Mittwoch, 21. Februar 2024

[Buchbesprechung] Ayses Rezepte von Ayse Sen

 

Wenn man nach dem Namen der Autorin sucht, wird man sehr schnell fündig: Die 34-jährige Ayse Sen hat auf Instagram als Ayses Kitchen fast 2 Millionen Follower:innen. Wie auch aus dem Kochbuch lächelt sie dort sehr lieb vom Bildschirm. 

Die Fotos sind durchwegs hell, freundlich und schön gemacht. Man sieht, dass das Essen mit Wertschätzung gemacht wird, denn da wird nicht alles durch die Gegend gestreut, sondern die Gerichte werden ansprechend positioniert. 

Das Kochbuch ist ein gebundenes Buch. Was mir gut gefällt: Das Buch gibt es auf Deutsch oder auf Türkisch, da die Autorin beide Leser:innengruppen zufriedenstellen will. 

Das Buch ist gegliedert in die Kapitel "Vorspeisen", "Salate", "Hauptspeisen", "Gebäck", "Kuchen und kleine Köstlichkeiten", außerdem ein Register, einen Index, Vor- und Nachwort.

Die Rezepte sind alle sehr gut nachkochbar und gelingsicher. Die Zutaten sind ganz einfach zu bekommen − der Supermarkt ums Eck bietet alles, was man zum Nachkochen braucht. Lediglich Urfa-Chili bekommt man nur in türkischen Geschäften, aber das wissen meine Leser:innen wohl alle, dass man den sowieso haben muss. Sowohl Zutatenregister als auch die Kochanleitungen sind klar und gut verständlich.

Was ich nicht unterschreiben kann ist, dass es sich um deutsche und türkische Rezepte handelt. Es sind viele Rezepte von Gerichten in dem Buch, die "man kennt" wie Hummus, Cheesecake, Ceasar Salad, Kartoffelsalat etc., aber alle mit einem eigenen Twist. Darüber hinaus sind einige türkische Rezepte zu finden wie Simit oder Sultan-Lokumu.

Natürlich habe ich wieder einige Sachen aus dem Buch nachgekocht.


Caesar Salad mit Hähnchenspießen und Croutons

Das ist ein Klassiker, den ich immer wieder gern koche. Hier wird Hühnerfleisch in einer Marinade mit Sojasauce und einigen anderen Zutaten mariniert, was dem Salat sehr gut steht.

Pizzabrötchen mit getrockneten Tomaten und Oliven

Normalerweise backe ich weder Brot noch Gebäck, aber ich wollte gern aus möglichst vielen Sparten etwas aus dem Buch nachmachen. Ich bin also denkbar ungeübt, diese Weckerl sind trotzdem etwas geworden.


 

Weißer Schokoladenpudding mit Sauerkirschsauce

Ein nettes Dessert für alle Tage, weil es recht schnell gemacht ist, lediglich durchkühlen muss es dann ein paar Stunden. Aber so kann man es machen, wann immer man Zeit hat, und das Dessert wartet im Kühlschrank auf seinen Einsatz.


Hähnchenpfanne mit getrockneten Tomaten und Spinat

Hier habe ich, weil gerade im Haus, roten Reis als Beilage verwendet, im Buch wird weißer Reis gereicht. Das Gericht ist schnell zubereitet und lässt keinen Stress in der Küche aufkommen. Die Zutaten sind harmonisch abgestimmt.








Champignonsuppe mit Karotten

Eine sehr feine Suppe für das derzeitige Wetter. Und für die derzeit am Markt erhältlichen Gemüse. Daher stelle ich die Suppe im nächsten Posting vor.







Was es nach dem Essen zu sagen gibt: Ich würde das Kochbuch vor allem Kochanfänger:innen empfehlen. Es sind wirklich absolut keine Stolpersteine in dem Buch zu finden. So lieb, wie die Autorin aus dem Kochbuch lächelt, sind auch die Rezepte. Der Untertitel "Alltagstauglich, lecker und schnell gemacht" ist Programm.


Fakten:

ISBN-10: ‎ 3942906627 
ISBN-13‏: ‎ 978-3942906623
Herausgeber: Härter Verlag 
Erschienen: 31. Oktober 2023 
Sprache: ‎ Deutsch, auch in Türkisch erhältlich 
Gebundene Ausgabe ‏ 
Umfang:‎ 196 Seiten
Format: ‎ 20.8 x 2.2 x 26.5 cm


Danke an den Härter Verlag, dass es mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.


