Freitag, 27. März 2020

[Rettungsaktion] Japanische Germknödel mit Fleischfülle

Wir retten gerade wieder, dieses Mal Teigtaschen aus aller Herren Länder. In Wien schaut die Versorgung mit gekauften Teigtascherln ja auch schlecht aus, seit die ganzen illegalen Teigtaschenfabriken ausgehoben wurden. Zum Glück kann man die aber ohne Probleme selber machen.

Wenn ich den richtigen Namen als Titel genommen hätte, dann könnte ich wahrscheinlich in absehbarer Zeit selber nichts mehr damit anfangen, die Dinger heißen nämlich Nikuman. Sie kommen ursprünglich aus China, sind aber fixer Teil der japanischen Straßenküche.




Für 6 große oder 8 kleine Nikuman

Teig 
100 ml warmes Wasser
1 Päckchen Trockengerm
200 g Mehl (glatt) plus etwas mehr zum Bestäuben
2 EL Zucker
1 TL Backpulver
1 TL Sesamöl
1 TL Pflanzenöl

Fleischfüllung
250 g durchwachsenes Schweinefleisch (Schulter), faschiert
50 g Bambussprossen
2 getrocknete Shiitake-Pilze, 2 Stunden in heißes Wasser eingeweicht, Stiele enfernt, Kappen gewürfelt
3 Stängel Schnittknoblauch
125 g Ingwerwurzel, geraspelt (wenn bio, dann ungeschält, sonst geschält)
1 EL Sojasauce
1 EL Austernsauce
1 EL Speisestärke
1 TL dunkles Sesamöl
1 Prise Salz
1 Prise weißer Pfeffer




Für den Teig die Germ in warmem Wasser unter Rühren auflösen. In einer Schüssel Mehl, Zucker und Backpulver vermengen, dann die flüssigen Zutaten gut untermischen. In einer Küchenmaschine mit Knethaken den Teig 10 Minuten oder von Hand 15 Minuten durchkneten, bis er geschmeidig und glatt ist. Den Teig locker in Frischhaltefolie wickeln und etwa 1 Stunde ruhen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

Inzwischen die Zutaten für die Füllung in eine Schüssel geben und gut vermischen.

Den Teig nochmal kurz durchkneten und in 6 oder 8 gleich große Stücke teilen. Zu Kugeln formen und auf einer leicht mit Mehl bestäubten Fläche etwa 5 mm dick rund ausrollen. Jeweils 1 Löffel Füllung in die Mitte setzen. Den Teig ringsum über die Füllung einschlagen und zum Versiegeln zusammenzwicken. Einen Dampfkorb mit Backpapier auslegen (Holzkörbe sind am besten, weil sie die Hitze schlechter leiten, und der Teig weicher bleibt) und über einem Topf mit kochendem Wasser platzieren. Kleine Nikuman 12 Minuten, größere 15 Minuten dämpfen. Zur Garprobe ein schmales Messer oder einen Metallspieß in die Mitte einer Teigtasche stechen. Nach 30 Sekunden herausziehen: Ist das Metall heiß, ist die Teigtasche durchgegart.




Leider habe ich keinen Bambus-Dämpfkorb, in dem die Knödel ausreichend Platz gehabt hätten, ich habe einen Dämpfer, wie man ihn in Afghanistan für Mantu verwendet, dieser Dämpfer hat auch gut funktioniert, allerdings musste ich die Knöderl deutlich länger drinnen lassen als im Rezept. Es macht also wirklich einen Unterschied, in welchem Gefäß man dämpft.

Geschmeckt hat es hervorragend! Ich habe die gesamte Menge gemacht in der Hoffnung, dass wir zweimal davon essen können, aber der Mann hat das anders gesehen. Ein einziges Knöderl ist übrig geblieben.

Bei uns gab es dazu eine Menge Salat und dieses Sichuan-Würzöl, wobei das Öl gar nicht zwingend notwendig ist, weil die Füllung eine Menge Geschmack mitbringt.

Wer noch andere asiatische Teigtaschen sucht, ist vielleicht mit diesen Flühlingslollen gut bedient. Die werden nicht in jeder Menge Fett frittiert, sondern im Rohr gebacken, schmecken dennoch hervorragend.

Rezeptquelle: Tokyo Stories - ein japanisches Kochbuch





Brittas Kochbuch - Teigtaschen mit Flusskrebsfüllung auf Spinatsauce
Cakes, Cookies and more - Empanadas
Madam Rote Rübe - Buchweizen-Taschen mit Brennessel-Feta-Füllung auf Tomatensoße
BrigittasKulinarium - Schlutzkrapfen
lieberlecker - Fagottini mit Crevetten
Anna Antonia-Herzensangelegenheiten - Wildschweinmaultaschen
Pane-Bistecca - Blutwurst Ravioli
BackeBackeKuchen - Kasnudeln mit Bärlauchfülle
CorumBlog 2.0 - Ravioli auf zweierlei Art
genial lecker - Mit Leberwurst und Äpfeln gefüllte Pasta
Cahama - Bärlauch-Maultaschen

Mittwoch, 25. März 2020

[Buchbesprechung] Tokyo Stories − Ein japanisches Kochbuch von Tim Anderson

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag.

