Montag, 6. April 2020

[Buchbesprechung] Made in London - das Kochbuch von Leah Hyslop

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag.


Wenn man das Buch aufschlägt, dann wirkt es gleich very british: Man wird de facto empfangen von einem Londoner Stadtplan, der natürlich nicht wirklich einer ist, denn in erster Linie zeigt das Bild, wie sich die Themse wie eine dicke Lebensader durch die Stadt windet, danach findet sich das Zitat: "Essen und Trinken mäandern wie die Themse durch Londons Geschichte". Und damit ist man dann auch schon mitten drin in London und im Buch.

Die Autorin Leah Hyslop ist echt jung! Zumindest schaut sie auf dem Foto auf ihrer HP so aus. Ich bin ja immer wieder erschüttert, was manche Leute alles leisten können in wenigen Jahren: Sie ist Food- und Lifestyle-Journalistin, Redakteurin seit mehr als zehn Jahren, ist Food Director beim "Sainsbury's Magazine", dem größten Lebensmittel-Magazin Großbritanniens, zuvor war sie sieben Jahre bei "The Telegraph". Ihre Artikel finden sich in Magazinen wie "Metro", "The i", "The Times", "Foodism", "Eater" und "Londonist". Sie lebt in East London und ist stolze Besitzerin einer großen Sammlung an Kuchenbackformen, was sie gleich sehr sympathisch macht.

Das Buch ist gegliedert in die Kapitel "Einführung", "Frühstück & Brunch", "Vorspeisen & Snacks", Fünfuhrtee", "Lon-Dinner", "Desserts", "London bei Nacht", "London flüssig", dann kommen noch Literatur und Register. Am Beginn jedes Kapitels steht ein Zitat, in den Kapiteln finden sich immer wieder doppelseitige Fotos und Texte zu allen möglichen London-Food-Themen, zum Beispiel so etwas Ketzerisches wie Kaffee in London, natürlich auch Tee, Pies and Mash, Essen und die Themse, London im Gin-Rausch etc. Man bekommt also nicht "nur" Rezepte, sondern es wird viel "London-Feeling" mitgeliefert.

Was mir bei den Rezepten sehr gefallen hat: Es gibt sowohl ganz klassische Rezepte wie Fisch and Chips als auch Neuinterpretationen. So bunt und quer durch das ehemalige britische Empire sind die Rezepte: Von Mac 'n Cheese über Pho bis zu Scones findet man mehr als 100 Rezepte, da ist wirklich für jede/n etwas dabei, von üppigem Soulfood über Streetfood, Getränke bis zu leichten modernen Rezepte.


Los gehts mit dem Kochen!

Fish and Chips

Nicht nur das Rezept findet man in dem Buch, sondern auch gleich eine Liebeserklärung an dieses Gericht. Ich wusste nicht, dass dieses britischste aller Gerichte nicht aus England kommt, sondern von einem jüdischen Einwanderer stammt. Sogar Charles Dickens schreibt in seinem "Oliver Twist" von einem "Bratfischladen" und der spätere amerikanische Präsident Thomas Jefferson aß in London "nach jüdischer Art gebratenen Fisch". Leider haben wir bei unserem London-Besuch nicht so gute Fish (in Bierteig) and Chips (in kaltem Öl zugestellt) bekommen wie dieses Rezept es zeigt.


(Erbsenmash nach diesem Rezept.)

Grapefruit mit Karamellhonig auf Kardamom-Ingwer-Joghurt

Dieses Rezept stelle ich vor, denn nicht nur ich, sondern auch der Turbohausmann ist dem verfallen.
Mac and Cheese

Das ist eine Neuinterpretation, die eigentlich Maccheroni mit Käse, Pilzen und Knoblauch-Thymian-Bröseln heißt und damit auch gleich klärt, was hier anders ist als bei dem bekannten Gericht. Uns hat es sehr geschmeckt, denn es kommt mit drei verschiedenen Sorten Käse auf den Tisch, gebratene Champigons und Senfpulver sorgen zusätzlich für Aromen.
Jakobsmuscheln mit Roten Rüben, Äpfeln und Haselnüssen

