzen-Lawine abgearbeitet habe, brauche ich nur in dieses Posting schauen.





Gekocht


Ein Rezept, das seit 2011 hier am Blog ist, ist immer noch gut: Mein Mini-Marmorgugelhupf kommt auf den Tisch, wenn wir ausnahmsweise mal keine Gäste haben am Wochenende und trotzdem einen Kuchen für uns beide haben wollen. Der Gugelhupf ist auch am nächsten Tag noch fein, was bei so kleinen Gebäcksachen nicht selbstverständlich ist, weil sie sehr leicht austrocknen. Den haben wir dieses Mal über 3 Tage verteilt gegessen und der war bis zum letzten Bissen gut.


Seit ich dieses Rezept kenne, mache ich diese Grapefruit mit Honig und Joghurt sehr gerne nach. Ein sehr einfach zu machendes Dessert, dass wir immer wieder gern essen. Übrigens wurde in diesem Monat in unserem Kochbuchklub kreuz und quer durch dieses Kochbuch gekocht und alle sind recht angetan. Also auch nach vielen Jahren noch eine Kaufempfehlung von mir.

Noch so ein "All Time High": Thailändischer Pomelosalat Jeden Winter seit 2019, seit es dieses Kochbuch gibt, mache ich diesen Salat. Und weil ich das Kochbuch gerade in Händen hatte, konnte ich es nicht mehr weglegen und habe daraus wieder viele Sachen nachgekocht.


Zorras Blog ist immer eine Fundgrube! Dieses Mal hab ich ihren Bananenpudding nachgekocht und der war super! 

Oben drauf ruhen meine kandierten Kumquats, die ich nach The Art of Simple Food gemacht habe. Wie die Autorin richtig schreibt: Es sind kleine Juwelen, die man da produziert.







 

Diesen Mocktail habe ich auf Barbaras Spielwiese gefunden. Er macht sich interessanterweise besser mit rosa Grapefruits, aber auch mit gelben ist er immer noch verdammt gut! Dringende Nachmachempfehlung!

Wer ein denkbar einfaches und richtig gutes Rezept für Kohl (= Wirsing) sucht, ist mit diesem One-Pot-Gericht gut bedient: Leberkäse-Kohl-Pasta
Ich habe ein bisschen was geändert: eine kleine Zwiebel angeröstet, den Kohl mitgeschmort, so hatte ich auch Röstaromen in dem Gericht. Ist bei uns sofort bei den Wiederkoch-Gerichten für unter der Woche am Abend gelandet. Braucht insgesamt 15-20 Minuten an Zeit, also echt flott.
 


Wie jedes Jahr zur Tarocco-Hoch-Zeit mache ich mit Begeisterung die mazerierten Orangen, nämlich die Arance. Dieses Mal mit Limettensaft und schale. Göttlich!
Etwas, das Seltenheitswert hat: Ich hab Wiener Schnitzel gebacken. Die esse ich normalerweise eher außer Haus, weil der Frittiergeruch hängt sich schon arg überall rein und ich krieg den eine Woche nicht aus der Nase. Aber gut war das Schnitzel auf jeden Fall.








Gesehen


"Andrea lässt sich scheiden" ist ein würdiger Hader-Nachfolgefilm nach "Indien". Und wie Hader-Filme halt so sind, ist er schon ziemlich trist. Aber diese Tristesse ist von so viel Herz und Humor begleitet, dass es kein trübseliger Film ist. Es geht um verpasste Chancen, nicht verwirklichte Träume und schicksalhafte Zusammentreffen. Die Menschen in diesem Wilden Westen im Osten, nämlich in Niederösterreich, sind nicht besser oder schlechter als andere Menschen, sie sind halt patschert und können sich durch die Enge am Land nicht ausweichen.

Inhaltlich begleitet man die Hauptdarstellerin, die eine Polizistin in der Provinz spielt, ein Stück ihres Weges, der so geplant ist, dass sie sich von ihrem Mann scheiden lässt und danach Karriere in der Stadt macht. Dass das nicht alles ohne arge Nebengeräusche abgeht, kann man sich bei einem Hader-Film wohl vorstellen. Aber trotz allem: Ich habe diesen Film geliebt! Die schauspielerische Leistung von Birgit Minichmayr ist großartig. 

