Donnerstag, 18. Juli 2019

Kirschenmarmelade mit Zitronenverbene

Jetzt aber husch! Seit Jahren mache ich diese Marmelade und schaffe es nie, die rechtzeitig zur Kirschenzeit zu bloggen. Eine Schande. Dabei ist die wirklich sehr gut!

Normalerweise mag ich Weichselmarmelade sehr gern, aber Kirschen finde ich wie Erdbeeren als Marmelade eher langweilig. Ich brauch bei beiden Früchten in Marmeladenform immer irgendetwas dazu. Jedes Jahr bekomme ich von einer Nachbarin eine ordentliche Menge Kirschen geschenkt, die wir trotz Nichtaufhörenkönnens beim Kirschenessen dann doch nicht bewältigen können, also habe ich einen Versuch gestartet und einfach Zitronenverbene reingegeben. Versuch geglückt!

Ein paar Versuche gingen dennoch in die Hose, denn Kirschen haben sehr wenig in sich, was dem Stocken der Marmelade hilft. Die Mengenangaben sind also kein Irrtum, sondern meine Nachbarinnenkirschen brauchen wirklich so viel Pektin.



1 kg Kirschen, entkernt (ergibt ca. 800 g Fruchtfleisch)
1 Packung Gelierzucker 3:1 (für 1,5 kg Obst)
2 EL gehackte Zitronenverbene

Gelierzucker mit dem Pektin gut vermischen. Kirschen einrühren, zudecken, über Nacht Saft ziehen lassen.

Gläser mit Schraubverschluss bereitstellen: Gläser waschen, das kann man ruhig im Geschirrspüler machen, die neuen (!) Deckel aber nur mit der Hand handwarm mit Spülmittel waschen. Warum man Deckel weder wiederverwenden noch zu hoch erhitzen noch mit Schnaps ausspülen darf, steht schon länger hier.

Alles miteinander aufkochen lassen und je nach Größe der Kirschen 3 - 5 min. köcheln lassen, damit die Kirschen auch wirklich gut durch sind. Gelierprobe machen. Klappt die nicht, noch ein wenig Gelierzucker einrühren und damit noch einmal alles gut durchkochen lassen. Vor dem Abfüllen die gehackte Zitronenverbene einrühren.

Marmelade in Gläser abfüllen, zuschrauben, auskühlen lassen. Nicht auf den Kopf stellen, weil eh schon wissen, die haglichen (für Deutsche: heiklen) Schraubdeckel ... Es tät übrigens sowieso nichts bringen, wenn man die Gläser auf den Kopf stellt. Nicht alles, was die Oma gemacht hat, hat auch Sinn gehabt. 😉



Montag, 15. Juli 2019

[Blogevent] Paradeiser ∣ Burrata ∣ Erdbeeren

Da ist man ein Wochenende unterwegs, kommt nach Hause und findet ein Balkonien vor, das einem die Augen tränen lässt: Irgendwelche Sauviecher haben meinen Rucola durchlöchert, Raupen haben meinen Pflücksalat in ein Gerippe verwandelt und die Dickmaulrüssler haben sich an allem vergangen, was eher festere Blätter hat. Aber zum Glück gibt es auch Erfreuliches: Die ersten Kirschparadeiser sind reif und jede Menge Walderdbeeren, das kleinblättrige Basilikum wuchert. Da hatte ich glücklicherweise irgendwo in den Untiefen des Internets einen Salat gesehen, den ich Auge mal Pi nachgemacht habe. Und er hat so gut geschmeckt, dass es ihn gleich noch in zweites Mal gab.



1 Burrata
250 g Paradeiser
2 Hände voll Erdbeeren
1 EL gehacktes Basilikum
2 EL Olivenöl mit Zitrone (oder auch Olivenöl und Zitronensaft 1:1 gemischt)
Flockiges Meersalz wie Fleur de Sel oder Maldonsalz

Burrata rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, denn der schmeckt bei Zimmertemperatur viel besser als kalt.

Paradeiser in mundgerechte Stücke schneiden, Burrata zerreißen, auf die Paradeiser legen. Erdbeeren je nach Größe ganz lassen oder in mundgerechte Stücke schneiden. Mit dem Zitronenöl beträufeln, Salzflocken drüberstreuen.


