Montag, 25. Mai 2020

[Genuss in rot-weiß-rot] Spargelgröstl

Meine Damen von "Genuss in rot-weiß-rot" stellen heute etwas ganz typisch Österreichisches vor: Gröstl. Sogar Wikipedia weiß, dass das ein einfaches Pfannengericht ist. Zum Blunzengröstl habe ich es schon gebracht, aber weiter nicht mehr. Wahrscheinlich deswegen, weil es so ein typisches Resteessen für mich ist, das nicht unbedingt würdig genug ist, um auf den Blog zu dürfen. Daher habe ich mich arg bemüht und dieses Mal ganz und gar keine Reste genommen, sondern dafür extra frisches Gemüse gekauft, das jede Menge Arbeit macht: Erbsen und Saubohnen, beides noch in den Schoten, außerdem meinen saisonalen Liebling Spargel. Die wichtigste Zutat ist Zeit − nicht für die Zubereitung, sondern für die Vorbereitung. Mann kann diese vorbereitenden Arbeiten aber schon am Vortag machen, dann steht das Essen in 20-30 min. fertig.



Zutaten für 2 Portionen

½ kg Erdäpfel
400 g Spargel
½ Erbsen in der Schoten (oder 2 Hände voll TK-Erbsen)
½ Saubohnen in der Schote (oder 1 Hand voll TK-Saubohnen)
1 Schalotte
1 Hand voll Speckwürferl (gut durchzogenen Speck, am besten Bauchspeck)
2 EL Öl zum Braten
Salz
Pfeffer


Saubohnen aus der Schote lösen. Die ummantelten Bohnen in Salzwasser 3 min. blanchieren, kalt abschrecken, dann die Kerne aus den Hülsen drücken. Nur so zur Info: ½ kg Saubohnen Ausgangsgewicht waren am Ende ca. 65 g verwertbare Bohnen.
Die Erbsen sind gnädiger, die muss man nur aus den Schoten schälen und dann 2 min. blanchieren.
Erdäpfel kochen, schälen und in gleichmäßige Stücke schneiden.
Spargel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Spitzen separat legen.

1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Erdäpfel schön langsam darin knusprig braten.

In einer zweiten Pfanne 1 EL Öl erhitzen, den Speck darin bei mittlerer Hitze sanft anbraten. Es sollte nicht rauchen, denn da verbrennt man das Fett. Wenn der Speck knusprig ist, aus der Pfanne nehmen und auf Küchenrolle abtropfen lassen (dadurch bleibt er knusprig). Wenn zu viel Fett in der Pfanne ist, das überschüssige wegschütten, ca. 2 EL Fett in der Pfanne belassen. Darin die Spargelstücke ohne Spitzen rundherum anbraten. Schalotte und Spargelspitzen nach etwa 2 min. zugeben und mitbraten. Nach ca. 5 min. sind die Spargelstücke gar. Blanchierte Erbsen und Saubohnen dazugeben, alles erwärmen. Die nun knusprigen Erdäpfelstücke dazugeben, ebenfalls erwärmen. Alles salzen und pfeffern. Ganz am Ende die Speckwürferl unterheben.

Mit Blattsalaten servieren.



So einfach kann richtig gutes Essen sein! Übrigens kenne ich es als Mär, dass Gröstl nur in einer eisernen Pfanne gut wird. Ich nehme schon gern meine Oma-Pfanne, weil ich gut mit der umgehen kann, aber sonst würde ich dem nicht unbedingt zustimmen. Es gibt ein paar Grundregeln wie den Speck langsam braten und nicht verbrennen und ihn danach auf einer saugfähigen Unterlage abtropfen lassen. So bleibt er knusprig. So generell würde ich sagen, dass eine gewisse österreichische Gemütlichkeit solchen Gröstl-Gerichten nicht schadet.




Und das servieren die Mit-Köchinnen:
Brigitta zeigt uns Pilzgröstl mit Bachsaibling und Veltlinersauce.
Friederike kocht Gröstl vom Waldviertler Räucherkarpfen mit Erdäpfelknödeln.
Verena macht Lachsgröstl mit Erbsenschoten.
Daniela bringt Erdäpfel-Karotten-Gröstl mit Brennnesseln.


Freitag, 22. Mai 2020

[Kulinarische Weltreise] Radieschenblättersuppe

Was macht ein Rezept landestypisch? Ich bin mir bei dieser Radieschenblättersuppe nicht so sicher, ob die als französisch durchgeht, aber sie wurde in Frankreich von David Lebovitz kreiert und daher gehe ich nun einfach davon aus, dass die französisch ist. Klassiker ist es jedenfalls keiner, dennoch nehme ich diese Suppe mit auf Volkers Kulinarischer Weltreise durch Frankreich. Geschmeckt hat die Suppe so gut, dass ich finde, man muss sie verbreiten. Das Rezept habe ich nach meinem Geschmack abgewandelt, das Original kann man im ersten Link nachlesen.

Es ist für mich in keiner Weise neu, dass man Radieschenblätter essen kann: Seit 2011 gibt es bei uns jährlich, wenn die Radieschenernte auf Balkonien fällig ist, jährlich dieses Radieschenrisotto. Ich bin immer froh, wenn ich solche Rezepte finde, denn bei den Radieschen sind immer wieder Pflänzchen dabei, die keine Knöllchen bilden, aber das schöne Grün will ja auch verwertet werden. Die Blätter sind wohlschmeckend, aber man muss eine ausreichende Menge nehmen, weil sie nicht sehr intensiv sind. Was auch kein Fehler ist: Die halten richtig viel Knofel aus! Und die Blätter sind störrisch, das heißt, man muss sie einige Male zerschneiden, bevor man sie klein mixt. Zumindest meine alte Moulinette würde das nicht überleben, wenn sich die Fasern der Blätter um die Klinge wickeln. In den Blättern hält die Erde übrigens besser als auf den Radieschen, daher sehr gründlich waschen!