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich das Leben in der Stadt jetzt wieder sehr zu schätzen weiß, denn ich komme auch aus Niederösterreich und hatte schon vieles vergessen, auf das einen der Film mit der Nase wieder draufstößt und was sich offensichtlich nicht geändert hat. Also eine dringende Filmanschau-Empfehlung für alle ehemaligen Landeier.

Besetzung
Andrea: Birgit Minichmayr
Franz: Josef Hader
Georg: Thomas Schubert
Walter: Robert Stadlober
Andreas Vater: Branko Samarovski

Regie: Josef Hader
Drehbuch: Josef Hader & Florian Kloibhofer



"Des Teufels Bad" ist ein historischer Film, der mich tief berührt hat. Es geht um ein Thema, das ich noch nie überlegt habe: Natürlich gab es auch in früheren Zeiten Depressionen. Wie man damit umgegangen ist, erzählt dieser Film. Und auch darüber, wie die Leute dem Druck der Kirche umgehen, dass man auf keinen Fall Selbstmord begehen darf, weil Gott das angeblich nicht verzeiht und man mit Sicherheit im Fegefeuer landet. Nun haben sich Leute damals einen Ausweg gesucht, der sich mittelbarer Selbstmord nennt: Das heißt, man bringt jemanden um, denn das verzeiht Gott, und wird hingerichtet. Am besten bringt man jemanden um, der unschuldig ist, nämlich ein Kind, denn da gab es auch im 18. Jahrhundert kein Entrinnen vor der Hinrichtung.

Ich muss sagen, dass ich durch die Pressetexte recht gut vorbereitet war, was da auf mich zukommen wird. Der Film hat mich dennoch zu tiefst erschüttert. Die Bildsprache ist sehr düster und dunkel, auch die Musik. Man erlebt den Alltag von in bäuerlichem Milieu lebenden Frauen, der von schwerer Arbeit, tiefer Religiosität und Dogmen geprägt ist. Ein Stück Frauengeschichte, das auf historischen Dokumenten beruht und das bisher unentdeckt geblieben ist.

Der Film ist wirklich sehr gut gemacht. Mit ein Grund, den nur anzuschauen, wenn man sich innerlich wirklich stark fühlt. Veronika Frank und Severin Fiala entwerfen mit diesem Film ein grandioses Psychogramm, das sehr gut zeigt, wie Depression ausschaut, die früher als "Teufels Bad" bezeichnet wurde. Anja Plaschg spielt die weibliche Hauptrolle, David Scheid ihren Mann, Maria Hofstätter ihre Schwiegermutter. 

Ab 8.3. in den österreichischen Kinos zu sehen.




Nun kann ich schon Fotos von Balkonien einstellen, was mich enorm freut. Dieses Jahr ist die weiße Schneerose ein Wahnsinn! Sie hat an die 50 Knospen und Blüten. Nachdem die Sonne ausreichend scheint, wurlt es dort nur so von Bienen. Ich kann das leider nur schlecht fotografieren, weil die Schneerosen ihren Kopf ganz gschamig nach unten halten und man daher die Bienen nicht sieht. Ich freu mich aber sehr, weil das noch ein Zeichen ist, dass der Winter dem Ende zugeht.

So blogtechnisch fühle ich mich gerade ein bissi befreit: Ich wollte eigentlich mit Ende des vergangenen Jahres die Kochbuchbesprechungen für unbestimmte Zeit aussetzen, aber durch ein Lieferproblem wurde mir das letzte Buch erst zu spät gebracht. Egal, jetzt hab ich alle abgearbeitet. Ich mag mich jetzt einmal ein paar Monate durch meine vorhandenen Kochbücher kochen, die sortieren, die weniger geliebten in den Keller verfrachten, neue nur dann kaufen, wenn ich vorher weiß, dass sie gut sind.

Nun muss ich noch etwas erzählen, das herzerwärmend war: Ich war auf einem Wirtshauskonzert in Sankt Favoriten. Es hat im Café Windstill stattgefunden. Irgendwann während des Konzerts kam ein Blumenverkäufer. Er verstand sehr schnell, dass da nicht das Alltagsgeschäft stattfindet und traute sich nicht so recht rein. Die Wirtin war so lieb und hat ihm nicht nur zwei Sträuße Blumen abgekauft, damit er nicht durchs Herumgehen das Konzert stört, sondern hat ihm an der Bar auch noch etwas zu trinken gegeben. Als zwischen zwei Liedern kurz Pause war, ging der Blumenverkäufer zur Musikerin und schenkte ihr einen Blumenstrauß. Einfach so. Er sagte nur kurz, er sei der Ali aus Ägypten und die Musik gefällt im so gut. Alle waren vollkommen platt. Auch die Musikerin war ganz durcheinander − so etwas war ihr noch nie passiert, dass sie schon vor dem Ende eines Konzerts Blumen bekommt. Ali hat jedenfalls einen superen Abgangsapplaus bekommen. Das war echt schön! Das sind Momente, die vergisst man nicht. Ich bin sicher, ich werde das Café jetzt öfter besuchen.