Die Links sind alle keine Affilate- oder sonstige Werbelinks.


Mittwoch, 14. Februar 2024

Zierkohl-Quiche

Dieses Mal war Zierkohl in meinem Gemüsekistel. Es war überhaupt sehr viel Kohl in dem Kistel, aber das muss so, denn es ist ein saisonales und regionales Kisterl und da gibt es halt viel Kohl. Mir wird der nicht langweilig! Nur muss ich gestehen, dass ich den Zierkohl eher etwas ratlos angeschaut habe, denn der wächst bei mir zwar auf Balkonien, aber der ist dazu da, dass er die Augen erfreut. Die Blätter sind für Kohlgemüse recht zart und man kann sie für Salate verwenden. Verkocht habe ich ihn bisher nur aus dem Gemüsekistel und da wurde bisher nur Köch draus. Das geht gut, aber so oft muss ich dann auch nicht dasselbe essen, dass ich jeden Monat einmal Köch mach. Ribollita geht natürlich mit Zierkohl, aber diesen Monat war Palmkohl in der Lieferung, also das Rezept auch nicht. Also habe ich diesen Versuch gestartet und das war ein Volltreffer. Ich denke, dass diese Quiche mit allen Blattkohlsorten gehen müsste, aber das teste ich dann nächsten Winter.

Sehr gut haben Wildwürstel in die Quiche gepasst. Die habe ich bei einem Einkauf im Hofladen von Bioobstbau Fillip gekauft und dafür gibt es generell eine sehr warme Empfehlung von mir. Wir fahren dort vorbei, wenn wir Freunde in der Nähe besuchen und immer ist der Kofferraum sehr voll, wenn wir wegfahren. Offene Hülsenfrüchte, Getränke sowieso, Äpfel und viele Produkte von anderen Produzenten findet man dort. Zum Beispiel Butter und Käse vom Höflmeier − ausnahmsweise nicht zu Bobo-Preisen. Es kaufen dort richtig viele Leute ein, wenn wir dort sind. Allein waren wir noch nie in dem Laden. Aber genug gelabert, jetzt wird gekocht.





Topfenteig:
200 g Mehl (ich nehme immer Allzweckmehl)
125 g Butter, kalt, in kleinen Würfeln
125 g Topfen
1 Prise Salz

Fülle:
1 Zierkohl
100-150 g würzige harte Würstel, in Würfel geschnitten
1 EL Sonneblumenöl
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe 
⅛ l klare Suppe (Rind- oder Gemüsesuppe)
4 kleine Eier
200 g Sauerrahm
Salz
Pfeffer

 Kleine Zierkohlblätter und Petersilie für die Deko

 

Für den Teig das Mehl mit dem Salz und der kalten Butter verbröseln. Ich mache das in der Küchenmaschine mit dem K-Haken. Den Topfen dazugeben und die Maschine weitermachen lassen, bis der Teig gut abgebunden und gleichmäßig ist. Den Teig in ein Stück Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank gut durchkühlen lassen − mindestens eine halbe Stunde. In dieser Zeit kann man gut die Fülle machen.

Die Wurst mit dem Öl in einer großen Pfanne anrösten. Die klein geschnittene Zwiebel mit anrösten. Den fein gehackten Knoblauch dazugeben und mit anschwitzen. Den Zierkohl waschen und in Streifen schneiden. Mit in die Pfanne geben und kurz mitrösten. Mit der Suppe aufgießen und den Kohl weich dünsten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles auskühlen lassen.

Eier mit dem Sauerrahm verrühren, salzen und pfeffern. Die Kohlmasse und die Petersilie einrühren.

Backrohr auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche in der Größe der Quicheform ausrollen. Die Form mit dem Teig auslegen und am Rand gut andrücken. (Ich habe eine Prozellanform und muss die nicht einfetten, dieser Teig geht auch so gut heraus.) Die Kohl-Wurst-Eiermasse in die Form füllen und gleichmäßig verteilen. Ins Rohr schieben und 35-40 min. backen. 

Vor dem Servieren die Quiche ca. 10 min. ruhen lassen. Die Fülle hat sich bei mir während des Backens richtig hoch aufgeplustert, aber beim Überkühlen sackt sie dann wieder zusammen und man kann sie leichter in Stücke schneiden. Vor dem Servieren mit Kräutern bestreuen.