Für 4 Portionen

1 EL Butter
1 Esslöffel Olivenöl
1 große Zwiebel, geschält und gewürfelt
1 TL Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 Knoblauchzehen, geschält und in Scheiben geschnitten
2 mittelgroße Erdäpfeln, gewaschen und grob gerieben (350-450 g)
1 l klare Hühnersuppe
2 Bund Radieschengrün
1 Bund Radieschen, die Knollen
1 EL Dijon-Senf
1 Prise Cayennepfeffer
125 ml Mascarpone (angeblich geht auch Obers oder Crème Fraiche)
Saft und Schale einer Zitrone

Butter und Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Geschnittene Zwiebel hineingeben und unter häufigem Rühren ca. 5 min. braten. Mit Salz und Pfeffer würzen, Knoblauch hinzugeben und weiter braten, bis die Aromen freigesetzt sind. Suppe zugießen und zugedeckt aufkochen lassen
Die geriebenen Erdäpfeln in den Topf geben und 5-10 min. durchkochen lassen. Radieschenblätter einige Male durchschneiden und in die Suppe geben. Wieder zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und köcheln lassen, bis die Rettichblätter durchgegart sind.
Vom Herd nehmen und ein wenig abkühlen lassen (mein Stabmixer mag es nicht, wenn man ihn zu tief in kochend heiße Flüssigkeit hält).
Mascarpone einrühren, mit Zitronensaft und -schale abschmecken. Alles zu einer glatten Suppe mixen.

Radieschen fein hobeln. Suppe erhitzen, in Teller geben, die Radieschen als Einlage hineingeben.



Ich könnte mir auch Croutons gut als Einlage vorstellen, wenn man richtig Hunger hat bzw. die Suppe als Hauptspeise für 2 Personen gedacht ist.
Sicher sehr hübsch schauen essbare Blüten aus, aber um diese Jahreszeit findet sich da auf Balkonien noch nichts.


Wenn die Reise durch Frankreich beendet ist, werde ich wieder die Links aller Mitreisenden eintragen.

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Frankreich

Dienstag, 19. Mai 2020

Spargel-Staudensellerie-Rahm-Salat mit Mimosa-Topping

Ein Lieblingssalat ist erwachsen geworden! Dieser Salat hier ist eigentlich schon seit 2011 auf dem Blog, aber er hat sich in der Zwischenzeit so geändert, dass er eigentlich ein ganz anderer Salat geworden ist. Ich mag den gern als Grillbeilage oder als Hauptspeise, einfach nur als kleine Beilage ist er zu mächtig. Der Kerbel durfte dem um diese Jahreszeit noch winzigen und daher feinen Sauerampfer weichen. Mit den Jahren hat der Salat auch eine knackige Komponente dazubekommen, diesen Frühling ein Topping, das ich Nicole Stich verdanke. Ich habe etliche Rezepte aus ihrem Buch "Reisehunger" nachgekocht und in einem war das dabei: Man drückt ein hart gekochtes Ei durch ein feines Sieb, heraus kommt winzig fein geschnittenes Ei, das sich zu diesem cremigen Salat echt toll macht.


Zutaten für 2 Personen:
¾ kg Spargel
3 Stangen Staudensellerie
⅛ l Sauerrahm
3 EL Mayo
1 Bund Sauerampfer
Salz, Pfeffer (weiß)
Saft von 1/2 Zitrone
1 hart gekochtes Ei

Den Spargel schälen und kochen. Staudensellerie waschen und in Streifen schneiden. Während der Spargel kocht (5 min. reichen), Mayo und Sauerrahm mit dem gehackten Sauerampfer, Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren. Spargel kalt abschrecken, damit er nicht weiter gart. Mit dem Sellerie in die Marinade mischen. Salat auf Schalen verteilen.

Das gekochte Ei schälen und durch ein feines Sieb drücken, am besten direkt auf den Salat drauf, denn dann liegt das atomisierte Ei schön locker oben.


Freitag, 15. Mai 2020

Rote Rüben-Salat mit Feta und Walnüssen

Weil ich nicht anders kann, habe ich natürlich auch aus dem Roman "Eine Prise Marrakesch" etwas nachgekocht. Ich fand den Salat sehr stimmig.





Zutaten
750 ml Wasser
250 ml Weinessig
200 g Zucker
2 Zimtstangen
1 EL gemahlener Koriander
2 ganze Sternanis
500 g Rote Bete, geputzt
50 g Walnüsse
150 g Schafskäse


2 EL Olivenöl
1 EL Rotweinessig
2 EL Honig
1 TL körniger Senf
Salz
Pfeffer

Wasser, Essig, Zucker und Gewürze unter Rühren in einem Topf zum Kochen bringen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. In diesem Sud die Rote-Rübenknollen kochen, bis sie gar sind (ca. 1 Stunde). Herausnehmen, abkühlen lassen und schälen (luftdicht verpackt und bedeckt mit dem Kochsud halten sie sich bis zu einer Woche im Kühlschrank). Rote Rüben in Scheiben schneiden und auf einer Servierplatte anrichten.
Die Zutaten für das Dressing miteinander verrühren und über die Roten Rüben geben. Schafskäse und grob gehackte Walnüsse darüberbröseln und sofort servieren.






Was es dazu zu sagen gibt: Das Garen der Knollen bringt schon Aroma mit ins Gericht. Dass ich bisher noch nicht auf die Idee gekommen bin! Ein guter Salat, der kein Beilagensalat, sondern ein kleines Haupt- oder Zwischengericht ist. Mir gefällt die Kombination sehr gut.  Einen sehr ähnlichen Salat habe ich aus einem anderen Kochbuch nachgekocht, das Rezept findet man hier am Blog.

Dienstag, 12. Mai 2020

[Buchbesprechung] Eine Prise Marrakesch von Thea C. Grefe

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag.

Nun schreibt sie auch noch über Romane ... Das hat aber auch einen speziellen Grund: Wie meine LeserInnen wissen, waren wir im Dezember in Marrakesch, wo es uns unglaublich gut gefallen hat. Und dann erschien im Blanvalet-Verlag dieses Buch, ein Roman, in dem es auch um Essen geht. Nun, was soll ich weiter erklären, wieso ich das hier beschreibe?