Und wie ist es so bei euch? Alles gut? Hattet ihr auch schöne Momente? Genießt ihr schon die ersten Sonnenstrahlen und die ersten Blüten des Jahres? Ich schick euch allen ein Zwickerbussi!


Dienstag, 27. Februar 2024

Champignonsuppe mit Karotten

Winter ist Suppenzeit, selbst wenn die Sonne scheint wie in diesem Winter oft. Außerdem ist jetzt Pilzzeit, denn die wachsen in Hallen und Kellern und sind daher um diese Jahreszeit ein saisonales Gemüse. So ein dickes Süppchen ist immer ein tröstliches Essen, das von innen heraus sehr gut wärmt und uns daher sehr willkommen ist.

Rezeptquelle: Ayses Rezepte

 


Für 3-4 Portionen

150 g Champignons (bei mir 250 g, weil weniger verkaufen sie mir am Favoritner Schreimarkt nicht)
2 Karotten
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Butter
2 EL Öl
3 EL Mehl (bei mir griffiges)
500 ml klare Hendl- oder Gemüsesuppe
300 ml Wasser
100 ml Milch
100 ml Obers
1 TL Salz
1 Prise Pfeffer
Dille (bei mir Petersilie)


Champignons putzen und sehr fein hacken. Zwiebel, Knoblauch und Karotten ebenfalls sehr fein hacken.

Butter und Öl in einen ausreichend großen Topf geben. Sobald die Butter aufschäumt, Zwiebelwürfelchen reingeben und anschwitzen. Karotten und Knoblauch dazugeben, mitrösten. Dann die Champignons hinzugeben und so lange andünsten, bis das austretende Wasser der Pilze verkocht ist.

Mehl über das Gemüse stauben, mitrösten, Wasser und Suppe dazugeben. alles 5-10 min. kochen lassen. Milch und Obers dazugeben, alles gut durchkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den Kräutern servieren.

Mittwoch, 21. Februar 2024

[Buchbesprechung] Ayses Rezepte von Ayse Sen

 

Wenn man nach dem Namen der Autorin sucht, wird man sehr schnell fündig: Die 34-jährige Ayse Sen hat auf Instagram als Ayses Kitchen fast 2 Millionen Follower:innen. Wie auch aus dem Kochbuch lächelt sie dort sehr lieb vom Bildschirm. 

Die Fotos sind durchwegs hell, freundlich und schön gemacht. Man sieht, dass das Essen mit Wertschätzung gemacht wird, denn da wird nicht alles durch die Gegend gestreut, sondern die Gerichte werden ansprechend positioniert. 

Das Kochbuch ist ein gebundenes Buch. Was mir gut gefällt: Das Buch gibt es auf Deutsch oder auf Türkisch, da die Autorin beide Leser:innengruppen zufriedenstellen will. 

Das Buch ist gegliedert in die Kapitel "Vorspeisen", "Salate", "Hauptspeisen", "Gebäck", "Kuchen und kleine Köstlichkeiten", außerdem ein Register, einen Index, Vor- und Nachwort.

Die Rezepte sind alle sehr gut nachkochbar und gelingsicher. Die Zutaten sind ganz einfach zu bekommen − der Supermarkt ums Eck bietet alles, was man zum Nachkochen braucht. Lediglich Urfa-Chili bekommt man nur in türkischen Geschäften, aber das wissen meine Leser:innen wohl alle, dass man den sowieso haben muss. Sowohl Zutatenregister als auch die Kochanleitungen sind klar und gut verständlich.

Was ich nicht unterschreiben kann ist, dass es sich um deutsche und türkische Rezepte handelt. Es sind viele Rezepte von Gerichten in dem Buch, die "man kennt" wie Hummus, Cheesecake, Ceasar Salad, Kartoffelsalat etc., aber alle mit einem eigenen Twist. Darüber hinaus sind einige türkische Rezepte zu finden wie Simit oder Sultan-Lokumu.