 

Montag, 5. Februar 2024

Foodierückblick auf Jänner 2024

 Gegessen

 

Wir haben ein neues Chinarestaurant in Wien. Und zwar eines, das ganz nach meinem Geschmack ist. Das Red Bowl ist ein Ableger der China Kitchen, von dessen Koch ich schon seit sehr vielen Jahren begeistert bin und dem ich sehr gern immer wieder folge.

Auf dem Foto zu sehen ist ein Mittagsteller: Handgezogene Biangbiang-Nudeln in einem leicht scharfen Sud, ich habe mir dazu Schweinebauch ausgesucht. Es ist noch Gemüse mit dabei und man muss am Anfang die Schüssel ordentlich durchrühren, damit alles von dem Sud überzogen wird. Es war richtig gut! Hier war ich nicht zum letzten Mal.

 

Zum ersten Mal war ich im Jonas Reindl − also im Lokal zum ersten Mal, das Jonas Reindl als Ort kenne ich natürlich. Der Kaffee war wirklich gut! Ich mein, so richtig gut. Das Kaffeehaus war entsprechend voll, auch so richtig voll. Ich konnte gerade einen letzten Sitzplatz an einem Social Table ergattern. Und bitte freundlich sind die Leute, die dort arbeiten! Es ist zwar Self Service, aber der Kaffee wird mit viel Sorgfalt zubereitet und einem Lächeln überreicht. 



 

Wie immer sehr gut war die Pizza in der Piazza Colombo. Auch der Service war wieder nett! Getränke waren auch gut: Ich hatte hausgemachte Zitronenlimonade mit Basilikum, die war nicht zu süß und hatte ein feines Basilikumaroma. Gegessen hab ich Pizza Frutti di mare. Es war genau die richtige Menge Sauce und eine feine Mischung an Meeresfrüchten, die auch alle gut nach Meer geschmeckt haben. Der Teig war, wie es sich für eine neapolitanische Pizza gehört, schön weich. 

Insgesamt wieder ein sehr angenehmer Abend!


 

Mit einer Freundin war ich im Café Drechsler zum Frühstücken. Aus mir im Nachhinein unerfindlichen Gründen haben es die Eier Benedict nicht auf das Foto geschafft. Wahrscheinlich waren es die angenehmen Gespräche, die wir geführt haben. Die waren tatsächlich noch ein bissi besser als die Eier, wobei die beim Drechsler schon sehr gut sind. Und der Kaffee war wie immer auch ausgezeichnet.



Mit dem Turbohausmann war ich im Stadtsaal bei einer Matinee. Es gibt eine neue Wissenschaftsshow namens "Der Urknall war 1 Fehler" mit Florian Aigner und Martin Moder, da haben wir Karten für die Premiere ergattert. Es war richtig toll! Also ich kann sie niemandem empfehlen, der eine esoterische Ader hat, denn da kommt nicht viel Außerirdisches ungeschoren davon. Aber wenn man einen Hang zu wissenschaftlichem Denken hat, dann sollte man die Show sehen. Sehr spannend und sehr unterhaltsam. Aber damit schweife ich ab, denn eigentlich wollte ich nur vom Kaffee schwärmen, den ich vor der Vorstellung getrunken hab, der war nämlich richtig gut!





Gekauft

 

Eines der besten Brote gibt es im L'Amour du Pain. Es ist ein typisch französisches Landbrot mit krachender Kruste und großporiger Krume. Und es hält sich gut! Das ist nicht so ein Brot, das nach 24 Stunden außen lätschert und innen zach ist, sondern das schmeckt viele Tage super.

Natürlich sind auch alle anderen Sachen dieser Bäckerei sehr genial. Sie ist auch schon oft genug hier am Blog zu finden.


Nachdem sich mein Pedacola und meine köstlichen Getränke von Van Nahmen dem Ende zugeneigt haben, war ich beim Sussitz um Nachschub. Was mich dabei angesprungen ist, waren diese kleinen feinen Stücke kandierter Zitrusfrüchte, die in Schoki getunkt sind. Extrem empfehlenswert!