Japanische Küche war lange Zeit ein Angstgegner für mich, dann kam Tim Anderson! Ich habe in meiner Rezension seines vorigen Kochbuchs schon gesehen, dass es keinen Grund gibt, um sich davor zu fürchten. So ist das auch bei dem neuen Kochbuch.

Ich schreibe jetzt nicht noch einmal extra über den Autor, das kann man in der anderen Rezension nachlesen, sondern ich stürze mich direkt ins neue Buch. Es ist sehr edel gemacht: Hardcover mit Prägedruck! Wie man auf der Abbildung links sehen kann, sind die Seiten an den Rändern pink gefärbt, sodass das Buch sehr bunt daherkommt.

Es finden sich viele Fotos aus Tokyo und ebenso viele Food Fotos, die wirklich elegant aussehen. Nicht mit Rüschen und Chichi, nicht mit Händen und Füßen, sondern klare und geordnete Darstellungen. Für mich bringen diese ruhigen Food-Fotos Ordnung in die stark sprudelnden Street Life-Fotos aus Tokyo, also eine gekonnte Mischung.

Das Buch ist ungewohnt gegliedert. Die Kapitel heißen Depachika (Führer zu japanischen Zutaten), Tokyo Street (Street Food), Tokyo Lokal (Spezialitäten der Stadt), Tokyo National (Japanische Regionalküche), Tokyo Global (Ausländisch beeinflusste Köstlichkeiten), At Home in Tokyo (Wenig Platz, einfache Küche), Tokyo Modern (Heutige Japanküche), außerdem gibt es ein Glossar und ein Register. Ich habe mich recht schnell zurecht gefunden in dem Buch, alles war gut auffindbar.

Und schon geht es ans Kochen.


Afternoon Milk Tea

Ich liebe schwarzen Tee, gern auch mit einem Schluck Milch drinnen, niemals mit Zucker. Und dann kam dieses Buch und dachte, es kann mir ein Rezept hinhalten, in dem ein Teebeutel für zwei Stunden in gezuckerte Milch gehängt wird. Ich war mir ziemlich sicher, dass das nicht gut gehen kann. Tut es aber! Es ist nicht zu vergleichen mit meinem täglichen leichten Tee mit Milch zum Frühstück, sondern es ist, da gekühlt, sicher eine gute Erfrischung im Sommer auf Balkonien, wenn es ein Getränk mit mehr Körper braucht.

Mizuna-Salat mit Sesam-Ponzu-Dressing

Mizuna ist ein asiatischer Blattsalat und ich bin in der glücklichen Lage, den das ganze Jahr auf Balkonien ernten zu können. Natürlich musste ich diesen Salat dann gleich nachmachen. Im Buch ist es ein Hauptgericht gegrillter Hühnerbrust, bei mir wurde der Salat ohne Huhn serviert. Sehr schön bunt ist er durch die vielen verschiedenen Zutaten, das Sesam-Dressing reichert ihn so an, dass er als Hauptgericht oder alleinige Beilage zu Fleisch gut schmeckt.









Nikuman

Das sind Germteigknöderl mit Fleischfülle. Uns hat das so gut geschmeckt, dass ich das Rezept hier vorstellen werde.













Choux-Cream

Das ist eine außergewöhnliche Variante von Brandteigkrapferln: Über den Brandteig wird eine dünne Teigschicht aus Mürbteig aufgelegt, sodass die kleinen Krapferln knusprig werden. Gefüllt werden sie mit Patisserie-Creme und zwar von unten, sodass man die Krapferl nicht aufschneidet. Auch das kannte ich noch nicht. Geschmeckt hat es uns gut.












Und unterm Strich? Ein empfehlenswertes Kochbuch mit einfach nachzumachenden Rezepten. Im Gegensatz zum letzten Japan-Kochbuch von Tim Anderson findet man hier auch viel zur Kultur und zum Leben in Japan, genauer gesagt in Tokyo. Ich persönlich mag so etwas gern, wenn ich mit einer Länderküche noch nicht arg vertraut bin, dass mich ein Buch mitnimmt auf die Reise.


Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-517-09852-4
Hardcover, Pappband  
Umfang: 256 Seiten
Format: 19,0 x 24,8 cm
ca. 150 Farbfotografien, ca. 30 farbige Illustrationen
Preis: € 35,00 [D] | € 36,00 [A] | CHF 47,90



Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, direkt beim Verlag oder im Internet bei einem der vielen Buchhändler, die versenden. Für Österreich hier eine Liste der Buchhandlungen mit Online-Versand.
Die Links sind alle keine Affilate-Links.
Danke an den Südwest Verlag für das Rezensionsexemplar.

Montag, 23. März 2020

[Genuss in rot-weiß-rot] Gefüllte Erdäpfel

Wieder einmal kochen ein paar österreichische Blogs miteinander auf, aus gegebenem Anlass zum Thema "Kochen aus Vorräten". Brigitta vom Blog Kulinarium hatte diese gute Idee. Das ist eine Gelegenheit, ein Essen vorzustellen, das es bei uns regelmäßig gibt, denn man kann damit wunderbar alle Reste aufbrauchen, die sich so im Kühlschrank ansammeln.

Für mich persönlich ist vernünftige Vorratshaltung einfach: Kimchi (selbst gemacht) für mich, Äpfel für den Turbohausmann und Zutaten für unser gemeinsames Inselessen. Für den Rest gibt es Erdäpfel. Ähm, ja, ich gestehe, ich würde auch noch Gummiviecher kaufen, wenn die Not sehr groß ist, aber diese Unsitte von mir war jetzt nicht so gefragt ... Ich sollte besser kochen gehen.


