Freitag, 18. Mai 2018

Gefüllte Zucchiniblüten

Weiter geht es mit Sachen, die ich aus Italien mitgebracht habe: Wo man in Wien so wunderbare Zucchiniblüten bekommt, weiß ich nicht. Dieser Ziegenricotta ist hier sowieso nicht zu finden. Dann noch Sclopit, ein Kraut, über das ich hier schon einmal geschrieben habe. Damals habe ich dem Kraut übrigens Unrecht getan, denn ich fand es nicht unbedingt so wichtig, dass man das einmal kostet. Aber ich fürchte, ich muss die Schuld bei meiner Spargelfrau suchen, denn Sclopit verliert mit der Dauer der Lagerung massiv an Geschmack, wie ich nun feststellen konnte. Also wenn man das bei uns findet, dann pflücken und zuhause bald verkochen! Auf diese Weise bin ich in einen besonderen Genuss gekommen, denn diese Kombination war unglaublich toll!


Vorspeise für 4 Personen:
2 Hände voll Sclopit (= Taubenkropf-Leimkraut), waschen und die Blättchen abgezupft
300 g Ziegenricotta
12 Zucchiniblüten
Salz
weißer Pfeffer (bei mir Melange Blanc)
½ Bio-Zitrone, Schale und Saft
1 EL geriebener Pecorino (junger, nicht zu kräftig)

Olivenöl
Honig (flüssig soll und keinen zu intensiven Eigengeschmack, also kein Kastanienhonig oder so)

Alufolie

Für den Spinat 250 g Babyspinat mit einer Schalotte in Olivenöl anschwitzen, salzen.
Dazu passt Focaccia oder anderes italienisches Weißbrot.



Backrohr auf 150 Grad vorheizen.
Sclopit fein hacken, mit dem Ricotta und den übrigen Gewürzen gut verrühren.
Eine ofenfeste Form mit ordentlich Olivenöl einstreichen.
Die Zucchiniblüten vorsichtig öffnen und den Blütenstempel herausdrehen. Die Füllung auf alle Blüten verteilen. Blüten zudrehen, in dem Olivenöl in der Form wenden (alternativ dazu mit Olivenöl beträufeln). Folie drüber und ca. eine halbe Stunde im Rohr mehr erwärmen als backen.

In dieser Zeit kann man bequem den Spinat waschen und mit einer kleinen Schalotte in Olivenöl anschwitzen, salzen.

Die Zucchiniblüten mit wenig flüssigem Honig beträufeln und mit dem Spinat und mit Brot servieren.



Eine ganz hervorragende Vorspeise, die man gut vorbereiten kann. Die gefüllten Blüten können in der Form warten, bis die Gäste da sind, dann schiebt man sie nur mehr ins Rohr. Sicher auch schön als Gruß aus der Küche, wenn man nicht so viele Blüten zur Verfügung hat.

Dienstag, 15. Mai 2018

Cima di rapa mit Croutons

Schon lange suche ich Cima di rapa, fündig wurde ich in Italien. Also nichts wie gekauft und mitgenommen nach Österreich. Ausschauen tut das Gemüse ja ein bissl wie etwas, das man normalerweise mit dem Rasenmäher abmäht und dann auf den Kompost schmeißt. Damit tut man Cime di rapa aber unrecht, denn der Geschmack ist ausgeprägt nach Kohl und viel aromatischer als Brokkoli oder gar Romanesco, dem ich nur recht wenig abgewinnen kann. Die zarten Bitteraromen von Cime die rapa sind ganz genau mein Ding. Wer bitter nicht mag, kann das Gemüse blanchieren.
Im Kühlschrank hat sich Cime di rapa zwei Tage gut gehalten.

In vielen Rezepten liest man, dass dieses Gemüse eine halbe Stunde gedünstet werden soll. Ich finde, dass das zu lange ist.
Ganz klassisch isst man diese Broccoli-Verwandtschaft mit Orecchiette, also den kleinen Öhrchen-Nudeln − hab ich auch gemacht, da findet man aber schon eine Unzahl an ziemlich ähnlichen Rezepten im Internet, daher hier eine kleine Variante. Es braucht aber meiner Meinung nach Kohlehydrate zu Cime di rapa. Mein nächster Versuch wird irgendwas mit Erdäpfeln dazu werden.



Für 2 Personen:
½ kg Cima di rapa
1 + 3 EL Olivenöl
3 Sardellenfilets, fein gehackt
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
⅛ l klare Gemüsesuppe
Salz
Pfeffer
Zitronensaft

2 dicke Scheiben Weißbrot vom Vortag, in Würfel geschnitten


Das Gemüse waschen, gut abtropfen lassen. Die äußeren großen Blätter entfernen, die holzigen Stiele ebenfalls. Die restlichen Stiele in mundgerechte Stücke schneiden, die Blätter in Streifen.
1 EL Olivenöl erhitzen, Schalotte darin anschwitzen, Koblauch und die zerkleinerten Sardellenfilets dazugeben und braten, bis die Filets zerfallen sind. Das Stängel hineingeben, mit der Suppe aufgießen und ca. 5 min. dünsten, dann die Blätter und die Röschen dazugeben, noch einmal 5 min. dünsten. Einfach das dickste Stängelstück kosten. Wenn das bissfest ist, ist das Gemüse fertig. Mit Salz (vorsichtig, denn der "italienische Suppenwürfel", also die Sardellen, bringen schon reichlich Salz mit), Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

In der Zwischenzeit 3 EL Olivenöl erhitzen und die Brotwürfel darin rundumadum knusprig braun braten.

