Dienstag, 26. Februar 2019

Bärlauchtopfen

Am Wochende kamen zwei Dinge zusammen: Ich habe die ersten Fotos von WienerInnen gesehen, die die ersten zarten Bärlauchblättchen gefunden hatten, außerdem war ich wieder einmal am Naschmarkt einkaufen. Ich hatte das Glück, dass ich am Bauernmarkt offenen Ziegentopfen gefunden habe. So etwas passiert mir nur alle Jubeljahre! Ich habe sofort jede Menge von dem Topfen gekauft, den zur Jahreszeit gut passenden Karamellisierten Fenchel geplant, außerdem diesen Bärlauchtopfen. 
Mittlerweile ist es so, dass ich Bärlauch gar nicht mehr gut vertrage. Den kann ich nur mehr essen, wenn er so zart ist wie im Moment, sonst geht er nur mehr als Gewürz und gegart. Also war ich im Wienerwald und habe die teilweise noch schnittlauchdünnen und fingernagellangen (ohne künstliche Nägel gemessen) Halme abgezupft. Das Ergebnis war richtig gut, daher darf der Aufstrich auch gleich auf den Blog.



1 Hand voll Bärlauch, gut gewaschen
250 g Ziegenkäsetopfen (okay, anderer geht schon auch, aber nicht so gut)
1 EL Sauerrahm
Salz
Pfeffer
½ TL Kümmel




Den Bärlauch trocken tupfen und gleich zusammen mit dem Kümmel fein hacken. Mit den übrigen Zutaten verrühren, abschmecken. Fertig.



Nachdem diese Woche wunderbares Frühlingswetter mit Temperaturen bis zu 17 Grad und viel Sonnenschein vorhergesagt wurde, war die Entscheidung mit dem Bärlauch super, da ich fürchte, kommendes Wochenende wird er dann für mich schon zu groß sein. Aber sonst wird sicher halb Wien im Wienerwald unterwegs sein, um die dann schon normal großen Bärlauchblätten abzuzupfen.

Freitag, 22. Februar 2019

Koreanisches Beef Tatar

Es gibt Essen, das kann ich immer! Dazu gehört Beef Tatar. Ganz erstaunlich ist diese Variante: Asiatisch gewürzt ist das ein so gutes Essen, dass es bei uns gleich auf die Dauer-Nachkochliste gekommen ist. Kompliziert ist es auch nicht, also auch gut für Anfänger geeignet. Und das macht was her! Ich hab dazu noch Asia-Salate serviert, was sehr gut gepasst hat.



Für 2 Hauptspeisportionen:
1 Birne (reif!)
2 Eigelb
400 g Rinderfilet (Ich hatte einen Nierenzapfen, der perfekt gepasst hat.)

Für die Deko:
1 Frühlingszwiebel
Blattsalate
schwarzer Pfeffer
weißer Sesam, geröstet

Marinade:
2 Knoblauchzehen, püriert
3 EL Sojasauce
2 EL flüssiger Honig
4 EL geröstetes Sesamöl
schwarzer Pfeffer
2 Frühlingszwiebel, fein geschnitten
2 EL weißer Sesam, geröstet

Die Zutaten für die Marinade gut verrühren.

Das Fleisch kurz (10-15 min.) anfrieren lassen, damit man es gut in feine Streifen schneiden kann. Die Streifen dann in ganz kleine Würferl schneiden. Fleisch mit der Marinade mischen.

Die Birne schälen, Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in ganz feine Streifen schneiden. Bis zum Servieren im Kühlschrank parken.

Deko-Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden.

[Ich habe noch eine Marinade aus Limettensaft, Zucker und einem Spritzer Fischsauce für die Asia-Salate gemacht. Vor dem Servieren muss man dann die marinierten Salatblätter gut abtropfen, damit einem der Salat auf dem Teller nicht davonschwimmt.]

Birnenstreifen auf einem Teller verteilen. Tatar mit einem Servierring auf den Birnen anrichten, dabei eine Mulde machen, in die man das Eigelb legt. Pfeffer drübermahlen. Salat auf dem Teller verteilen. Alles mit geröstetem Sesam und Frühlingszwiebel bestreuen.




Rezeptquelle: Ei à la carte

Dienstag, 19. Februar 2019

[Buchbesprechung] Ei à la carte - Vielfältige Rezepte aus aller Welt

Enthält Werbung (Verlinkungen, Rezensionsexemplar)

© Sieveking Verlag
Es hat ein einziger Blick gereicht, dass ich mich in dieses Buch verliebt habe. Kein Wunder, geht es doch um eines meiner liebsten Lebensmittel, dem Ei. Und nicht nur eines meiner liebsten Lebensmittel, sondern es ist in vielen Kulturen etwas Besonderes, hat doch ein Ei immer etwas mit Anfang zu tun. Über viele verschiedene Zugänge zum Thema Ei wird in der Einleitung berichtet. Danach werden in zehn Kapiteln über 200 Seiten Rezepte gezeigt.

Luc Hoornaert, der seit 25 Jahren in der Gastro-Branche arbeitet und schon viele Länder bereiste, um Spezialitäten aus aller Welt kennenzulernen, ist der Autor des Buches. Er hat viele bekannte Köche gebeten, ihre Ei-Rezepte vorzustellen. Er führt uns durch so durch viele Länder und Küchen, einem Gastgeber ähnlich stellt er Köche und Gerichte vor.

Die Fotos von Kris Vlegels haben das ihre dazu getan, um mich von den Buch zu begeistern. Ich mein, es gibt kaum Bücher mit schlechten Fotos, aber so schöne wie in diesem Buch sieht man selten: Eine ganz klare Bildsprache mit der Reduktion auf das Wesentliche, also die können schon was! Die Liebe zum Detail sieht man in jedem der 230 Fotos.