Für 2 Portionen

2 möglichst große Erdäpfel
1 Becher Frischkäse (falls nicht daheim: Ricotta, Saurrahm oder Creme fraiche gehen, ebenso eine Mischung aus allen diesen Sachen)
Schinken- oder Wurstreste, gern gemischt (es gehen auch Reste von Räucherlachs oder anderem Räucherfisch, die kann man dann aber nicht mit Wurst mischen)
Lauch oder Frühlingszwiebel
Paprika oder Zucchini oder Champignons oder getrocknete Paradseier (am besten in Öl)
Kräuter nach Wahl (Petersilie oder Schnittlauch sind erprobt)
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
Käse zum Überbacken

Backpapier fürs Blech


Die Erdäpfel kochen und auskühlen lassen. Der Länge nach halbieren und das Innere bis auf eine dünne Wand mit einem spitzen Löffel aushöhlen, in eine Rührschüssel geben und zerdrücken. Wurst- oder Fischreste und Gemüsereste in Würfel schneiden. Alles mit dem Erdäpfel und dem Frischkäse verrühren, gehackte Kräuter dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. (Wenn man das vorher zusammenknüllt, bleibt es besser liegen.) Die ausgehöhlten Erdäpfelhälften drauflegen, mit der Frischkäsemischung füllen. Am besten einen kleinen Berg auf die Erdäpfeln machen. Beim Füllen nicht wild drücken, sonst fallen die Erdäpfel, die ja nur mehr aus dünnen Wänden bestehen, auseinander. Alles mit ordentlich geriebenem Käse bestreuen.

Ca. 20 min. backen, bis der Käse geschmolzen und appetitlich gebräunt ist. Mit Blattsalaten servieren.





Wir haben Erdäpfeln auch schon mit übrig gebliebener Bolognese gefüllt, man kann auch Oliven in die Fülle reinschmeißen, im Sommer passt bei der italienischen Variante sehr gut Basilikum dazu. Man hat wirklich eine sehr große Bandbreite an Lebensmitteln, die man für dieses Gericht verwenden kann.

Und nun freu ich mich schon auf die Gerichte der Mitkocherinnen!


Friederike serviert Äpfelcrumble mit selbst gemachtem Granola
Brigitta kocht Bröeselnudeln mit Mohn und Nuss
Daniela bringt Haferflockekoteletts mit Schwammerln
Michaela macht Krautfleckerl




Donnerstag, 19. März 2020

[Kulinarische Weltreise] Tarta de Santiago

Das Blogevent "Kulinarische Weltreise" von Volker ist eine wirklich nette und unkomplizierte Sache. In diesem Monat geht die Reise nach Spanien und da reise ich natürlich virtuell gern mit. Von mir gibt es einen Klassiker. In Zeiten wie diesen mit mehr Zeit als mir lieb ist habe ich mir sogar die Arbeit angetan, mir aus dem Netz eine Vorlage für das Jakobskreuz heruntergeladen und ausgeschnitten. So viel Chichi gibt es bei mir sonst nicht.

Vorlage für das Kreuz findet man zum Beispiel hier.

Wie man bei Wikipedia nachlesen kann, gehen die Wurzeln dieser Tarta bis 1577 zurück, 1925 begann ein Bäcker in Santiago de Compostella, sie mit dem Jakobskreuz zu versehen, so kam diese Tarta zu ihrem Namen.

Zu machen ist sie denkbar einfach! Und gelingsicher, also ein passendes Rezept für BackanfängerInnen.


Für eine Springform mit 24 cm Durchmesser

4 Eier
1 Prise Salz
100 g Staubzucker
1 TL abgeriebene Orangenschale
1 TL selbst gemachter Vanillezucker
½ TL Zimt
140 g geschälte gemahlene Mandeln

Staubzucker zum Bestäuben
Fett für die Form
Backpapier für die Form


Backofen auf 160 Grad Umluft (ersatzweise 180 Grad Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Backform fetten und Backpapier zuschneiden. Das Papier am Rand hält einfach besser, wenn man den Rand vorher mit Fett bepinselt. Das Papier für den Boden kann man einfach einzwicken.

Eier trennen. Eiklar mit Salz steif aufschlagen. Eigelbe mit Staubzucker ebenfalls aufaufschlagen. Orangenschale abreiben, mit Vanillezucker und Zimt dazugeben. Erst ⅓ vom Eischnee in die Eigelb-Masse einrühren, mit dem zweiten Drittel dann die Mandeln unterheben, schließlich noch das letzte Drittel unterheben.

Den Teig in die Form füllen. Im Ofen 35 Min. backen, dann Stäbchentest machen. Leicht abkühlen lassen, aus der Form lösen, auf einem Kuchengitter danach komplett auskühlen lassen.

Vor dem Servieren bei Bedarf mit einem ausgeschnittenen Jakobskreuz belegen, mit Staubzucker bestreuen. Kreuz abheben, servieren.


Die Sache mit der Schablone erwies sich für mich Ungeübte als nicht gar so einfach. Man muss das Papier wirklich an jeder Ecke gleichmäßig abheben, sonst streut man den Zucker genau dort hin, wo man ihn eben vermeiden muss. Also wenn helfende Hände in der Nähe sind, bittet man einfach jemanden, beim Abheben zu helfen.


