Mittwoch, 25. November 2020

Mandarinenflan mit Ancho-Chili

Hach, was liebe ich so geschmeidige Desserts, die sich wie in Kindertagen im Mund verteilen, ohne dass man auch nur ein einziges Mal kauen muss. Und dazu noch Karamell! Diese Kombination ist anscheinend ein traditionelles mexikanisches Dessert. Ursprünglich wird das Rezept mit Blutorangen gemacht, was ich auch ganz sicher ausprobieren werden, wenn die Saison haben.

Wenn jemand auf Grund der verwendeten Chili denkt, dass das Dessert scharf ist, der irrt. Ancho sind generell nicht arg scharf und der Pudding schluckt die Schärfe komplett. Was hier eintritt, ist wieder so ein Effekt von Umgebungswärme wie bei General Tsos Tofu. Man sollte das wirklich einmal ausprobieren, weil das ist echt grandios!

Rezeptquelle: Ottolenghi/Belfrage − Flavour

Für 6 Portionen

120 g Zucker
1 EL Mandarinensaft

1 große getrocknete Ancho-Chili
270 g gezuckerte Kondensmilch
100 g Schlagobers
400 ml Milch
3 Eier
1 TL Vanillepaste (ich: Mark von 1 Schote)
1 TL abgeriebene Schale einer Mandarine
1 kräftige Prise Meersalzflocken

 

Definitiv keine Mandarine!
 
Ancho-Chili 10 min in kochendes Wasser einweichen und danach abtropfen lassen.
 
Backrohr auf 150 Grad Umluft vorheizen und darin eine Backform ca. 20 x 20 cm aufheizen. Bei mir war das eine etwas größere Brownie-Form, dadurch ist der Flan flacher geworden, aber hat gut geklappt. Man sollte keine Springform nehmen, denn in die Form kommt Karamell rein, der sich während des Garens verflüssigt und ganz sicher aus einer Springform abhauen würde.
 
Für den Karamell den Zucker erhitzen und schmelzen lassen, bis er eine Farbe wie dunkler Bernstein hat. Dabei nicht rühren, sondern nur die Pfanne immer wieder schwenken. Die erwärmte Backform aus dem Rohr nehmen und den Karamell gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Während man den Flan zubereitet, erstarrt der Karamell − das soll so sein!
 
Chili sehr gut ausdrücken, Stiel herausdrehen. In einen Standmixer die ausgedrückte Chili, gezuckerte Kondensmilch, Schlagobers, Milch, Eier, Vanille, abgeriebene Schale einer Mandarine und Meersalzflocken geben. Alles ca. 30 sek. mixen, bis man eine glatte Masse hat. Diese Masse durch ein Sieb auf den gestockten Karamell gießen. 
 
Die Form in ein Backblech stellen und so ins Rohr schieben. Kochendes Wasser ins Blech gießen, sodass der Flan im Wasserbad gegart wird. 40-50 min. Der Flan muss oben goldbraun und gestockt sein, insgesamt aber ziemlich wabbelig, dann ist er gar.
 
Abkühlen lassen, dann mindestens 3 Stunden gut durchkühlen. Vor dem Servieren 30 min. auf Zimmertemperatur bringen. Einen großen Teller, der größer sein muss als die Backform, auf die Form legen. Teller gut mit der Form festhalten und umdrehen. Der Flan geht zuverlässig aus der Form heraus, der verflüssigte Karamell verteilt sich auf dem Flan. Mit dem Mandarinensaft beträufeln und in Stücke geschnitten servieren.

 
Leider hat mit der Kuczera am Naschmarkt irgendeinen Klon als Mandarinen verkauft. Dennoch war der Flan sehr gut! Ich freu mich schon auf die Blutorangen vom Crupi, dann kommt der Flan wieder auf den Speiseplan. Eignet sich sicher gut als Weihnachtsdessert.

Montag, 23. November 2020

[Buchbesprechung] Flavour von Yotam Ottolenghi

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag, ohne Bezahlung.

Das ist tatsächlich meine 100. Buchbesprechung! Und dann darf ich auch noch DIESES Buch rezensieren. Das ist tatsächlich das zweite Buch in diesem Jahr, das mir den Mund vor Staunen offen stehen lässt (Nr. 1 war Asien vegetarisch). Ich bin ja bekennender Ottolenghi-Fan, aber was er hier gemeinsam mit Ixta Belfrage zeigt, ist wirklich neu.

Aber von vorn. Ottolenghi kennnt man wahrscheinlich eh, aber sicherheitshalber: Er ist gelernter Patissier mit israelischen Wurzeln, lebt in London  und betreibt dort einige Restaurants (Ich war 2012 in dem in Islington essen.) Die Wurzeln von Ixta Belfrage liegen in Brasilien, Kuba und Italien, die meiste Zeit hat sie in Mexiko gelebt, seit vier Jahren kocht sie für Ottolenghi in London. Zusammen haben sie nun dieses Gemüsekochbuch gemacht, das sich sehen lassen kann.

Das Buch enthält zwar jede Menge Rezepte, aber für mich ist es schon auch etwas wie ein Lehrbuch zum Thema, was muss man tun, damit Essen gut schmeckt. Es werden drei grundlegende Faktoren herausgearbeitet, wie man beim Kochen zu geschmacksintensiven Ergebnissen kommt: "Prozesse" (Rösten, Bräunen, Ziehenlassen, Reifung), "Partner" (Süße, Fett, Säure, Chilischärfe) und "Produkte" (Pilze, Zwiebeln und Knoblauch, Nüsse und Samen, Früchte und Alkohol). Diese drei Faktoren dominieren auch das Inhaltsverzeichnis, das darüber hinaus noch eine Einführung, "20 Zutaten für mehr Geschmack", "Geschmacksbomben", "Menüvorschläge für Alltag und Feste" sowie ein Register und Danksagung enthält.

Das Buch eignet sich sicher gut für Veganer und Vegetarier, aber es werden durchaus mal Sardellen, Fischsauce oder Milchprodukte verwendet, doch alles sparsam. Woran ganz sicher nicht gespart wird, sind Knoblauch und Chili. Übrigens viele verschiedene Arten von Chili! Ich bin entzückt! Das heißt aber nicht, dass das Essen durch übermäßige Schärfe gekennzeichnet ist, sondern die verschiedenen Chilisorten werden sehr gezielt eingesetzt, um den Geschmack noch mehr herauszuarbeiten. Auch beim Knoblauch war ich teilweise erstaunt, dass da in manche Rezepte Unmengen davon reinkommen, doch das fertige Gericht schmeckt dann wunderbar aromatisch, aber knofelt nicht bis zum Umfallen. Keine Sorge, es gibt auch Rezepte ganz ohne Knofel.