In den zehn Kapiteln werden Rezepte aus Japan, China, Korea, Großbritannien, der Türkei und Iran gezeigt, für Desserts, Klassiker und Cocktails gibt es je ein eigenes Kapitel. Immer am Anfang der Kapitel findet sich eine kurze Einleitung mit Details zur Länderküche, zum Koch etc. Sollte jemand nicht so gern kochen, dann findet sich im letzten Kapitel eine Aufzählung von Restaurants, in denen die im Buch gezeigten Köche tätig sind.

Die Schwierigkeit der Rezepte ist ganz unterschiedlich: Mit der Zahl der Eier wird gleich zu Anfang jedes Rezepts gezeigt, wie einfach oder kompliziert das nun sein wird. Für mich war es nicht so einfach, so manches asiatische Rezept nachzumachen, denn teilweise habe ich weder Ausrüstung (Sous vide, auf ein halbes Gramm genaue Waage etc.) noch die Zutaten. Das Kapitel "Klassiker" ist ganz der hohen Kochkunst gewidmet. Es ist wirklich wunderschön anzuschauen und auch zu lesen, aus wie vielen Details die Kunstwerke in diesem Kapitel zusammengesetzt und finalisiert werden.

Die Rezepte sind ganz unabhängig von den Köchen einfacher oder schwieriger: Leung Kwai Lam aus Belgien kocht kantonesische Küche und ist ganz sicher ein Meister seines Faches, dennoch ist das erste Rezept gebackener Tofu, der nur eines von sechs Eiern als Schwierigkeitsgrad aufweist, mehr als drei "Schwierigkeitseier" hat keines seiner Rezepte.
Fergus Henderson zeigt sogar so etwas Schlichtes wie Soleier oder gefüllte Eier. Aber wie könnte es anders sein, da dürfen als Variante dann doch auch Trüffel mitspielen.
"Mein" Kapitel war ja die türkische Küche, in der traditionell sehr viel mit Eiern gekocht wird, da hätte ich am liebsten jedes Gericht nachgekocht. Mal schauen, ich werde das Buch ja noch länger haben ...

Wer ist nun die Zielgruppe? Leute wie ich, die gern kochen, aber unter der Woche rasche Alltagsküche auf den Tisch bringen wollen. Man muss schon ein wenig Ahnung vom Kochen haben, denn die Kenntnis von Grundrezepten wird vorausgesesetzt: Eine Anleitung zur Zubereitung von Mayo darf man sich hier nicht erwarten. Auch Küchensprache muss man können: Bei uns sagt zum Beispiel niemand "Judasohr" zum Mu-Err-Pilz, im Buch wird das ungewöhnliche Wort verwendet. Auf der anderen Seite ist das auch ein Buch einfach nur zum Anschauen, weil soooo schön! Und ich finde es wirklich spannend zu erfahren, wie Gerichte funktionieren, auch wenn ich sie nicht zubereiten kann, denn in sehr guten Restaurants habe ich schon öfter ein großes Fragezeichen im Gesicht, weil ich keine Vorstellung habe, wie manches zustande kommt. Man darf keine Berührungsängste mit Kaviar und Trüffel haben, denn die werden ganz selbstverständlich eingesetzt. Ich finde das äußerst erfreulich, denn ich esse solche Luxusprodukte vielleicht alle zwei Jahre, dann aber mit großer Freude.

Hunger? Dann geht's jetzt an meine Nachkochereien.



Menemen

Nein, kein Shakshuka. Ich bin ja fast schon froh, dass es noch Kochbücher gibt, in denen weder Shakshuka noch Hummus vorkommen.

Jedenfalls ist dieses Foto nicht so ganz richtig, denn Menemen ist türkisches Omelette, das heißt, damit es "richtig" wird, müssen die Eier noch verrührt werden. Das Rezept ist etwas reduzierter gegenüber Shakshuka, denn gewürzt wird nur mit Salz und Pfeffer, Käuter sind keine im Spiel. Es ist einfach eine gemüsige Eierspeis, ein ideales schnelles Abendessen.
Cilbir

Das ist eines meiner liebsten türkischen Ei-Gerichte: Knoblauch und Chili werden mit dem Joghurt verrührt, darauf kommt ein pochiertes Ei. Ich hatte aus einem Türkei-Urlaub noch schwarze türkische Chili-Flocken, die durften kurz in Olivenöl baden und dann auf dem Ei Platz nehmen.

Gemacht ist dieses Essen in ein paar Minuten, macht aber garantiert glücklich für ein paar Stunden.

Rührei und Kaviar

Aus der persischen Abteilung kommt dieses Rezept. Bei mir die billigere Variante, denn der persische Kaviar gehört sicher zu den weltbesten und schmeckt göttlich, aber ich hab einfach heimischen Saiblingskaviar genommen, um eine Idee zu bekommen, was dieses Gericht kann. Und ja, es kann was!

Eine meiner Erkenntnisse aus diesem Gericht: Eier verdoppeln ihr Volumen, wenn man Eierspeis draus macht. Für mich war es ein sehr feines Feiertagsspätstück, das ich gern einmal Gästen zum Brunch vorsetzen werde.
Gefüllte Eier

Das ist ein Rezept von Fergus Henderson, das ich so noch nicht kannte: Die österreichische Variante vermischt das Eigelb mit Butter, Sardellen und Kapern, dadurch entsteht eine kompakte Creme, die einige Stunden im Ei durchzieht. Hendersohn mischt das Eigelb mit Mayo, die Würzung geschieht erst auf dem fertigen Ei: mit Trüffeln oder Sardellen oder Zatar oder Tomatenpulver oder Schnittlauch werden die Eier garniert und haben dann je nach Vorliebe die entsprechende Würze.

Das ist asiatisch gewürztes Rindertatar und auch wirklich einfach nachzumachen. Es war wirklich sowas von gut, dass ich dieses Gericht im nächsten Posting unbedingt vorstellen muss.