Ein perfektes Rezept für diese Jahreszeit, um die letzten Erdbeeren und die ersten Paradeiser zu feiern. Der Salat wird bei uns ein Stammgast werden.

Blog-Event CLIV - Salat satt (Einsendeschluss 15. Juli 2019)


Gerade auf den letzten Drücker bringe ich das Rezept noch zu Frau Magentratzerls Event bei Zorra vorbei. War echt ein tolles Event! Ich bin schon sehr gespannt auf die Zusammenfassung.

Freitag, 12. Juli 2019

Halloumi mit Paradeiserconfit

Dieses Rezept aus dem Libanon-Kochbuch ist mich sofort angesprungen, weil es irgendwie nicht vorstellbar geklungen hat: 6 Paradeiser werden bei 2 Stunden in einem halben Kilo Zucker gegart. Erstens war ich sicher, dass da ein Matsch herauskommt, zweitens dass es so unpackbar süß sein würde, dass es nicht schmeckt. Ja denkste! Natürlich sind die Paradeiser dann süß, aber diese Prozedur des langen Köchelns erweckt auch jede Menge Aromen. Es hat uns so gut geschmeckt, dass ich plane, wenn es die sehr guten Paradeiser im Spätsommer gibt, die auf diese Weise haltbar zu machen.



6 Paradeiser (Roma-Tomaten sind perfekt)
500 g Zucker
1 kg Halloumi
Sesam zum Bestreuen

Von den Paradeisern den Stielansatz herausschneiden und die Unterseite über Kreuz einschneiden. Paradeiser in kochendem Wasser 6 - 8 Sekunden blanchieren, danach sofort in eine Schüssel mit Eiswasser legen. Wenn die Paradeiser überkühlt sind, Haut abziehen.

Paradeiser unzerteilt mit dem Zucker in einen Topf geben und ganz vorsichtig zum Kochen bringen. Bei ganz kleiner Hitze 2 Stunden köcheln lassen, dabei ab und zu sehr vorsichtig rühren, um die Paradeiser nicht zu zerrühren. Nach dem Köcheln 1 Stunde ruhen lassen.

Sesam in einer beschichteten Pfanne hellbraun rösten. Halloumi in 2 cm dicke Scheiben schneiden und in derselben Pfanne goldbraun braten. Auf Tellern anrichten, dabei den Paradeiser mit dem Sesam bestreuen.


Tipp aus dem Buch: Halloumi muss heiß gegessen werden, sonst wird der gummiartig. Das stimmt wirklich! Normalerweise ess ich nicht ganz heiß, daher hatte ich immer dieses Gummi-Gefühl im Mund bei Halloumi. Der Test macht sicher: Wenn man diesen Käse heiß isst, dann hat man dieses komische Mundgefühl nicht.

Dienstag, 9. Juli 2019

[Buchbesprechung] Libanon. Das Kochbuch von Liza und Ziad Asseily

Enthält Werbung (Namensnennungen, Verlinkungen, Belegexemplar)

Ottolenghi kennt mittlerweile wohl schon jede/r, wer aber kennt die Asseilys? Wohl kaum jemand. Was für eine Schande! Dabei sind die Küchen so ähnlich. Aus mir wirklich unerfindlichen Gründen finden sich für dieses Kochbuch auch nur eigenartige Klappentextrezensionen im Netz, dabei ist das Buch so grandios! Allein schon, wie es ist, wenn man es in der Hand hält: Ausschauen tut es schlicht, aber es ist ganz liebevoll mit einer Tiefenprägung versehen, ein typisches Muster aus der Gegend, aus der Rezepte gezeigt werden. Dieses Muster wiederholt sich dann gedruckt im Buch und nimmt einen mit auf eine ganz wunderbare Reise durch den Libanon.