Nun freue ich mich wieder auf alle Rezepte der Mitreisenden. Ich werde die Links wieder nachtragen, sobald ich sie habe.

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise von @volkermampft

Montag, 16. März 2020

General Tsos Tofu

Ja, in Zeiten wie diesen muss das Essen schnell gehen und soll gesund sein. Bei mir ist "gesund" nicht so arg im Vordergrund, hauptsächlich muss es schmecken. Dieses Tofu-Rezept ist eigentlich ein Alleskönner, also gesund, sehr wohlschmeckend, einfach zu kochen, sehr schnell fertig, vegan, dennoch hat es bisher den Weg auf den Blog noch nicht geschafft und ich weiß nicht, wieso das so ist.

Der Witz an der Sache sind die Chili. Es werden getrocknete verwendet und davon viele. Ich habe hier getrocknete Bhut Jolokia genommen, also wirklich Hölle scharf. Man muss schauen, dass die Schoten intakt sind, denn das Gericht an und für sich ist nicht scharf, sondern die Chili machen quasi eine Art "Umgebungswärme". Ich finde diese Art der Zubereitung wirklich genial. Ich kenne das aus unserer Küche nicht, wie in der chinesischen Küche mit dem Mundgefühl gespielt wird. Daher glaube ich, dass dieses Rezept chinesische Wurzeln hat, auch wenn ich keine Quelle finden konnte, denn dieses Rezept wird durch alle veganen Blogs der Welt angepriesen.

Trick Nummer 2 ist der Tofu: Der Tofu erhält ein Mäntelchen aus Stärkemehl. Ich habe das hier schon beschrieben. Es muss wirklich Stärke sein, normales Mehl macht nicht knusprig. Und der Tofu muss trocken sein, richtig fest und trocken. Wenn man Seidentofu nimmt, zerfällt einem der wahrscheinlich in eine Menge Bröserln oder löst sich auf. Ich schreibe es immer wieder, aber man kann gar nicht oft genug Werbung machen: Shu Chen Sojahaus (not sponsored) macht den besten Tofu in Österreich und der ist auch richtig schön fest. Am einfachsten bekommt man ihn bei Denns (not sponsored), aber er ist immer als erstes ausverkauft, also am besten anrufen und weglegen lassen. Den Tofu muss man dann entfeuchten. Ich mach das mittlerweile relativ einfach und lasse den auch einen halben Tag entfeuchten, es hat dem Tofu noch nie geschadet. Also raus aus der Verpackung, abtropfen lassen, in ein Hangerl, das man in vielen Schichten nimmt, einschlagen, einen Topf draufstellen und stehen lassen.

Das klingt alles aufwändig und ich habe mittlerweile so eine Idee, warum ich dieses Gericht noch nicht verbloggt habe: Das war mir einfach zu arbeitsintensiv! Gekocht ist das Gericht im Nu, man muss nur den Tofu vorher ca. 2 Stunden trocknen. Man stellt als erstes Reis zu, der Rest geht in der Zeit, die der Reis braucht, also ca. 20 Minuten.

Für 2-3 Personen

400 g Tofu (fest, kein Seidentofu)
Pflanzenöl, geschmacksneutral
2 EL Maisstärke

Sauce
3 Esslöffel Sojasauce
2 Esslöffel Kochwein (ersatzweise Sherry)
2 Esslöffel heller Reisessig
3 Esslöffel klare Gemüesuppe, möglicherweise ein wenig mehr
4 Esslöffel Kristallzucker
1 Esslöffel Maisstärke

1 EL Pflanzenöl
2 Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück Ingwer
1 Bund (ca. 5) Frühlingszwiebeln
1 Handvoll getrocknete rote Chilis mit intakter Schale (mindestens 10, besser mehr)

1 Brokkoli

Asia-Kräuter nach Wunsch (Koriander, vietnamesischer Koriander, Thai-Basilikum)

Tofu entfeuchten. Dafür ein Hangerl falten, bis es gerade so groß ist, dass man den Tofu darin einschlagen kann. Dieses Konstrukt auf einen Teller legen, eine Bratpfanne oder Topf draufstellen. Ca. 2 Stunden entwässern lassen.
Tofu braten. Das ist der Teil des Rezepts, der Geduld erfordert, aber er verleiht dem Tofu eine knusprige Beschichtung. Den ausgedrückten Tofu in mundgerechte Würfel schneiden. Würfel in eine Schüssel geben, Maisstärke dazugeben und den Tofu darin wenden. Pflanzenöl in einer beschichtete Pfanne erhitzen, es soll ca. ½ cm hoch in der Pfanne stehen. Bei mittlerer Hitze 4 oder 5 Minuten braten lassen, bis der Tofu anfängt zu bräunen. Auf allen Seiten so braten.

Für die Sauce Sojasauce, Kochwein, Reisessig, Suppe, Zucker und Maisstärke in eine Schüssel geben. Rühren, bis sich Zucker und Maisstärke aufgelöst haben.
Knoblauch hacken. Ingwer hacken oder reiben. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Knoblauch, Ingwer, Frühlingszwiebeln und die 10 Chilischoten in eine Pfanne geben. Eine oder zwei Minuten lang in etwas Pflanzenöl sacht schmurgeln. Dann die Sauce dazugeben. Das Ganze zusammen einmal aufkochen lassen, was ungefähr eine Minute dauert. Ist die Sauce zu dick, mit Hühnersuppe verdünnen.