Wer noch mehr zum Buch lesen will, weil er sich nicht sicher ist: Bei Kochbuchsüchtig findet sich ein komplettes Verzeichnis der Rezepte und es wurden zwei Rezepte nachgekocht.
Beim Sieveking-Verlag kann man mehr von den wunderschönen Fotos anschauen.

Fakten zum Buch:
ISBN 978-3-944874-80-7
Gebundenes Buch
Umfang: 192 Seiten
Format: 22 x 27 cm
Übersetzerinnen: Barbara Buchwalter, Ira Wilhelm
Preis: 34,- € [D] | 35,- € [A]

Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, direkt beim Sieveking-Verlag oder im Internet bei einem der vielen Versender.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.

Vielen Dank an den Sieveking-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Freitag, 15. Februar 2019

Die Sache mit dem heimischen Fisch

Enthält Werbung (Namensnennung, Verlinkungen) − kein Auftrag, keine Bezahlung, aber Einladung


Für alle, die es eilig haben: Am 19.2. direkt nach "Stermann und Grissemann" wird der erste von sechs Teilen der Serie "Fisch ahoi" im ORF ausgestrahlt. Es geht um "Nose to tail" von heimischen Fischen.

Die, die ein wenig Zeit haben, nehme ich gern mit ins Waldviertel.




Wenn man in Österreich lebt und essensaffin ist, dann kennt man diese Truppe: Ingo Pertramer,  Fotograf, Florian Holzer, Journalist, Thomas Nowak, Künstler. Vor ein paar Jahren haben sie sich zusammengesetzt und die Idee geboren, einen ganzen Ochsen einzurexen (in Deutschland würde man das einwecken nennen).

Es gab damals keine Interessenten an der Idee, keine Finanzierung, nichts. Was herauskam, war eine später preisgekrönte Fernsehserie namens Ochs im Glas. Damals hat auch das Mädel vom Land darüber gebloggt − ich glaub, das einzige Mal, dass sie über Fernsehen gebloggt hat. Also das war schon was damals.



Im letzten Sommer flatterte dann eine Einladung von Susanne Auzinger ins Haus, ob ich nicht zu einem Pressetermin ins Waldviertel zu einem Filmdreh kommen wolle. Also hab ich Verena an der Hand genommen und wir sind dem Ruf gefolgt. Es gibt ja kaum etwas Schöneres, als an einem Freitagnachmittag im Sommer ins Waldviertel zu entfliehen, dachten wir, ohne Ahnung zu haben, was uns dort erwartet.

Ein Jahr lang, ausgenommen die Schonzeit im Winter, haben die drei Herren kreuz und quer durch Österreich gefischt, gekocht, eingedost. Sie erzählten von den Herausforderungen, die sich ihnen gestellt hatten − oder die ihnen Profis gestellt haben. Zum Beispiel Ulrike Huber, eine der ganz wenigen Fischerinnen Österreichs, bat sie, ein Netz einzuholen und ab dann wussten sie, warum Fischer Handschuhe tragen ...



Im mehr als kuscheligen Wegscheid findet man das sehr stimmungsvolle Anwesen von Thomas Nowak, das als hauptsächlicher Drehort diente, und dort lachten uns nicht nur Hendln und Pfaue an, sondern auch viele Gläser und Dosen mit eingelegten heimischen Fischen.

Man darf sich von "Fisch Ahoi" keine Rezepte erwarten oder Handlungsanweisungen, sondern die Idee ist zu zeigen, dass man von heimischen Fischen genau so gut wie von Meerefischen alles bekommen kann, was das Herz begehrt. Florian Holzer sagte, es gehe nicht so sehr darum, konkrete Zukunftskonzepte zu entwickeln, als Traditionen in Frage zu stellen.



Und wieso Dose? Weil das, was ÖsterreicherInnen an Fischigem am häufigsten kaufen, ist die Dosen-Variante. Mir war das vorher gar nicht klar − das kommt, wenn man nicht landestypisch einkauft. Den drei Protagonisten geht es darum, das zu verwenden, was sonst weggeschmissen wird, zum Beispiel Beifang. In der Dose oben am Foto sind beispielsweise Babysaiblinge zu sehen.

Mir war bis dahin auch nicht klar, dass Konservendosen beim Konservieren weniger an Energie brauchen als Rex-Gläser. Zum Glück weiß ich nun, dass ich damit nicht allein bin, denn auch die drei Herren wussten bis dahin nicht, bei welchen Temperaturen und wie lange Konserven eingekocht werden. Es scheint, als hätten die drei sehr viel gelernt bei ihrer Arbeit an der Serie.



Spannend war es zu erfahren, dass es nicht so einfach ist, Fischsauce herzustellen. Es ist das beliebteste Würzmittel in ganz Asien, aber selbst Profis wie Lukas Nagl vom Traunsee konnten zumindest bis zum letzten Sommer nicht genau sagen, wie man Fischsauce aus heimischem Fisch macht. Manchmal wird's was, manchmal nicht. Ich bin gespannt, ob sich bis zum Senden der Serie etwas daran geändert hat.

Es wurden nicht alle Fische, die es in Österreich gibt, verarbeitet. Exotisches wie Stör wurde zum Beispiel bewusst ausgeklammert, da das laut Pertramer so exklusiv wie heimisches Kobe-Rind sei.



Natürlich stellte sich auch die Frage nach dem Unterschied, einen Ochs zu schlachten gegenüber einem Fisch. Ganz offensichtlich sind uns Warmblütler näher als Fische, denn auch wenn ein Waller Kleinkindgröße erreicht und daher körperlich etliches an Anstrengung verlangt, fiel es den Herren dennoch leichter als das Schlachten des Ochsens. Mehr als 130 Saiblinge hat Florian Holzer im Lauf der Serie ins Jenseits befördert − ich bin gespannt, ob uns der ORF dieses Gemetzel zeigen wird.

