Montag, 25. Mai 2020

[Genuss in rot-weiß-rot] Spargelgröstl

Meine Damen von "Genuss in rot-weiß-rot" stellen heute etwas ganz typisch Österreichisches vor: Gröstl. Sogar Wikipedia weiß, dass das ein einfaches Pfannengericht ist. Zum Blunzengröstl habe ich es schon gebracht, aber weiter nicht mehr. Wahrscheinlich deswegen, weil es so ein typisches Resteessen für mich ist, das nicht unbedingt würdig genug ist, um auf den Blog zu dürfen. Daher habe ich mich arg bemüht und dieses Mal ganz und gar keine Reste genommen, sondern dafür extra frisches Gemüse gekauft, das jede Menge Arbeit macht: Erbsen und Saubohnen, beides noch in den Schoten, außerdem meinen saisonalen Liebling Spargel. Die wichtigste Zutat ist Zeit − nicht für die Zubereitung, sondern für die Vorbereitung. Mann kann diese vorbereitenden Arbeiten aber schon am Vortag machen, dann steht das Essen in 20-30 min. fertig.



Zutaten für 2 Portionen

½ kg Erdäpfel
400 g Spargel
½ Erbsen in der Schoten (oder 2 Hände voll TK-Erbsen)
½ Saubohnen in der Schote (oder 1 Hand voll TK-Saubohnen)
1 Schalotte
1 Hand voll Speckwürferl (gut durchzogenen Speck, am besten Bauchspeck)
2 EL Öl zum Braten
Salz
Pfeffer


Saubohnen aus der Schote lösen. Die ummantelten Bohnen in Salzwasser 3 min. blanchieren, kalt abschrecken, dann die Kerne aus den Hülsen drücken. Nur so zur Info: ½ kg Saubohnen Ausgangsgewicht waren am Ende ca. 65 g verwertbare Bohnen.
Die Erbsen sind gnädiger, die muss man nur aus den Schoten schälen und dann 2 min. blanchieren.
Erdäpfel kochen, schälen und in gleichmäßige Stücke schneiden.
Spargel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Spitzen separat legen.

1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Erdäpfel schön langsam darin knusprig braten.

In einer zweiten Pfanne 1 EL Öl erhitzen, den Speck darin bei mittlerer Hitze sanft anbraten. Es sollte nicht rauchen, denn da verbrennt man das Fett. Wenn der Speck knusprig ist, aus der Pfanne nehmen und auf Küchenrolle abtropfen lassen (dadurch bleibt er knusprig). Wenn zu viel Fett in der Pfanne ist, das überschüssige wegschütten, ca. 2 EL Fett in der Pfanne belassen. Darin die Spargelstücke ohne Spitzen rundherum anbraten. Schalotte und Spargelspitzen nach etwa 2 min. zugeben und mitbraten. Nach ca. 5 min. sind die Spargelstücke gar. Blanchierte Erbsen und Saubohnen dazugeben, alles erwärmen. Die nun knusprigen Erdäpfelstücke dazugeben, ebenfalls erwärmen. Alles salzen und pfeffern. Ganz am Ende die Speckwürferl unterheben.

Mit Blattsalaten servieren.



So einfach kann richtig gutes Essen sein! Übrigens kenne ich es als Mär, dass Gröstl nur in einer eisernen Pfanne gut wird. Ich nehme schon gern meine Oma-Pfanne, weil ich gut mit der umgehen kann, aber sonst würde ich dem nicht unbedingt zustimmen. Es gibt ein paar Grundregeln wie den Speck langsam braten und nicht verbrennen und ihn danach auf einer saugfähigen Unterlage abtropfen lassen. So bleibt er knusprig. So generell würde ich sagen, dass eine gewisse österreichische Gemütlichkeit solchen Gröstl-Gerichten nicht schadet.




Und das servieren die Mit-Köchinnen:
Brigitta zeigt uns Pilzgröstl mit Bachsaibling und Veltlinersauce.
Friederike kocht Gröstl vom Waldviertler Räucherkarpfen mit Erdäpfelknödeln.
Verena macht Lachsgröstl mit Erbsenschoten.
Daniela bringt Erdäpfel-Karotten-Gröstl mit Brennnesseln.