Währenddessen Salzwasser zum Kochen bringen und den Brokkolikopf in Röschen schneiden. 4 min. in Salzwasser blanchieren. Kalt abschrecken und abtropfen lassen.

Tofu in die Sauce geben, Brokkoli ebenso. Alles verrühren und erwärmen. Chilis herausnehmen. Mit Kräutern nach Wahl bestreuen.

Mit weißem Reis servieren.






Freitag, 13. März 2020

Krautsuppe mit Blunzenstrudel

Ein Klassiker, der aus der üppigen Wiener Küche nicht wegzudenken ist, ist Krautsuppe mit Blunzenstrudel drinnen. Vor Jahren habe ich einmal eine Variante von Lisl Wagner-Bacher im Fernsehen gesehen, kann mich aber nicht mehr zu 100 % erinnern, daher ist das hier meine Interpretation ihrer Suppe.

Genau so wie Strudelpackerl funktioniert auch hier kein selbstgemachter Strudelteig. Der ist einfach zu weich und bekommt keinen Stand, daher nehme ich für solche Gelegenheiten gekauften Strudelteig.


Menge für 2 Hauptmahlzeiten

Für die Suppe:
1 kleine Zwiebel
100 g Kraut, am besten Spitzkraut
Öl
200 g Sauerkraut
1 kleiner Apfel
Salz
Pfeffer
Kümmel
Majoran
125 ml Obers
2 EL Sauerrahm
600 ml Suppe
Balsamico zum Abschmecken

Für die Einlage: 
etwas fein geschnittenes Kraut

Für den Blunzenstrudel:
100 g Blunze
1/2 Packung fertiger Strudelteig
1 Eiklar
Fett zum Frittieren



Zubereitung: 
 
Das Kraut in Streifen schneiden. Zwei EL Kraut vom Spitzkraut für die Garnitur in einem Schüsserl auf die Seite stellen. Restliches Spitzkraut mit klein geschnittenem Zwiebel in etwas Öl anrösten. Das Sauerkraut dazugeben, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Majoran würzen. Den Apfel samt Schale hineinreiben, mit Suppe aufgießen und kochen lassen. Wenn beide Krautsorten weich sind, mixen und mit Sauerrahm, Obers und Balsamessig noch einmal aufkochen.

Das Eiklar ganz wenig schlagen, gerade damit es flüssiger wird. Den Strudelteig in breite Streifen schneiden und mit Eiklar bestreichen. Die Blunze in Stäbchen schneiden und im Strudelteig einrollen. Die Enden vom Strudelteig zudrehen. In einer Pfanne in Fett schwimmend frittieren.
Das zur Seite gestellte Kraut auch in Fett frittieren. 
Strudel und Kraut auf einem Stück Küchenrolle oder einem Hangerl gut abtropfen lassen.

Die Blunzenstrudelstücke mit der Suppe servieren.


Wieder mal ein hervorragendes österreichisches Herzinfarktessen, das ich, seit ich das Rezept kenne, jedes Jahr einmal nachmache. Innerer Zwang sozusagen bei miesem Wetter. Das reißt einen an grauen Spätwintertagen stimmungsmäßig schon mal raus.

Für solche Rezepte liebe ich meine Asia-Suppenschalen, weil die so große Untersetzer haben, auf denen man den Blunzenstrudel parken kann, sodass er erst im letzten Moment mit der Suppe in Berührung kommt und auf diese Weise schön knusprig bleibt.

Dienstag, 10. März 2020

Bier brauen

Werbung, weil Einladung und Verlinkung


Ja, nun habe ich also tatsächlich auch noch Bierbrauen gelernt. Ein kleines bisschen zumindest. Nach meinen Postings zum Thema Bier, nämlich mein Besuch bei der Hopfenernte und dem Kinofilm Bier geht mein Blog wohl schon fast als Bierblog durch.
Nun bin ich auch noch eingeladen worden von der niederösterreichischen Wirtschaftskammer durch Ketchum, um noch mehr zu lernen. Es ist aber auch ein spannendes Thema!



Es waren außer mir noch andere BloggerInnen eingeladen und wir waren zu Gast bei Brauküche 35. Ein junges Paar hatte tatsächlich den Mut, einen alten Bauernhof umzuwandeln in eine kleine Brauerei. Zu meiner Freude habe ich gehört, dass es tatsächlich klappt, dass das Paar Kathrin Erlebach und Jörg Gartler von dieser Arbeit leben können. Sie sind aber auch nicht untätig! Neben der Bierbrauerei betreiben sie auch noch eine kleine Landwirtschaft, verkaufen ihre Biere auf Märkten in Niederösterreich, betreiben einen Online-Shop und veranstalten Braukurse.



Ja, eigentlich stünde ja alles hier auf dem Plakat, was man tun muss, um Bier zu machen. Wenn da nicht so die eine oder andere Kleinigkeit zu beachten wäre. An Ausrüstung braucht man tatsächlich nicht viel. So haben auch die Betreiber der Brauküche 35 daheim am Herd begonnen. Nun ist es eine richtige kleine Brauerei geworden, die sogar Gastbrauer beherbergen kann.