Für uns wurden übrigens Fischgräten in der Pfanne zubereitet. Ja, echt! Ich habe Fischgräten gegessen. Und das sicher nicht zum letzten Mal, denn die haben gut geschmeckt. Generell hatte ich das Gefühl, dass die drei bei aller Lockerheit sehr wohl Ahnung hatten, was sie machen. Da sind Profis an der Arbeit, auch wenn es so scheint, als stolpern sie durch ein Abenteuer und als wäre das alles Spiel, was sie da tun.

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Serie uns zeigen wird:



Wer wissen will, wie man Karpfen "Nose to fin" essen kann, findet hier das Weihnachtsmenü der drei Herren: click


Dienstag, 12. Februar 2019

Gelbes Curry mit gebratenem Kohl

Auch wenn der Naschmarkt schon hauptsächlich touristisch ist, so gibt es doch ein paar Lichtblicke: Eines der Asia-Geschäfte hat fast immer frische Curryblätter. Wirklich wunderschöne! Ich wasche die gründlich und trockne sie, dann dürfen sie portionsweise in den Tiefkühler, bis es Zeit ist, ein Curry zu kochen. Das ist meistens gleich am selben Tag, weil diese Blätter immer dermaßen gut duften, dass ich nicht anders kann. So ist dieses Curry entstanden, quasi Resteverwertung von allen möglichen Sachen, die da waren. Dazu kam ein Büschel eigener Kohl, der nun wirklich abgeerntet werden kann. Die Kombination ist übrigens hervorragend! Es hat auch den Vorteil, dass man noch etwas Knuspriges zu dem cremigen Curry dazu hat, also auch feine Texturen. Die Kokosmilch nimmt viel von der Schärfe der Chilis, daher kann man ruhig mutig sein.


Für 2 Personen

200 g gelbe Linsen
2 EL Kokosfett
½ TL dunkle Senfsamen
2 schwarze Kardamomkapseln, angequetscht
½ Zimtstange
3 Gewürznelken
1 kleine Zwiebel, in dünne Streifen geschnitten
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 daumengroßes Stück Ingwer, geschält und gerieben
2 scharfe grüne Chili, fein geschnitten
1 Hand voll Curryblätter
1 Prise Kurkuma
400 ml Kokosmilch
2 TL Salz
1 Limette (Schale und Saft)
1 Bündel Grünkohl

Joghurt zum Servieren
Reis zum Servieren



Linsen in einem Sieb mit kaltem Wasser waschen. In eine Schüssel legen, mit Wasser bedecken und zur Seite stellen. Kardamomkapseln aufdrücken (geht gut mit einem flach gehaltenen Messer). 1 Esslöffel Kokosfett bei mittlerer Hitze in einem großen Topf schmelzen. Wenn es heiß ist, die Kardamomkapseln, die Zimtstange, die Senfkörner und die Nelken dazugeben. Eine Minute braten, dann die Zwiebeln hinzufügen. 10 Minuten sanft köcheln, dabei häufig umrühren, bis die Zwiebeln braun und weich sind. Knoblauch, Ingwer, Curryblätter und Chilischoten hinzugeben und 1 bis 2 Minuten lang braten. Ein Drittel der Zwiebelmischung herausnehmen und beiseite stellen (Zimtstange und Kardamomkapseln bleiben im Topf.)
Die Linsen abgießen und zusammen mit dem Kurkuma in den Topf geben, knapp mit frischem Wasser bedecken. Alles zum Kochen bringen, dann die Hitze wieder reduzieren und die Linsen köcheln, bis das Wasser verdunstet ist. Dann mit Kokosmilch aufgießen und alles ca. 20 min. dünsten, dabei immer wieder rühren.
Während die Linsen köcheln, den Grünkohl in dünne Streifen schneiden, die dickeren Stiele herausschneiden und wegwerfen. Gegen Ende der Garzeit der Linsen den restlichen Esslöffel Kokosfett bei mittlerer Hitze in eine Pfanne geben. Wenn das Fett heiß ist, die beiseite gestellte Zwiebelmischung hinzugeben und 1 − 2 min. braten. Grünkohl und eine Prise Salz dazugeben. Braten, bis der Kohl knusprig ist.

Die Linsen mit Salz, Limettenschale und Limettensaft würzen. Zimtstange und Kardamom herausnehmen. Auf tiefen Tellern anrichten. Den Kohl auf den Linsen verteilen.  Mit Joghurt und Reis servieren.


Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das so gut werden würde, aber der Turbohausmann hat sich das sofort auf die Wieder-Kochen-Müssen-Liste gewünscht.

Donnerstag, 7. Februar 2019

[Rettungsaktion] Essen zum Mitnehmen: Müsli

In Wien ist ja gerade Feuer am Dach: Seit 1.1. ist Essverbot in allen U-Bahnen! Herrje, wie werden da alle überleben, wenn sie auf einmal nicht immer und überall essen dürfen? Ihren Coffee to go in den Wegwerfbechern dürfen die Leute noch mitnehmen, um dann alle Mistkübel in den U-Bahnstationen im Nu mit den leeren Bechern anzufüllen. Ich nehme an, man kann aus meinen etwas übelgelaunten Worten entnehmen, dass das alles nicht meine Baustelle ist. Wenn ich unterwegs gar nicht anders kann und dringend einen Kaffee brauche, dann gehe ich in ein Kaffeehaus, setz mich dort ein paar Minuten hin und trinke meinen Espresso. Der Zeitaufwand ist überschaubar. Und Essen tu ich auch nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, auch nicht in privaten, sprich im Auto. Zum Genießen brauche ich Zeit. Und "externe Nahrungsaufnahme zwecks Zuführung von Kalorien" ist in meinem Lebenskonzept nicht vorgesehen: Ich kann bei vielen Gelegenheiten Zeit sparen, aber sicher nicht bei gutem Essen. Und mit anderem braucht man mir eh nicht zu kommen. In meinen Monatsrückblicken ist immer zu sehen, wo ich esse, wenn ich unterwegs bin. Es gibt eine Menge gute Lokale in Wien, die gar nicht teuer sein müssen, das ist mein eigentliches Essen unterwegs.