Die Autoren Liza und Ziad Asseily stammen beide aus Beirut und leben heute in Paris. Sie betreiben dort das Restaurant Liza, wo sie moderne Küche des Libanon servieren: von Mezze über knackige Salate und würzige Ragouts bis zum orientalischen Streetfood ist alles dabei. Das Herzstück im Kochbuch ist natürlich Mezze.  Mezze ist ein Symbol für Teilen, Geselligkeit und Lebensfreude. Das Wort kommt aus dem Arabischen von "tamazmaza", was so viel bedeutet wie "schwelgen" oder "sich Zeit nehmen". Das heißt nun aber nicht, dass man für das Kochen der gezeigten Gerichte unbedingt Zeit braucht. Im Gegenteil! Ich habe das Buch während der Tage mit 30 − 35 Grad lieben gelernt, denn viele Rezepten sind genau für solche Gelegenheiten gemacht. Es gibt auch Gerichte, die man schon kennt,  aber sie werden anders gewürzt. So werden Spiegeleier mit dem säuerlich schmeckenden Gewürz Sumach bestreut und schon passen sie besser zum heißen Sommer als normale Spiegeleier.

Die Fotos sind klar, ohne endloses Chichi und ohne Schnörkel. Für Gerichte, die man nicht kennt, kann man sich Anregungen mitnehmen, wie sie aussehen sollen. Ein gutes Beispiel dafür sind Kibbeh, kleine tropfenförmige Gebilde, die einen Bulgurmantel haben und mit verschiedenen Füllungen im Buch zu finden sind. Hat man die noch nie gesehen oder gegessen, dann findet man im Buch eine genaue Anleitung zur Herstellung und dazu noch eine eigene Doppelseite zu diesem Kultgericht.

Das Buch ist in folgende Kapitel gegliedert: "Die wichtigsten Zutaten der libanesischen Küche", "Frühstück und Brunch", "Mittagessen mit Freundinnen", "Aperitif", "Abendessen mit Freunden", "Sonntag am Meer", "Familie und Feste", "Am späten Abend ... Streetfood". Weiters findet sich ein Anhang mit Rezepten für Gewürzmischungen und eingelegten Gemüsen, Grundrezepte werden in einem eigenen Kapitel vorgestellt. Es folgen ein ausführliches Inhaltsverzeichnis und ein Register, beide helfen beim Zurechtfinden im Buch. Außerdem finden sich viele Adresstipps für eine mögliche Libanonreise zum Nachlesen. 

Es hat zwar nicht direkt mit dem Buch zu tun, aber ich fand dieses Interview mit Liza Assely sehr nett und möchte gern kurz daraus zitieren:"In meiner Familie in Marjayoun, im Südlibanon hatte die Küche einen besonderen Platz, mehr als in allen libanesischen Häusern, aber das war nichts verglichen mit der von Ziad, der in einer bourgeoisen Familie in Beirut geboren wurde. Deren Sinn für Gastfreundschaft und Gastronomie war im ganzen Land berühmt. Wir haben uns im Alter von 14 Jahren kennengelernt, wir haben uns sofort geliebt und sind seitdem unzertrennlich. Als ich meinen Eltern ankündigte, dass ich zu ihm ziehe, riefen sie sofort aus: 'Großartig, es ist ein Haus, in dem du sehr gut isst!'" Ich finde, dass das sehr gut zeigt, wie hoch der Stellenwert von gutem Essen bei den beiden Autoren ist und das merkt man in jedem Eck dieses Buches.

Nun geht es ans Nachkochen!

Eier mit Sumach

Das sind die bereits erwähnten Spiegeleier mit Sumach. Sie werden in der Pfanne angebraten und dann im Backrohr fertig gebacken, was sie schön soufflieren lässt. Das Würzen mit dem Sumach macht sie zum idealen Sommerfrüchstück.



Zitronenwasser mit Orangenblüten

Wieder so eine kleine, feine Unterscheidung zu einem recht alltäglichen Getränk wie Zitronenwasser: Es kommt außer Minze noch Orangenblütenwasser hinein. Die Menge ist perfekt, sodass das Wasser nicht zu blumig schmeckt. Und mir war es bei der Hitze in den letzten Wochen ein sehr willkommenes Getränk.
Taboulé

Ja, kennt man, aber wenn dieses Rezept in einem Kochbuch aus dieser Region fehlen würde, dann wäre es ein dramatischer Fehler. Es ist ein ganz feiner sommerlicher Salat, der bei uns sowohl als Hauptgericht wie auch als Grillbeilage auf den Teller kommt.
Halloumi mit Tomatenconfit