Eine ganz geniale Kombination! Die roten Rüben werden nicht gegart, daher sind die Chioggia schön gestreit und die Rüben schmecken weniger erdig. Meinen ersten Estragon konnte ich auch verwenden. Also in Summe ein sehr kräuteriges Geschmackserlebnis, das voll unseren Geschmack getroffen hat,
St Emilion au Chocolat

Ein ganz einfach zu machendes Dessert, das in die Abteilung  "Soul Food" gehört: eine sehr reichhaltige Creme aus Schokolade, Butter und Zucker, aromatisiert mit Cognac, hat uns an einigen Abenden aus der derzeitigen Tristesse gerettet.
Frühstücksmartini

Von wegen Rettung aus der derzeitigen Tristesse: So schlimm, dass wir einen Martini zum Frühstück brauchen, ist es zum Glück noch nicht. Bei uns war es ein wunderbares Getränk an einem der ersten Abende, die man bei Sonnenuntergang noch auf Balkonien sitzen kann. Der Martini besteht aus Cointreau, Gin, Orangensaft, Zitronensaft und − tataaaa: Orangenmarmelade. Das geht sogar für mich, die ich nicht so die Trinkerin bin, aber das ist ein höchst erfreulicher Aperitiv gewesen.





Und unterm Strich? Ein sehr gelungenes Buch. Ich kann nur sagen: Volltreffer! Die Rezepte sind gelingsicher und bieten für jede Lebenslage das richtig Gericht. Von ganz klassischen bis zu neuen und neu interpretierten Rezepten findet man eine schöne Bandbreite. Es gibt üppige Soulfood-Rezepte und leichte neue, man kann sich das Leben schön trinken, wenn es denn sein muss, es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Obwohl das Jahr noch jung ist: Es ist ein Anwärter für mein persönliches Buch des Jahres.


Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-641-24007-3
Hardcover, Pappband  
Umfang: 304 Seiten
Format: 18,9 x 24,6 cm
ca. 100 Farbfotografien, ca. 20 farbige Illustrationen
Preis: € 19,99 [D]  | 19,99 [A] | CHF 24,00


Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, direkt beim Verlag oder im Internet bei einem der vielen Buchhändler, die versenden. Für Österreich hier eine Liste der Buchhandlungen mit Online-Versand.
Die Links sind alle keine Affilate-Links.
Danke an den Südwest Verlag für das Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 1. April 2020

Foodierückblick auf März 2020

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung. Diesen Monat sind aus Gründen keine Lokalbesuche dabei.


Der Crupi hat immer noch ganz geniale Tarocco. Die sind jetzt nur mehr so groß wie ein Tennisball, aber der Geschmack ist top!

Es darf derzeit immer nur eine Kundin/ein Kunde im Geschäft sein. Die anderen stehen mit ordentlich Abstand vor dem Geschäft in einer Schlange. Wirklich sehr diszipliniert.
Der Joseph hat ein neues Brot auf den Markt gebracht. Es wird im 4-kg-Laib gebacken und ist recht dunkel. In etwa das, was in meiner Kindheit als Bauernbrot verkauft wurde. Die Kruste ist ein Traum, aber auch sonst geschmacklich toll! Das Brot wird zum Glück ab 1 kg verkauft. Es bleibt locker eine Woche frisch.
Anfang März gab es das Brot namens Ura nur in der Filiale in 1070 zu kaufen.
Weil es mich interessiert hat, welche Gewürze drinnen sind, habe ich bei der Firma angefragt: Keine sind drinnen außer Salz! Diesen tollen Geschmack macht ein zu 100 Prozent durchgesäuerter Teig. Der Ura besteht nur aus Sauerteigen von 4 Mehlen aus Waldstaudenroggen, Ur-Dinkel, Ur-Einkorn und Weizen, die Getreidesorten kommen vom Allram. 4 Tage lang dauert es, bis alle Mehlbestandteile zu 100 Prozent versäuert sind, das passiert im fertigen Teigling, der nach dieser Zeit zu Sauerteig geworden ist, dann kommt das Riesentrumm in den Ofen.