Aber nun haben wir uns wieder zusammengefunden und Evchen, die das Thema aufgeworfen hat, hat recht: Man muss das Essen zum Mitnehmen retten! Was es da alles in den Supermärkten gibt, ist unglaublich. Wurstsemmeln in Wien sowieso, aber auch Salate, Sandwiches und was weiß ich alles. Natürlich auch "Gesundes" wie fertiges Müsli oder Müslijoghurt. Ich will mit alldem nichts zu tun haben. Sollte ich Salat mitnehmen wollen, dann mache ich es wie hier und nehme diverses Gemüsereste, schichte sie in ein Glas und nehm mir Marinade mit. Da weiß ich dann, was drinnen ist, es ist wirklich frisch bzw. maximal vom Vortag und schmeckt. Die zweite Variante von Essen zum Mitnehmen ist bei mir schlicht und einfach Müsli mit Joghurt und Früchten. Einen Löffel zum Umrühren habe ich bisher immer dort, wohin ist das mitnehme, bekommen, schlimmstenfalls schupft man einen mit in die Tasche − Frauenhandtaschen, you know? 😉



Selbstgemischtes Müsli nach Art des Turbohausmanns:
400 g grobe Haferflocken
200 g gemischte Nüsse, gehackt oder gerieben
2 EL Rosinen
2 EL Trockenfrüchte nach Wahl, hier Goji-Beeren (Danke, liebe Christine, nun sind sie aufgebraucht)
4 EL gepopptes Getreide (hier Amaranth)
2 EL Kürbiskerne
2 EL Hanfsamen

Obst, das sich verfärben kann wie Äpfel oder Birnen, vermischt man am besten direkt mit dem Joghurt


Alles gut vermischen und in einem Schraubglas trocken lagern. Beim Turbohausmann ist das sein tägliches Frühstück. Ohne künstlichen Zuckerzusatz, aber durch die Trockenfrüchte ausreichend süß, um den süßen Zahn zu befriedigen. Und bei mir so gut wie immer alles bio.

Zum Mitnehmen 5 EL eher flüssiges Naturjoghurt in ein Schraubglas einfüllen, 4 EL Müsli draufgeben, auf das Müsli Früchte nach Wahl legen, hier eine filettierte Orange. Zuschrauben und in die Handtasche schupfen.

 Macht satt und glücklich. 💕





Und nun meine Kolleginnen, die auch Essen zum Mitnehmen retten:

Anna Antonia - Quiche mit Reh und Meerrettich
auchwas - Tartelettes mit Kaki und Blauschimmelkäse
Brigittas Kulinarium - Chioggia-Rübensalat mit Feta to go
Brittas Kochbuch - Chicken Teriyaki Sub
Brotwein - Club Sandwich Varianten - Huhn, vegetarisch, Avocado, Thunfisch
Cakes Cookies and more - Focaccia mit Frischkäse und Rohschinken
CorumBlog 2.0 - Sonnengelber Reissalat zum Mitnehmen
Das Mädel vom Land - Jausenhasen
evchenkocht - Bulgur-Salat mit Hackbällchen
Fliederbaum - Veganes Essen zum Mitnehmen aus Mandelmilchproduktion
Food for Angels and Devils - Salat to go
genial-lecker - Asiatischen Steckrübensuppe
Katha kocht! - Karotten-Selleriesalat mit Rosinen
Kleines Kuliversum - Wintersalat mit Honig-Senf Dressing aus dem Glas
Madam Rote Rübe - Schoko-Chiapudding mit Cashew-Mandelcreme und Birne - Leckeres zum Mitnehmen
Pane-Bistecca - Chaeschuechli
Unser Meating - Eier-Geflügelsalat to go
Turbohausfrau - Müsli to go

Dienstag, 5. Februar 2019

Foodie-Rückblick auf Jänner 2019

Enthält Werbung (Verlinkungen, Namensnennungen) − unbezahlt und ohne Auftrag. Zwei Bloggereinladungen waren dabei, die sind auch als solche gekennzeichnet.


Der Turbohausmann und ich machen weiter mit den Exkursionen zu Wiens Patisserien. Hier findet gerade ein Heimspiel statt, wir waren nämlich beim Groissböck, der bei uns quasi ums Eck ist. Ich muss gestehen, dass wir fast immer, wenn wir dort reinfallen, Krapfen kaufen. Vor allem haben wir eben den Vorteil der räumlichen Nähe, also kommen wir mit warmen Krapfen nach Hause und können uns gleich draufstürzen. Das macht gerade bei Krapfen schon was aus! Ganz aktuell zum Thema Krapfen: Krapfentest im Falstaff - schreit nach Nachforschungen!
Man tut dem Groissböck aber unrecht, wenn man ihn auf Krapfen reduziert. Wir haben schon wunderschöne Geburtstagstorten dort bestellt, die immer sehr gut waren. Die Auswahl ist groß. Auch Schnitten aller Art sind okay, das Plundergebäck kann sich sehen lassen, die Maroniherzen sind gut. Die Preise sind moderat. Alles sehr exakt gearbeitet, also schön anzuschauen. Was der Groissböck nicht ist: modern. Das sind alles klassische österreichische Sachen, die man dort bekommt. Die Auswahl ist erfreulicherweise immer auf die Jahreszeit abgestimmt.

Zum ersten Mal waren wir in der Chinabar Kettenbrückengasse essen. Es ist ein weiterer Ableger vom mittlerweile legendären on, zu dem auch das on market gehört, eine weitere Filiale findet sich in Wien-Neubau. Das heißt, es war auch keine besondere Überraschung für uns, dass das Essen dort gut schmeckt. Es ist chinesisches Essen, für europäische Gaumen interpretiert. Es kann schon sein, dass es dort auch Essen gibt, nach dem man Flammen spuckt, aber alles, was wir gegessen haben, war trotz der Kennzeichnung "scharf" sehr gemäßigt.