Dieses Rezept klang sehr abenteuerlich, weil die Paradeiser im Ganzen gegart werden und zwar 2 Stunden in einem dicken Zuckersirup. Dadurch werden die Paradeiser natürlich süß, diese Prozedur holt aber auch jede Menge Geschmack hervor. So ungewöhnlich habe ich Halloumi noch nie serviert. Uns hat es sehr gut geschmeckt und ich werde im Sommer, wenn es die perfekten Paradeiser gibt, versuchen sie so zu für den Winter zu konservieren. Mit einem Wort: Das Rezept war ein Volltreffer!
Kartoffeln mit Chili

Milde Chilis, eine Menge Gewürze und Kräuter machen aus ganz gewöhnlichen Erdäpfeln ein richtig spannendes Gericht, das mit einem schönen Blattsalat bei uns als Hauptgericht durchgegangen ist.
Avocadopüree mit Garnelen

Jede Garnele wird einzeln auf einen kleinen Spieß gesteckt, dazu gibt es zum Dippen ein Avocadomus mit Tahin, einem Sesammus. Ein Gericht aus dem Kapitel "Aperitif", das bei uns als Vorspeise auf den Tisch kam. Sehr köstlich!
Erdbeeren mit Orange

Für das, wie das auf meinem Fotos aussieht, scheint es viel Arbeit zu sein: Es wird ein Orangensirup geköchelt, in dem Orangenschalen 30 Minuten lang kandiert werden. Die Erdbeeren ziehen zuerst in ein wenig Essig, danach in frisch gespresstem Orangensaft mit Orangenblütenwasser. Schlussendlich werden die Beeren mit dem Sirup und den kandierten Orangenschalen serviert. Eine wirklich sehr gute Geschmackskombination.
Noch dazu hat mir der Orangensirup, von dem ich zu viel gemacht hatte, zu einem weiteren sommerlichen Getränk verholfen.









Unterm Strich ist zu sagen, dass das ein Kochbuch ist, das bei mir einen Platz in der Riege der Lieblingskochbücher einnehmen wird. Das Restaurant, das die beiden Autoren betreiben, ist auf einer To-Do-Liste, falls wir es wieder nach Paris schaffen, denn das Buch hat mir extrem Lust darauf gemacht, mich dort einmal quer durch alle Köstlichkeiten zu kosten. Bis dahin werde ich mich weiter durch das Buch kochen. Die Rezepte sind alle gelungen und haben sehr gut geschmeckt. Perfekt bei dem heißen Sommerwetter!

Hier ist ein kurzes Video zum Buch.

Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-8310-3734-6
Erschienen: Januar 2019
Umfang: 224 Seiten
Format: 198 x 253 mm
Fester Einband mit Hochprägung
Ca. 125 Fotos
Preis: € 24,95 (d) bzw. 25,70 (A)

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler an der Ecke zu kaufen, man kann es beim Verlag Dorling Kindersley bestellen und bei diversen Internetvertreibern.

Herzlichen Dank an Dorling Kindersley Verlag dafür, dass er so ein wirklich fantastisches Buch herausgebracht hat und mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.


Donnerstag, 4. Juli 2019

[Blogevent] Saure Wurst

Ja, Sommer. Sehr sogar! Meine Kocherei beschränkt sich meistens auf minimalistische Sachen. Ich bin mehr als froh, wenn ich den Herd oder gar das Backrohr gar nicht aufdrehen muss, daher gibt es oft genug Salat als Hauptgericht. Wer noch mehr Salatrezepte sucht: Es gibt hier schon ein Sammelposting zum Thema Salate für die Hundstage, außerdem auch schon ein Rezept für Wurstsalat. Wichtig: Wurstsalat ist keine Saure Wurst! Zumindest in Österreich machen wir da einen Unterschied. Bei Wurstsalat kommt die Wurst dünn geschnitten mit diversem Schnickschnack in die Schüssel. Saure Wurst ist die faule Variante: dicke Wurstradeln werden mit Zwiebel und Essiggurkerl mariniert, damit ich auch schon Ende. Dieses schlichte aber sehr gute Rezept schicke ich bei Zorra und Susanne zum Salat-Event vorbei, denn satt macht dieser Salat ganz sicher.