Wovor man keine Angst haben darf, sind lange Zubereitungszeiten und ausgefallene Zutaten. Gleich die vier ersten Zutaten, die im Zutaten-Kapitel genannt werden, sind verschiedene Chilis, es folgen noch weitere scharfe Zutaten. Fischsauce, gemahlener Kardamom, getrocknete Limetten (hier am Blog als Tee und im Quinoa-Salat), Hibiskusblüten, Masa Harina und Miso sind einige weitere Exoten, die man für die Rezepte braucht. 

Belohnt wird man mit Aromabomben-Essen. Aber immer alles im Rahmen. Man braucht sich nicht fürchten, dass das so schmeckt wie damals, als Mama mal den Maggisuppenwürfel überdosiert hat, sondern es wird immer das Aroma der Hauptzutaten herausgearbeitet. 

Die Rezepte sind sehr gut beschrieben. Ich bin sicher, dass auch Anfänger damit gut klar kommen. Manche Sachen dauern endlos, aber kompliziert sind sie nicht. Es gibt auch etliche Fotos, die Zubereitungsschritte zeigen. Also insgesamt ist nichts in dem Buch, das einen schrecken könnte. Die Rezepte sind übrigens nicht nach Jahreszeiten oder anderen Kriterien, wie man sie aus Kochbüchern gewöhnt ist, unterteilt, sondern eben nach diesen drei Hauptfaktoren Prozesse, Partner und Produkte. Womit das Buch aber dann schon abschließt, sind süße Sachen, wie halt ein Menü beendet wird. Die Rezepte sind durch die Bank keiner Weltgegend zuordenbar.

Die Fotos sind wie immer bei Ottolenghi-Büchern sehr lässig. Also keineswegs lässig in Richtung schlampert, sondern von einer lässigen Eleganz mit einer erfreulichen Selbstverständlichkeit. Sie sind klar und hell und zeigen das Essen dort, wo ich es gern sehe: Im Topf, am Teller oder anderen Orten, wo sie hingehören, nicht gleichmäßig über den Tisch verteilt. Es gibt natürlich auch Fotos von Belfrage und Ottolenghi, aber auch da keinerlei Aufdringlichkeiten, die die Stars in den Himmel heben würden.

Bevor ich aber noch länger dahinschwelge, widme ich mich dem Nachkochen. Ich werde bei den einzelnen Gerichten versuchen zu erklären, was dabei für mich so neu war.


Gebackener und eingelegter Knollensellerie

Das ist ein ganz typisches Gericht aus diesem Buch: Die eine Sellerieknolle wird 3 Stunden im Rohr geschmort, bis sie karamellisiert. Eine weitere Sellerieknolle wird in feine Streifen geschnitten und muss ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen. Die beiden Selleriegerichte werden miteinander serviert und sind ein Hammer! Da man den Salat im Kühlschrank bis zu drei Tage aufbewahren kann, habe ich gleich mehr gemacht, der war ruck-zuck weg, weil er so aromatisch gewesen ist.

 

 


 

 

Kaffee-Pandan-Pudding

Da waren tatsächlich noch ein paar Pandanus-Blätter im Tiefkühler, daher kam das Rezept gerade recht. Bitte das war so gut! Pandan hat einen Geschmack, der entfernt an Vanille erinnert, perfekt dazu passt der darüber verteilte Kaffeesirup. Selten habe ich eine dermaßen perfekte Geschmackskombination gegessen.  Auch hier ist die Zubereitung einfach, aber dauert! Die Pandanblätter müssen längere Zeit in der Milch ziehen, der fertige Pudding braucht lange zum Durchkühlen und wohl auch, damit sich die Aromen gut vermischen.




 

Portobello-Steaks und Püree aus Riesenbohnen

Mit der Kleinigkeit von 10 Knoblauchzehen, zwei verschiedenen Chilis und vielen anderen Gewürzen kommen die Pilze für eineinhalb Stunden ins Rohr. Belohnt wird man mit einem ganz herausragenden Gericht, das wir ganz sicher wieder essen werden. Auch die Kombination mit den weißen Bohnen war fantastisch.

Wer dieses Rezept nachkochen mag, schaut bitte zur Susanne Magentratzerl.





 

Mafalde mit geröstetem Butternusskürbis in warmer Joghurtsauce

Hier nimmt das Gericht die Idee eines Korma auf, einem asiatischen Gemüseschmorgericht auf Joghurt-Basis. Hier wird die Joghurtsauce unter ständigem Rühren 15 min. lang erhitzt, das heißt, sie gerinnt nicht, wie das sonst bei Korma leicht passiert. Dazu gibt es eine schnelle Chili-Sauce, die wirklich sehr gut zu diesem Essen passt. Das Gericht kommt auf die Lieblingskürbisgerichteliste.

 

 

 

 

 

 

Gurkensalat à la Xi´an Impression

Wer meine Lieblingsgurkensalate (Chinesischer Gurkensalat und Sesam-Gurkensalat) schon ausprobiert hat, hat vielleicht eine ungefähre Vorstellung von diesem Salat. Die Gurke wird hier nicht geprügelt, sondern von Hand geknetet und leicht zerdrückt, anschließend mit einer chinesischen Vinaigrette länger mariniert. Dann kommt aber der Clou: Die Gurken werden abgetropft und kommen auf einen Saucenspiegel aus Tahin, Sojasauce und Mirin. Wirklich total gut! Ich bin sicher, im Sommer geht das bei mir als mittägliches Hauptgericht durch, weil der Salat schön kühlt und durch die Tahin-Sauce viel Körper mit sich bringt




Ofenpommes mit Curryblatt-Mayonnaise

Endlich einmal ein Gericht, das quasi Alltag ist und auch in Alltagszeit machbar ist. Die Erdäpfeln werden geschnitten und mit Salz und Öl im Rohr gegart. Der Clou ist dann die limettige Curryblatt-Mayo dazu. Dazu passt, dass die Pommes mit Limettensalz gewürzt werden.






 

 

Gegrillte Feige mit Shaoxing-Dressing

Das war bei uns ein Erntedank-Essen: eigene Feigen, eigener Rucola, eigene Schokolade-Habaneros, dazu eine Kombination aus hellem und dunklem Reisessig und etlichen anderen Gewürzen − war sehr gut! Aber wenn man denkt, ein schneller, kleiner Salat, der hat das Reifen nicht bedacht, das passiert, wenn man die Feigen bis zu drei Tage im Voraus zubereitet. Keine Ahnung, ob das nur das Mischen der Aromen ist oder irgendetwas Spezielles beim Reifen passiert, jedenfalls kommt nach der Wartezeit im Kühlschrank ein ganz feines Aromenspiel heraus.




 

 

Mandarinenflan mit Ancho-Chili

Das ist das Rezept, das ich hier vorstellen werde.








 

Und unterm Strich? Ein wirklich sehr empfehlenswertes Kochbuch. Es ist mein Kochbuch des Jahres!