Natürlich habe ich wieder einige Sachen aus dem Buch nachgekocht.


Caesar Salad mit Hähnchenspießen und Croutons

Das ist ein Klassiker, den ich immer wieder gern koche. Hier wird Hühnerfleisch in einer Marinade mit Sojasauce und einigen anderen Zutaten mariniert, was dem Salat sehr gut steht.

Pizzabrötchen mit getrockneten Tomaten und Oliven

Normalerweise backe ich weder Brot noch Gebäck, aber ich wollte gern aus möglichst vielen Sparten etwas aus dem Buch nachmachen. Ich bin also denkbar ungeübt, diese Weckerl sind trotzdem etwas geworden.


 

Weißer Schokoladenpudding mit Sauerkirschsauce

Ein nettes Dessert für alle Tage, weil es recht schnell gemacht ist, lediglich durchkühlen muss es dann ein paar Stunden. Aber so kann man es machen, wann immer man Zeit hat, und das Dessert wartet im Kühlschrank auf seinen Einsatz.


Hähnchenpfanne mit getrockneten Tomaten und Spinat

Hier habe ich, weil gerade im Haus, roten Reis als Beilage verwendet, im Buch wird weißer Reis gereicht. Das Gericht ist schnell zubereitet und lässt keinen Stress in der Küche aufkommen. Die Zutaten sind harmonisch abgestimmt.








Champignonsuppe mit Karotten

Eine sehr feine Suppe für das derzeitige Wetter. Und für die derzeit am Markt erhältlichen Gemüse. Daher stelle ich die Suppe im nächsten Posting vor.







Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Ich würde das Kochbuch vor allem Kochanfänger:innen empfehlen. Es sind wirklich absolut keine Stolpersteine in dem Buch zu finden. So lieb, wie die Autorin aus dem Kochbuch lächelt, sind auch die Rezepte. Der Untertitel "Alltagstauglich, lecker und schnell gemacht" ist Programm.


Fakten:

ISBN-10: ‎ 3942906627 
ISBN-13‏: ‎ 978-3942906623
Herausgeber: Härter Verlag 
Erschienen: 31. Oktober 2023 
Sprache: ‎ Deutsch, auch in Türkisch erhältlich 
Gebundene Ausgabe ‏ 
Umfang:‎ 196 Seiten
Format: ‎ 20.8 x 2.2 x 26.5 cm


Danke an den Härter Verlag, dass es mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.


Die Links sind alle keine Affilate- oder sonstige Werbelinks.


Mittwoch, 14. Februar 2024

Zierkohl-Quiche

Dieses Mal war Zierkohl in meinem Gemüsekistel. Es war überhaupt sehr viel Kohl in dem Kistel, aber das muss so, denn es ist ein saisonales und regionales Kisterl und da gibt es halt viel Kohl. Mir wird der nicht langweilig! Nur muss ich gestehen, dass ich den Zierkohl eher etwas ratlos angeschaut habe, denn der wächst bei mir zwar auf Balkonien, aber der ist dazu da, dass er die Augen erfreut. Die Blätter sind für Kohlgemüse recht zart und man kann sie für Salate verwenden. Verkocht habe ich ihn bisher nur aus dem Gemüsekistel und da wurde bisher nur Köch draus. Das geht gut, aber so oft muss ich dann auch nicht dasselbe essen, dass ich jeden Monat einmal Köch mach. Ribollita geht natürlich mit Zierkohl, aber diesen Monat war Palmkohl in der Lieferung, also das Rezept auch nicht. Also habe ich diesen Versuch gestartet und das war ein Volltreffer. Ich denke, dass diese Quiche mit allen Blattkohlsorten gehen müsste, aber das teste ich dann nächsten Winter.

Sehr gut haben Wildwürstel in die Quiche gepasst. Die habe ich bei einem Einkauf im Hofladen von Bioobstbau Fillip gekauft und dafür gibt es generell eine sehr warme Empfehlung von mir. Wir fahren dort vorbei, wenn wir Freunde in der Nähe besuchen und immer ist der Kofferraum sehr voll, wenn wir wegfahren. Offene Hülsenfrüchte, Getränke sowieso, Äpfel und viele Produkte von anderen Produzenten findet man dort. Zum Beispiel Butter und Käse vom Höflmeier − ausnahmsweise nicht zu Bobo-Preisen. Es kaufen dort richtig viele Leute ein, wenn wir dort sind. Allein waren wir noch nie in dem Laden. Aber genug gelabert, jetzt wird gekocht.