Auf dem Foto sieht man meinen "Hirsch ON the road", also eine Anspielung auf die Zugehörigkeit. Es war Hirsch in süß-saurer Sauce und hat sehr gut geschmeckt.

Erfreulich: Keine Bananen im Backteig auf der Speisekarte, sondern kleine, feine Nachspeisen, ebenfalls europäisierte Küche, zum Beispiel Schokomousse mit den Aromen von Sichuanpfeffer. Da waren die Aromen wirklich perfekt abgestimmt.
Eine sehr feine, kleine Patisserie ist das Crēme de la Crēme in der Josefstadt. Ich war an einem Samstagvormittag dort und kann nur sagen, wenn man einen Sitzplatz will, dann braucht man viel Geduld. Das Lokal war bis zum letzten Platz voll. Man sieht auch Prominenz, also ist es anscheinend ein Lokal, das derzeit sehr angesagt ist.

Ich habe gerade noch das letzte Croissant ergattert, daher würde ich dringend dazu raten, nicht nur einen Sitzplatz zu reservieren, sondern auch gleich das, was man gern essen würde. Geschmeckt hat das Croissant zum Niederknien! Das gehört sicher zu den besten in Wien.

Kuchen und Torten schauen alle extrem toll aus! Die Auswahl ist entsprechend der Lokalgröße: überschaubar. Das heißt, es wird eine bewältigbare Aufgabe, wenn ich mich da durchkosten will. Hier ist übrigens die eher französisch-internationale Patisserie beheimatet. Die typisch österreichischen Sachen mit jahreszeitlichen Besonderheiten habe ich nicht gesehen.
Allerfeinstes Fladenbrot aus dem Tandoori-Ofen gibt es am Hannovermarkt. Um das ist auch ein entsprechendes Griß: Suchen braucht man den Stand nicht, denn das ist der, wo die Leute Schlange stehen. Immer! Auch dann, wenn die meisten anderen Standeln geschlossen haben − bei uns so geschehen an einem Abend während der Zeit, in der die Schulen Weihnachtsferien und Schneechaos Wien lahmgelegt hatte. So waren zum Glück nur sechs oder sieben Leute vor uns. Die Kunden dort kaufen meistens gleich mehr Brot, sodass es an Samstagen eine Beschränkung gibt: Nur 10 Fladen bekommt man pro Person.

Das Brot ist wirklich nur am selben Tag gut, danach werden die dünnen Fladen zu einer zähen Angelegenheit, nach eineinhalb Tagen ist es dann zum Zerbröseln hart.

Kostenpunkt: 60 ct pro Fladen


Die Kälte hat nach heißem, auch von innen wärmendem Essen geschrien: Wieder einmal waren wir im China 27 essen. Falls jemand mehr Infos will, über dieses Lokal habe ich schon einmal ausführlich geschrieben: click Es ist immer noch ein hervorragendes Chinalokal mit authentischer Sichuan-Küche, auch wenn nun schon mehr Zugeständnisse an den europäischen Gaumen auf der Speisekarte gemacht werden. Das hat aber einen Vorteil, wenn man mit MitteleuropäerInnen essen geht, die es nicht gar zu authentisch haben wollen. Übrigens waren wir wieder einmal die einzigen nicht-asiatischen Gäste dort.

Ich habe eine scharfe Suppe mit Faschiertem und Pakchoi gegessen. Da schwimmt wirklich fingerdick das scharfe Chiliöl an der Oberfläche. Es war köstlich und diese Suppe wärmt auch wirklich verdammt gut. Diese riesige Schüssel kostet übrigens 8,80 €, also für die Lage am Naschmarkt wirklich günstig. Und man ist nach so einer Schüssel, wenn man sie überhaupt schafft, dann wirklich sehr satt.

Auch dieses Monat gibt es Kaffee-iges beim Rückblick: Ich war eingeladen zum Vienna Coffee Festival. Das war schon sehr toll, denn die alte Brauerei in Ottakring ist eine wirklich schöne Location: ein altes Industriegelände mit viel Stahl und Holz, auf mehreren Ebenen angelegt. Nicht einmal mit viel Engagement konnte ich mich durch die vielen Kaffees durchkosten, die es dort gab, also musste ich schlussendlich noch ein zweites Mal hin. Ich glaube nicht, dass man so viele Kaffeeröster und/oder -verkäufer an einem Platz woanders finden kann. Mir war gar nicht klar, wie viele kleine Anbieter es in der Zwischenzeit in Wien gibt. Wir sind wirklich eine kleine Kaffeeoase geworden. Auch wunderschöne Kaffeemaschinen gab es anzuschauen − okay, diese Preise haben mich dann doch ein wenig gebeutelt, denn teilweise kostet da bloß eine Kaffeereibe schon so viel wie mein ganzer Kaffeevollautomat. Jedenfalls habe ich wieder festgestellt: so sehr ich Saures mag, beim Kaffee geht das für mich gar nicht. Bitter gern, sogar ziemlich viel bitter, aber sauer ist nicht mein Kaffee-Ding. Ich hab mich also unter fachkundiger Beratung arm gekauft ...
Auch noch beim Coffee Festival ist dieses Foto entstanden: Es gab dort natürlich auch Essbares, zu meiner großen Freude von Mamamon. Das ist ein recht kleines Thai-Lokal in der Josefstadt und zwar so wie in Thailand ein Street Food-Lokal. Der Andrang ist vor allem abends sehr groß, weil es wirklich wie im Urlaub ist. Es gibt weitaus weniger Sitzgelegenheiten als Bedarf danach ist. Die Leute sitzen im Sommer teilweise am Gehsteig und essen. Also wenn man in Wien eine Auszeit braucht: Thailand ist in Wien quasi mit den Öffis erreichbar.