Cima die Rapa auf zwei Tellern verteilen, die Croutons drüberstreuen, fertig.



Donnerstag, 10. Mai 2018

Bella Italia

Darf ich euch mitnehmen auf eine Reise? Ein paar Tage Italien hätte ich im Angebot. Wie so oft um diese Jahreszeit waren wir im Norden Italiens unterwegs.

Keine Pressereise oder sonst etwas, sondern alles selber bezahlt.

Wir haben gesehen, wie in Lignano der Strand aufgebaut wurde.

Sind zum x-ten Mal durch den alten Hafen von Grado geschlendert - nie wird uns das langweilig.

Haben Touristensachen gemacht.

Wie immer waren wir total begeistert von der Wasserqualität. So tief sehen können bei Sandstrand!

Wir hätten uns Stunden dort aufhalten können, nur um den Duft zu riechen.

Dreimal hab ich gefragt, ob die Erdbeeren eh schon gut sind, das waren sie, aber dafür mit Sprühsahne zugedeckt ...😱😖🤢

Ein neues Lokal in Triest entdeckt, das Salumare (not sponsored) und gleich ins Herz geschlossen.

In Triest im Eataly gewesen, das zwar den Charme einer Bahnhofshalle hat, aber auch tolle Produkte

Während der Turbohausmann seinem Espresso treu blieb, bin ich massenhaft fremd gegangen mit Shakerato.

Dekonstruierte Pizza war eine Premiere, aber die Idee merke ich mir - fein gegessen im Sandrocchia (not sponsored).

Tatsächlich haben wir zum allerersten Mal direkt in Venedig geschlafen, 5 min. vom Markusplatz entfernt und mit Blick auf den Canale.

Wir haben gestaunt über Tierpräparate, die uns ausnahmsweise sehr begeistert haben.

Ich habe mich schockverliebt in so manche Handwerkskunst, aber der Preis war leider unpackbar hoch.





Hier dagegen keine Gefahr, dass ich damit die Haushaltskasse belaste.

Für mich genau so nix wie Prada und Konsorten.
Ein Stück Handwerk, das eigentlich schon unter Kunst fällt.

Innenhöfe beherbergen Erstaunliches.
Dieses Mal haben wir den jüdischen Teil Venedigs genauer erkundet.

Im Getto haben wir eine Bio-Patisserie entdeckt, den Majer (not sponsored) und ich habe die besten Cannoli gegessen.

Wir haben wunderschöne und dabei ganz leere Cafés gesehen ...

... und auch gleich den Grund für die Leere.

Erstmals habe ich Venedig in der Nacht gesehen.

Als ob das nicht schon kitschitg schön genug wäre, ist dann noch ein riesiger Drama-Mond aufgegangen.

Venedig vor 7.00 Uhr gehört den Fotografen und den Läufern.

Treppe im Dogenpalast - was für Kunstwerke!

Als Gegensatz die Treppe in unserem Hotel (not sponsored). Doch, man kann sich das leisten: 145,- pro Nacht für zwei Personen mit Blick auf den Canale Grande, ohne Blick aufs Wasser noch deutlich günstiger zu haben.

Tage könnte ich im Dogenpalast verbringen! Dort gibt es tatsächlich ein Gemälde von Tintoretto, das 150 Quadratmeter groß ist. Ich hab geschaut bis zur Genickstarre.

Die Hände von der Berlinale 2017 sind noch da! Ich hoffe, sie bleiben.

Der Markt bei der Rialto-Brücke ist nicht so teuer wie man befürchten könnte.

Der Trubel ist natürlich streckenweise unpackbar, aber schon auch zum Lachen.

Es war anstrengend! Sehr sogar. Aber so schön! Keinen einzigen meiner Schritte möchte ich missen.

Montag, 7. Mai 2018

[Restaurant] Wallner

Not sponsored!

Nun waren der Turbohausmann und ich wieder in Italien. Wie fast jeden Frühling. Was wir schon lange machen, aber ich noch nie geschrieben habe: Wann immer es geht, meiden wir Autobahnraststationen. Und nirgends ist das so einfach wie wenn man in Richtung Italien fährt. Kärnten ist ja schließlich eine kulinarische Region, die einiges kann. Besonders einfach ist es, wenn man den Grenzübergang Arnoldstein wählt. Von der Autobahnabfahrt sind es genau 5 Minuten Fahrt, bis man sich bei einem recht netten Gasthaus einparken kann. Dort kann man sich dann bedienen lassen und steht sich nicht die Füße in den Bauch. Es wird frisch gekocht mit Produkten der Saison und der Region, und das Essen schmeckt. Teurer als ein Essen bei einer Autobahnraststation ist es auch nicht!