Topfenteig:
200 g Mehl (ich nehme immer Allzweckmehl)
125 g Butter, kalt, in kleinen Würfeln
125 g Topfen
1 Prise Salz

Fülle:
1 Zierkohl
100-150 g würzige harte Würstel, in Würfel geschnitten
1 EL Sonneblumenöl
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe 
⅛ l klare Suppe (Rind- oder Gemüsesuppe)
4 kleine Eier
200 g Sauerrahm
Salz
Pfeffer

 Kleine Zierkohlblätter und Petersilie für die Deko

 

Für den Teig das Mehl mit dem Salz und der kalten Butter verbröseln. Ich mache das in der Küchenmaschine mit dem K-Haken. Den Topfen dazugeben und die Maschine weitermachen lassen, bis der Teig gut abgebunden und gleichmäßig ist. Den Teig in ein Stück Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank gut durchkühlen lassen − mindestens eine halbe Stunde. In dieser Zeit kann man gut die Fülle machen.

Die Wurst mit dem Öl in einer großen Pfanne anrösten. Die klein geschnittene Zwiebel mit anrösten. Den fein gehackten Knoblauch dazugeben und mit anschwitzen. Den Zierkohl waschen und in Streifen schneiden. Mit in die Pfanne geben und kurz mitrösten. Mit der Suppe aufgießen und den Kohl weich dünsten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles auskühlen lassen.

Eier mit dem Sauerrahm verrühren, salzen und pfeffern. Die Kohlmasse und die Petersilie einrühren.

Backrohr auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche in der Größe der Quicheform ausrollen. Die Form mit dem Teig auslegen und am Rand gut andrücken. (Ich habe eine Prozellanform und muss die nicht einfetten, dieser Teig geht auch so gut heraus.) Die Kohl-Wurst-Eiermasse in die Form füllen und gleichmäßig verteilen. Ins Rohr schieben und 35-40 min. backen. 

Vor dem Servieren die Quiche ca. 10 min. ruhen lassen. Die Fülle hat sich bei mir während des Backens richtig hoch aufgeplustert, aber beim Überkühlen sackt sie dann wieder zusammen und man kann sie leichter in Stücke schneiden. Vor dem Servieren mit Kräutern bestreuen.



 

Montag, 5. Februar 2024

Foodierückblick auf Jänner 2024

 Gegessen

 

Wir haben ein neues Chinarestaurant in Wien. Und zwar eines, das ganz nach meinem Geschmack ist. Das Red Bowl ist ein Ableger der China Kitchen, von dessen Koch ich schon seit sehr vielen Jahren begeistert bin und dem ich sehr gern immer wieder folge.

Auf dem Foto zu sehen ist ein Mittagsteller: Handgezogene Biangbiang-Nudeln in einem leicht scharfen Sud, ich habe mir dazu Schweinebauch ausgesucht. Es ist noch Gemüse mit dabei und man muss am Anfang die Schüssel ordentlich durchrühren, damit alles von dem Sud überzogen wird. Es war richtig gut! Hier war ich nicht zum letzten Mal.

 

Zum ersten Mal war ich im Jonas Reindl − also im Lokal zum ersten Mal, das Jonas Reindl als Ort kenne ich natürlich. Der Kaffee war wirklich gut! Ich mein, so richtig gut. Das Kaffeehaus war entsprechend voll, auch so richtig voll. Ich konnte gerade einen letzten Sitzplatz an einem Social Table ergattern. Und bitte freundlich sind die Leute, die dort arbeiten! Es ist zwar Self Service, aber der Kaffee wird mit viel Sorgfalt zubereitet und einem Lächeln überreicht. 



 

Wie immer sehr gut war die Pizza in der Piazza Colombo. Auch der Service war wieder nett! Getränke waren auch gut: Ich hatte hausgemachte Zitronenlimonade mit Basilikum, die war nicht zu süß und hatte ein feines Basilikumaroma. Gegessen hab ich Pizza Frutti di mare. Es war genau die richtige Menge Sauce und eine feine Mischung an Meeresfrüchten, die auch alle gut nach Meer geschmeckt haben. Der Teig war, wie es sich für eine neapolitanische Pizza gehört, schön weich. 