Danke an Katharina Seiser für diesen Tipp.
Wunderbares Brot gibt es am Naschmarkt beim Pöhl zu kaufen. Diese riesigen Kipferl sind vom Kasses und wir essen sie gern zum ausgedehnten Wochenendfrühstück. Die sind so groß, dass sie als ganze Mahlzeit durchgehen. Sie sind nicht süß, daher eignen sie sich auch gut zum Belegen mit Schinken oder Käse.

Wer Lust hat zu backen: Ein richtig gutes Rezept für sehr ähnliche Kipferl ist schon am Blog. Ich werde das demnächst ausprobieren, wie die werden, denn man sie auch so groß bäckt wie die gekauften.
Ebenfalls aus derselben Quelle sind diese kleinen Speckstangerl, in die ich mich eingraben könnte. Wenn ich auf den Naschmarkt komme, dann darf so ein Stangerl mit, meistens wird es gleich vor Ort verdrückt. Aus Gründen haben wir es dieses Mal auf Balkonien in der Sonne verspeist.
Ein Stammgast in dieser Rubrik meines Blogs ist die Kurkonditorei Oberlaa und das nicht nur aus Gründen des Favoritner Lokalkolorits. Die Petit Four sind genau so gut wie die Maroniherzen, daher durften die bei uns zum Nachmittagskaffee auf den Tisch.
Ich hatte mir die schon so zu mir herübergestellt, aber wenn es um so etwas geht, kennt der Turbohausmann kein Pardon und fordert seine Hälfte ein ...
Auch Casa Caria hat jede Menge Zitrusfrüchte zum Verkauf. Man muss da ein bissl auf die Sorte schauen, denn es gibt Raritäten, die kosten gleich mal 18,- € pro Kilo. Ich habe Pomeranzen gekauft, die haben 5,- pro Kilo gekostet, die beiden anderen Bitterorangensorten wären sehr viel teurer gewesen. Dafür kann man Calamsi (Calamondin) und andere Sorten dort erwerben, die man sonst nicht so ohne weiteres in Wien kaufen kann.

Wie das derzeit mit dem Warten ist, kann ich nicht sagen, weil ich am Anfang des Monats dort war, wo es noch keine Notwendigkeit gab, dass man Abstand zu den Mitmenschen hält.
Nachdem ich am Monatsanfang öfter in der Nähe vom Joseph zu tun hatte, habe ich einmal Nusskipferl mitgenommen. Das war richtig, richtig gut! Eine dünne Hülle aus Germteig um jede Menge feste Nussfülle herum, so wie ich Nussbeugel kenne. Ich nehme mal an, dass man die nicht einmal am ersten Tag essen muss, wie das sonst bei kleinen Germteig-Teilchen der Fall ist. Aber so weit ist es bei uns nicht gekommen, denn die beiden Kipferl waren im Nu erledigt.
Bitte, so ein riesiger Zwiebel! 3 Sück ein Kilo! Sonst kauf ich Bio-Zwiebel, aber ich war am Naschmarkt und hab mein Gemüse der Einfachheit halber gleich beim Himmelsbach gekauft. Die haben wirklich herausragend schönes Obst und Gemüse, aber leider nicht bio.
Da der Turbohausmann zu Home Office vergattert wurde, geht was weiter mit Brot, fällt mir auf. Das auf dem Foto ist Madame Crousto vom Öfferl. Es ist ein Weizen-Roggen-Mischbrot mit einer wunderbaren Kruste. Vor allem: Es hält sich problemlos eine Woche, was mir derzeit wichtig ist, weil ich nur einmal pro Woche einkaufen gehe. Sonst bin ich ja von der Sorte: Das kann ich unterwegs mitnehmen. Aber nun ist alles anders und ich habe mich sehr diszipiniert, dass wirklich alles auf einen einzigen Einkaufszettel kommt.
Aus Faulheit habe ich ausnahmsweise beim Hofer Ostereier mitgenommen - bio! Die Eier sind sehr schön gefärbt, nicht hochglanz, wie die meisten, die man so sieht, sondern matt, was sehr elegant wirkt. Ich kenne fertig gekochte Ostereier sonst nur als Geschenke, die ich halt zu Ostern immer wieder an Marktständen bekomme und in der Regel sind die zu Tode gekocht. Die da gar nicht. Ganz erfreulich sind die! Kein grauer Rand um den Dotter herum, der Dotter nicht komplett bröselig. sondern noch cremig. Solche Ostereier kann ich gut leiden! Da kaufe ich wohl noch welche für meinen Eierkren zu Ostern.