 

 

 

Weil das viele Wintergemüse, das hier bei uns wächst, zwar unglaublich gut ist, aber schon ein ziemliches Gegrummel im Bauch anrichtet, habe ich über Crowd Farming ein Stück Feld in Italien adoptiert und habe nun zweimal das Vergnügen, 2 kg Artischocken, 1 kg Fenchel, 1 kg Erdäpfel und 1 kg Karotten zu bekommen. Es ist echt nicht so, dass ich Karotten und Erdäpfel aus Italien haben muss, aber die Artischocken und den Fenchel. Und es gab das Feld halt einfach nur so, daher habe ich zugeschlagen und bin echt glücklich mit der Lieferung.

 

Bei einem Spaziergang über den Naschmarkt habe ich Brot beim Pöhl gekauft und es springt mich dort halt doch mehr an, als ich eigentlich kaufen wollte: Zwei Joghurts von Maison Bordier wollten in meinen Einkaufskorb. Jessas, sind das gute Joghurts! Einfach perfekt in der Süße, der Cremigkeit, im Geschmack insgesamt, der Menge der zugefügten Früchte und eh überhaupt allem. Die nächsten Male, wenn ich am Naschmarkt bin, muss ich mir sicher sehr auf die Finger klopfen, dass ich nicht wieder zugreife.


 

 

 

 

 

Gekocht

Ich hab mit meinen letzten Boskoop einen Apfelstrudel gezimmert. Wie immer zerfällt diese Apfelsorte komplett im Strudel. Ich find das okay, denn der Geschmack der Boskoop ist unglaublich gut.

Aus dem Kürbis im Gemüsekistel mit Salbei von Balkonien wurde mein bewährtes Kürbisrisotto. Ja, ja, ich weiß, die Italiener würden sich erschütteret die Hand vor die Augen halten, weil ich kann kein Risotto all'onda, das so suppig daherkommt, aber trotzdem: Man kann das auch so essen. Sehr gut sogar.



Seit vielen Jahren essen wir immer wieder gern diesen Pomelosalat mit Avocado-Tatar und − in diesem Fall − Räuchersaibling. Genauer gesagt essen wir den jeden Winter seit 11 Jahren in den verschiedensten Varianten - welcher Räucherfisch halt gerade da ist. Und nach einem Jahr hab ich dann wieder vergessen, wie blöd das Schälen einer Pomelo ist ...


Es ist Blutorangenzeit! Und natürlich habe ich gleich mal mit den Orangen von Crowd Farming meinen allerliebsten Orangenpudding gemacht. Wie immer war es uns ein Volksfest!

Mit den Petersilwurzeln aus meinem Gemüsekistel und zugekauftem Spinat habe ich zum wiederholten Mal die Spinatknöderl, die schon sehr lang auf meinem Blog sind, gemacht. Immer noch ein sehr gutes Rezept.

 

 


 



Mit sehr feinen Tarocco-Orangen (Quelle wie oben) habe ich meine heiß geliebten Orangenpalatschinken gemacht. Die essen wir wirklich irre gern um diese Jahreszeit. Ist zwar ein bissi mehr Arbeit, als einfach Marmelade in Palatschinken reinstreichen, aber es lohnt sich.


 

 

Von meinem italienischen Stück Feld habe ich diese Dorade nachgekocht, meinen Lieblingssalat und den Fenchel mit Frischkäse nach dem Otto. Damit waren die Fenchelknollen auch schon aufgebraucht. Das ging echt flott!






Was aus den italienischen Artischocken wurde? Natürlich wie immer, wenn Artischocken da sind, mache ich dieses Fregola-Rezept damit. Außerdem die Artischocken mit Sardellenmayo und  Artischocken mit Spaghetti.






Die Hälfte meiner italienischen Karotten wurde zu diesem Türkischen Karotten-Joghurt-Salat. Wie immer ein ganz feines und sehr empfehlenswertes Essen.

Die andere Hälfte der Karotten wurde im Ofen geröstet, schlicht mit Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzt. So mögen wir Karotten als Beilage sehr gern. Hat den Vorteil, dass sich die Karotten quasi von selber kochen. (Wer Eckdaten braucht: 200 Grad, ca. 35-40 min, nach der Hälfte der Zeit wenden.)