Falls jemand schauen mag: Hier gibt es eine Rezension in meiner Lieblingszeitung mit einigen Rezepten.

Video zum Buch gibt es auch: Schau mal

Ein Interview mit Ixta Belfrage kann man da lesen.

 

Fakten zum Buch
ISBN 978-3-8310-4086-5
Erschienen: September 2020
Umfang: 320 Seiten 
Format: 206 x 280 mm 
fester Einband (mit 2 Lesebändchen, Cover mit Prägung und Folienveredelung)
Mit farbigen Fotos und Illustrationen

Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, direkt beim Verlag oder im Internet bei einem der vielen Buchhändler, die versenden. Für Österreich hier eine Liste der Buchhandlungen mit Online-Versand.
Die Links sind alle keine Affilate-Links.
Danke an den DK-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 19. November 2020

Rindsrouladen


Rindsrouladen sind ein Wiener Klassiker! Ich kaufe Rindfleisch nicht im Geschäft, sondern einmal im Jahr ein 5-Kilo-Paket bei einem Bauern. In so einem Paket ist quasi das ganze Rind vertreten: Faschiertes, etwas zum Kurzbraten, etwas zum Kochen, etwas zum Dünsten. Ich gebe immer mein Bestes und schneide den Teil zum Dünsten in Schnitzel, die ich zu Rindsrouladen verarbeite. Vielen! Die kann man nämlich hervorragend einfrieren und hat dann bei Bedarf ein ganz feines Essen.

Was mir vor vielen, vielen Jahren der Sauerkraut-Leo am Naschmarkt beigebracht hat: Niemals das Salz von Salzkapern wegschmeißen! Für Rindsrouladen oder Saftfleisch passt es hevorragend. Seit dieses Salz meine Geheimwafffe ist, schmecken die Rouladen noch besser.


Für 4 Stück
 
4 große dünne Rindsschnitzel (jeweils ca. 120 g) 
1 Karotte, gestiftelt
1 gelbe Rübe, gestiftelt
2 kleine  Essiggurkerl, gestiftelt
100 g geräucherter Bauchspeck, gestiftelt
Senf (Estragon, ersatzweise Dijon) 
Butterschmalz
 ca. 500 ml Rindsuppe 
100 ml Sauerrahm
1 EL Mehl (wenn möglich griffig)
1 TL Kapern
Kapernsalz
Pfeffer

 

Die Rindsschnitzeln klopfen, bis sie gleichmäßig dünn sind. Auf der Innenseite mit dem Kapernsalz bestreuen, pfeffern und mit je 1 TL Senf bestreichen. Am breiteren Ende jeweils ca. 1 EL der Gemüsestifte und der Speckstifte auflegen. Die Ränder einschlagen und die Roulade aufrollen. Mit Rouladennadeln fixieren oder mit Küchengarn binden.

Butterschmalz in einer Pfanne mit höherem Rand schmelzen, die Rouladen rundherum braten, bis sie braun sind. Herausheben. 1 EL Mehl in den Bratensatz streuen, sehr gut verrühren, bis sich der Bratensatz vom Boden der Pfanne löst, mit 400 ml Suppe aufgießen. Rouladen wieder einlegen, zudecken. Man kann die Rouladen entweder in der Pfanne weichdünsten, das dauert ca. eine Stunde, dabei muss man sie aber immer wieder wenden. Im Rohr erspart man sich das Wenden, da brauchen die Rouladen aber eineinhalb Stunden, bis das Fleisch schön mürb ist.

Die Rouladen aus dem Saft heben. Sollte der nicht genug sein, dann ist jetzt die beste Gelegenheit, das zu ändern. Ist zu wenig Flüssigkeit da, kann man die Sauce mit klarer Rindssuppe strecken. Man rührt  einen Löffel Mehl in den Sauerrahm ein, dieses Gmachterl in die Suppe einrühren. Kapern ebenfalls einrühren. Sauce mit dem Pürierstab pürieren. Nadeln (oder Garn) von den Rouladen entfernen. Ein paar Minuten sanft durchkochen lassen.


Dazu passen gedünstete oder gedämpfte Gemüse (um diese Jahreszeit Karotten oder ein Wurzelgemüse-Mix, Kohlsprossen, Brokkoli etc.),  als Sättigungsbeilage Nudeln oder Erdäpfel oder Nockerln.  

Ein ganz perfektes Essen bei diesem Wetter!
 

 

Mehr Rindsrouladen bei der Turbohausfrau:

 

Andere pikante Rouladen hier am Blog:

Dienstag, 17. November 2020

[Einkaufen] Schnitzler & Freud

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung. 

Sehr viel Wienerischer als Schnitzler und Freud geht eigentlich nimmer. Nun haben gleich beide Namen die Ehre, Paten für ein Geschäft zu stehen: Die Kesselbrüder, mit denen ich vor Jahren schon kooperiert habe, hatten schon länger ein Geschäft in Wien gesucht. Endlich haben sie gemeinsam mit dem Weingut Hagn einen ganz entzückenden kleinen Laden gefunden und in dieser grimmigen Corona-Zeit aufgemacht.

Ganz erstaunlich finde ich ja, was mit den Bildern der beiden Namensgeber gemacht wurde: 80 eigens für das Geschäft gebundene Bücher sind an der Wand installiert und zeigen die beiden Lust-Suchenden. Wie passend für so eine Location!

 

(C) Stefanie Winter
 

Nun bin ich ja bekanntlich Kaum-Trinkerin, daher hat es mich nicht sofort und auf der Stelle dort hingezogen, aber nun habe ich es endlich geschafft und bin ganz angetan. Es ist dort nämlich genau so, wie ich gern einkaufe: Der Rudi ist das Gesicht des Geschäfts und kennt sich echt super aus. Es gibt nicht nur Gin und Wein, sondern aus ausgezeichneten Kaffee und eben solchen Käse. Rudi ist ein gelernter Barista, er kann einem nicht nur über die alkoholischen Produkte eine Menge sagen, sondern er macht auch wahnsinnig guten Naber-Kaffee und weiß über den großteils Bio-Käse der Käsewölfe Bescheid.


 

Natürlich haben Wien-Gin und Weingut Hagn gemeinsam etwas produziert, das ihre Gemeinsamkeiten herausstreicht: Herak steht für Herz, Anker und Kreuz. Es ist eine Gin-Wein-Spirituose, übrigens die einzige Europas. Durch Mazeration, bei der neben Wacholder auch Lavendel, Holunder, Orangen, Ribiseln, Brombeeren und Himbeeren verarbeitet werden, entsteht ein sattes Rot, das dieses Getränk auch optisch abhebt.