Die Autorin Thea C. Grefe lebt in Deutschland und man merkt, dass sie für ihr Leben gerne reist. So wird sie vom Verlag beschrieben: Wenn sie nicht eine ihrer vielen Reisen macht, dann reist sie mithilfe von Büchern im Kopf. Kommt mir bekannt vor.

Vier ProtagonistInnen gibt es im Buch, die alle denkbar unterschiedlich sind. Claire ist Hobbyköchin, hat bei einer Kochshow gewonnen und hat beim ambitionierten Koch Alain, der von finanziellen Problemen geschüttelt wird, ein Praktikum gemacht, bis der sie vor die Türe gesetzt hat. Daraufhin trat sie ihre Reise an. Sie lernt Charlotte, eine studierte Fotografin, die vor ihrer Scheidung steht, schon bei der Anreise kennen. Nachdem beide im überbuchten Hotel abgewiesen werden, finden im Hotel von Karim, der mit seinem Schicksal hadert, Unterschlupf.

Die beiden Frauen lassen sich durch Marrakesch treiben, genießen die Atmosphäre der Stadt und entdecken sich selber noch einmal neu. Auch die beiden Männer müssen ihr Leben überdenken. So viel sei zum Inhalt verraten.

Was mir gefällt: Es sind 18 Rezepte in dem Buch, marokkanische und andere. Aber noch schöner: Das Ambiente von Marrakesch ist so wunderbar eingefangen, ich war sehr schnell wieder in diese traumhafte Stadt zurückversetzt.

Generell ist zu sagen, dass ich mich erst in das Buch einlesen musste, denn es gibt die vier Erzählstränge der ProtagonistInnen, dann noch den eines Erzählers, später kommen noch zwei andere dazu. Wenn man einmal im Lesestrom drinnen ist, liest es sich flüssig.

Es ist ein Reise-Roman, ein Selbstfindungsroman, ein Liebesroman, ein Roman über Freundschaft von Menschen um die 50 und ein Kochbuch. Ich fand das eine gelungene Mischung. Man muss gern essen und reisen, um das Schwelgen in Gerüchen und im Ambiente einer Stadt nachvollziehen zu können. Es ist sicher auch kein Fehler, wenn man weiß, dass Liebe nicht unbedingt einfach ist, um all die Wirrungen in den Herzen der ProtagonistInnen nachvollziehen zu können.

Wem das Buch gefallen könnte? Ich bin nicht sicher, ob sehr junge Menschen damit ihre Freude hätten. Man braucht wahrscheinlich eine gewisse Lebenserfahrung, um Gedanken und Gefühle der ProtagonistInnen nachvollziehen zu können.

Noch kurz das Verzeichnis der Rezepte:
Klaras feine arme Ritter
Alains Pfefferzwiebeln mit Melone
Lamm-Tajine mit Backpflaumen und Mandeln
Naimas Harira mit Tedouira
Melonengranite mit Granatapfel
Aminas Hühnchen-Tajine mit Salzzitronen und Olive
Salzzitronen
Couscous mit Lamm und Gemüse für 8 Personen
Rote Harissa
Zouzous Tomatenkonfit
Tee mit frischer Nina-Minze
Rote-Bete-Salat mit Schafskäse und Walnüssen habe ich nachgekocht und findet man im nächsten Posting
B'Stilla (Pastete mit Hühnchen)
Matlouh (marokkanisches Brot)
Arabischer Kaffee
Sfenj (marokkanische Hefekringel)
Amlou (Mandelcreme)
Reghaif (gefüllte Hefeküchlein)


Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-7645-0700-8
Gestaltung: Hardcover mit Schutzumschlag
Umfang: 448 Seiten
Format: 12,5 x 20 cm
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 16.03.2020


Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, beim Blanvalet-Verlag oder im Internet bei einem der vielen Buchhändler, die versenden. Für Österreich hier eine Liste der Buchhandlungen mit Online-Versand.
Die Links sind alle keine Affilate-Links.
Danke an den Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar. 


Freitag, 8. Mai 2020

[Urlaub] Malaysia & Singapur

Nun waren wir seeehr lang weg! Fast ein Monat. Also "nun" ist schon eine Weile her, denn es war im Februar, aber die Umstände derzeit ...

Dieser Kanaldeckel aus Kuala Lumpur ist bezeichnend für Malaysia: Essen steht rundherum im Mittelpunkt. Mir ist das sonst noch nirgends passiert, dass die erste Frage im Hotel oder im Taxi ist, ob man gutes Frühstück oder entsprechend der Tageszeit anderes gegessen hat. Ich habe auf der ganzen Welt noch nie so ein buntes Angebot an Essen gesehen. Das resultiert daraus, dass in Malaysia Menschen aus der ganzen Welt leben. Sie sind alle stolz auf ihre Herkunft und pflegen ihre spezielle Kulinarik sehr. Auch ihre Religionen. Es ist absolut kein Problem, dass alles nebeneinander und miteinander gelebt wird. Sehr sympathisch.


Wir haben teilweise wirklich ungewöhnlich gegessen, auf Nachtmärkten und in einheimischen Kneipen: Es war immer gut bis sehr gut. Auch wenn es meistens so ausgesehen hat wie links, also so ziemlich unkenntlich.

Ungewöhnlich war, dass Street Food nicht unbedingt so präsentiert wird, wie ich das kenne. In Malaysia sind diese winzigen Stände oft konzentriert auf einige Plätze. Wo ich hier in Österreich nie essen gehen mag sind Großkaufhäuser, aber in Kuala Lumpur ist einer der bekanntesten Hawker Stalls genau an so einem Platz, genauer gesagt das ganze Keller-Geschoß gehört vielen winzigen Standeln, an jedem wird eine andere Spezialität angeboten.



Es gibt auch ziemlich abartige Sachen wie einzeln in Plastik verpackte Äpfel, von denen jeder ein Vermögen gekostet hätte. Wir haben die nicht probiert, denn ich nehme an, meinen Apfelbauern können diese Äpfel nicht das Wasser reichen. Außerdem muss man so einen Unsinn nicht unterstützen.


Was ich auch noch nie erlebt habe: Eine so unglaubliche Freundlichkeit. Nicht professionell freundlich, sondern einfach nur so! Zum Beispiel, wenn man etwas ratlos bei den öffentlichen Verkehrsmitteln steht und nicht so recht weiß, in welche Richtung man einsteigen soll, da sucht man nicht lange, da wird man angesprochen, ob man Hilfe möchte.





Mohd Yaseem Nasi Kandar war der abenteuerlichste Platz, an dem wir gegessen haben. Es war eine Arbeiterkneipe und nicht nur der Tisch hat so ausgesehen, sondern das ganze Lokal. Sauber sehr wohl, aber alt und abgenutzt − nichtsdestotrotz habe ich genau dort eines der besten Essen meines Lebens gegessen: Nasi Kandar, ein sehr traditionelles Essen, das in diesem Lokal perfekt geschmeckt hat. Warmer Reis, ein gelackter Hendlhaxen, der wie beim chinesischen Rotschmoren zubereitet war, eine würzige Salsa, durchaus mit vernehmbarer Schärfe, dazu knackigen Krautsalat und erfrischende Gurke. Es war in diesem Essen alles vertreten, was man braucht: süßlich, leicht scharf, knackig, mollig, alles super gewürzt.

Vor diesem Lokal ist eine der unwahrscheinlichsten Freundlichkeiten passiert: Wir sind auf der anderen Seite der stark befahrenen Straße gestanden, auf der die Autos nur so durchgesaust sind, und haben überlegt, wie wir da wohl rüberkommen. Auf einmal kam ein Mann und hat für uns den Verkehr aufgehalten. Einfach so. Wir haben gefragt, ob wir uns revanchieren können, hat er bloß gesagt, wir sollen allen daheim sagen, dass Kuala Lumpur schön ist. Und weg war er!

Einer der feinen Märkte, wo gleich das nächste tolle Erlebnis passiert ist: Ganz begeistert bin ich vor diesen Rambutan gestanden, die noch an den Stielen waren, an denen sie gewachsen sind. Ich wollte sie kaufen, aber der Standler hat gefragt, woher ich sei, ob ich schon was Gutes gegessen hätte, hat ein wenig mit mir geplaudert und hat mir die Rambutan danach geschenkt. Nicht eine oder zwei, gleich ein ganzes Sackel voll. Da war ich echt weg, weil mir das noch nie passiert ist! Köstlich waren die Rambutan auch noch, weil ganz frisch.









Nein, wir haben nicht nur von zerdepperten Plastiktellern gegessen! Das hier war ein wahnsinnig gutes Porridge in einem noblen Laden, wo wir gespätstückt haben. Oben drauf ein bisschen schwarzer Sesam und Sesampaste. Warum bin ich da bloß selber nicht draufgekommen, dass das hervorragend passt?


Ziemlich gewöhnungsbedürftig fand ich Kaffee in Kuala Lumpur. Aber davon später mehr.








Kuala Lumpur ist schon sehr atemberaubend, was das Wetter angeht: Es war extrem heiß und schwül. Umso mehr haben wir einen Tag in den Cameron Highlands genossen, zu denen wir einen Tagesausflug gemacht haben. Auf dem Foto sieht man eine Teeplantage. Es war wirklich wunderschön! Die Pfanzen waren etwa hüfthoch und immer in Segmenten gepflanzt, die dann immer zur selben Zeit beerntet werden. Teepflanzen können bis zu 140 Jahren alt werden! Wir haben auch die alte Teefabrik besucht, ich habe wieder etwas dazulernen dürfen, wie das mit dem Fermentieren etc. funktioniert.








In den Cameron Highlands waren wir auch in einer Erdbeerfarm. Die Erdbeeren werden dort das ganze Jahr über geerntet. Sie schmecken eh okay, aber haben nicht das Aroma wie bei uns, wenn die Erdbeeren frisch vom Feld kommen.

Nach Kuala Lumpur sind wir auf die Insel Langkawi gereist, um ein paar Tage am Meer zu verbringen. Wir schaffen das aber nur schwer, dass wir mehr als zwei Tage am Stück Badetage machen, daher haben wir in den fünf Tagen, die wir dort waren, die Insel ziemlich gründlich besichtigt. Die ist ein tolles Reiseziel! Es gibt nicht nur schöne Strände, sondern auch sonst viel zu sehen. Zweimal in der Woche ist in der Hauptstadt ein großer Nachtmarkt, wo man sehr gut essen kann. Überhaupt scheint in Malaysia jeder immer essen zu gehen! Was es da an gut besuchten Lokalen und Märkten gibt, habe ich sonst noch nirgends erlebt.

Auf Langkawi kann man eine Plantage für exotische Früchte besuchen, was wir natürlich gemacht haben. Man fährt mit einem umgebauten Lastwagen herum, der Fahrer hat mich sofort adoptiert und quasi eine Privatführung mit mir gemacht, obwohl auch genug andere Touristen dagewesen wären.

Auf dem Foto sieht man, wie Cashews wachsen. Nicht das große Rote hoch oben im Baum ist die Nuss, sondern unten dran wächst ein kleines Braunes etwas, in dem eine einzelne Cashew drinnen ist. Es ist leider so, dass es nicht nur mühsam ist, die zu ernten. sondern auch gefährlich, denn die Früchte geben eine ätzende Flüssigkeit ab. Haben die Arbeiter keine Schutzkleidung an, tragen sie gesundheitliche Schäden davon. Ich weiß schon, warum ich Cashews nur Fair Trade kaufe, wo auf so etwas wie passende Schutzkleidung geachtet wird.





Toll fand ich, dass man die exotischen Früchte nicht nur beim Wachsen sehen kann, sondern auch essen. Man kann sich vor der Rundfahrt mit Führung an einem Früchte-Buffet bedienen und darf schon mal raten, was das sein könnte.