Was mir am Herzen liegt: Bitte kauft bei den kleinen Geschäften und auf Märkten ein! Der beste Mann von allen und ich tun das und sind sehr überzeugt, dass das nicht nur für die Betreiber überlebenswichtig ist, sondern auch für uns: Überall haben wir sehr wenige KundInnen angetroffen. Die kleinen Geschäfte brauchen derzeit jeden einzelnen Menschen, der ihnen etwas abkauft. Überall ist es total zivilisiert abgelaufen. Im Gegensatz zum Supermark gab es nirgends Gedränge und keine Warteschlangen.

Offen haben derzeit die Standeln, die man zum Lebensmitteleinkauf braucht. Alle touristisch interessanten Standeln sind geschlossen, Touristen sind sowieso keine da. Aus diesem Grund kenne ich den Naschmarkt derzeit nur fast menschenleer.

Naschmarkt am 27.3. so um 11.00 Uhr herum

Jetzt hab ich ausnahmsweise eine Frage: Ich war fast den ganzen Februar in Malaysia. Kaum waren wir da, ist die Sache mit Corona los gegangen. Nun bin ich unsicher, ob überhaupt jemand ein Urlaubsposting sehen mag? Sagt mal bitte! Gern auch per mail ( wistera@gmx.net ).

Meine Lieben, ich wünsche euch allen, dass ihr gesund bleibt oder werdet, und jede Menge Glück, um das alles heil zu überstehen! Ich drück euch aus der Ferne. Passt gut auf euch auf.

Freitag, 27. März 2020

[Rettungsaktion] Japanische Germknödel mit Fleischfülle

Wir retten gerade wieder, dieses Mal Teigtaschen aus aller Herren Länder. In Wien schaut die Versorgung mit gekauften Teigtascherln ja auch schlecht aus, seit die ganzen illegalen Teigtaschenfabriken ausgehoben wurden. Zum Glück kann man die aber ohne Probleme selber machen.

Wenn ich den richtigen Namen als Titel genommen hätte, dann könnte ich wahrscheinlich in absehbarer Zeit selber nichts mehr damit anfangen, die Dinger heißen nämlich Nikuman. Sie kommen ursprünglich aus China, sind aber fixer Teil der japanischen Straßenküche.




Für 6 große oder 8 kleine Nikuman

Teig 
100 ml warmes Wasser
1 Päckchen Trockengerm (laut Originalrezept, ich hatte einen TL frische Germ)
200 g Mehl (glatt) plus etwas mehr zum Bestäuben
2 EL Zucker
1 TL Backpulver
1 TL Sesamöl
1 TL Pflanzenöl

Fleischfüllung
250 g durchwachsenes Schweinefleisch (Schulter), faschiert
50 g Bambussprossen
2 getrocknete Shiitake-Pilze, 2 Stunden in heißes Wasser eingeweicht, Stiele enfernt, Kappen gewürfelt
3 Stängel Schnittknoblauch
125 g Ingwerwurzel, geraspelt (wenn bio, dann ungeschält, sonst geschält)
1 EL Sojasauce
1 EL Austernsauce
1 EL Speisestärke
1 TL dunkles Sesamöl
1 Prise Salz
1 Prise weißer Pfeffer