Kuchen gab es natürlich auch im Jänner. Zorras Blog wird tatsächlich schon 20 Jahre alt. Ein toller Geburtstag! Ganz herzlichen Glückwunsch von mir. Nachdem ich es schon nicht geschafft habe, bei Zorras Geburtstagsevent dabei zu sein, habe ich mich zusammengerissen und war wenigstens beim Synchronbacken dabei. Das Rezept von diesem Elsässer Gugelhupf kann ich euch sehr ans Herz legen. Er war echt gut! Zorra-Qualität halt. 







Schön war er wettertechnisch, der Jänner. Das typische Wiener Winterwetter − bei dem alles nur grau ist, die Straßen wie auch der Himmel − ist an vielen Tagen strahlend blauem Himmel mit Sonnenschein gewichen. Und es war echt kalt! So kalt, dass nach einem einzigen Tag Schneefall mein Balkonien für über eine Woche zu einem schönen winterlichen Paradies wurde. Und kaum war der Schnee weg, sind total viele Blumenzwiebel ein bissi rausgekommen, was mich sehr freut, weil man sehen kann, dass der Winter ja doch zu Ende geht.

Ordentlich Störgeräuschen hatten wir aber doch im Jänner. Es gab zwei Todesfälle in meinem Umfeld, die mich schon ziemlich mitgenommen haben. Außerdem war Corona Teil 2 hier. Aber wir sind zum Glück so oft geimpft, es war daher ein gröberer Schnupfen, mehr nicht. Fad wars daheim, aber das war schon das einzig Blöde dran. Deswegen hab ich auch so enorm viel gekocht, weil unter Menschen will ich nicht gehen, wenn ich infiziert bin, also hab ich mich daheim still beschäftigt, was bei mir zwangsläufig  Kochexzesse zur Folge hat. Ich denke, das alles hat dann auch dazu geführt, dass ich gemeint habe, dieser Monat hört einfach nie mehr wieder auf. Aber nun sind wir ja doch im Februar gelandet und ich hoffe sehr auf einen freundlicheren Monat.

Das Foto stammt von einem Besuch im Burgenland − so ein Drama-Himmel! Hoffentlich geht es euch auch allen gut? Passt alles bei euch? Sagts was! Wie immer schick ich euch ein Zwickerbussi!



Freitag, 2. Februar 2024

[Rettungsaktion] Käsegebäck

Es gibt tatsächlich noch Rettungsaktionen! Ganz demokratisch wird entschieden, welches Thema bei der kommenden Rettung in Angriff genommen wird. Dieses Mal war ich nicht sicher, ob ich da mit dabei sein will, denn im Jänner Kekse zu backen hatte ich irgendwie nicht auf dem Schirm. Aber ein Besuch, bei dem es immer, wenn wir dort sind, etwas zu knabbern gibt, hat mich dann doch angespornt. Bei mir gibt es nämlich sehr selten Knabberzeugs irgendwelcher Art. Aber nun hab ich mich zusammengerissen!

Beim Bestreuen des Käsegebäcks kann man der Fantasie freien Lauf lassen: Wie hier passen Kümmel, Salzflocken und gebrochener Pfeffer sehr gut, man kann aber auch Parmesan draufstreuen oder mit Kürbiskernen einen Stern drauf legen, auch alle anderen Kerne (½ geschälte Mandel, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne) sind eine feine Sache.

Danke an Tamara, die die Schirmherrschaft über die Rettungen hat und sich da immer tapfer durchkämpft. Ein großes Dankeschön an Britta und ihren Mann für die technische Unterstützung.


Zutaten für 2 Bleche 
150 g Mehl 
2 Prisen Salz 
1 Prise Cayennepfeffer 
1 Prise Paprikapulver (süß)
120 g fein geriebener Käse − hier eine Mischung aus würzigen Käseresten (Gruyere, Parmesan, Comté)
100 g kalte Butter 
1 Eigelb  
ein wenig Mehl zur Teigverarbeitung 

Deko 
1 Eigelb zum Bestreichen 
Kümmel, grobe Salzflocken, grober Pfeffer zum Bestreuen

Mehl, Cayennepfeffer, Paprikapulver,  Käse, Butter und Eigelb in der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeiten. Bei mir macht das die Kenwood mit dem K-Haken sehr gut. Den Teig danach zu einem Rechteck formen (lässt sich dann leichter in ein Rechteck auswalken) und in Folie wickeln. Im Kühlschrank mindestens 1 Stunde durchkühlen lassen.