Insgesamt wieder ein sehr angenehmer Abend!


 

Mit einer Freundin war ich im Café Drechsler zum Frühstücken. Aus mir im Nachhinein unerfindlichen Gründen haben es die Eier Benedict nicht auf das Foto geschafft. Wahrscheinlich waren es die angenehmen Gespräche, die wir geführt haben. Die waren tatsächlich noch ein bissi besser als die Eier, wobei die beim Drechsler schon sehr gut sind. Und der Kaffee war wie immer auch ausgezeichnet.



Mit dem Turbohausmann war ich im Stadtsaal bei einer Matinee. Es gibt eine neue Wissenschaftsshow namens "Der Urknall war 1 Fehler" mit Florian Aigner und Martin Moder, da haben wir Karten für die Premiere ergattert. Es war richtig toll! Also ich kann sie niemandem empfehlen, der eine esoterische Ader hat, denn da kommt nicht viel Außerirdisches ungeschoren davon. Aber wenn man einen Hang zu wissenschaftlichem Denken hat, dann sollte man die Show sehen. Sehr spannend und sehr unterhaltsam. Aber damit schweife ich ab, denn eigentlich wollte ich nur vom Kaffee schwärmen, den ich vor der Vorstellung getrunken hab, der war nämlich richtig gut!





Gekauft

 

Eines der besten Brote gibt es im L'Amour du Pain. Es ist ein typisch französisches Landbrot mit krachender Kruste und großporiger Krume. Und es hält sich gut! Das ist nicht so ein Brot, das nach 24 Stunden außen lätschert und innen zach ist, sondern das schmeckt viele Tage super.

Natürlich sind auch alle anderen Sachen dieser Bäckerei sehr genial. Sie ist auch schon oft genug hier am Blog zu finden.


Nachdem sich mein Pedacola und meine köstlichen Getränke von Van Nahmen dem Ende zugeneigt haben, war ich beim Sussitz um Nachschub. Was mich dabei angesprungen ist, waren diese kleinen feinen Stücke kandierter Zitrusfrüchte, die in Schoki getunkt sind. Extrem empfehlenswert!

 

 

 

Weil das viele Wintergemüse, das hier bei uns wächst, zwar unglaublich gut ist, aber schon ein ziemliches Gegrummel im Bauch anrichtet, habe ich über Crowd Farming ein Stück Feld in Italien adoptiert und habe nun zweimal das Vergnügen, 2 kg Artischocken, 1 kg Fenchel, 1 kg Erdäpfel und 1 kg Karotten zu bekommen. Es ist echt nicht so, dass ich Karotten und Erdäpfel aus Italien haben muss, aber die Artischocken und den Fenchel. Und es gab das Feld halt einfach nur so, daher habe ich zugeschlagen und bin echt glücklich mit der Lieferung.

 

Bei einem Spaziergang über den Naschmarkt habe ich Brot beim Pöhl gekauft und es springt mich dort halt doch mehr an, als ich eigentlich kaufen wollte: Zwei Joghurts von Maison Bordier wollten in meinen Einkaufskorb. Jessas, sind das gute Joghurts! Einfach perfekt in der Süße, der Cremigkeit, im Geschmack insgesamt, der Menge der zugefügten Früchte und eh überhaupt allem. Die nächsten Male, wenn ich am Naschmarkt bin, muss ich mir sicher sehr auf die Finger klopfen, dass ich nicht wieder zugreife.


 

 

 

 

 

Gekocht

Ich hab mit meinen letzten Boskoop einen Apfelstrudel gezimmert. Wie immer zerfällt diese Apfelsorte komplett im Strudel. Ich find das okay, denn der Geschmack der Boskoop ist unglaublich gut.

Aus dem Kürbis im Gemüsekistel mit Salbei von Balkonien wurde mein bewährtes Kürbisrisotto. Ja, ja, ich weiß, die Italiener würden sich erschütteret die Hand vor die Augen halten, weil ich kann kein Risotto all'onda, das so suppig daherkommt, aber trotzdem: Man kann das auch so essen. Sehr gut sogar.