Noch etwas, das ich wieder mit mehr Hochachtung sehen werde: Eine Ananas braucht ein ganzes Jahr, bis man sie ernten kann. Danach stirbt die Mutterpflanze ab. Man muss wieder eine neue Pflanze ziehen. Eine Ananas kann man derzeit bei uns um 2,- € kaufen. Keine Ahnung, wie sich das rechnen kann.









Unser nächster Stopp war Singapur. Allein das Ankommen war atemberaubend! Der Welt größter Indoor-Wasserfall ist dort auf dem Flughafen, umgeben von einem Dschungel. Indoor! Scheinbar spielt so etwas Nebensächliches wie Geld dort keine Rolle.

Für mich ein besonderer Glückstreffer: Ich war mit Nicole Stich, deren grandioses Buch Shiok Singapur ein wenig mit Schuld daran war, dass wir diese Reise gemacht haben, über Social Media in Kontakt. Sie hat mich quasi an der Hand genommen und kulinarisch durch Singapur geführt. So sind wir an tolle Hawker Centers gekommen, die leistbar waren. Sonst ist es in Singapur eben so, wie ich das oben geschrieben habe ...

Dieses Essen bei Grandma Ban Mee war herausragend gut und wir haben gelernt: Willst du einen Platz an einem der Social Tables reservieren, lege eine Packung Papiertaschentücher hin, such dir dein Essen bei den einzelnen Ständen zusammen, du wirst zuverlässig deinen Sitzplatz haben, wenn du wieder kommst.


Ja, Durian. Die stinken abartig. Dennoch sind die auf jedem Markt vertreten und es stört offensichtlich niemanden, dass gleich daneben ein Stand mit Essen ist. Wahrscheinlich lernt man, wenn man mit dem Geruch aufwächst, die Nase zuzumachen.

Wir haben nach wiederholten Urlauben in Südost-Asien nun zum ersten Mal versucht, etwas mit Durian zu essen. Hat nicht geklappt. Wir arbeiten noch am Zuklappen der Nase.








Eigentlich war ich bisher kein großer Fan von Sago, aber das da war ein Erlebnis: kaltes Mango Sago mit Pomelo und Vanilleeis bei Ah Chew Desserts. Das ist ein winziges Lokal, an dem wir gleich einmal vorbeigelaufen sind. Dann hat uns der Kellner ignoriert, was schlicht und einfach daran lag, dass wir den Bestellmodus nicht kapiert hatten: Man muss sich die Nummern, die man vom Tischset heraussucht, notieren, im Nachbarlokal abgeben, dort bezahlen und der Kellner bringt dann, was man notiert hat,










Diese Köstlichkeit haben wir in einem mehr als noblen Teegeschäft namens TWG gegessen. Wir haben es uns tatsächlich geleistet, dort einmal den 5-Uhr-Tee zu zelebrieren und ich muss sagen, so guten Earl Grey findet man selten. Das Törtchen hat geschmacklich gehalten was es optisch versprochen hat. Zum Niederknien!













Noch ein Tipp von Nicole war Potato Head, wo wir unser Abschiedsessen gegessen haben: Eine wirklich nette Gegend, durch die es sich lohnt, einfach so durchzuschlendern. Das Lokal hat ein reizendes Dachgeschoß, wo man im Freien sitzen kann. Da oben haben wir den Sonnenuntergang erlebt, haben sehr gute Burger und tolle Pommes-Kreationen gegessen und das Feeling von Singapur aufgesaugt.


Märkte haben wir nicht so schöne gefunden in Singapur. Die meisten Märkte sind Food Courts, wo man Essen kaufen kann. Es scheint niemand dort selbst zu kochen.

Die roten Blüten sind Torch Ginger Flowers. Sie geben der Malaysischen Suppe Assam Laksa, die man in jedem Hawker Stall in Malaysia und Singapur angeboten bekommt, ihren unvergleichlichen Geschmack. Ich kenne die Blüten von hier nur aus der Dose und da kommen sie natürlich nur annähernd an den Geschmack heran, den sie frisch haben.
Momente "to die for", das war so einer: Im Überdrübernobelhotel auf der Dachterrasse sitzen und sich eine junge Kokosnuss gönnen, dabei den Blick über die Stadt streifen lassen. Dachterrassen in der Nacht können schon was.


















Dann ging die Reise weiter nach Penang. Hier gab es wieder ein reges Marktleben, das wir ordentlich genossen haben. Auf dem Foto: Germknödel in diversen Farben, je nach Farbe unterschiedlich gefüllt, immer pikant, nie süß wie bei uns.

Noch eine Episode: Wir fuhren mit einem Taxi von einem Markt zum Hotel und plauderten mit dem Fahrer, der neben der Frage nach unserem letzten Essen wissen wollte, welche Früchte wir bei uns ernten können. Als wir fertig waren mit dem Erzählen, fragte er erstaunt, ob wir denn keine Zitrusfrüchte hätten. Nein, leider nicht. Er fuhr auf seine eigenen Kosten mit uns zu einem anderen Markt, wo er für uns einige Zitrusfrüchte kaufte. Wir durften die Früchte nicht bezahlen, Trinkgeld lehnte er ab. Ist das nicht unglaublich?
Wir zahlten bargeldlos und da konnte er sich dann nicht mehr wehren gegen Trinkgeld.




Auch auf Penang gibt es etwas Feines anzuschauen, das mit Essen zu tun hat, den Spice Garden. Nachträglich habe ich im Internet herumgesucht und bin ich mir nicht so sicher, wie viel da stimmte, was der Führer erzählte, denn ein paar Sachen waren schlicht falsch. Aber zumindest waren Schilder an vielen Pflanzen, so habe ich wieder viele neue Gewächse kennengelernt.