Ich war schon einige Male dort, aber noch nie mit dem Turbohausmann. Der war dieses Mal mit und ihm hat es auch sehr gut geschmeckt.

Auf dem Foto sieht man Pad Thai, das ich schon eeeeewig bloggen wollte, aber bisher immer versemmelt habe. Nun habe ich einen Anreiz und noch unmittelbar den Geschmack am Gaumen, wie es schmecken soll, dass es authentisch ist. Ich werde mein Bestes geben, dass das was wird.


Eine ganz wunderbare Patisserie haben wir mit dem Paremi in Wien bekommen. Immer, wenn ich in der Innenstadt bin, muss ich dort reinfallen und zumindest ein Baguette mitnehmen, denn das ist nicht nur eine Patisserie, sondern auch eine tolle Bäckerei. Auch das Fougasse schmeckt uns sehr gut. Und die Croissants.

Es ist wirklich alles ganz französisch! Auch die Imbisse, die man offensichtlich dort zu sich nehmen kann.

Sitzen da drinnen? Theoretisch ja, praktisch nein, denn bisher war es immer so voll, dass ich nie einen Sitzplatz ergattern konnte. In der warmen Jahreszeit haben sie Tische draußen stehen und ich hoffe, ich finde jemanden, den ich einmal entführen kann zum Dortsitzen und Sichdurchkosten.
Das war eine sehr nette Bloggereinladung: Das Johann Frank hatte einige Bloggerinnen anlässlich der im Entstehen begriffenen neuen Frühstückskarte zum Brunch eingeladen.

Nicht so toll war die Eingangstür: Immer, wenn jemand gekommen oder gegangen ist, kam ein kalter Schwall Luft daher. Dass das noch so ist, liegt an einem leider säumigen Schlosser, also sollte das Problem beim Erscheinen des Postings Geschichte sein.

Wir haben uns quer durch den Entwurf der neuen Frühstückskarte gegessen, was erfreulich war. Der frisch gepresste Orangensaft war super, der Hausbrandt-Kaffee sowieso. Und wir hatten den sehr umsichtigen Gerry als Kellner, der uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen hat.

Besonders hervorheben möchte ich die erfreuliche Tatsache, dass es nicht nur Bio-Eier im Johann Frank gibt, sondern auch hervorragendes Bio-Brot vom Öfferl und auch sonst etliche Biolebensmittel wie Käse und Tee. Das wird auch so bleiben, wenn die neue Karte fertig ist.

Mit dem Turbohausmann habe ich mir die Ausstellung Verhüllt-Enthüllt über Kopftücher angeschaut, die war wirklich sehr gut! Es sind nicht nur wunderschöne Kopftücher ausgestellt, sondern man erfährt eine Menge über die Bedeutung von Kopftüchern in verschiedenen Kulturen und in verschiedenen Zeiten. Die Ausstellung geht noch bis Ende Februar. Also wer Zeit hat, bitte hingehen!
Halt, jetzt ist die Begeisterung mit mir durchgegangen, hier sollte es doch ums Essen gehen! Also neuer Versuch: Danach wollten wir eigentlich ins Café Central gehen, aber wie fast immer war eine eeeeendlose Menschenschlange davor, also sind wir auf den Kohlmarkt abgebogen und zum Demel reingefallen.
Bei mir ist es schon bald langweilig, denn ich esse dort so gern die Fächertorte. Die geht wie das ungarische Flodni, also geschichtete Mohn-, Nuss- und Apfelfülle, oben noch ein wenig Powidl. Alles ist eingepackt in einen knusprigen Mürbteig. Also perfekt für dieses Jahreszeit.
Der Turbohausmann hat Tarte Mousse au Chocolat gegessen. War beides hervorragend!



NACHGEKOCHT im Jänner: Leider werden es alle diese feinen Sachen aus Zeitgründen aber nicht detailliert auf den Blog schaffen, jedoch unbedingte Nachkochempfehlung!

Im Dezember hatte ich die Schalen von französischen Bergamotten kandiert und wusste nicht so recht, was ich damit anfangen soll. Dann kam zum Glück dieser Cake infiniment citron nach Pierre Hermé auf mein Radar und ich habe ihn mit den fein gehackten, kandierten Mottenschalen im Teig nachgebacken. Ich habe jede Menge Lob eingefahren für den Kuchen. Der ist wirklich so gut!

Meine Änderung: Ich habe noch zusätzlich Bergamott-Likör zur Tränkflüssigkeit gegeben, so hatte ich ein ganz zartes und sehr feines Bergamottaroma im Kuchen.

So ein Mist aber auch, dass die Fotos alle so schlecht geworden sind, sonst würde ich den Kuchen auf jeden Fall genauer vorstellen.

Bei Schöner Tag noch habe ich dieses Schwarzwurzelrezept entdeckt. Auch das ist so gut, dass es von mir eine unbedingte Nachkochempfehlung gibt.

Im Gegensatz zu Juliane habe ich das Rezept nicht mit Roh-, sondern mit Kochschinken gemacht, dazu gab es Hasselback-Erdäpfeln. Beides hat super gepasst.













Vom lieben Felix bekam ich diesen Link mit diversen Zitrussalaten. Der Mann kennt mich! Ich habe natürlich sofort einige Salate nachmachen müssen.

Das hier ist ein Blutorangensalat − ja, wirklich Blutorangen, die sind dieses Jahr bisher alle komplett hell gewesen. Ein sizilianischer Klassiker, total einfach, total gut: Orangen so schälen, dass man auch die Außenhaut wegschneidet. Orange in Scheiben schneiden, mit etwas Olivenöl beträufeln, Salz (am besten Flocken), Pfeffer (hier Kampotpfeffer − danke dafür, Jürgen!) und rote Zwiebelringe (Süße von der Krim vom Stekovics, heißen auf einmal "Wiener rote Zwiebel", gab's gerade beim Spar im Angebot, sind perfekt zum Rohessen, weil nicht scharf), fertig.