Freitag, 22. Mai 2020

[Kulinarische Weltreise] Radieschenblättersuppe

Was macht ein Rezept landestypisch? Ich bin mir bei dieser Radieschenblättersuppe nicht so sicher, ob die als französisch durchgeht, aber sie wurde in Frankreich von David Lebovitz kreiert und daher gehe ich nun einfach davon aus, dass die französisch ist. Klassiker ist es jedenfalls keiner, dennoch nehme ich diese Suppe mit auf Volkers Kulinarischer Weltreise durch Frankreich. Geschmeckt hat die Suppe so gut, dass ich finde, man muss sie verbreiten. Das Rezept habe ich nach meinem Geschmack abgewandelt, das Original kann man im ersten Link nachlesen.

Es ist für mich in keiner Weise neu, dass man Radieschenblätter essen kann: Seit 2011 gibt es bei uns jährlich, wenn die Radieschenernte auf Balkonien fällig ist, jährlich dieses Radieschenrisotto. Ich bin immer froh, wenn ich solche Rezepte finde, denn bei den Radieschen sind immer wieder Pflänzchen dabei, die keine Knöllchen bilden, aber das schöne Grün will ja auch verwertet werden. Die Blätter sind wohlschmeckend, aber man muss eine ausreichende Menge nehmen, weil sie nicht sehr intensiv sind. Was auch kein Fehler ist: Die halten richtig viel Knofel aus! Und die Blätter sind störrisch, das heißt, man muss sie einige Male zerschneiden, bevor man sie klein mixt. Zumindest meine alte Moulinette würde das nicht überleben, wenn sich die Fasern der Blätter um die Klinge wickeln. In den Blättern hält die Erde übrigens besser als auf den Radieschen, daher sehr gründlich waschen!


Für 4 Portionen

1 EL Butter
1 Esslöffel Olivenöl
1 große Zwiebel, geschält und gewürfelt
1 TL Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 Knoblauchzehen, geschält und in Scheiben geschnitten
2 mittelgroße Erdäpfeln, gewaschen und grob gerieben (350-450 g)
1 l klare Hühnersuppe
2 Bund Radieschengrün
1 Bund Radieschen, die Knollen
1 EL Dijon-Senf
1 Prise Cayennepfeffer
125 ml Mascarpone (angeblich geht auch Obers oder Crème Fraiche)
Saft und Schale einer Zitrone

Butter und Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Geschnittene Zwiebel hineingeben und unter häufigem Rühren ca. 5 min. braten. Mit Salz und Pfeffer würzen, Knoblauch hinzugeben und weiter braten, bis die Aromen freigesetzt sind. Suppe zugießen und zugedeckt aufkochen lassen
Die geriebenen Erdäpfeln in den Topf geben und 5-10 min. durchkochen lassen. Radieschenblätter einige Male durchschneiden und in die Suppe geben. Wieder zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und köcheln lassen, bis die Rettichblätter durchgegart sind.
Vom Herd nehmen und ein wenig abkühlen lassen (mein Stabmixer mag es nicht, wenn man ihn zu tief in kochend heiße Flüssigkeit hält).
Mascarpone einrühren, mit Zitronensaft und -schale abschmecken. Alles zu einer glatten Suppe mixen.

Radieschen fein hobeln. Suppe erhitzen, in Teller geben, die Radieschen als Einlage hineingeben.



Ich könnte mir auch Croutons gut als Einlage vorstellen, wenn man richtig Hunger hat bzw. die Suppe als Hauptspeise für 2 Personen gedacht ist.
Sicher sehr hübsch schauen essbare Blüten aus, aber um diese Jahreszeit findet sich da auf Balkonien noch nichts.


Wenn die Reise durch Frankreich beendet ist, werde ich wieder die Links aller Mitreisenden eintragen.