Auf dem Foto sieht man, wie Pandanusblätter wachsen. Es ist beeindruckend, wie viel intensiver das Aroma gegenüber den tiefgekühlten Pandanusblättern, wie ich sie kenne, ist.
Kaffee in Malaysia, das ist ein ganz spezielles Kapitel! Alle trinken Kaffee und zwar nennt sich das Kopi Kaffee. Der ist echt sehr gewöhnungsbedürftig! Ich hatte zum Glück eine gewisse Vorahnung, was auf uns zukommen würde, da ich ja brave Zeitungsleserin bin. Und das mit den 300 Grad ist kein Druckfehler, sondern die machen das wirklich so. Wir wollten in Georgetown auch die genannte Rösterei besuchen, aber mittlerweile ist dort alles so touristisiert, dass man keine glotzenden Touristen mehr braucht, denn die kaufen diesen Kaffee eh nicht.











Ein tolles Abendessen in Georgetown: ein chinesisches Dim Sum-Restaurant, das den Charme einer Bahnhofshalle hatte. Es war mit Plastiktischen und -sesseln ausgestattet war und wurde von zwei sehr gnadenlos aussehenden Frauen, die mit Wägelchen herumfuhren, resolut geführt. Hatte man Glück, dann bekam man etwas von den Köstlichkeiten, die da herumkutschiert wurden. Wenn die Damen meinten, jemand anderer wäre jetzt eher dran, dann fuhren sie gnadenlos an einem vorbei. Es war schon sehr witzig. Auf jeden Fall aber köstlich! Wir wissen bis heute nicht, was wir da gegessen hatten, denn auf den Tisch wurde uns gestellt, was die Chefinnen für passend befunden haben.


Ja, Märkte. Außer den Murales, ganz genialen Wandmalereien, sind wir in Georgetown auch den Märkten, deren es mehrere gibt, verfallen. Obst und Gemüse waren von toller Qualität! Wobei uns auch da nicht klar war: Wer kocht denn hier eigentlich selber? Die ganzen Lokale, von denen es wieder unzählige gab, waren voll. Außerdem sahen wir laufend, wie Leute Essen abholten, um es nach Hause zu führen. Ich glaube, Essen ist der Volkssport schlechthin in Malaysia!

Assam Laksa: Eines der Essen, an die ich den Rest meines Lebens denken werde. Die Suppe wurde angeblich auf Penang erfunden und ich habe sie sehr oft gegessen. Es ist ursprünglich ein Eintopfgericht mit Fisch, aber wurde natürlich schon auf jede nur denkbare Weise abgewandelt. Nur das ganz spezielle Aroma der oben gezeigten Torch Ingwer Flower, die in ganz feine Streifchen geschnitten wird, haftet dem Gericht immer an.

So kann ein Marktstand aussehen: Ein uraltes Fahhrad wird umgebaut, sodass ein mobiler Stand entsteht. Da drauf wird angeboten, was gerade an Essen oder aus dem Garten da ist. Es gibt genug Gemüsestände, da liegen gerade mal 2 Hände voll Gemüse. Ich finde das sehr sympathisch, dass nicht alles aus der ganzen Welt zu jeder beliebigen Jahreszeit verkauft wird. Wäre vielleicht ein zu überdenkender Ansatz (dann kann ich am Favoritner Schreimarkt reüssieren mit meinen Salaten, wenn sie wieder mal wachsen wie irre ...).
Kochkurs habe ich natürlich auch einen gemacht − ich kann nicht anders! Penang Char Kuey Teow heißt das, was ich gelernt habe: Breite Reisnudeln mit Garnelen, Ei, Gemüse und jeder Menge Gewürzen. Ich gelobe Nachkochen am Blog!


Es wird viel improvisiert: Hier eine Flasche mit einer Würzsauce in einem Restaurant. Der Verschluss fehlt. Da wird nicht lange gefackelt und schnell ist eine Lösung gefunden. Warum nicht?
Bitte diese ganzen Spießchen! Bei diesem Stand wählte man die gewünschten Spieße aus, bezahlte sie und konnte sie dann wahlweise in kochende Suppe oder heißes Öl halten. Es gab eine Unzahl an Sorten. Zum Beispiel ganze Baby-Pak Chois auf einem Spieß. Habe ich noch nie gesehen bei uns, ist aber eine schöne Variante.
Noch ein Geschmack, den ich nicht kannte: Muskat. Nicht die Nuss, nicht die Blüte, sondern das Fruchtfleisch, das die Muskatnuss umhüllt. Ich hatte vorher nie überlegt, wie Muskatnuss wächst, nun weiß ich es: Die Nuss ist von einem enorm festen und aromatischen Fruchtfleisch ummantelt. Es hat ein Aroma, das weder an die Nuss noch an die Blüte noch sonst etwas, das ich kenne, erinnert. In Malaysia wird es zu Marmelade verarbeitet − zumindest habe ich es nur in Marmeladenform erlebt. Hier wurde diese Marmelade mit Tonic und Eiswürfeln als Softdrink serviert. Ich könnte mich reinsetzen in diesen Geschmack!

Auch oft erhältlich waren Kalamansi- und Yuzu-Säfte, das sind Aromen, die mich jederzeit wieder hinziehen würden.

Ob wir ganze Zeit nur gegessen und getrunken haben? Wir waren sehr viel unterwegs und haben enorm viel gesehen. Nur ist das hier ein Food Blog, daher beschränke ich mich darauf. Ich hoffe, ihr habt Hunger bekommen beim Lesen!
















Dienstag, 5. Mai 2020

Süßsaures Schweinefleisch

Das ist ein Gericht, das ich als erstes asiatisches nachkochen konnte und seit vielen, vielen Jahren immer wieder gern mache. Es ist gelingsicher, gut vorzubereiten und − was bei mir nach einem sehr backintensiven Ostern immer noch ein Thema ist − perfekt zur Eiklarverwertung. Hier machen erst Stärkemehl und dann leicht angeschlagene Eiweiße eine nette Hülle um das Fleisch, an der die süß-saure Sauce gut anhaftet. Ich weiß jetzt nicht, ob man das in der originalen Kanton-Küche so macht, aber ich mache es seit Jahrzehnten und uns schmeckt es.

Das hier ist übrigens eine große Ausnahme von der Regel, dass es bei uns kein Essen aus Konserven gibt: Man braucht den Ananassaft aus der Dose, daher ist hier eine frische Ananas keine Alternative.