 

Was ist jetzt der Vorteil von dem Geschäft? Die Weine und der Gin werden zu Ab-Hof-Preisen verkauft, also wirklich moderat. Man kann die Weine verkosten, bevor man sie kauft, also nix mehr mit Katze im Sack. Es gibt Kaffee zum Mitnehmen, der auch während des Lockdowns verkauft werden darf. Also bitte, nicht einfach dieses kleine Geschäft übersehen, sondern reinschauen und sich zumindest einmal umschauen.


Schnitzler & Freud GmbH 
Mariahilferstrasse 92, 1070 Wien 
+43 678 1215319
Öffnungszeiten: Montag-Samstag 11:00-19:30, Sonntag geschlossen

Sonntag, 15. November 2020

[Tag des Gugelhupfs] Zitronen-Olivenöl-Gugelhupf

Eigentlich ist dieser Gugelhupf so etwas wie ein alter Bekannter, den ich haben den hier schon einmal erwähnt. Es ist auch wieder derselbe Anlass, warum ich den poste: Es ist Meyerzitronenzeit! In den Wiener Biosupermärkten gibt es die Schätzchen wieder und ich weiß genau, ich werde wieder jede Menge Zitronenrezepte nachkochen, denn so gute Zitronen gibt es leider nur bis Weihnachten, dann ist es wieder vorbei für ein Jahr. Übrigens halten sich Zitronen am besten im Kühlschrank. So kann man sich die Meyerzitronenzeit gut um zwei Monate verlängern.

Der "Tag des Gugelhupfs" wird wieder einmal von Tina organisiert, deren wunderbarer Blog nun anders heißt, nachdem sich eine Firma das Wort "lecker" sichern hat lassen. Manchmal frag ich mich echt, wer solche Gesetze beschließt, dass das möglich ist. Aber Tina hat sich zum Glück nicht den Humor rauben lassen und macht weiter. Danke dafür!

Das Rezept habe ich übrigens immer noch aus derselben Quelle wie vor Jahren: Lunch For One Ich habe nur dieses Mal statt Thymian Rosmarin verwendet − war sehr gut und ist zur Nachahmung empfohlen. Auch andere Änderungen sind über die Jahre entstanden. Wer das Originalrezept sehen will, schaut bitte in den Link.



Für eine Gugelhupf-Form mit 22 cm Durchmesser
300 g braunen Zucker 
Abrieb von 4 Zitronen 
60 ml Zitronensaft  
220 ml Olivenöl, mild 
2 TL Rosmarin, fein gehackt 
4 Eier 
1 TL Vanillezucker
200 g Joghurt 
380 g Mehl, glatt oder Allzweck
120 g fein gemahlene Mandeln
2 TL Backpulver  
1 TL Salz 
 
Für den Guss
40 g Puderzucker, gesiebt (hier brauner Zucker)
2 TL Zitronensaft 
1½ TL Honig

 

Backofen auf 170°C Ober-und Unterhitze vorheizen. Gugelhupfform gründlich mit Butter ausstreichen und mit Mehl bestäuben. 

Zucker mit Vanillezucker, Zitronenabrieb, Saft und Rosmarin vermischen. Das Olivenöl langsam hinzufügen und mit einem Spatel gründlich verrühren. Nach und nach jeweils ein Ei hinzufügen, immer für ca. 30 Sekunden dazwischen verrühren. 

Das Mehl mit den gemahlenen Mandeln, Backpulver sowie Salz vermischen. Die Hälfte zum Teig geben, gründlich einrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist. Dann Joghurt und restliche Mehlmischung zum Teig geben, wieder gut verrühren.

Den Teig in die Form füllen und für 60 Min. backen. Zahnstocherprobe nicht vergessen! 

Den Gugelhupf in der Form überkühlen lassen, dann auf ein Gitter stürzen. Die Zutaten für die Glasur verrühren und den Kuchen damit übergießen. Trocknen lassen. 

 

 

Wie man sehen kann, ist weder mein Gugelhupf noch meine Glasur strahlend hell geworden. Das kommt durch den Muscovado-Zucker, den ich für den Teig und für den Guss verwendet habe. Will man das nicht, dann einfach durch weißen Zucker ersetzen. Uns hat die Kombination sehr gut gefallen. Schmeckt irgendwie nach Urlaub!

Ich freu mich schon auf alle die kommenden Gugelhüpfer!

Donnerstag, 12. November 2020

Hirschschinken mit Feigen und Ricotta

Eine Vorspeise aus dem Buch Fuchsteufeswild, die uns so gut geschmeckt hat, dass ich sie dann ein paar Tage später noch in ein belegtes Brot daraus umgewandelt habe. Wir haben nämlich gerade eigene Feigen von Balkonien, was natürlich die allerbesten sind, die man finden kann.

Hirschschinken gibt es übrigens in Wien an mehreren Stellen zu kaufen: am Biomarkt auf der Freyung beim Thum oder bei Pöhl am Naschmarkt. Beide Anbieter haben Stücke vom Schinken, beim Pöhl wurde mir der aber auch aufgeschnitten, was ich sehr nett finde, denn handgeschnitten ist der sicher nur das halbe Vergnügen.



Für 4 Personen:
6 Feigen
100 g Ricotta
20 Scheiben Hirschschinken
Tannenhonig
Thymian
essbare Blüten (bei mir leider keines von beiden)

Feigen waschen und in Spalten schneiden. Aus dem Ricotta Nocken formen (ich habe das mit zwei Löffeln gemacht, im Buch wird er zerbröselt, was mit österreichischem Ricotta nicht machbar ist). Schinken, Feigen und Ricotta auf Teller legen, mit dem Honig beträufeln. Wenn vorhanden, mit Thymian und Blüten der Saison bestreuen. 


 Hier noch meine Sandwich-Variante: Das Brot habe ich geröstet, mit einer Ricotta-Parmesanmischung dick bestrichen, noch einmal in den Plattengrill gelegt, aber mit Abstand, damit der Käse anschmilzt und nicht verbrennt! Wenn der Ricotta braune Stellen bekommt, ist das Brot fertig. Man legt nur noch Feigen und Schinken drauf. Ich habe noch Honig auf die Feigen geträufelt und Estragon drübergestreut. Schon hat man eine hervorragende Zwischenmahlzeit.

Montag, 9. November 2020

[Buchbesprechung] Fuchsteufelswild von Viktoria Fuchs

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag, ohne Bezahlung.

Manchmal frage ich mich, wieso ich Wild so oft vernachlässige. Ja, es ist nicht einfach zu bekommen, ist teuer, aber ich glaube, dass der eigentliche Grund die Wildküche meiner Jugend war. Dann mussten wir vom Jäger auch noch ein halbes Tier kaufen, das daheim zerlegt wurde. Also es ist derzeit schon sehr viel einfacher, an Wild zu kommen, auch wenn es noch immer kein selbstverständliches Essen ist.