Für den Teig die Germ in warmem Wasser unter Rühren auflösen. In einer Schüssel Mehl, Zucker und Backpulver vermengen, dann die flüssigen Zutaten gut untermischen. In einer Küchenmaschine mit Knethaken den Teig 10 Minuten oder von Hand 15 Minuten durchkneten, bis er geschmeidig und glatt ist. Den Teig locker in Frischhaltefolie wickeln und etwa 1 Stunde ruhen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

Inzwischen die Zutaten für die Füllung in eine Schüssel geben und gut vermischen.

Den Teig nochmal kurz durchkneten und in 6 oder 8 gleich große Stücke teilen. Zu Kugeln formen und auf einer leicht mit Mehl bestäubten Fläche etwa 5 mm dick rund ausrollen. Jeweils 1 Löffel Füllung in die Mitte setzen. Den Teig ringsum über die Füllung einschlagen und zum Versiegeln zusammenzwicken. Einen Dampfkorb mit Backpapier auslegen (Holzkörbe sind am besten, weil sie die Hitze schlechter leiten, und der Teig weicher bleibt) und über einem Topf mit kochendem Wasser platzieren. Kleine Nikuman 12 Minuten, größere 15 Minuten dämpfen. Zur Garprobe ein schmales Messer oder einen Metallspieß in die Mitte einer Teigtasche stechen. Nach 30 Sekunden herausziehen: Ist das Metall heiß, ist die Teigtasche durchgegart.




Leider habe ich keinen Bambus-Dämpfkorb, in dem die Knödel ausreichend Platz gehabt hätten, ich habe einen Dämpfer, wie man ihn in Afghanistan für Mantu verwendet, dieser Dämpfer hat auch gut funktioniert, allerdings musste ich die Knöderl deutlich länger drinnen lassen als im Rezept. Es macht also wirklich einen Unterschied, in welchem Gefäß man dämpft.

Geschmeckt hat es hervorragend! Ich habe die gesamte Menge gemacht in der Hoffnung, dass wir zweimal davon essen können, aber der Mann hat das anders gesehen. Ein einziges Knöderl ist übrig geblieben.

Bei uns gab es dazu eine Menge Salat und dieses Sichuan-Würzöl, wobei das Öl gar nicht zwingend notwendig ist, weil die Füllung eine Menge Geschmack mitbringt.

Wer noch andere asiatische Teigtaschen sucht, ist vielleicht mit diesen Flühlingslollen gut bedient. Die werden nicht in jeder Menge Fett frittiert, sondern im Rohr gebacken, schmecken dennoch hervorragend.

Rezeptquelle: Tokyo Stories - ein japanisches Kochbuch



Wir feiern die Rettungsaktion von "Wir retten was zu retten ist", da bereits 6. Geburtstag ist! Vielen Dank an BarbaraTamara und Britta für die Organisation.


Brittas Kochbuch - Teigtaschen mit Flusskrebsfüllung auf Spinatsauce
Cakes, Cookies and more - Empanadas
Madam Rote Rübe - Buchweizen-Taschen mit Brennessel-Feta-Füllung auf Tomatensoße
BrigittasKulinarium - Schlutzkrapfen
lieberlecker - Fagottini mit Crevetten
Anna Antonia-Herzensangelegenheiten - Wildschweinmaultaschen
Pane-Bistecca - Blutwurst Ravioli
BackeBackeKuchen - Kasnudeln mit Bärlauchfülle
CorumBlog 2.0 - Ravioli auf zweierlei Art
genial lecker - Mit Leberwurst und Äpfeln gefüllte Pasta
Cahama - Bärlauch-Maultaschen

Mittwoch, 25. März 2020

[Buchbesprechung] Tokyo Stories − Ein japanisches Kochbuch von Tim Anderson

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag.