Den Teig auf Zimmertemperatur kommen lassen. Währenddessen 2 Bleche mit Backpapier auslegen. Das Backrohr auf 200 Grad Ober-Unterhitze oder 180 Grad Umluft vorheizen. Wenn man Umluft hat, sollte man die verwenden, denn man kann zwei Bleche auf einmal backen, muss nur nach der halben Backzeit die Bleche in der Position tauschen, damit die Kekse alle gleich viel Hitze abbekommen. Wenn keine Umluft vorhanden ist, stellt man ein Blech in der Zwischenzeit in den Kühlschrank oder (der Vorteil dieser Jahreszeit) in den großen Open Air-Kühlschrank.

Auf einer schwach mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche den Teig ca. 4 mm dünn auswalken. Mit Keksausstechern diverse Formen ausstechen, die Kekse auf den Backblechen verteilen. Man kann den restlichen Teig zusammenkneten und wieder ausrollen, abermals ausstechen. Wenn der Teig zu mehlig oder zu warm wird, gibt man die Rest weg − solche Kekse schmecken nicht mehr so gut.

Die Kekse mit verquirltem Eigelb bestreichen und mit den gewünschten Materialien bestreuen.

Bleche ins Rohr schieben und ca. 8 min. backen, bis die Kekse eine appetitliche Farbe haben. Auskühlen lassen und in luftdicht schließende Behälter geben.
 

Leider kann ich keine Angaben machen, wie lange sich die Kekse halten, denn sie waren rasch aufgegessen. Ich habe sie am Vortag gebacken, sie waren auch am nächsten Tag noch schön knusprig.





Und nun kommen meine Mit-Retter:innen:

Cakes, Cookies and more - Brownie Cookies 

Brotwein - Azora Orangenplätzchen Rezept 

Anna Antonia-Herzensangelegenheiten - Bierstengel oder schwäbische Grissini 

Pane-Bistecca - Berner Nusstaeschli 

Kaffeebohne - Rosmarin-Parmesan-Kekse

Donnerstag, 25. Januar 2024

Gebratenes Rotkraut auf Fetacreme mit Chiliknusper

Das Rezept ist eines, bei dem sich das fast alles von selber kocht. Voraussetzung ist, dass man Missboulettes Sichuan-Würzöl bei der Hand hat, besser gesagt den zweiten Aufguss, nämlich den Chiliknusper. Das Feine an dieser Jahreszeit: Ich kann daheim im Warmen sitzen und verarbeite die getrockneten Chilis von Balkonien. Hach, das Leben ist gerade sehr fein!

Rezept nachgekocht sehr frei nach Motion Cooking.


Für 2 Portionen als Hauptspeise oder 4 Vorspeisenportionen

1 kleiner Kopf Rotkraut (ca. ½ kg)
Olivenöl
Salz
Saft und Schale von 1 Zitrone
150 g Feta
150 g griechisches Joghurt
Salz
Pfeffer 
etwas Balsamico (den Originalen aus Modena, ersatzweise Condimento und Honig 2:1 gemischt)
Chiliknusper nach Missboulette (leider gibt es den Blog nicht mehr ... großer trauriger Seufzer)

 

Backrohr auf 220 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

Die äußeren Blätter vom Rotkraut entfernen. Den Kopf je nach Größe in Viertel oder Sechstel schneiden. Dabei unbedingt den Strunk drinnen lassen, sonst kann man das Kraut später nicht wenden.

Die Kraut-Stücke an den Schnittseiten salzen und mit Olivenöl beträufeln. In eine Backform legen und in die Mitte des Backrohrs schieben. Insgesamt ca. 45 min. rösten, aber nach 30 min. wenden.

In der Zwischenzeit die Zitrone waschen, die Schale abreiben, Saft auspressen.

Für die Fetacreme den Feta in Stücken in einen Mixer geben, Joghurt, Pfeffer, Zitronensaft und die Zitronenschale dazu, alles mixen, bis es eine einheitliche Creme entstanden ist.

Das fertige Rotkraut aus dem Rohr nehmen. Die Schnittflächen mit Balsamico beträufeln. Etwas Fetacreme auf Tellern verstreichen, geröstetes Rotkraut draufsetzen. Auf das Kraut einen Löffel Chiliknusper geben. Ob Ess- oder Teelöffel überlässt man am besten der Person, die das Kraut essen wird − aus Gründen ...

Dazu passt Brot.