Blog-Event CLIV - Salat satt (Einsendeschluss 15. Juli 2019) 

 Zutaten für 2 Hungrige
1 Kranzl Extrawurst
1 rote Zwiebel
2 Essiggurkerl
3 EL Kernöl
1 EL Apfelessig
Salz
Pfeffer, schwarz, aus der Mühle

Die Wurst in eher dicke Scheiben schneiden. Zwiebel in Ringe schnibbeln, Essiggurkerl in Streifen. Für die Marinade Salz, Pfeffer, Kernöl und Apfelessig gut verrühren, bis sich das Salz aufgelöst hat und alles emulgiert. Wurst auf einen Teller legen, Zwiebel und Essiggurkerl kommen oben drauf. Mit der Marinade begießen, ein paar Minuten durchziehen lassen.

Dazu passt Roggenbrot.


 

Montag, 1. Juli 2019

Foodie-Rückblick auf Juni 2019

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung. Es sind drei Einladungen dabei, die ich jeweils kennzeichne, auch da floss übrigens kein Geld und es gab keinen Auftrag für Werbung.



Das erste Wochenende im Juni führte den Turbohausmann und mich nach Bad Sauerbrunn zum Rosenfest. Brigitta von Brigittas Kulinarium hat uns dort ganz warm und herzlich in Empfang genommen und hat uns herumgeführt. Das Rosenfest sollte man sich wirklich anschauen: Die 2000-Seelen-Gemeinde hat am Hauptplatz ein Rosarium, das tatsächlich mit mehr Rosensorten als Einwohnern aufwarten kann.

Wir waren auch in der Genussquelle, einem Edelgreißler mit Weinhandlung und kleinem feinem Imbiss, um eine Kleinigkeit zu essen. Der Turbohausmann hat einen Flammkuchen mit burgenländischem Rohschinken gegessen, ich eine geräucherte Forelle mit diversem Chichi. Beides war sehr gut.
Bei mir gehört immer ein süßer Abschluss dazu und das war in diesem Falle Eis vom Eisgreißler. Ich habe Himbeer- und Mohneis gegessen, beide waren hervorragend!



Es gibt tatsächlich jede Menge winziger Patisserien in Wien! Eine, die ich noch nicht kannte, heißt Fruth und ist in der Kettenbrückengasse. Es scheint, als wäre das wieder einmal eine Schande, dass ich den Herrn Fruth nicht kannte, denn er hat viele Jahre in einer Berufsschule unterrichtet und war dann im Auftrag einer großen Firma in Japan, wo er zwei Geschäfte eröffnet hat. Also das Ausland kennt ihn, ich nicht ... Aber jetzt weiß auch ich, wer das ist und ich kann ihn wärmstens empfehlen! Ich habe ein Mousse au Chocolat gegessen, das war sehr, sehr gut! Luftig und flauschig, nicht zu süß und herrlich leicht schmeckend. Sehr zu empfehlen!
Bloggereinladung
Wieder einmal hat die liebe Martina Macho eingeladen und zwar im Namen von Grannys. Ich habe etwas gelernt und zwar gibt es nun auch Grannys gespritzten Apfelsaft von der Streuobstwiese, der in einer Kooperation mit der Arche Noah gemacht wird. Es gehen 5 ct pro Flasche an die Arche Noah. Was ich nicht gewusst habe: Streuobst ist immer bio, daher ist natürlich auch dieser Apfelsaft bio. Streuobstwiesen sind ein wichtiges Refugium für alle möglichen Tiere, Pflanzen und natürlich auch für alte Apfelsorten. Ohne solche Streuobstwiesen wären wahrscheinlich schon etliche der 20.000 (ja, wirklich so viele) Apfelsorten ausgestorben. Es war auch das Ehepaar Zwickl dort. Die Familie hat viele Streuobstwiesen, wo die Äpfel immer noch von Hand gepflückt werden. Zum Teil sind diese Wiesen so steil, dass sie gar nicht mit dem Traktor befahren werden können. Ich freue mich schon sehr, denn im Herbst wird bei dieser sehr netten Familie ein Apfelfest stattfinden, bei dem die eigenen und die Äpfel der Nachbarsbauern gezeigt werden. Das Event hat übrigens in der Mirli stattgefunden, von der mit jedem Recht gesagt wird, dass das der schönste Platz im Wienerwald ist.
Im letzten Monat hatte ich versprochen, dass es dieses Mal nicht so lang wird, da hatte ich aber nicht mit Besuch aus den USA gerechnet. Wenn es um österreichische Gastlichkeit geht, führt der erste Weg immer zum Meixner. Überhaupt im Sommer. Man glaubt es ja von außen gar nicht, dass in der Favoritner Betonwüste im Hinterhof so ein kuscheliger kleiner Gastgarten zu finden ist. Wir konnten einen Tisch im Garten ergattern (man muss unbedingt reservieren, sonst hat man keine Chance) und es gab wie immer ganz feine regionale und saisonale Schmankerl. Ich habe als Vorspeise Marchfelder Spargel mit hauchdünnen Guanciale-Streiferln gegessen (das ist italienischer Speck von der Schweinebacke). Als Hauptspeise gab es für mich das, was man auf dem Foto sieht: Steirisches Züngerl mit Wurzelgemüse und Kren, jeder Menge Kren. Handgerissen und nicht aus dem Glas. Was sonst. Es war absolut köstlich! Auch allen anderen hat es sehr gut geschmeckt, selbst mäkelige Esser haben kein Futzerl zurückgehen lassen. Jetzt wissen wir wieder, dass das unser Lieblingslokal ist. Das hatte ich schon 2013 geschrieben und es gilt immer noch.