Seit vielen Jahren essen wir immer wieder gern diesen Pomelosalat mit Avocado-Tatar und − in diesem Fall − Räuchersaibling. Genauer gesagt essen wir den jeden Winter seit 11 Jahren in den verschiedensten Varianten - welcher Räucherfisch halt gerade da ist. Und nach einem Jahr hab ich dann wieder vergessen, wie blöd das Schälen einer Pomelo ist ...


Es ist Blutorangenzeit! Und natürlich habe ich gleich mal mit den Orangen von Crowd Farming meinen allerliebsten Orangenpudding gemacht. Wie immer war es uns ein Volksfest!

Mit den Petersilwurzeln aus meinem Gemüsekistel und zugekauftem Spinat habe ich zum wiederholten Mal die Spinatknöderl, die schon sehr lang auf meinem Blog sind, gemacht. Immer noch ein sehr gutes Rezept.

 

 


 



Mit sehr feinen Tarocco-Orangen (Quelle wie oben) habe ich meine heiß geliebten Orangenpalatschinken gemacht. Die essen wir wirklich irre gern um diese Jahreszeit. Ist zwar ein bissi mehr Arbeit, als einfach Marmelade in Palatschinken reinstreichen, aber es lohnt sich.


 

 

Von meinem italienischen Stück Feld habe ich diese Dorade nachgekocht, meinen Lieblingssalat und den Fenchel mit Frischkäse nach dem Otto. Damit waren die Fenchelknollen auch schon aufgebraucht. Das ging echt flott!






Was aus den italienischen Artischocken wurde? Natürlich wie immer, wenn Artischocken da sind, mache ich dieses Fregola-Rezept damit. Außerdem die Artischocken mit Sardellenmayo und  Artischocken mit Spaghetti.






Die Hälfte meiner italienischen Karotten wurde zu diesem Türkischen Karotten-Joghurt-Salat. Wie immer ein ganz feines und sehr empfehlenswertes Essen.

Die andere Hälfte der Karotten wurde im Ofen geröstet, schlicht mit Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzt. So mögen wir Karotten als Beilage sehr gern. Hat den Vorteil, dass sich die Karotten quasi von selber kochen. (Wer Eckdaten braucht: 200 Grad, ca. 35-40 min, nach der Hälfte der Zeit wenden.)

Kuchen gab es natürlich auch im Jänner. Zorras Blog wird tatsächlich schon 20 Jahre alt. Ein toller Geburtstag! Ganz herzlichen Glückwunsch von mir. Nachdem ich es schon nicht geschafft habe, bei Zorras Geburtstagsevent dabei zu sein, habe ich mich zusammengerissen und war wenigstens beim Synchronbacken dabei. Das Rezept von diesem Elsässer Gugelhupf kann ich euch sehr ans Herz legen. Er war echt gut! Zorra-Qualität halt. 







Schön war er wettertechnisch, der Jänner. Das typische Wiener Winterwetter − bei dem alles nur grau ist, die Straßen wie auch der Himmel − ist an vielen Tagen strahlend blauem Himmel mit Sonnenschein gewichen. Und es war echt kalt! So kalt, dass nach einem einzigen Tag Schneefall mein Balkonien für über eine Woche zu einem schönen winterlichen Paradies wurde. Und kaum war der Schnee weg, sind total viele Blumenzwiebel ein bissi rausgekommen, was mich sehr freut, weil man sehen kann, dass der Winter ja doch zu Ende geht.

Ordentlich Störgeräuschen hatten wir aber doch im Jänner. Es gab zwei Todesfälle in meinem Umfeld, die mich schon ziemlich mitgenommen haben. Außerdem war Corona Teil 2 hier. Aber wir sind zum Glück so oft geimpft, es war daher ein gröberer Schnupfen, mehr nicht. Fad wars daheim, aber das war schon das einzig Blöde dran. Deswegen hab ich auch so enorm viel gekocht, weil unter Menschen will ich nicht gehen, wenn ich infiziert bin, also hab ich mich daheim still beschäftigt, was bei mir zwangsläufig  Kochexzesse zur Folge hat. Ich denke, das alles hat dann auch dazu geführt, dass ich gemeint habe, dieser Monat hört einfach nie mehr wieder auf. Aber nun sind wir ja doch im Februar gelandet und ich hoffe sehr auf einen freundlicheren Monat.

Das Foto stammt von einem Besuch im Burgenland − so ein Drama-Himmel! Hoffentlich geht es euch auch allen gut? Passt alles bei euch? Sagts was! Wie immer schick ich euch ein Zwickerbussi!