Für 2 Personen

Zutaten:
200 g Schweinsschulter
2 Knoblauchzehen
2 EL Sojasauce
Sonnenblumenöl zum Frittieren (anderes geschmacksneutrales geht auch)
1 Paprika
1 große Karotte
1 kleine rote Zwiebel
2 Scheiben Ananas aus der Dose, in Würfel geschnitten
1 Stück Ingwer, möglichst bio, dann samt Schale fein gerieben, sonst geschält
2 Eiklar

Für den Saft:
⅛ l Ananassaft aus der Dose
2 TL Maizena
3 El Ketchup
1 EL helle Sojasauce
5 EL hellen Reisessig
1 EL chinesischen Kochwein


Schweinsschulter in Würfel schneiden. 2 EL Sojasauce mit einer gehackten Knoblauchzehe verrühren, das Fleisch darin mindestens 1 Stunde, besser über Nacht marinieren.

1 Paprika, 1 Karotte, 1 kleine Zwiebel in etwa gleich große Stücke schneiden. 2 Scheiben Ananas aus der Dose ebenfalls in solche Stücke schneiden.

Für die Ummantelung vom Fleisch 1 EL Maizena in ein Plastiksackel geben, abgetropftes Fleisch (Marinade aufheben) dazugeben, alles schütteln, bis das Fleisch rundherum mit Maizena eingestaubt ist.
Die Eiklar mit dem Schneebesen kurz anschlagen, damit es flüssiger wird. Die eingestaubten Fleischfwürfel im Eiklar wenden, dann in Fett goldbraun frittieren.

Währenddessen 1 Knoblauchzehe und 1 Stück geriebenen Ingwer in Öl rührbraten, Gemüse mit in den Wok geben, mitbraten, bis alles knackig gegart ist. Ananas kurz mit erwärmen.

Saft von der Ananas mit 1 TL Maizena verrühren, zum Gemüse geben. Hellen Reisessig, die restliche Marinade vom Fleisch, 1 EL helle Sojasauce, 1 EL Kochwein und 3 EL Ketchup dazugeben, verrühren, alles aufkochen lassen. Das Fleisch unterheben. 

Mit Reis servieren.



Freitag, 1. Mai 2020

Foodierückblick auf April 2020

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung. Diesen Monat sind natürlich keine Lokalbesuche dabei, wohl aber Abholungen, die aber ebenso selbst bezahlt sind.

Zuerst eine wichtige Neuigkeit: Es gibt eine tolle Initiative, die der Gastronomie helfen soll, über die Krise zu kommen. Im Gegensatz zu anderen Gastro-Portalen ist das eine Non-Profit-Seite und der Gewinn geht wirklich ganz und gar an die WirtInnen. Also bitte, wer auch nach der Krise in ein Wirtshaus gehen will, kauft sich einen Gutschein viele Gutscheine, damit das danach auch klappt! Ich hab übrigens schon bei meinem Lieblingswirten einen Tisch für den ersten offenen Abend reserviert und freu mich schon narrisch drauf.



Geholt

Noch nie haben wir es zum Mochi geschafft - halt, gelogen! Einmal war ich mit der Giftigenblonden in der Mochi Ramen-Bar, einmal war ich mit der Weltbeobachterin im  Take Away omk. Man kann sich nun über eine App viele verschiedene Gerichte aus der Speisekarte bestellen (auch Ramen) und dann im omk abholen. Wir haben uns Maki und Sushi bestellt und die waren alle überirdisch gut! Zum allerersten Mal hatte ich genug Gari bei Sushi dabei, was ich sonst immer nachbestellen muss. Allein dafür gehören die Mochi-Leute arg gelobt. Aber auch sonst war alles wahnsinnig gut. Und die ganzen Saucerln, die dabei waren! Echt himmlisch!

Die Abholung ist unkompliziert: Bezahlen tut man mit der Kreditkarte über die App, man bekommt einen Abholcode, beim omk nennt man nur mehr den Code und bekommt ein Sackerl mit den bestellten Sachen.

Per Lieferdienst kann ich leider nicht bestellen, weil zu mir liefert der nicht.

Auch ein Take Away hat Leones. mein mittlerweile liebster Eis-Dealer. Wir haben uns eine 1-l-Box gekauft. Hier funktioniert das so: Man bestellt per Mail oder Formular am Vortag, kann mit paypal oder per Überweisung bezahlen, alternativ das Geld in einem Kuvert bei der Abholung übergeben. Man erhält eine Mail mit Bestellbestätigung und einer Nummer, klopft bei der Filiale in 1080 Wien an die verschlossene Tür, mit der Nummer aus der Mail kann man das Eis abholen.

Es gibt auch Bezirke, die per Rad beliefert werden. Wie so oft ist St. Favoriten nicht dabei.

Ein totaler Hit ist das Schwarze-Ribisel-Eis. Das ist dermaßen fruchtig, das glaubt man kaum. Passt hervorragend zum Mango-Eis. Also falls die beiden Sorten vorhanden sind, dann werde ich die ganz sicher wieder bestellen.

Edit: Mittlerweile ist die Filiale im 8. Bezirk für Take Away normal geöffnet.
Bei uns ums Eck gibt es den Nepomuk, 
so ein typisches Wirtshaus. Wir haben ja sehr viel Glück mit den Nachbarn und eine Nachbarin schickt mir immer die wöchentliche Corona-Abholkarte, weil sie selber oft dort Essen holt. Da ist nix mit Convenience, sondern es wird wirklich gekocht. Dieser Wirt bietet einen Abholservice an, den wir in Anspruch genommen haben. Das Tagesgericht war gebackene Leber. Die Portion war riesig! Da hätten wir locker zu zweit an einer Portion satt werden können. Sorry für das Foto, denn es hat eindeutig besser geschmeckt als es ausgesehen hat.