Noch ein herausragendes Lokal ist das Gasthaus Stern, auch darüber habe ich schon geschrieben. Hier liegt ein Schwerpunkt auf der Wiener Innereienküche. Und irgendwie auch auf "paniert", denn es gibt auf der Karte wirklich viele panierte Speisen.
Auf dem Foto zu sehen ist meine Vorspeise: Gebackenes Hirn auf Erdäpfel-Remouladensalat. Eine sehr gute Kalorienbombe, auf die ich so alle paar Jahre um nichts in der Welt verzichten möchte. Als Hauptspeise gab es für mich dann Kalbsnieren in einer ungewöhnlich scharfen und herausragend schmeckernden Pfeffersauce, eine Kombination, die ich noch nicht kannte, die ich aber sehr empfehlen kann.

Nachdem der Turbohausmann Innereien zum Davonrennen findet, stehen die Chancen schlecht, dass ich das jemals selber ausprobieren werde, daher bitte alle auf zum Stern und das essen!



Im Falter habe ich vor einiger Zeit einen Artikel entdeckt, der berichtete, das Hawelka habe nun eine eigene Rösterei und Café-Bar. Das Hawelka war immer für vieles berühmt, aber nie für seinen Kaffee. Ich hatte arg gehofft, dass sich das nun geändert hat. An einem Sonntag führte uns ein Innenstadtbummel mit Freunden also in die Dorotheergasse, um das zu testen. Leider hatte die Kaffeerösterei zu, der Kellner vom Hawelka sagte uns aber, sie würden auch den Kaffee der Rösterei servieren. Also haben wir uns hingesetzt und Kaffee getrunken.
Es war wie früher auch schon: Der bestellte Espresso wurde in einer normalen Kaffeetasse serviert, die Menge sieht man auf dem Foto, die Crema auch (nicht). Der Geschmack war wie eh und je.
Leones hat nun eine dritte Filiale, dieses Mal in der Innenstadt, gleich hinter der Peterskirche. Es ist wieder ein ganz winziges Geschäft, in dem man nicht sitzen kann, sondern nur Eis mitnehmen.

Die Hitze hat nach Fruchtigem gerufen, also habe ich Erdbeere und Mango gegessen. Beide Sorten waren wieder einmal ausgezeichnet. Mango kostet als "Spezialsorte" 30 ct mehr als das normale Eis, es ist aber jeden Cent wert! Es ist wirklich das beste Mangoeis, das ich kenne.

Dass Leones mittlerweile schon einen guten Ruf hat, habe ich bemerkt, weil ich mich wieder einmal anstellen musste, während ein großes Eisgeschäft vorne am Graben leer war.





Bloggereinladung
Über massgeschneidert waren die Giftigeblonde und ich eingeladen ins Hard Rock Café. Anlass war der Founders Day, also der Gründungstag, an dem die neue Speisekarte vorgestellt wurde. Nach einem Begrüßungscocktail (nach Lust und Laune auch zwei oder drei ...) hat uns Küchenchef seine neuen Burger vorgestellt − natürlich durften wir uns durchkosten.