Japanische Küche war lange Zeit ein Angstgegner für mich, dann kam Tim Anderson! Ich habe in meiner Rezension seines vorigen Kochbuchs schon gesehen, dass es keinen Grund gibt, um sich davor zu fürchten. So ist das auch bei dem neuen Kochbuch.

Ich schreibe jetzt nicht noch einmal extra über den Autor, das kann man in der anderen Rezension nachlesen, sondern ich stürze mich direkt ins neue Buch. Es ist sehr edel gemacht: Hardcover mit Prägedruck! Wie man auf der Abbildung links sehen kann, sind die Seiten an den Rändern pink gefärbt, sodass das Buch sehr bunt daherkommt.

Es finden sich viele Fotos aus Tokyo und ebenso viele Food Fotos, die wirklich elegant aussehen. Nicht mit Rüschen und Chichi, nicht mit Händen und Füßen, sondern klare und geordnete Darstellungen. Für mich bringen diese ruhigen Food-Fotos Ordnung in die stark sprudelnden Street Life-Fotos aus Tokyo, also eine gekonnte Mischung.

Das Buch ist ungewohnt gegliedert. Die Kapitel heißen Depachika (Führer zu japanischen Zutaten), Tokyo Street (Street Food), Tokyo Lokal (Spezialitäten der Stadt), Tokyo National (Japanische Regionalküche), Tokyo Global (Ausländisch beeinflusste Köstlichkeiten), At Home in Tokyo (Wenig Platz, einfache Küche), Tokyo Modern (Heutige Japanküche), außerdem gibt es ein Glossar und ein Register. Ich habe mich recht schnell zurecht gefunden in dem Buch, alles war gut auffindbar.

Und schon geht es ans Kochen.


Afternoon Milk Tea

Ich liebe schwarzen Tee, gern auch mit einem Schluck Milch drinnen, niemals mit Zucker. Und dann kam dieses Buch und dachte, es kann mir ein Rezept hinhalten, in dem ein Teebeutel für zwei Stunden in gezuckerte Milch gehängt wird. Ich war mir ziemlich sicher, dass das nicht gut gehen kann. Tut es aber! Es ist nicht zu vergleichen mit meinem täglichen leichten Tee mit Milch zum Frühstück, sondern es ist, da gekühlt, sicher eine gute Erfrischung im Sommer auf Balkonien, wenn es ein Getränk mit mehr Körper braucht.

Mizuna-Salat mit Sesam-Ponzu-Dressing

Mizuna ist ein asiatischer Blattsalat und ich bin in der glücklichen Lage, den das ganze Jahr auf Balkonien ernten zu können. Natürlich musste ich diesen Salat dann gleich nachmachen. Im Buch ist es ein Hauptgericht gegrillter Hühnerbrust, bei mir wurde der Salat ohne Huhn serviert. Sehr schön bunt ist er durch die vielen verschiedenen Zutaten, das Sesam-Dressing reichert ihn so an, dass er als Hauptgericht oder alleinige Beilage zu Fleisch gut schmeckt.









Nikuman

Das sind Germteigknöderl mit Fleischfülle. Uns hat das so gut geschmeckt, dass ich das Rezept hier vorstellen werde.













Choux-Cream

Das ist eine außergewöhnliche Variante von Brandteigkrapferln: Über den Brandteig wird eine dünne Teigschicht aus Mürbteig aufgelegt, sodass die kleinen Krapferln knusprig werden. Gefüllt werden sie mit Patisserie-Creme und zwar von unten, sodass man die Krapferl nicht aufschneidet. Auch das kannte ich noch nicht. Geschmeckt hat es uns gut.












Und unterm Strich? Ein empfehlenswertes Kochbuch mit einfach nachzumachenden Rezepten. Im Gegensatz zum letzten Japan-Kochbuch von Tim Anderson findet man hier auch viel zur Kultur und zum Leben in Japan, genauer gesagt in Tokyo. Ich persönlich mag so etwas gern, wenn ich mit einer Länderküche noch nicht arg vertraut bin, dass mich ein Buch mitnimmt auf die Reise.


Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-517-09852-4
Hardcover, Pappband  
Umfang: 256 Seiten
Format: 19,0 x 24,8 cm
ca. 150 Farbfotografien, ca. 30 farbige Illustrationen
Preis: € 35,00 [D] | € 36,00 [A] | CHF 47,90



Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, direkt beim Verlag oder im Internet bei einem der vielen Buchhändler, die versenden. Für Österreich hier eine Liste der Buchhandlungen mit Online-Versand.
Die Links sind alle keine Affilate-Links.
Danke an den Südwest Verlag für das Rezensionsexemplar.

Montag, 23. März 2020

[Genuss in rot-weiß-rot] Gefüllte Erdäpfel

Wieder einmal kochen ein paar österreichische Blogs miteinander auf, aus gegebenem Anlass zum Thema "Kochen aus Vorräten". Brigitta vom Blog Kulinarium hatte diese gute Idee. Das ist eine Gelegenheit, ein Essen vorzustellen, das es bei uns regelmäßig gibt, denn man kann damit wunderbar alle Reste aufbrauchen, die sich so im Kühlschrank ansammeln.

Für mich persönlich ist vernünftige Vorratshaltung einfach: Kimchi (selbst gemacht) für mich, Äpfel für den Turbohausmann und Zutaten für unser gemeinsames Inselessen. Für den Rest gibt es Erdäpfel. Ähm, ja, ich gestehe, ich würde auch noch Gummiviecher kaufen, wenn die Not sehr groß ist, aber diese Unsitte von mir war jetzt nicht so gefragt ... Ich sollte besser kochen gehen.


Für 2 Portionen

2 möglichst große Erdäpfel
1 Becher Frischkäse (falls nicht daheim: Ricotta, Saurrahm oder Creme fraiche gehen, ebenso eine Mischung aus allen diesen Sachen)
Schinken- oder Wurstreste, gern gemischt (es gehen auch Reste von Räucherlachs oder anderem Räucherfisch, die kann man dann aber nicht mit Wurst mischen)
Lauch oder Frühlingszwiebel
Paprika oder Zucchini oder Champignons oder getrocknete Paradseier (am besten in Öl)
Kräuter nach Wahl (Petersilie oder Schnittlauch sind erprobt)
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
Käse zum Überbacken

Backpapier fürs Blech


Die Erdäpfel kochen und auskühlen lassen. Der Länge nach halbieren und das Innere bis auf eine dünne Wand mit einem spitzen Löffel aushöhlen, in eine Rührschüssel geben und zerdrücken. Wurst- oder Fischreste und Gemüsereste in Würfel schneiden. Alles mit dem Erdäpfel und dem Frischkäse verrühren, gehackte Kräuter dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. (Wenn man das vorher zusammenknüllt, bleibt es besser liegen.) Die ausgehöhlten Erdäpfelhälften drauflegen, mit der Frischkäsemischung füllen. Am besten einen kleinen Berg auf die Erdäpfeln machen. Beim Füllen nicht wild drücken, sonst fallen die Erdäpfel, die ja nur mehr aus dünnen Wänden bestehen, auseinander. Alles mit ordentlich geriebenem Käse bestreuen.

Ca. 20 min. backen, bis der Käse geschmolzen und appetitlich gebräunt ist. Mit Blattsalaten servieren.





Wir haben Erdäpfeln auch schon mit übrig gebliebener Bolognese gefüllt, man kann auch Oliven in die Fülle reinschmeißen, im Sommer passt bei der italienischen Variante sehr gut Basilikum dazu. Man hat wirklich eine sehr große Bandbreite an Lebensmitteln, die man für dieses Gericht verwenden kann.

Und nun freu ich mich schon auf die Gerichte der Mitkocherinnen!


Friederike serviert Äpfelcrumble mit selbst gemachtem Granola
Brigitta kocht Bröeselnudeln mit Mohn und Nuss
Daniela bringt Haferflockekoteletts mit Schwammerln
Michaela macht Krautfleckerl