Gekauft

Ostern war und damit gab es wie immer Schoko-Ostereier vom Heindl. Die sind mit verschiedenen Cremes gefüllt und schmecken uns wirklich sehr. Sie haben aber auch genau die richtige Größe für ein kleines, feines Häppchen zum Espresso. Also da kann man doch nicht vorbeigehen dran.
Good News! Der Seebauer vom Gleinker See wird weiter auf der Freyung verkaufen, weil das Gasthaus am See ja leider bis Mitte Mai geschlossen bleiben muss. Bis dort die Pforten wieder öffnen, haben wir in Wien das Vergnügen.

Zum leidigen Thema, dass Biofleisch ja so teuer ist: Das hier hat bei uns für 3 Mahlzeiten für 2 Personen gereicht: einmal Lahmacun, einmal türkische scharfe Pasta und einmal Gyoza. Man könnte natürlich auch 6 Portionen Bolognese damit machen oder viele Japanische Germknödel, sicher auch die guten österreichischen Fleischknödel.
Das Thema Germ! Ich wäre ja problemlos einigermaßen über die Osterfeiertage gekommen ohne Germ. Allerdings lustigerweise eine Nachbarin von mir nicht. Sie hat bei mir Osterpinzen geordert, ich habe gesagt, kann ich aus Germgründen nicht versprechen. Und schon hatten wir einen Deal: Sie besorgt Germ, ich backe für sie Pinzen mit. Und dann ist sie mit dem Rad losgezogen, um alle Supermärkte im Bezirk abzuklappern. Ehrlich gesagt habe ich Germ noch nie so gekauft, wie sie die gebracht hat: Das scheinen große Gastro-Mengen gewesen zu sein, die einfach geteilt und so für Einzelkunden angeboten wurden.
Wieder ein Brot der Woche, das ich noch nicht kannte: Rainer Roggen vom Öfferl. Ein gutes Roggenbrot aus Waldstaudenroggen, feinporig und ohne jede Schnickschnack. Hat die ganze Woche gut gehalten, wahrscheinlich auch problemlos länger möglich gewesen, nur hatten wir es nach einer Woche aufgegessen.


















Gekocht

Beim Kuczera am Naschmarkt habe ich Rote Rüben gekauft. Bitte schon wieder so Riesentrümmer! Was machen die Naschmarkt-Standler, um an solche Ware zu kommen? Ich hatte den Verdacht, dass die Rüben von sonstwoher kommen, aber nein, das waren österreichische. Eine hat einen halben Kilo gewogen. Das hat natürlich nach Roten Rüben mit Bärlauchfüllung geschrien! Das ist so ein unscheinbares Rezept, aber schmeckt echt gut. Es war auch gleich eine Gelegenheit für ein Foto- und Rezept-Update.

Auch wie jedes Jahr gab es bei uns zu Ostern Eierkren. Einfach zu machen und immer wieder sehr, sehr gut! Vor allem gut als nachösterliche Eierverwertung.

Der Schinken ist übrigens Honigkrustenschinken vom Seebauern, mir schmeckt der ausgesprochen gut. 
















Angegrillt haben wir auch und gleich zu Beginn eines der Highlights gemacht: Ich habe das Rezept schon hier kurz gezeigt. Es ist aber auch nichts, was nach einem ganzen Posting schreien würde. Rohe Erdäpfel in Scheiben schneiden und nach 2-3 Scheiben immer ein kleines Futzerl Lardo dazwischenstecken. Nicht ganz dicht stecken. Spieße in Alufolie wickeln und 20 min. direkt grillen. Das schmeckt echt super! Kommt sicher wieder auf den Grill.

Das verlinkte Koch Grillbuch kann ich immer noch wärmstens empfehlen, denn das sind wirklich mal andere Rezepte.










Nachdem ich Eiklar von den Pinzen übrig hatte, habe ich wieder einmal Kardinalschnitte gebacken. Immer noch schüttle ich die aus dem Handgelenk. Nie wieder graue Haare wegen Kardinalschnitten! Auf diese Anleitung bin ich echt stolz.
















Und sonst im Blog so?
Es hat mich sehr gefreut, dass jemand tatsächlich mit dem Suchbegriff "Duftpelargonien kaufen" zu meinem Blog gefunden hat. Das steht allerdings bisher noch nirgends, doch da kann ich Abhilfe schaffen: In der Gärtnerei Bach gibt es meines Wissens die größte Auswahl von Wien.
Der Shooting Star des Monats war die Bosnische Torte. Der Grund dafür: Katharina Seiser hat einen Kuchen mit jeder Menge Eiklar vorgestellt und dabei auf dieses Posting verlinkt. Nun weiß ich endlich, wie sich das anfühlt, wenn man von einem großen Blog verlinkt wird. Sehr interessant finde ich den Estnischen Munavalgekook, der in Katharinas Liste zu finden ist, den mache ich bei Gelegenheit nach (vor allem weil ich gerade einen gewissen Hang zur baltischen Küche habe, aus Gründen ...).

Übrigens ist das mein 1400stes Posting, falls das irgendjemanden interessiert. Schon Wahnsinn, was ich im Lauf der Jahre so alles geschrieben habe.

News aus Blogistan allgemein: Peggy Schatz hatte eine tolle Idee und hat eine Bloggersolidaritätsaktion ins Leben gerufen. Trostkochen nennt sich das. Sie sammelt Rezepte aus den von Corona am massivsten betroffenen Ländern. Es fehlen noch ein paar Länder. Also wer immer kann, bitte mitmachen.



Mit einem Blick auf meinen derzeitigen Lieblingstopf auf Balkonien verabschiede ich mich wieder. Danke fürs Mitlesen und fürs Durchhalten bis hierher. Ich drück euch alle aus der Ferne − so, wie man Menschen halt derzeit drücken muss. Ich bin schon gespannt, ob meine leicht angedeutete Verbeugung, die ich mir statt des Händedrucks gerade angewöhne, für den Rest meines Lebens die Art sein wird, wie ich lieb gewonnene Menschen begrüße. Irgendwie schaurig ist diese Vorstellung. Wie gehts euch allen mit der derzeitigen Situation? Ich hoffe, ihr kommt alle über die Runden.