Bussi, Felix!










Kochproblem des Monats:

Ich habe so wunderbare Bio-Orangen aus Griechenland und habe die Schalen nach meinem "Schnell"-Rezept kandiert. Das klappt immer sehr gut und problemlos. Und dann fängt der Jammer an: Ich mag die Schalen so gern in Schokolade getunkt. Dafür nehme ich die 70-prozentige Kuvertüre vom Zotter, die schmeckt perfekt dazu. Aber ich kriege es nicht hin, dass der Schokoladeüberzug schön glänzt. Ich hab von einem lieben Freund diesen Link zum Temperieren von Schokolade bekommen. Das wird meine Aufgabe für Februar, dass ich es so hinbekomme, dass der Schokoladeüberzug glänzt. Ich hoffe, die überzogenen kandierten Orangenschalen hängen mir dann nicht schon aus den Ohren raus! Das war bisher immer so, also habe ich nicht weiter herumprobiert und dann hatte ich im Jahr darauf wieder dasselbe Problem ...




Suchbegriffe im Jänner: Der lustigste war eindeutig "peinlicher geburtstagsbanner" − aber nur bis zu dem Moment, als dieser Suchbegriff auftauchte: "d8l2a6nhber4m1289xlr4qiwbjtqlmi4" (Katze über die Tastatur gelatscht?).
Erstaunlicherweise wurde um diese Jahreszeit nach dem wirklich ausgezeichneten Estragonsalat nach Jamie Oliver gesucht − wo man um diese Jahreszeit wohl Estragon bekommt? Aber Jamie Olivers Pasta mit Lauch und Prosciutto kann ich wärmstens empfehlen. Bei der Sache mit dem Prosciutto-Deckel zeigt sich, dass der Mann wirklich tolle Tricks kennt.
Auch ganz häufig gesucht wurde nach Fenchel + Orange. Ja, hab ich, sogar zwei Einträge: einmal der Fenchel-Orangensalat, der schon seit 2011 auf dem Blog steht und auch auf vielen anderen Blogs zu finden ist, dann wäre aber noch ein warmer Fenchel-Orangensalat, der sehr raffiniert ist und den ich sehr empfehlen kann zu allem Fischigen.

Anruf des Monats: Auf meinem AB vom Festnetz fand ich eine Nachricht vor, dass jemand bei mir Marmelade kaufen will. Lieber Anrufer, das geht leider nicht! Da musst du mit mir befreundet sein, dann bekommst du sie geschenkt. So und nur so kriegt man von mir Marmelade.


Ich wünsche euch viel Sonne im Herzen, meine herzallerliebsten Leserinnen und Leser, um diesen langen und zähen Winter weiter gut durchzustehen. Eine ordentliche Umarmung an jede/n von euch! 💕

Freitag, 1. Februar 2019

Gefüllte Hendlbrüste auf Rotkrautsalat

Ich kann Schnitzel. Sehr gut sogar. Cordon bleu hingegen gar nicht. Zumindest nicht in der klassischen Variante. Immer verabschiedet sich der Käse und schwimmt dann im Frittierfett, wo er rauchend verbrennt. Mittlerweile habe ich es aufgegeben und bin ich immer auf der Suche nach Rezepten wie diesem hier. Das hab ich einmal neben meiner Lieblingsbeschäftigung (Bügeln) im Fernsehen gesehen und habe es Auge mal Pi nachgemacht − okay, das mit der Lieblingsbeschäftigung war jetzt gelogen, aber die Hendlbrüste schmecken richtig gut, das stimmt auf jeden Fall.

Wieder einmal bloggen einige österreichische Bloggerinnen zum Thema Paniertes und ich freue mich schon auf die feinen Gerichte, die da kommen werden.



Für 2 Portionen:

2 Hühnerbrüste (= Brust von einem Hendl, in der Mitte geteilt)
100 g Kräuterseitlinge (ersatzweise Austernpilze oder Champignons)
1 gehackte Schalotte
1 EL Sonnenblumenöl
1 EL gehackte Petersilie
Salz
Pfeffer
Mehl
Ei
Bröseln
Butterschmalz


Rotkrautsalat mit Erdäpfeln:

Rotkraut, je nach Größe etwa ½ Krauthappel, in Streifen geschnitten
300 g fest kochende Erdäpfeln
3 EL Öl
2 EL Essig
1 Prise Zucker
Salz
Pfeffer


Es ist am geschicktesten, wenn man mit dem Salat beginnt, denn der sollte sowieso gut durchziehen. Das Rotkraut in dünne Streifen schneiden und einsalzen.
Dafür die Erdäpfel in der Schale kochen, überkühlt schälen und in Scheiben schneiden.
Salz, Pfeffer, Öl , Zucker und Essig zu einer Marinade rühren.
Rotkraut gut ausdrücken. Mit den Erdäpfelscheiben und der Marinade mischen. Eine Stunde durchziehen ist kein Fehler, notfalls aber gleich essen.

Die gehackte Zwiebel in Öl anschwitzen. Die geputzten Pilze hacken, zu den Zwiebeln geben und rösten, bis keine Flüssigkeit mehr aus den Pilzen austritt. Mit Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken. Überkühlen lassen.
In jede Hühnerbruste eine Tasche schneiden. Die Pilzmischung in diese Taschen füllen. Mit Zahnstochern verschließen.
Hühnerbrüste mit Salz und Pfeffer würzen und in Mehl, Ei und Brösel panieren. Schwimmend in Butterschmalz goldgelb backen.

Die Hühnerbrüste aufschneiden. Salat auf Teller legen und die Hühnerbruststücke darauf  verteilen.



Nun kommen die Links der anderen Bloggerinnen:
The Apricot Lady: Schnitzel aus dem Backofen
Genussatelier Lang: Backhendlsalat
Fliederbaum: Gemüse in der Mohnpanier
Das Mädel vom Land erteilt uns eine Lektion oder zwei