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Frankreich

Dienstag, 19. Mai 2020

Spargel-Staudensellerie-Rahm-Salat mit Mimosa-Topping

Ein Lieblingssalat ist erwachsen geworden! Dieser Salat hier ist eigentlich schon seit 2011 auf dem Blog, aber er hat sich in der Zwischenzeit so geändert, dass er eigentlich ein ganz anderer Salat geworden ist. Ich mag den gern als Grillbeilage oder als Hauptspeise, einfach nur als kleine Beilage ist er zu mächtig. Der Kerbel durfte dem um diese Jahreszeit noch winzigen und daher feinen Sauerampfer weichen. Mit den Jahren hat der Salat auch eine knackige Komponente dazubekommen, diesen Frühling ein Topping, das ich Nicole Stich verdanke. Ich habe etliche Rezepte aus ihrem Buch "Reisehunger" nachgekocht und in einem war das dabei: Man drückt ein hart gekochtes Ei durch ein feines Sieb, heraus kommt winzig fein geschnittenes Ei, das sich zu diesem cremigen Salat echt toll macht.


Zutaten für 2 Personen:
¾ kg Spargel
3 Stangen Staudensellerie
⅛ l Sauerrahm
3 EL Mayo
1 Bund Sauerampfer
Salz, Pfeffer (weiß)
Saft von 1/2 Zitrone
1 hart gekochtes Ei

Den Spargel schälen und kochen. Staudensellerie waschen und in Streifen schneiden. Während der Spargel kocht (5 min. reichen), Mayo und Sauerrahm mit dem gehackten Sauerampfer, Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren. Spargel kalt abschrecken, damit er nicht weiter gart. Mit dem Sellerie in die Marinade mischen. Salat auf Schalen verteilen.

Das gekochte Ei schälen und durch ein feines Sieb drücken, am besten direkt auf den Salat drauf, denn dann liegt das atomisierte Ei schön locker oben.


Freitag, 15. Mai 2020

Rote Rüben-Salat mit Feta und Walnüssen

Weil ich nicht anders kann, habe ich natürlich auch aus dem Roman "Eine Prise Marrakesch" etwas nachgekocht. Ich fand den Salat sehr stimmig.





Zutaten
750 ml Wasser
250 ml Weinessig
200 g Zucker
2 Zimtstangen
1 EL gemahlener Koriander
2 ganze Sternanis
500 g Rote Bete, geputzt
50 g Walnüsse
150 g Schafskäse


2 EL Olivenöl
1 EL Rotweinessig
2 EL Honig
1 TL körniger Senf
Salz
Pfeffer

Wasser, Essig, Zucker und Gewürze unter Rühren in einem Topf zum Kochen bringen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. In diesem Sud die Rote-Rübenknollen kochen, bis sie gar sind (ca. 1 Stunde). Herausnehmen, abkühlen lassen und schälen (luftdicht verpackt und bedeckt mit dem Kochsud halten sie sich bis zu einer Woche im Kühlschrank). Rote Rüben in Scheiben schneiden und auf einer Servierplatte anrichten.
Die Zutaten für das Dressing miteinander verrühren und über die Roten Rüben geben. Schafskäse und grob gehackte Walnüsse darüberbröseln und sofort servieren.






Was es dazu zu sagen gibt: Das Garen der Knollen bringt schon Aroma mit ins Gericht. Dass ich bisher noch nicht auf die Idee gekommen bin! Ein guter Salat, der kein Beilagensalat, sondern ein kleines Haupt- oder Zwischengericht ist. Mir gefällt die Kombination sehr gut.  Einen sehr ähnlichen Salat habe ich aus einem anderen Kochbuch nachgekocht, das Rezept findet man hier am Blog.

Dienstag, 12. Mai 2020

[Buchbesprechung] Eine Prise Marrakesch von Thea C. Grefe

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag.

Nun schreibt sie auch noch über Romane ... Das hat aber auch einen speziellen Grund: Wie meine LeserInnen wissen, waren wir im Dezember in Marrakesch, wo es uns unglaublich gut gefallen hat. Und dann erschien im Blanvalet-Verlag dieses Buch, ein Roman, in dem es auch um Essen geht. Nun, was soll ich weiter erklären, wieso ich das hier beschreibe?