Ich zeig euch jetzt ein paar Fotos in willkürlicher Reihenfolge:

Bergsteigernudeln

Spargelcremesuppe

Apfelstrudel

Eis-Reindling mit Weichselkompott

Salat mit Wild und Pilzen

Spinatnudel, Kasnudel, Bergsteigernudel

Gailitzer Festtagspfandl

Beef Tatare

Leberknödelsuppe

Der Wallnerwirt hat durchgehend warme Küche, also auch etwas, das für Langstreckenfahrer nicht unwichtig ist. Und falls das alles noch nicht genug ist: Es gibt auch noch eine Diskonttankstelle gleich ums Eck vom dem Wirtshaus.

Kann noch jemand richtige Wirtshausküche besser leiden als Autobahnraststationen? Hat jemand einen Geheimtipp? Bitte her damit!

Dienstag, 24. April 2018

Flank Steak mit gegrilltem Lauch und Paprika-Walnuss-Salsa

Wie in meinem letzten Posting (hier) angekündigt, kommt nun die genauere Vorstellung eines Rezepts. Zuerst ein wenig Warenkunde: Das Flank Steak wird aus dem hinteren Teil des Bauchlappens vom Rind geschnitten. In Frankreich und den USA war das anscheinend immer schon ein beliebtes Stück Fleisch zum Grillen oder raschen Anbraten, in den deutschsprachigen Ländern wurde es erst jetzt bekannt. Da das Fleisch langfasrig ist, muss man es vor dem Servieren in dünne Scheiben schneiden.

Ich hatte das Glück, ein Stück Flank Steak vom Demeter-Rind zu bekommen. Es war mein erstes Flank Steak und obwohl ich die Kerntemperatur von 56 Grad eingehalten habe, wurden mir die Ränder grau, was nicht sein sollte. Das ist die Tücke von einem flachen Fleischstück, dass so etwas halt schon sehr rasch gehen kann. Beim nächsten Mal weiß ich, dass das Fleisch bei noch größerer Hitze gegrillt werden muss und dafür länger ruhen muss.


Für 2 Personen

50 g Walnusskerne
1 Paradeiser
2 Knoblauchzehen
1 Spitzpaprika
6 EL Olivenöl
1 TL frisch gepresster Zitronensaft
1 Prise Zucker
Salz
schwarzer Pfeffer
2 Stangen Lauch
500 g Flanksteak
Fleur de Sel
Olivenöl zum Beträufeln

Die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten. Paradeiser über Kreuz einschneiden, blanchieren, vierteln, Kerne herausnehmen. Knoblauch in Scheiben schneiden. Paprika entkernen und in Würferl schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Parika und Knoblauch für ein paar Minuten bei mittlerer Hitze rösten. Dann mit den Paradeisstücken und den Nüssen in einen Blitzhacker geben. Olivenöl, Zitronensaft, Zucker, Salz und Pfeffer dazugeben und zu einer Salsa mixen.

Den Lauch waschen und in große Stücke schneiden.
Den Grill vorheizen und in eine heiße und eine weniger heiße Zone teilen. Das Flank Steak salzen und von jeder Seite auf der heißen Zone vom Grill 2 min. grillen. Dann auf die weniger heiße Zone vom Grill übersiedeln und dort ca. 15 min. ziehen lassen, bis das Fleisch eine Kerntemperatur von 56 bis 58 Grad hat. Vom Grill nehmen und in Alufolie 5 min. ruhen lassen.

Während das Fleisch auf der weniger heißen Zone liegt, den Lauch rundherum heiß grillen, bis er schwarz und bissfest ist (mit einem Messer reinstechen). Die schwarze Hülle abziehen, salzen und pfeffern.

Das Fleisch dünn aufschneiden, mit Salzflocken und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Mit Lauch und Salsa servieren.



Bei uns gab es noch Hasselback-Erdäpfeln dazu:
1/2 kg Heurige (= junge Kartoffeln, okay es gehen auch alte)
5 EL Olivenöl
2 Zehen Knoblauch, ganz fein gehackt
Salzflocken (Fleur de Sel oder Maldon)

Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Die Erdäpfeln waschen und zu 2/3 einschneiden. Dafür Essstäbchen links und rechts von dem Erdäpfel legen, damit man nicht ganz durchschneidet. Knoblauch und Olivenöl vermischen Auf ein Blech legen, mit den Knoblauch-Öl beträufeln und je nach Größe ca. eine Stunde im Rohr braten. Dabei immer wieder mit der Ölmischung bestreichen. Beim Anrichten mit den Salzflocken bestreuen.


Die Salsa klingt recht schlicht, ist aber wirklich toll! An sich wäre das die Menge für vier Personen, aber wir haben sie zu zweit problemlos verdrückt, eben weil sie so gut schmeckt. Ich werde das Rezept während der Grillsaison sicher noch einmal machen.


Ich verabschiede mich nun für eine Weile. Allen meinen LeserInnen wünsche ich eine schöne Zeit und viel Grillwetter!