Was man im Vordergrund sieht, ist tatsächlich Blattgold. Eine der Neukreationen ist der 24 Karat Gold Leaf Steakburger. Das ist übrigens nicht nur Dekadenz, sondern es ist eine Charity-Aktion, denn ein Teil der Einnahmen für diesen Burger werden für einen guten Zweck gespendet.
Was mich extrem verblüfft hat, war ein Veggieburger, also so richtig durch und durch pflanzlich, aber hat ausgesehen, als wäre da ein Fleisch-Patty drinnen. Hätte ich es nicht gewusst, hätte ich es als Fleisch identifiziert.


Das Foto links ist nicht von mir. Leider! So etwas Geniales bring ich nicht zusammen. Ich habe aber die Erlaubnis vom Fotografen Philip Lipiarski bekommen, es zu verwenden. Zu sehen ist darauf der sympathische Küchenchef vom Hard Rock Café mit seinen neuen Shakes, die wir auch verkosten konnten. Da muss ich gestehen, dass sie mir zu amerikanisch waren. Sie sind wirklich sehr süß. Es gibt eine Cheescake und eine Strawberry-Variante.

Die Burger im Hard Rock Café waren immer schon legendär und sie werden das ganz sicher auch bleiben, habe ich bei der Verkostung festgestellt.







 

Ein lauer Sommerabend hat den Turbohausmann und mich nach Grinzig gezogen. Ich hatte schon gehört, dass Gerstners Landhaus recht gut sein sollte und keine reine Touristenfalle. Wir waren dann auch recht angenehm überrascht, denn die Speisekarte ist saisonal und regional dominiert, natürlich aber auch mit den typischen Wiener Spezialitäten. Die Wienerschnitzel, die reihenweise an uns vorbeigetragen wurden, haben wirklich Vertrauen erweckend ausgesehen und geduftet. Es hat auch einige Spargelgerichte gegeben.

Auf dem Foto zu sehen ist Zander auf Rote Rüben-Risotto mit Wildkräutern. Es waren tatsächlich etliche Wildkräuter auf dem Teller zu finden. Der Fisch war ordentlich gebraten, das Risotto eher Wienerisch gehalten und nicht sehr suppig, aber gut gegart.

In Summe ein netter Abend im Gastgarten, den ich nicht missen möchte.

Pressekonferenz
Links auf dem Foto sieht man das, was für viele meiner Kilos verantwortlich ist: Fruchtgelee. Woher das auf dem Foto stammt, ist eher unerwartet, nämlich aus dem Wiener Rösthaus. Dieses kleine feine Unternehmen kennt man aus meinem Blog sicher schon, denn ich kaufe viele fast alle meiner Kaffees dort. Die Qualität ist top, es gibt jede Menge direct trade und bio und nicht zuletzt mag ich die Location sehr − vor allem auch der chillige Schagaga (schattiger Gastgarten) hat es mir angetan.
Nun ist der Supergau für meine Figur passiert: Das Rösthaus hat Daniele Teuchmann engagiert. Der war nach seiner Konditorlehre im Steirereck und hat sich dann durch viele nahmhafte Küchen auf der ganzen Welt gearbeitet. Erst war er im Rösthaus für zwei Tage in der Woche engagiert, das hat sich schrittweise gesteigert, ab Herbst wird er ganz dort arbeiten, da sich die Zusammenarbeit so erfreulich gestaltet hat. Ja, der junge Mann macht nun nicht nur die allerbesten Fruchtgelee, die ich kenne (und das sind einige ...), sondern er macht auch Patisserie, die einem das Herz höher schlagen lässt!


Der letzte Sonntag im Monat war heiß und schrie geradezu nach einer Landpartie mit viel Wasser, also waren wir mit Freunden am Meer der Wiener (= Neusiedler See). Den herrlich entspannten Tag beendeten wir bei einem Heurigen und zwar im Gut Oggau. Ich habe davor eigentlich nichts gewusst, nun ist mir klar, dass das ein Ableger vom Taubenkobel ist. Familie Eselböck-Tscheppe betreibt bio-dynamische Landwirtschaft und Weinbau, das Ergebnis bekommt man im Gut Oggau serviert: Sehr sympatisch finde ich, dass alles selbst produziert wird. Was das Gut liefern kann, wird serviert, Ende. Da wird nicht aus weiß Gott welchen Quellen zugekauft, sondern ganz im Sinn eines klassischen Heurigen gibt es halt nur das, was gerade greifbar ist. Es sind zum Beispiel viele Weine bereits ausgetrunken, also steht in der Karte, dass die auf Urlaub sind. Der Turbohausmann und ich haben etwas gegessen, das auf der Karte als "Gute Wahl" (ohne nähere Erklärung) ausgewiesen ist. Bekommen haben wir zwei solche dreiteilige Stände wie links auf dem Bild, mit einer Auswahl an Köstlichkeiten. Es war natürlich teuer, aber umwerfend gut!



Gern gelesen
In der New York Times Rezepteabteilung gab es ein Erdbeer-Special mit vielen feinen Rezepten. Bisher hat es noch keines auf unseren Tisch geschafft, aber da kommt hoffentlich noch was. Wir fahren ja ganz sicher wieder zu den Erdbeerfeldern beim Stift Zwettl, wo es die dunkelsten und spätesten Erdbeeren gibt, die ich kenne.

Nachgekocht
Doch, doch, wir essen Spargel, sehr gern sogar. Die neuen Rezepte, die ich nachgemacht habe, stehen aber sowieso schon in Blogs, daher verlinke ich die gern. Der Frau Magentratzerl ihr Grünes Spargelcurry war sehr super! Ganz ungewohnt, denn so hatte ich Spargel noch nie gegessen, wird aber sicher noch einmal gemacht.

Auch ganz fein war der Frau Bonjour Alsace ihre Blitzhollandaise. Ist schon sehr viel einfacher als mein eigenes Standardrezept für Hollandaise.










Auf Balkonien ist Beeren-Erntezeit und da esse ich besonders gern Müesli. Auch da mag ich Abwechslung zu meinen sonst gern und immer wieder gemachten Rezepten und habe mir Katharina Seisers Birchermüesli zu Gemüte geführt. Das wird ganz sicher der nächste Stammgast im Runde meiner Müsli-Rezepte.


Meine anderen Lieblings-Müesli-Rezepte hier am Blog:
Haferflocken-Rote-Rüben-Müesli
Müesli to go
Nussmüesli
Zum ichweißnichtwievieltenmal habe ich Missboulettes Wunderöl nachgezimmert. Wer es noch nie gemacht hat, aber gern asiatisch kocht oder auch nur isst: Bitte unbedingt nachmachen. Es schmeckt überirdisch gut und rettet jedes ein bissi langweilig schmeckende asiatische Essen unter Garantie.

Ich mag den zweiten Aufguss total gern zum Dippen. Asiatische Teigtascherl aller Art oder auch Flühlingslollen schmecken damit noch einmal besser als sonst.








Zu dieser Jahreszeit extrem empfehlenswert ist auch die Kalte Sauerkirschsuppe von der lieben Anikó. Ein perfektes Essen, das aus getrocknenten, frischen und zu Saft gepressten Weichseln gekocht wird, abgebunden wird die Suppe mit einem Gmachterl (= Sauerrahm wird mit Mehl klumpenfrei verrührt und dann in der Suppe mitgekocht). Es braucht zwar ein wenig Zeit, denn die Suppe wird gekocht und muss danach gründlich durchkühlen, aber das heißt auch, man kann sie hervorragend vorbereiten.
An sich ist das eine ungarische Vorspeise, aber ich kann mir die Suppe auch mit ein wenig Zucker sehr gut als Dessert für die heißen Tage vorstellen.










Und im Blog so? Viele Besucher, aber aus eigenartigen Ländern, daher nehme ich an, dass wieder einmal Bots losgeschickt wurden um zu schauen, wo man Links deponieren kann.
Wie immer im Sommer das Highlight ist mein Zitronenmelissensirup, auf den es nun schon bald 7000 Zugriffe gab, dann kommt der Polsterzipf reloaded, danach meine Rezension von Little Library Cookbook, was mich sehr freut, denn das Buch ist wirklich gut.

Das war's für Juni. Wie immer ein ganz dickes Bussi an alle meine lieben LeserInnen, die bis hierher durchgehalten haben. Ich hoffe, ihr übersteht die heißen Tage gut. Ein Fächer wirkt übrigens Wunder! Vergesst nicht, viel, viel Wasser zu trinken bei dieser Affenhitze. Lasst euch euer Essen schmecken und genießt das Leben!