Die Autorin Thea C. Grefe lebt in Deutschland und man merkt, dass sie für ihr Leben gerne reist. So wird sie vom Verlag beschrieben: Wenn sie nicht eine ihrer vielen Reisen macht, dann reist sie mithilfe von Büchern im Kopf. Kommt mir bekannt vor.

Vier ProtagonistInnen gibt es im Buch, die alle denkbar unterschiedlich sind. Claire ist Hobbyköchin, hat bei einer Kochshow gewonnen und hat beim ambitionierten Koch Alain, der von finanziellen Problemen geschüttelt wird, ein Praktikum gemacht, bis der sie vor die Türe gesetzt hat. Daraufhin trat sie ihre Reise an. Sie lernt Charlotte, eine studierte Fotografin, die vor ihrer Scheidung steht, schon bei der Anreise kennen. Nachdem beide im überbuchten Hotel abgewiesen werden, finden im Hotel von Karim, der mit seinem Schicksal hadert, Unterschlupf.

Die beiden Frauen lassen sich durch Marrakesch treiben, genießen die Atmosphäre der Stadt und entdecken sich selber noch einmal neu. Auch die beiden Männer müssen ihr Leben überdenken. So viel sei zum Inhalt verraten.

Was mir gefällt: Es sind 18 Rezepte in dem Buch, marokkanische und andere. Aber noch schöner: Das Ambiente von Marrakesch ist so wunderbar eingefangen, ich war sehr schnell wieder in diese traumhafte Stadt zurückversetzt.

Generell ist zu sagen, dass ich mich erst in das Buch einlesen musste, denn es gibt die vier Erzählstränge der ProtagonistInnen, dann noch den eines Erzählers, später kommen noch zwei andere dazu. Wenn man einmal im Lesestrom drinnen ist, liest es sich flüssig.

Es ist ein Reise-Roman, ein Selbstfindungsroman, ein Liebesroman, ein Roman über Freundschaft von Menschen um die 50 und ein Kochbuch. Ich fand das eine gelungene Mischung. Man muss gern essen und reisen, um das Schwelgen in Gerüchen und im Ambiente einer Stadt nachvollziehen zu können. Es ist sicher auch kein Fehler, wenn man weiß, dass Liebe nicht unbedingt einfach ist, um all die Wirrungen in den Herzen der ProtagonistInnen nachvollziehen zu können.

Wem das Buch gefallen könnte? Ich bin nicht sicher, ob sehr junge Menschen damit ihre Freude hätten. Man braucht wahrscheinlich eine gewisse Lebenserfahrung, um Gedanken und Gefühle der ProtagonistInnen nachvollziehen zu können.

Noch kurz das Verzeichnis der Rezepte:
Klaras feine arme Ritter
Alains Pfefferzwiebeln mit Melone
Lamm-Tajine mit Backpflaumen und Mandeln
Naimas Harira mit Tedouira
Melonengranite mit Granatapfel
Aminas Hühnchen-Tajine mit Salzzitronen und Olive
Salzzitronen
Couscous mit Lamm und Gemüse für 8 Personen
Rote Harissa
Zouzous Tomatenkonfit
Tee mit frischer Nina-Minze
Rote-Bete-Salat mit Schafskäse und Walnüssen habe ich nachgekocht und findet man im nächsten Posting
B'Stilla (Pastete mit Hühnchen)
Matlouh (marokkanisches Brot)
Arabischer Kaffee
Sfenj (marokkanische Hefekringel)
Amlou (Mandelcreme)
Reghaif (gefüllte Hefeküchlein)


Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-7645-0700-8
Gestaltung: Hardcover mit Schutzumschlag
Umfang: 448 Seiten
Format: 12,5 x 20 cm
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 16.03.2020


Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, beim Blanvalet-Verlag oder im Internet bei einem der vielen Buchhändler, die versenden. Für Österreich hier eine Liste der Buchhandlungen mit Online-Versand.
Die Links sind alle keine Affilate-Links.
Danke an den Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar.