Montag, 25. Juni 2018

[Urlaub] Genussvolles Berlin

Posting enthält jede Menge Links, die alle miteinander nicht gesponsert sind. Die Lokale und Geschäfte sind aber alle einen Besuch wert und daher Werbung!

Nun war sie schon wieder weg! Ja, ja, dieses Jahr können wir es. Ich komm gar nicht nach mit dem Posten. Wie man auf dem ersten Foto sehen kann, waren wir zur Zeit der Kastanienblüte in Berlin, also schon wieder eine Weile her.

Das erste Aha-Erlebnis in Berlin: Es gibt kaum alte Bauten. Vieles, was alt ausschaut, ist wie der Dom neu aufgebaut.


Großes "Ohhhh und ahhhh" bei Fine Bagels, die wirklich sehr fein waren.
Nächstes Aha-Erlebnis: Berlin ist so grün wie keine Stadt, die ich kenne.

In der Markthalle Neun war zu unserem Glück gerade ein Street Food Festival - sehr genießenswert.

Ganz ehrlich: der berühmte Alex ist schiach! Und auch sonst kein Platz, zu dem ich noch einmal müsste.

Zu Du Bonheur hingegen würde ich jederzeit wieder gern hinwollen.



Wie immer in Städten ein abendlicher Schaufensterbummel: Regengewand für die Dame von Welt ...


Das Kind von Welt geht im Tütü und mit Strohhut ...


Der Mann von Welt fährt elektrisch - 500 km, denn das ist die maximale Reichweite.


Das sind Schuhe nach meinem Geschmack: gemacht aus Schokolade bei Rausch


Welcher Wahnsinn da mitten durch Berlin gebaut worden war, sieht man bei einer Besichtigung der Berliner Mauer.

Ganz feinen Fisch kann man bei Funky Fisch speisen, wo man den Tagesfang in der Theke sehen kann.


Da war unser Konto dann tatsächlich in grober Gefahr: In den oberen Stockwerken hätte ich mich gern quer durchgekauft!

Allein die Wurst-Abteilung im KaDeWe ist atemberaubend.


Mauerdenkmal: Wo jetzt noch Eisenstangen erinnern, stand einst die Mauer - beinhart mitten durch.


Was uns nicht begeistern konnte, war die Currywurst: einige Versuche haben wir gestartet, aber alle abgebrochen.

Einer meiner Favoriten war das Pergamonmuseum: Kunst aus dem ehemaligen Zwischenstromland in ihrer schönsten Form.

Im Schwein haben wir das kreativste Essen genossen: Ein Überraschungsmenü sorgte für Entzücken.


Ganz arg verliebt habe ich mich in das ostberliner Ampelmännchen. Das ziert nun meine neueste Handtasche.

Eine Kaffee-Institution ist mittlerweile The Barn. Wir habe uns für die Filiale entschieden, in der tatsächlich Kaffee geröstet wird. Es ist wirklich sehr interessant, das einmal zu sehen.

Das Shoah-Denkmal ist so gut gemacht, dass es einen seelisch fast erdrückt, wenn man mitten drinnen steht.

Das wohl ungewöhnlichste Essen gab es in der Sardinenbar: Es gibt dort tatsächlich nur Fisch aus der Dose. Aber was für welchen! Jahrgangssardinen sind etwas so unglaublich Gutes!


Außer Kastanien, Robinien und vielen anderen Blüten begleiteten uns auch wunderschöne Rhododendren durch die Stadt.


Ein wirklich krönender Abschluss war dieses Törtchen beim Rausch - falls jemand nach Berlin fährt, da MUSS man hin!

Noch ein Duft-Gruß: überall gab es Maiglöckchen zu kaufen. So wunderbar.





Freitag, 22. Juni 2018

Kohlrabi-Carpaccio

Kohlrabi-Carpaccio habe ich schon oft im Internet gesehen. Nun hatte ich aus Italien Bresaola vom Pferd und habe das ins Carpaccio eingebaut. Es muss ganz sicher nicht Pferderohschinken sein, aber hauchdünn geschnittener Rohschinken soll es auf jeden Fall sein. Es hat wirklich umwerfend gut geschmeckt.

Ganz sicher braucht man aber eine Gemüsehobel für dieses Gericht, um den Kohlrabi hauchdünn hobeln zu können. Oder man kann mit dem Messer sehr viel besser umgehen als ich ... 🤨




Vorspeise für 2:
1 mittelgroßer Kohlrabi mit dem zarten Grün
50 g Rohschinken, sehr dünn aufgeschnitten
1 Hand voll Pinienkerne
Olivenöl

Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten.
Vom Kohlrabi das zarte Grün abzupfen und waschen. Kohlrabi schälen und auf der Gemüsehobel ganz fein hobeln. Kohlrabi auf zwei Tellern verteilen. Oben drauf den Rohschinken verteilen. Das Grün hacken und drüberstreuen, ebenso die Pinienkerne. Mit Olivenöl beträufeln.



Zubereitungszeit (wenn man langsam ist): 10 Minuten 😉
Genuss: sehr! 😃
Noch besser: wenn man das Wetter mitspielt und man draußen essen kann. 😎

Mittwoch, 20. Juni 2018

[Rettungsaktion] Ragù alla Bolognese

Wir zeigen heute, dass man ganz sicher kein Sugo aus dem Glas und kein Nudelgericht aus der Tiefkühltheke im Supermarkt kaufen muss. Ich habe mir die gute alte Bolognese vorgenommen. Und es ist nicht wie sonst ein Rezept, das man ruckzuck nachkochen kann, sondern das braucht Stunden! Belohnt wird man dann mit einem Ragù, das seinesgleichen sucht. Leider fallen mir solche Kinkerlitzchen wie Milch in der Bolo nicht ein, sondern ich habe das Rezept von Marzella Hazan übernommen. Nicht ganz original, weil ich die Zutaten Auge mal Pi auf ein halbes Kilo Rindfleisch umgerechnet habe. Ich finde, dass die Bolognese besser ist, wenn man mehr davon kocht, also sehr gern auch gleich mit einem Kilo oder mehr Fleisch.

Zu den vielen Kochstunden: Viele finden, so lange kann man nicht in der Küche stehen. Das muss man auch nicht. Ich habe die Sauce angesetzt und bin danach einen Abend auf dem Sofa gelegen, habe gelesen und nur ab und zu umgerührt. Gegessen haben wir dann am nächsten Tag davon, denn die Sauce ist im Nu aufgewärmt. Der größte Teil wanderte in den Tiefkühler und ist so schnell wieder essbereit wie ein tiefgekühltes Fertiggericht oder eine andere Variante aus dem Regal.

 


Wie so oft im Leben kommt es anders, als man vermutet hätte: Die Giftigeblonde rettet nicht mehr mit uns. Nun ist es leider so, dass es aber immer mehr Fertigprodukte und immer weniger kochende Menschen gibt, also machen wir halt so weiter. Zum Glück halten mir die anderen MitstreiterInnen die Treue. Vielen Dank dafür!

Zuerst einmal: Ja, ich kann Pasta machen. Ja, ich mache sie auch. Hier habe ich schon gepostet, wie ich in einem Kochkurs war und nach welchem Rezept ich Nudeln mache. Ich erspare es mir, noch ein Pasta-Rezept zu posten, aber ich verlinke die braven Mitstreiterinnen, die schon Pasta selbst gemacht haben. Ich bin sicher, da findet jede/r ein Rezept ganz nach Gusto:
auch was: Tagliatelle
Germanabendbrot: Tagliatelle
Kleines Kuliversum: Pastateig
Pane & Bistecca: Selbstgemachte Pasta
Madam Rote Rübe: Dinkelvollkornnudeln
Kochtopf: Grundrezept Nudelteig
corumblog: Bärlauchnudeln

Nun zum Fertigprodukt Schälparadeiser: Sie gehören zu den ganz wenigen Konservenprodukten, auf die ich nicht verzichten will und kann. Bevor ich im Winter Paradeiser kaufe, die einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen, dass einem schwummrig wird, greift man am besten zu konservierten Bioprodukten aus heimischem Anbau. Es gibt sehr gute Dosenparadeiser in Österreich im Supermarkt zu kaufen, die man guten Gewissens verwenden kann. Ich bin sicher, dass es auch in anderen Ländern vergleichbare Produkte gibt. Zu 08/15-Dosenparadeisern möchte ich euch eine Dokumentation ans Herz legen: Rotes Gold







Ergibt 8 Portionen:

2 EL Pflanzenöl  (Olivenöl)
60 g Butter
100 g Zwiebel, gehackt
4 Stangen Sellerie,  gehackt
5 mittelgroße Karotten, gehackt
500 g durchwachsenes Rindfleisch, faschiert
schwarzer Pfeffer
Muskatnuss
0,3 l Vollmilch
0,3 l trockener Weißwein
2 kleine Dosen Schältomaten (San Marzano, wenn möglich), klein geschnitten, samt Saft
1 EL Butter für die Pasta
Parmigiano Reggiano zum Servieren

Pasta − klassisch Tagliatelle, aber dat kannste halten wie die Dachdecker (Den Ausspruch habe ich in Berlin gelernt und liebe ihn!).


Hier muss noch ein wenig Flüssigkeit einkochen

Öl, Butter und Zwiebeln in einen Topf geben und auf mittlere Hitze schalten. Den Zwiebel unter Rühren glasig anschwitzen, dann gehackten Sellerie und Karotten hinzufügen. Ca. 2 Minuten unter Rühren garen, bis das Gemüse gut mit Fett überzogen ist. Rinderfaschiertes, eine ordentliche Prise Salz und Pfeffer dazugeben. Das Fleisch so lange braten, bis es krümelig ist. Es muss nicht braun geröstet werden, soll aber nicht mehr rot sein. Eine Prise Muskatnuss einrühren. Die Milch zugießen und vollkommen einkochen lassen. Danach den Wein zugießen und ebenso einkochen lassen. Schließlich die zerkleinerten Schälparadeiser dazugeben und alles einmal aufkochen lassen. Dann dreht man die Hitze auf ganz klein. Es sollte nur ab und zu ein Bläschen aufsteigen. Bloß nicht kochen lassen wie wild! Nun darf das mindestens 3 Stunden, besser länger köcheln. Dabei immer wieder schauen, dass genug Flüssigkeit da ist. Ich wasche die Dosen der Schältomaten immer mit Wasser aus und nehme das zum Aufgießen, jedesmal ca. ⅛ l.

Die Sauce ist fertig, wenn sich Fett und Sauce getrennt haben. Diese Bolognese ist also keine flüssige, sondern eine relativ trockene Sauce. Man kann das Köcheln auch einmal unterbrechen, sollte die Sauce aber am selben Tag fertigstellen. Sie hält sich, wenn man sie in einem sehr gut schließenden Behälter im Kühlschrank aufbewahrt, bis zu drei Tage (bei uns noch nie passiert ... aus Gründen). Wenn man die Sauce eingefroren hatte, dann sacht über etwa 15 min. aufwärmen, dabei ein-, zweimal umrühren.

Mit der gekochten, abgetropften und mit Butter geschwenkten Pasta mischen. Mit Parmesan bestreuen. Essen und glücklich sein. 😃




Und noch noch die Rezepte der anderen MitretterInnen:

1x umrühren bitte aka kochtopf − Pasta mit warmem Brokkoli-Pesto
Anna Antonia − Cannelloni mit Garnelen
auchwas − Lasagne klassisch
Aus meinem Kochtopf − Käse-Makkaroni − Macaroni and Cheese Klassiker in jedem Diner
Bonjour Alsace − Grundrezept Pasta
Brittas Kochbuch − Nudelauflauf
Brotwein − Pasta all’arrabiata – feurig scharf!
Cakes Cookies an more − Macaroni and Cheese
CorumBlog 2.0 − Asiatisches Spargel-Curry mit Nudeln
Dynamite Cakes − Überbackene Bandnudeln mit Spinat-Pesto
evchenkocht − Lamm-Lasagne
Fliederbaum − Nudelpfanne Jäger-Art
German Abendbrot − Bavette mit Spargel, Shrimps und Basilikumöl
Karambakarinas Welt − Nudel-Schinken-Gratin
Kleines Kuliversum − Fetucchini in cremiger Zitronensauce mit Dill und Spargel
Leberkassemmel und mehr − Quick and dirty: Spaghetti mit Meeresfrüchten
Madam Rote Rübe − Spaghetti mit Rucola und schwarzen Oliven
magentratzerl − Instantnudel-Gewürzpaste auf Vorrat
our food creations − Pasta-Klassiker
Schönes + Leben − Spaghetti mit Guacamole, Kirschtomaten und Peperoni
Summsis Hobbyküche − Tortellini mit Spinat-Ricotta-Füllung
The Apricot Lady − Glasnudelsalat

Montag, 18. Juni 2018

Schöne Dinge

Werbung, weil Einladung, kein weiteres Sponsoring



Bekanntlich lebt man ja nicht von Brot allein, daher kommt heute ein Posting über schöne Dinge. Hat aber auch etwas mit Brot zu tun, nämlich mit Sachen, auf die man das Brot legen kann: Keramik. Aber nicht irgendeine industrielle, sondern wunderschöne Handarbeit. Dass ich dazu ein Naheverhältnis habe, hatte ich ja schon einmal verraten (click), denn ich habe vor vielen, vielen Jahren selber töpfern gelernt und habe gar nicht so schlechte Arbeiten gemacht. Daher hat es mich sehr gefreut, als ich von Ketchum im Auftrag der wko eingeladen wurde zur #crafttour2018.

Dieser Teil der Tour führte uns nach Niederösterreich, ins schöne Waidhofen an der Thaya. Links sieht man das Wahrzeichen von Waidhofen, das Schloss Rothschild. Berühmt geworden ist das Schloss durch den gläsernen Kubus, der oben auf dem Turm sitzt. Wie uns erklärt wurde, gehört es in Waidhofen dazu, dass man sich einen Picknick-Korb packt, damit auf den Turm geht und da oben Aussicht und Essen genießt.





Das Ziel der Tour war ein Mann mit gleich zwei Berufen: Josef Wieser ist Keramiker und Hafner (Ofenbauer nennt man letzteren Beruf wohl in Deutschland). Damit sind hier wieder zwei Berufe vereint, die ursprünglich nur einer waren. Daran erinnert das österreichische Wort "Häferl", das Gefäß aus Ton.

Da rechts ist er, der Mann, der Lehm und Ton in seinem Umland selber sticht und in zeitaufwändiger Technik die Rohstoffe für seine Öfen, Teller, Fliesen und Schüsseln gewinnt.

Wir haben viel gehört über die Beschaffenheit der Lehme und Tone, die sich zum Töpfern eignen. Die in Kunsthandwerk hergestellten Dinge werden bei hohen Temperaturen gebrannt, das heißt, sie sind auch ohne Glasur wasserdicht und sehr stabil. Man nennt so etwas dann Steinzeug im Gegensatz zu Steingut (berühmtes österreichisches Beispiel: Gmundner Keramik), das erst durch den Glasurbrand abgedichtet wird.


Links sieht man etwas in Österreich wohl Einzigartiges: In Eigenbau hat Herr Wieser zwei Anagama-Öfen gebaut. Nur mit Holz werden diese Öfen befeuert. Der Ofen, den man auf dem Foto sieht, muss einige Tage durchgehend in Betrieb sein, um den gewünschten Ascheanflug auf den Keramiken zu erzeugen. Dabei werden Temperaturen bis 1300 Grad erzeugt. Bitte mit Holzbefeuerung! Und das händisch. Das heißt, dass bei so einem Brand der ganze Freundeskreis von Herrn Wieser zum Einsatz kommt, denn alle vier Minuten muss der Ofen neu mit Holz befeuert werden und das rund um die Uhr. Kein Wunder, dass dieser Ofen nicht so oft in Betrieb genommen wird, sonst würden da wohl einige Freundschaften zu arg strapaziert werden.

Es gibt aber auch noch Gas- und Elektro-Brennöfen in der Werkstatt von Herrn Wieser. Entsprechend breit ist das Angebot: Von Kachelöfen über Feuerschalen, Gugelhupfform über Brottöpfe bis zu Schalen für japanische Teezeremonien findet man so ziemlich alles in dieser Werkstatt.


Das sind nun solche Keramiken mit dem berühmten Asche-Anflug aus dem Anagama-Ofen.


Diese Eierbecher sind aus Steinzeug und somit so hoch gebrannt, dass sie auch den Geschirrspüler aushalten.

Wundeschöne Keramik für alle Lebenslagen

Wir durften auch selber werkeln und diese Schüssel stammt von mir - na jaaaa, sie ist mit sehr viel Hilfe von Herrn Wieser entstanden!




Freitag, 15. Juni 2018

Mit Miso glasierte Melanzani

Das ist eines der Rezepte, die aus dem Buch Japan Easy stammen, und bei uns immer wieder auf den Tisch kommen werden. Wir haben von der süßen Miso-Sauce zum Glück gleich eine ordentliche Menge gemacht, denn sie ist im Kühlschrank fast unbegrenzt haltbar. Ich möchte gern noch verschiedene andere Grillgemüse damit glasieren. Als Gemüsebeilage oder auch Hauptgericht ist der Geschmack echt toll!




Süße Misosauce:
300 g Misopaste (ich: rote)
90 ml Mirin
60 g Zucker
3 EL Sake
1 ½ TL Essig

Alle Zutaten verrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.


Melanzani für 4 Personen als Beilage:
2 Melanzani
120 − 150 ml süße Misosauce
geröstete Sesamsamen zum Bestreuen

Melanzani der Länge nach halbieren und die Schnittflächen über Kreuz einschneiden. Dadurch kann die Melanzani später die Miso-Sauce besser aufnehmen. Man kann die Melanzani in der Pfanne in Fett vorbraten, wir haben sie gegrillt. Wenn die Schale leicht schrumpelig und das Fruchtfleisch weich ist, sind die Melanzani so weit fertig, dass die Sache mit dem Glasieren anfangen kann.  Dafür überzieht man das Fruchtfleisch der Melanzani dick mit der Misosauce.  Man kann sie dann unter dem Grill im Backofen 5 − 10 min. glasieren. Wir haben das im geschlossenen Kugelgrill gemacht. Wenn die Glasur Blasen wirft, ist das Glasieren gelungen. Nun muss man die Melanzani nur mehr mit gerösteten Sesamsamen bestreuen.




So schön wie im Buch ist es bei uns nicht geworden, aber geschmeckt hat es super!