Viktoria Fuchs vom Romantikhotel Spielweg ist angetreten, um mit genau solchen Bildern aufzuräumen. Das Hotel wird als Familienbetrieb geführt und Viktoria Fuchs ist die Küchenchefin. Sie hat sich hochkarätige Hilfe genommen für das Buch: Die Texte stammen von Antonia Wien,  die Fotos von Vivi d'Angelo.

Die Rezepte gliedern sich in die Kapitel "Salate & Suppen", "Mediterranes Wild", "Wild asiatisch", "Kreatives Wild", "Spielweg Klassiker", "Desserts und Torten", und "Die Spielweg-Speisekammer". Was ich schmerzlich vermisse ist ein alphabetisches Register. Es finden sich außer den Rezepten verschiedene Texte zu den diversen Wild-Arten, Pilzen, zum "Spielweg" etc. im Buch.

Die Rezepte reißen mich quasi auseinander: Einerseits wahnsinnig fantasiereich und supertoll, andererseits kann man sich nicht drauf verlassen, was da steht. Als Beispiel diverse Teigtascherl jeweils für 4 Portionen: 800 g Fleisch als Fülle für Ravioli, 1 kg Fleisch als Fülle für Gyoza, ½ kg Fleisch für Maultaschen. Dem gegenüber stehen dann Fotos, auf denen z. B. drei kleine Gyozas liegen. Aus einem ganzen Salat wird auf dem Foto ein halbes Salatblatt. Auch sonst sind die Angaben verwegen: Pastinaken werden 20 min. bei 140 Grad gebraten. Teilweise werden Wirtshausmengen gemacht wie z. B. 5 l Consommé. 

Nichtsdestotrotz haben andere Rezensenten keine Probleme mit solchen Angaben: Für Stevan Paul ist es sogar die Nummer eins der heurigen Bucherscheinungen, Kaisergranat vergibt 8,3 von 10 möglichen Scheren, der Krautjunker schreibt von vielen nachgekochten Gerichten. Irgendwie hinterlässt mich das etwas ratlos. Also vielleicht liegt es wirklich an mir, dass ich zu unflexibel bin.


Hirschschinken

Ein aufgelegter Elfer ist der Hirschschinken mit Feigen, Ricotta und Honig. Eine hervorragende Kombination! Daher werde ich dieses Rezept vorstellen.

Handgeschnittenes Tatar

Eine Variante, wie ich Wild noch nicht kannte. An sich hätten noch pochierte Wachteleier und gebratene Pastinaken dazugehört, aber das hat nicht sollen sein. Die Würzung vom Fleisch war ausgewogen.

 


Hausgemachtes Joghurt

Das ist ein Dessertrezept, das bei mir als Frühstück serviert wurde: karamellisierte Haferflocken, Joghurt und Apfelkompott.

Weil ich tatsächlich noch essbare Blüten auf Balkonien habe, habe ich die auch verwendet.

Steinpilzcarpaccio

So einfach, so gut: Pilze hobeln, mit Öl beträufeln, würzen, Kräuter drauf, fertig. Ein Gericht, das wir sehr gern gegessen haben.

Spaghetti Vongole mit Wildschweinpancetta

Ein Rezept aus der mediterranen Abteilung, von dem wir sehr angetan waren. Ich habe geschummelt, denn ich hab keine Ahnung, wo man in Wien Wildschweinpancetta bekommt, es war also normaler Bauchspeck. Die Arbeitsschritte sind gut  beschrieben. Geschmeckt hat es ausgezeichnet.


An sich ist das "nur" die Beilage zum Wildschweinschnitzel, aber ich kannte das noch nicht, dass man Bittersalat, Gurke und Dille kombinieren kann. War wirklich gut!

Wildschweinschnitzel in Haselnusspanier

Die schönen Schnitzerl aus dem Rücken eines Wildschweins machen sich sehr gut in einer Panier. Dafür sollten die Haselnüsse gehobelt werden, was auch wirklich schöner aussehen würde als bei mir, aber ich hab echt keine Ahnung, wie man so etwas macht. Egal, mit gehackten Nüssen hat das auch geklappt und geschmeckt hat es richtig gut.

 

Tom Kha Gai

Dieser thailändische Klassiker wird mit Rehfilet serviert. Die Sache mit dem Reis dazu ist nicht im Kochbuch vorgesehen, aber für uns war es eine Hauptspeise, daher habe ich die Suppe wie in Thailand serviert. Eine sehr gute Kombination, die gerade jetzt zum Suppenwetter gut dazupasst. 

Nach diesem Rezept weiß ich, dass man im "Spielweg" auf keinen Fall hungrig rausgeht: 1,6 l Suppe plus 4 ganze Rehfilets für 4 Portionen.

Zander mit Wildblutwurst, Petersilienpüree und Rahmsauerkraut

Hier musste ich schummeln, denn Wildblunze habe ich keine bekommen, aber auch mit ganz normaler Blunze ein hervorragendes Gericht aus der Abteilung "Kreatives Wild". Eine ganz tolle Kombination.
 

 

 

 

 

 

 

 

Ich muss sagen, dass ich trotz aller Hoppalas, die in fast jedem nachgekochten Rezept vorkommen, das Buch sehr gern mag, denn wenn man Ahnung hat vom Kochen, dann sieht man, was man ändern muss und hat hervorragendes Essen auf dem Teller. Also eine Empfehlung für Leute, die schon  gut kochen können, denn dann kann man sich ausgezeichnete Ideen und Anregungen holen, die man sonst nicht so schnell wo findet.
 

Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-517-09917-0 
Preis: € 25,00 [D] | € 25,70 [A] | CHF 35,90
Hardcover, Pappband
Umfang: 240 Seiten 
Format: 19,5 x 24,0 cm 
ca. 150 farbige Fotos 
Erscheinungsdatum: 8. September 2020 
 

Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, direkt beim Verlag oder im Internet bei einem der vielen Buchhändler, die versenden. Für Österreich hier eine Liste der Buchhandlungen mit Online-Versand.
Die Links sind alle keine Affilate-Links.
Danke an den südwest Verlag für das Rezensionsexemplar.  

Freitag, 6. November 2020

Petersiliensuppe

Britta von Backmaedchen 1967 richtet derzeit bei Zorra ein Blogevent zum Thema "Herbstgenuss" aus. Da bring ich doch schnell meine superfeine Petersiliensuppe vorbei. Ich hatte die bei einer Freundin gegessen, die sie wohl aus einem Buch hat. Mir hat sie so gut geschmeckt, dass ich sie Auge mal Pi nachgemacht habe. Mir gefällt, dass sowohl Wurzel als auch Grün von der Petersilie darin verwendet werden.

 

Für 4 Portionen

½ kg Petersilienwurzeln
1 EL Butter
1 kleine Zwiebel
¾ l klare Gemüsesuppe
1 Bund Petersilie
Salz
Pfeffer
1 Prise Chili
¼ l Obers
3 EL Mehl, griffig
¼ Öl, geschmacksneutral

 

Die Petersilwurzeln schälen. Ca. ein Drittel der Wurzeln in feine Streifen schneiden. (Bei mir macht das der Hobel, was zumindest bei mir deutlich schneller geht als das Schneiden mit dem Messer.) Streifen in der Zwischenzeit in den Kühlschrank stellen. Den Rest der Wurzeln würfeln.

Butter in einem Topf schmelzen, die gewürfelten Wurzeln darin anschwitzen. Mit 1 EL Mehl stäuben und mit der Gemüsesuppe aufgießen. Die Wurzeln weich kochen. Während das geschieht, die Petersilienblätter und feinen Stiele grob zerschneiden. Das Grün in die Suppe geben und einmal aufkochen. Mit einem Mixstab fein pürieren. Zurück in den Topf geben, mit dem Obers aufgießen, mit Salz, Chili und Pfeffer abschmecken.

Vor dem Servieren das Öl in einem kleinen Topf erhitzen. Die Wurzelstreifen, mit dem restlichen Mehl stäuben, abschütteln und in dem heißen Öl frittieren. Auf Küchenrolle abtropfen lassen. 

Suppe nochmals erhitzen, mit den frittierten Wurzelstreifen servieren.

 


Bei uns geht so eine dicke Suppe durchaus als herbstliches Hauptgericht durch. Ich mach dann gern geröstetes Brot dazu. Die Suppe wird auf jeden Fall zu einem Stammgast in meiner Küche!


Blog-Event CLXIX - Herbstgenuss (Einsendeschluss 15. November 2020)

Dienstag, 3. November 2020

[Sandwich Day] Thunfisch-Tramezzini

Ich staune ja immer wieder, was es nicht alles für "Tage des ..." gibt. Heute ist der Sandwich-Tag! Für mich war das eine Gelegenheit, dass ich mich endlich einmal daran wage, Tramezzini wirklich wie in Italien nachzumachen. Der Clou an diesen Sandwiches ist das rindenlose Brot, das meistens so gefüllt wird, dass in der Mitte ein kleines Bäuchlein entsteht. Bisher ist mir die Fülle immer rausgefallen, wenn ich das probiert habe. Nun ist es mir aber wirklich gelungen!

Für 6 Tramezzini

1 Dose Thunfisch in Lake
10 cm Staudensellerie 
1 hart gekochtes Ei
100 g Mayo
1 kleine rote Zwiebel oder Schalotte
1 Zitrone (1 KL Saft und Schale)
1 KL Kapern
Pfeffer

 


 

Den Thunfisch sehr gut abtropfen lassen. 

Staudensellerie in feine Würfel schneiden, Zwiebel ebenso.

Die Hälfte vom Fisch mit der Mayo, dem Ei, Kapern, Zitronensaft und -Schale in ein Mixgefäß geben und entweder mit dem Stabmixer oder der Moulinette gut zerkleinern. Den restlichen Thunfisch sehr klein zerzupfen, mit dem Sellerie und der Zwiebel zur Creme geben und gut verrühren.

Die langen Stücke vom Tramezzini-Brot in der Mitte einmal auseinanderschneiden. Jedes zweite Stück mit der Fisch-Creme bestreichen, dabei in der Mitte ein kleines Hügelchen machen. Die Creme bis an die Ränder gut verstreichen. Ein leeres Stück Tramezzinibrot drauflegen. An den Rädern vorsichtig festdrücken. Die Stücke noch einmal schräg auseinanderschneiden, um die typische Dreiecksform zu bekommen.


Siehe da: Die Creme hält die zerzupften Fischfutzerln wirklich gut zusammen! Hab ich ja doch etwas gelernt in Italien, wo ich vielen emsigen Händen hinter den Tresen über die Schulter geschaut habe, wie sie das machen.


Und nun freue ich mich auf meine MitstreiterInnen, die auch alle Sandwiches servieren. Ich ergänze die Links sobald wie möglich.

Wer sich auch noch der Sandwiches angenommen hat, ist Zorra. Sie hat einen ganzjährigen Sandwich-Schwerpunkt. Bei ihr findet man viel! Click

Die Rettungsaktionen haben sich auch schon um das belegte Brot gekümmert. Ich habe Smoerrebroed gemacht, am Ende des Postings stehen die Links zu allen anderen Broten.


 

 

 

 

 

 

Sonntag, 1. November 2020

Foodie-Rückblick auf Oktober 2020

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung. Ein Test ist dieses Mal dabei, der ist extra gekennzeichnet.

 

 Getestet

Produkttest (unentgetlich, Testexemplar)

Sehr lässig sind die Bieradventkalender von Kalea.  Es gibt davon mehrere Ausführungen und ich durfte mir eine zum Probieren aussuchen. In meiner "Edition Brauwerk" sind nur Biere aus deutschen Privatbrauereien, die zum Teil extra für den Adventkalender gebraut wurden. Der Turbohausmann und ich haben uns durchgekostet und waren von der Vielfalt recht angetan: Es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Für Leute, die mit Märzen und Lager sozialisiert sind wie wir, sehr viel Neues! Die Bandbreite reicht von leichten bis sehr schweren Bieren, von Weißbier bis Braunbier, von fruchtig bis herb ist alles vertreten. Man kann sich bei den einzelnen Bieradventkalender auch die Bestückung ansehen, damit man den eigenen Vorlieben entsprechend einen auswählen kann. Ich bin sicher, dass sich Bierliebhaber sehr über so ein Geschenk freuen. 


 

 

 

 Gegessen

Bei einem Einkauf am Naschmarkt durfte ein Kaffeetscherl nicht fehlen. Diesen feinen Espresso habe ich beim Georg am Naschmarkt getrunken. Dieses Geschäft vertreibt jede Menge ausgezeichneter Produkte aus Österreich: Essig vom Gölles, Marmelade von Stauds und vieles mehr, nun gibt es auch noch einen Imbiss dort. Ich hab noch nie etwas gegessen dort, es war auch eine Kaffee-Premiere. Nachdem der Kaffee richtig gut war, fasse ich ins Auge, dort irgendwann einmal den Käse zu verkosten.

Mit meiner Friseurin, zu der ich seit vielen, vielen Jahren gehe, war ich im Jinco, von dem ich so begeistert war, essen. Leider hat es mich dieses Mal nicht so zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Ich habe Black Pepper gegessen, das als scharf ausgewiesen ist. Es hatte aber keine Schärfe, vom schwarzen Pfeffer war nur ein Haucherl zu bemerken. Insgesamt eh okay, aber nicht so, dass man deswegen extra den Weg dorthin antreten müsste.

 



 

 

 

Ein Stammgast bei den monatlichen Rückschauen ist das Oberlaa und das mit vollem Recht: Es ist immer wieder eine Freude, dort etwas kleines Süßes zu essen. Exakt gearbeitet, voller Aromen, süß, aber nicht picksüß, also immer eine Freude. Was ich gern mag, ist dieses "Maulvoll Süßes", von dem man genug dort finden kann: jede Menge Maccarons, Pariser Spitz, Petit fours (die ich wärmstens empfehlen kann), nicht zuletzt die Schokomaroni und auch die Punschkrapferl. Das ist eine alles Menge, die mit einem Haps weg ist und viel Freude am Gaumen hinterlässt.

Wieder einmal war ich bei meiner Lieblingskeramikerin. Wenn man mit einem selbst gemachten Stück Torte begrüßt wird, das hat schon was! Ich durfte mir außerdem aussuchen, von welchem Teller ich sie essen will. So lieb!

Am letzten Freitag, also den 30.10. waren wir Pizza essen. Schon lange liebäugeln wir mit der Pizza Riva. Wir haben eine Filiale nicht weit von daheim und immer, wenn wir dort vorbeifahren, sind alle Tische besetzt. Das war uns nun ein wenig zu eng in Zeiten wie diesen und wir haben die Filiale am Alsergrund gewählt. Dort stehen die Tische wirklich erfreulich weit auseinander, allerdings haben die KellnerInnen noch die winzigen Gesichtsschilde auf. Wir haben es dennoch riskiert und haben eine ausgezeichnete Pizza gegessen. Meine war mit gegrillten Paprikastücken und Salsiccia. Anfangs dachte ich, dass da mit der Wurst sehr gespart worden wäre, aber unter dem Käse war dann doch ausreichend vorhanden. Wir waren beide recht begeistert von unseren Pizzas und empfehlen die Pizzeria gern weiter.





Gekocht

Freunde haben Dirndln im Garten und ich darf dort jedes Jahr ernten. Dieses Jahr waren wir in Italien, als die Dirndln reif waren, und ich hatte den Luxus, dass unsere Freunde für mich geerntet haben, die Dirndln eingefroren und mir dann nach Wien geliefert haben. Ich hatte also das Vergnügen, mich durch meine eigenen Dirndlrezepte durchkochen zu dürfen. Okay, das ist jetzt nicht so ganz richtig, weil ich fluche schon jedes Jahr beim Einkochen. Aber das Ergebnis ist halt dann schon überzeugend.

Ich hab dann sofort Bratäpfel mit Dirndlmarmelade gemacht. Wer das noch nicht kennt: Bitte diese Kombination unbedingt ausprobieren! Hier habe ich einfach das Kerngehäuse von den Äpfeln ausgestochen und sie dann 30 min. bei 180 Grad gebacken, vor dem Servieren dann ein Esslöffel Dirndlmarmelade in die Mitte reingeben.

Es gibt am Blog noch ein aufwändigeres Rezept für Bratäpfel, die ich gern mit Dirndlmus serviere.



Nachdem gerade die schönsten Preiselbeeren am Markt zu bekommen sind, habe ich Preiselbeermarmelade eingekocht. Auch hier finden sich schon Rezepte am Blog. Für ein Fest mit Nachbarn habe ich diesen Birnenkuchen mit Preiselbeeren auf eine größere Menge hochgerechnet und der Kuchen fand großen Anklang. 

Außerdem Notiz an mich: Grantenschleck machen.

Dieses Jahr hatte ich massig Basilikum auf Balkonien. Ich habe es nun großteils geerntet, weil besser wird es nicht mehr werden. Zwei voll Salatschüsseln mit Blättern sind es geworden, Samen für nächstes Jahr habe ich auch abgenommen. 

Nachdem ich über viele Jahre diverse Konservierungsversuche gemacht habe, bin ich dabei gelandet, dass ich die Blätter abzupfe und mit Salz und Olivenöl mixe, dann in ein Gläschen abfülle, diese Paste mit Öl bedecken und so im Kühlschrank lagere. Trocknen oder tiefkühlen hat sich bei mir nicht so bewährt, da geht viel Aroma verloren. Etliche Leute machen Pesto, aber ich habe nicht so extrem viel Pesto-Bedarf. Diese neutrale Paste kann man mit ein paar Handgriffen in Pesto verwandeln, das mache ich auch ab und zu, aber sonst habe ich diesen puren Basilikum-Brei zum Würzen zur Hand.

Sehr fein schmecken gefüllte Shisoblätter. Dieses Jahr habe ich allerdings gelernt: Auch wenn sie noch so schön sind, sollte man die Blätter um diese Jahreszeit dafür nicht mehr verwenden. Sie sind noch sehr gut als Saft, aber zum Füllen sind die Blattrippen schon sehr grob. Sie waren gut, aber im Juli sind sie eindeutig besser.

Wenn das Wetter mies ist, bietet sich Szegediner aka Krautfleisch an. Ich mache einmal im Jahr einen Schweinsgulasch-Ansatz, den ich dann portionsweise einfriere. Eignet sich bestens für genau dieses Rezept und auch Reisfleisch. Im Nu ist dann eines der beiden Gerichte fertig.

Irgendwann wird ja doch noch eine organisierte Hausfrau aus mir.






Da ist schon ein Schatz, den ich mit dem eigenen Basilikum gemacht habe: einfach zu der Paste aus Basilikum, Öl und Salz noch geröstete Pinienkerne, Parmesan und ein Knofelzecherl dazugeben und schon ist das beste Pesto genovese fertig. So einfach kann es sein, wenn man ein hervorragendes Essen sevieren will.









Gekauft

Ich war mit dem Turbohausmann an einem Samstag am Naschmarkt. Man kann nach wie vor noch ohne großes Gedränge durchspazieren. Das heißt aber auch, es sind immer noch viel zu wenig Touristen in Wien. Das wird sich wohl auch so schnell nicht ändern.

Beim "Obsteck" war ich nicht sicher, ob die Schilder vielleicht zum Anlocken der Kunden geschrieben wurden? Hat jedenfalls gewirkt, denn mich haben sie so eingebremst, dass ich dann genauer geschaut habe und ein paar Schwammerln mitgenommen habe.

Auch nie vorbeigehen kann ich beim Kuczera. Es gibt schon viele heimische Äpfel und Maroni aus Italien. Allerdings musste ich schon heftig schlucken bei den Preisen. Doch die Ware ist wirklich immer top!

Arg bedenklich finde ich, dass sich am Naschmarkt nicht mehr viele Leute um die Maskenpflicht kümmern. Bei so unvorsichtigen Standlern kaufe ich aus Prinzip nichts. So wie bei diesem Besuch ist mir das dennoch zu heikel. Mal schauen, was die neuen Maßnahmen bringen werden.

Wo wir immer wieder gern hingehen, ist der Pöhl, und zwar hauptsächlich wegen der Brote. Hier ein Brot vom Kasses, das ich noch nicht kannte: Rotondo heißt es und ist ein Dinkel-Ciabatta. Der Teig ruht 72 Stunden, bevor er gebacken wird. Das merkt man, denn obwohl es ein Dinkelbrot ist, das recht leicht trocken wird, bleibt es einige Tage saftig. Sehr lang hat der halbe Laib bei uns nicht gehalten, denn das Brot schmeckt richtig gut!

Wieder einmal ein Einkehrschwung zu Haas & Haas. Was ich ohne jede Einschränkung empfehlen kann, sind die Fruchtgelee von dort. Es gibt sie sortenrein oder wie hier gemischt. Sie liegen geschmacklich gleich auf mit denen aus dem Rösthaus. Für mich ist halt der Haas räumlich näher. Zum Glück sind nicht beide nah! Ich mag gar nicht dran denken, wenn ich die beide in der näheren Umgebung hätte ...





 

 

Ein Stammgast hier bei uns ist das Erdäpfelbrot aus dem Haus Joseph: ein sehr geschmackvolles Toastbrot, das wir am ersten Tag immer ungetoastet essen, da ist es ein gutes Weißbrot. Jedenfalls ist von dem noch nie etwas übrig geblieben, was mir aber eigentlich gar nichts machen würde, weil ich meine Brösel selber reibe und deswegen eigentlich mehr Weißbrot kaufe als wir brauchen. Aber gut, man kann ja angeblich auch Bröseln kaufen.








Sehr gern kaufe ich die Brote vom Ströck-Feierabend. Ich habe das Glück, dass die Ströck-Filiale am Viktor Adler-Markt auch Brote vom Feierabend verkauft, daher kaufe ich fast wöchentlich dort ein. Allerdings gibt es ein paar Sachen, die werden nur direkt in den Feierabend-Filialen verkauft. Dieses Pierre-Croissant mit Marillenmarmelade zum Beispiel. Dass es das nicht bei allen Ströck-Filialen gibt, ist wirklich sehr schade, denn das Croissant war ausgezeichnet. Es war mit einer perfekt passenden Menge Marmelade gefüllt, selbige ist nicht zu süß, außen drauf sind Pistazien gestreut. Insgesamt also eine Freude!

Die neue Filiale vom Feierabend in der Rotenturmstraße ist winzig! Ich hatte mich drauf gefreut, dass ich mich reinsetzen und einen Kaffee trinken kann. Man kann aber nur auf der Straße stehend einen Kaffee dort konsumieren und das war mir an dem Tag zu kühl.

Ich habe es ja schon geschrieben: Wir waren im Beaulieu essen. Und weil ich schon mal dort war, habe ich Käse gekauft. Auf dem Foto zu sehen ist eine von zwei Vitrinen, also wirklich sehr gut sortiert.



Nachdem zu französischem Käse auch Baguette gehört, habe ich dieses da gleich im Beaulieu erstanden. Es ist wirklich so, wie ich das aus Frankreich kenne: eine lange, dünne Stange, außen sehr knusprig, innen jede Menge Löcher. Und sehr, sehr gut! Also wenn ich wieder mal dort in der Nähe bin, dann wird ganz sicher wieder so ein Baguette gekauft.

Jetzt geht wieder die Maroni-Saison los und damit meine Schoko-Maroni-Sucht. Und weil viele Leute mittlerweile von meiner Vorliebe wissen, kam mir eine Packung meiner Lieblingssorte ins Haus geflattert: Der Heindl macht sehr gute! Aufpassen: Das ist Frischware und die halten sich nicht lang. Also nicht nur bei mir sind die Dinger zum sofortigen Verzehr gedacht.

Ströck-Feierabend hat ein neues Brot auf den Markt gebracht, das Wiederbrot. Ich bin ja ganz begeistert, dass nicht heimlich hinter der Bühne altes Brot wiederverwendet wird, sondern das so offiziell gemacht wird, dass es jeder erkennt schon allein durch den Namen. Es wird das Roggenbrot aus der Überproduktion weiterverwendet, genauer steht das im Link oben. Was ich nach der Konsistenz sofort glaube: Die ersten Versuche schlugen fehl, weil das Brot aufging wie ein Soufflé, um dann sofort wieder zusammenzufallen. Die Konsistenz der Krume ist wirklich total weich, dass es mich das gewundert hat, dass das tatsächlich drei Tage frisch schmecken kann, aber das tut es wirklich. Die Kruste ist knusprig, aber nicht hart. Geschmacklich ist das Brot top: wie ein Ciabatta, typischer Brotgeschmack, keine Gewürze. Bisher war das Christoph-Brot mein liebstes vom Feierabend, aber das muss sich nun abwechseln mit diesem Wiederbrot. Damit bleibt Ströck Feierabend der Führende auf meiner internen Bäcker-Liste.

Das Highlight in diesem Monat war eindeutig die Entdeckung eines Kaffees: Dieser Kaffee vom Rösthaus kann echt was! Eine solche Tiefe im Geschmack und eine Aromenvielfalt findet man selten.

Bei der Gelegenheit: Im Fernsehen habe ich gesehen, dass das Rösthaus im Prater einen neuen Ableger plant. Das alte Ponykarusell wird umgebaut und in ein Kaffeehaus umgewandelt. Ich freu mich! Alles, was Wien einen bessern Kaffee beschert, ist mir ein Volksfest.






 

Und sonst so? Ja eh. Wir durften im Oktober in Quarantäne, der Turbohausmann, weil er K1-Kontakt war, ich freiwillig mit, weil anzunehmen ist, dass wir einander anstecken würden, wenn es einen von uns beiden erwischt. Spannend fand ich ja, dass man auch als enger Kontakt in so einem Fall vollkommen auf sich gestellt ist: Der Kollege vom Turbohausmann, den es erwischt hat, hat zum Glück sofort angerufen, als er positiv getestet wurde. Angeblich wird man von "den zuständigen Behörden" wegen der Quarantäne verständigt. Verständigung kam keine, getestet wurde nicht. Es scheint sehr einfach zu sein, wenn man sich selber aus der Verantwortung entlassen wollte. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Aber soll sonst nix sein, denn es sind alle heil und munter, bloß 10 Tage ausschließlich in der Wohnung sein ist schon sehr zach, muss ich sagen. Insgesamt beunruhigt mich die Situation. Die Einschläge kommen quasi näher: Wir kennen mittlerweile etliche Leute, die vorsichtig waren und die es dennoch erwischt hat. Zum Glück ist es bei allen glimpflich ausgegangen. Hoffen wir, dass die neuen Maßnahmen nicht nur hart klingen, sondern auch etwas bringen. 

Ich drück euch die Daumen, dass ihr alle gesund bleibt! Passt bitte gut auf auf euch.