Hier erklärt uns Jörg, was es beim Malz zu beachten gilt. Ich habe nicht schlecht gestaunt, wie unterschiedlich dieses Grundprodukt ausschauen kann: von hellem Korn bis zu richtig schwarzem ist die Bandbreite riesig. Wie ich schon lernen durfte, ist die Auswahl beim zweiten Grundprodukt, nämlich Hopfen, nicht mehr so riesengroß. Hier scheint es für Mikrobrauereien wie diese eher ein Problem zu sein, woher man heimischen Hopfen bekommt.



Hier lagert Bier in einem alten Weinfass. Mir war bis zu meinen ganzen Ausflügen in die Bierwelt gar nicht klar, dass Bier durchaus länger lagerfähig ist, denn vorher kannte ich nur Supermarkt-Biere, die ein relativ kurzfristiges Ablaufdatum haben. Es gibt auch sonst sehr viel mehr, als das, was uns von der Werbung gesagt wird. Mikrobrauereien halten sich selten an das, was in der Werbung so vollmundig als "Reinheitsgebot" angepriesen wird.



Auf dem Foto sieht man die Versuche von uns BloggerInnen, Bier zu brauen: Wir haben nach den Vorgaben der Brauküche Gerste gemahlen, gewogen, Wasser temperiert und das Malz eingemaischt. Nach der Mittagspause wurde das Hopfenkochen gestartet, eine erste Vorderwürze-Hopfung wurde gemacht. Zu viel mehr war dann leider (oder Gott sei Dank) nicht mehr die Zeit, denn danach kommt seeehr viel Reinigungsarbeit, die uns in diesem Fall abgenommen wurde.



Für mich sehr spannend: Es fällt beim Bierbrauen jede Menge Trester an. Ich kannte Trester bisher nur aus dem Weinbau und es gibt auch bereits eine Bäckerin in Niederösterreich, die diesen Trester verbäckt. Nun haben die Betreiber der Brauküche den Bier-Trester ebenfalls verarbeitet: Er wird getrocknet, fein gemahlen und abgesiebt. Das Mehl, das so gewonnen wird, findet Eingang in diverse Produkte. Wir durften einen Brotaufstrich, Vanillekipferl und eine Tarte verkosten.



Ja, Verkostung: Ich habe bisher schon eine Menge Verkostungen mitgemacht, aber noch nie Bier. Es war spannend, dass man das Bier im Gegensatz zu Wein nicht ausspuckt, sondern schluckt. Das hat wirklich einen großen Vorteil, man kann nämlich (also ich zumindest, es gibt sicher erfahrenere WeinverkosterInnen als mich) den Abgang viel besser beurteilen. Es wird auch schnell sehr viel lustiger ...

Leider scheint es erst ein anderes Posting über diesen interessanten Tag zu geben, daher kann ich nur das hier verlinken:  Die Pauls

Freitag, 6. März 2020

Heringssalat

Fastenzeit ist! Da gibt es bei uns jedes Jahr Heringssalat. Nicht, weil wir irgendwelche religiösen Auflagen einhalten, sondern weil jetzt die Jahreszeit ist, in der man die Fischerl dafür bekommt. Selbstgemacht wird der Salat natürlich! Immer derselbe, dennoch nicht langweilig.



Für 3-4 Portionen

300 g Herings- und/oder Matjesfilets
1 Apfel, säuerlich
1 rote Zwiebel
5 Essiggurkerl
2 Eier, gekocht
250 g Sauerrahm
2 EL Mayo
150 g Joghurt
1 Zitrone, der Saft
Pfeffer
Vogerlsalat, gewaschen
Schnittlauch zum Bestreuen

Die Fischerl in mundgerechte Stücke schneiden. Apfel schälen, würfeln. Zwiebel schälen, grob schneiden. Essiggurkerl in Scheiben schneiden. Eier schälen, grob hacken, auf zwei Schüsselchen verteilen.

Für die Salatsauce Sauerrahm, Mayo und Joghurt verrühren, mit Pfeffer und Zitronensaft gut verrühren. Salz ist wegen der eh schon salzigen Fische nicht nötig.

Die vorbereiteten Zutaten, von den Eiern nur die Hälfte, mit der Sauce verrühren. Alles im Kühlschrank ein paar Stunden gut durchziehen lassen.

Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Den Vogerlsalat auf einer Servierplatte auflegen. Den Heringssalat darauf verteilen. Mit der zweiten Hälfte der Eier und dem Schnittlauch bestreuen. Mit Gebäck (z. B. Salzstangerl oder Kaisersemmeln) servieren.


Donnerstag, 27. Februar 2020

Food Tour Favoriten

Wer hier regelmäßig liest, hat es schon gemerkt: Der Turbohausmann und ich gehen sehr gern auf Foodie-Touren mit. In der Regel im Ausland, aber nun gibt es so etwas auch hier, quasi vor der Haustür, nämlich in Favoriten! Nicht regelmäßig, sondern nur ab und zu. Veranstaltet wird diese Tour vom Kulturverein Mitten in Favoriten, weil nämlich Essen Kultur ist! Und Kochen sowieso. Wie es in St. Favoriten so ist, ist das eine Multi-Kulti-Sache, also man muss nicht denken, dass es eine bunte migrantische Foodie-Szene nur in Ottakring gibt, sondern wir haben hier im zehnten Hieb auch hervorragende Beispiele. Und zu einigen dieser Punkte führte die Tour.



Treffpunkt war die Würfeluhr am Viktor Adler-Markt. Dieses nicht kulinarische Foto müsst ihr über euch ergehen lassen, denn das hat auch etwas mit Kultur zu tun, denn diese Würfeluhren gibt es in Wien klassischerweise auf Märkten und werden zu meinem Leidwesen immer weniger. Dabei warat das so etwas typisch Wienerisches, das man bewahren sollte.
Die beiden jungen Herren waren unsere Führer. Der mit Schild ist der Hauptverantwortliche für die Tour, Moritz, der andere ist Nikola, einer der Initiatoren des Kulturvereins. Ich muss diesen Verein nun einmal in den Himmel loben! Die machen echt tolle Sachen. Ich war schon auf einer Lesung von Stefanie Sargnagel in einem echten Favoritner Tschocherl (ein kleines Wirtshaus) oder bei einem Konzert von Ernst Molden im Gemeinschaftsraum eines Gemeindebaus − die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Ziel ist es, Kultur dort hinzubringen, wo sie normalerweise nicht zwangsläufig daheim ist. Bezahlt wird, was man hat, also immer freie Spende. Das finde ich sehr erfreulich, weil es den Zugang auch Menschen ermöglicht, die sonst nicht in diesen Genuss kommen. Die freien Spenden werden immer für soziale Zwecke verwendet, also die jungen Leute machen das alles auf freiwilliger Basis und gratis. Das ist mehr als bewundernswert.



Über dieses Lokal, das Sezai habe ich hier schon geschrieben. Natürlich hatte ich beim Einkaufen schon gesehen, dass wir ein Fischlokal haben, aber so richtig realisiert, dass das ein kulinarischer Schatz ist, habe ich es erst durch die Tour, bei der ich mir die Speisekarte einmal genauer angeschaut habe.

Für uns Besucher gab es an diesem Vormittag einen sehr noblen Start: Sekt und Austern wurden uns serviert. Damit nicht genug, denn die meisten Tour-Teilnehmer sind nach dem Ende dort auch noch auf einen Glühwein gewesen.

Falls jemand denkt, da hat sich wieder einmal eine Food Tour unbeliebt gemacht, weil den Eingeborenen der Platz weggenommen wurde und die Standler hatten nichts davon: Denkste! Der Verein Mitten in Favoriten bekommt Fördermittel und hat daher an die Standler bezahlt. Und vor allem wurde uns FavoritnerInn etwas gezeigt, was sie vielleicht noch nicht kannten und in Zukunft in Anspruch nehmen werden.

Der nächste besuchte Platz war gleich das nächste Standl, nämlich wir sind zu Konya Pide gegangen. Die Spezialität sind wirklich umwerfend gute Pide. Das sind Fladenbrote, die mit verschiedenen Füllungen angeboten werden, Gemüse, Fleisch, Käse oder eine Mischung aus allem. Die Spezialität dieses Standels ist, dass diese Pide sehr lang sind, genau 1 Meter.
Wir durften zuschauen, wie vor unseren Augen unscheinbare Teigkugeln (hausgemacht, natürlich!) zu knusprigen Meisterwerken verwandelt wurden. Bei den gewandten Handgriffen habe ich erst wieder gemerkt, wie viel ich noch lernen darf. Aber ich glaub, dass ich lieber diese lang erprobten und wirklich köstlichen Pide doch essen gehen werde und nicht mir selber die Finger verrenke.


Hier habe ich schon von Melahat geschrieben, der Marktsprecherin vom Viktor Adler-Mark. Sie war die erste auf dem Markt, die sich ein gläsernes Standel machen ließ, damit man von A-Z sehen kann, dass sie alles selber kocht und nichts zu verbergen hat. Es haben etliche Standler nachgezogen, sodass wir jetzt etliche gute Adressen zu bieten haben.

Bei Melahat haben wir Gözleme gegessen, das sind Palatschinken-ähnliche Germteigfladen mit diversen Füllungen. Mein Favorit war die scharfe Melanzani-Fülle, die natürlich wie der Teig hausgemacht war.
Melahats Spezialität sind Manti, ganz winzige Teigtaschen. Die macht sie auch selber. Man kann die übrigens auch tiefgekühlt kaufen und nach Hause mitnehmen, wenn man sich dem spröden Charme vom Viktor Adler-Markt nicht aussetzen will. Aber eigentlich sollte man das nicht tun, denn das kann schon was, wenn man im Sommer auf einem der beiden Tischer im Freien sitzt und sich das Markttreiben anschaut.
Die dritte Station führte uns zum Stand "Welcome Home". Die Betreiberin hat viele Jahre in Afrika gelebt und hat eine echte Marktlücke entdeckt, denn richtiges afrikanisches Essen, das auch noch günstig ist, bekommt man anscheinend in Wien selten. Ihre Schwester betreibt am Kepler-Platz ein afrikanisches Lebensmittelgeschäft, von dort stammen viele Zutaten für dieses Essen. Und ich weiß jetzt auch, wo ich ungeröstete Erdnüsse für ein Rezept vom Felix herkriege. Gekochte rohe Erdnüsse sieht man auch auf dem Foto, die haben wir zum Kosten bekommen.

Sonst war dieses Essen zugegebenermaßen eher jenseits der Komfortzone für mich.
Hier die Dame des Hauses. Vor ihr auf dem Teller liegt der Bischof eines Truthahnes, das ist die Drüse hinten am Popo eines Vogels, mit dessen Fett er die Federn einfettet. Anscheinend gehört der zu den Sachen, die man in Kenia gern isst. Wir haben auch noch Pfeffersuppe und Gulasch aus Hühnermägen probieren können.
Den Abschluss hat das Lokal Hana gemacht. Eine syrische Familie betreibt in der Favoritenstraße vis-a-vis vom Markt ein großes Kaffeehaus.

Was mich sehr verblüfft hat: Die Süßigkeiten, die man dort serviert bekommt, schauen ähnlich aus wie türkische Baklava, sind aber gar nicht so picksüß, wie ich das aus der türkischen Küche kenne.

Die Mehlspeisen sind durchwegs köstlich! Also eine dringende Empfehlung, sich einmal auf einen Tee dort reintrauen und sich durchkosten.




Oben am Stock kann man beim Hana auch sitzen und sich in aller Ruhr durch die Köstlichkeiten probieren.













Die Food Tour wurde auch schon in der Bezirkszeitung beschrieben. Wir waren 10 Teilnehmer bei der Tour, also nicht so überfüllt wie so manche Tour für Touristen, die in Horden über den Naschmarkt geführt werden. Ich denke, dass die nächsten Favoritner Touren daher schnell ausgebucht sein werden. Am besten, man meldet sich für den Newsletter an, damit man den nächsten Termin nicht versäumt. Oder auch einen anderen der wirklich empfehlenswerten Veranstaltungen. Mich bei einer der Veranstaltungen zu sehen, das muss man unter Umständen ertragen.

Montag, 24. Februar 2020

Eierspeisbrot

Da waren sie, die paar Champignons, die noch übrig waren, die paar Streifen Speck, das kleine Stückchen Brot und eine frisch gekaufte Schachtel mit Eiern. Dank dieses Rezepts hatten alle Zutaten miteinander einen sehr gelungenen Auftritt. Das geht als Frühstück, Mittagessen oder Abendessen, also wirklich ein Allroundrezept.

 
Für 2 Personen

½ Zwiebel, fein gehackt
2-4 Champignons, in Scheiben geschnitten
Butter zum Braten
4 Eier
4 El Milch
Salz
Pfeffer
100 g Feta
Frühstücksspeck in Scheiben

4 Scheiben rustikales Brot

Zwiebelwürfel und Champignons in Butter anbraten, bis die Zwiebel glasig sind und die Champignons Farbe genommen haben. Eier, Milch, Salz und Pfeffer in einer kleinen Schüssel verquirlen, über das Gemüse gießen. Feta über alles bröseln. Hitze reduzieren und das Omelett vorsichtig braten, bis es fest wird. Man kann auch den Deckel kurz auflegen, damit an der Oberfläche alles stockt. In einer zweiten Pfanne die Speckstreifen knusprig braten.

Das Omelett auf zwei Brotscheiben verteilen, jeweils eine Brotscheibe oben drauf legen.



Rezeptquelle: Femmetastic!

Donnerstag, 20. Februar 2020

[Buchbesprechung] Femmetastic! von Klaudia Iga-Pérès und Marianne Pfeffer-Gjengedal

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag, ohne Bezahlung

Copyright: Sieveking Verlag
Es gibt viele fantastische Frauen in der Geschichte der Menschheit. Dass sie nicht in Vergessenheit geraten, darum bemüht sich dieses Buch. Daher haben die beiden aus der Werbebranche kommenden Autorinnen Klaudia Iga-Gjengedal, Foodstylistin, und Marianne Pfeffer-Pérès, Fotografin, ein Projekt gestartet: Sie haben sich die Lebensgeschichten berühmter Frauen vorgenommen und deren Vorlieben und Lebensweisen genau studiert. Danach sind Rezepte entstanden, die zu den jeweiligen Frauen passen. Die Autorinnen haben sich für die Fotos selbst die Kleidung der jeweiligen Zeit angezogen und entsprechend gestylt, sie sind also auch die Models für das Buch.

Es ist ein opulenter Bildband, den man allein wegen der Optik gern in die Hand nimmt. Da wird richtig geschwelgt in üppigen Darstellungen! Rüschen und Puder, Hüte und jede Menge Schnickschnack zieren die stylishen Bilder. Ich finde die Fotos alle sehr feminin. Das Buch selber ist sehr wertig gemacht: ein gebundenes Buch mit Bändchen, das sich sehr gut anfühlt, allerdings eher nicht im Bett, denn mit großformatigen 320 Seiten ist es doch eher ein Schwergewicht.

So unterschiedlich die gezeigten Frauen sind, so unterschiedlich sind auch die Rezepte. Das Buch ist genre-übergreifend und auch länderübergreifend. Wenn ich von Marie Antoinettes "Torte a la Charlotte Russe", Pawlowas Pawlowa, Astrid Lindrens Köttbullar, Sophia Lorens Pizza bis Björks Fischburger schreibe, dann kann das sein, dass die Protagonistinnen diese Gerichte gegessen haben, es kann aber auch sein, dass die Autorinnen dies der jeweiligen Zeit zugeschrieben haben. Klar abgegrenzt wird das im Buch nicht.

Coco Chancel aß nie Zwiebel, was man daher im Buch findet, sind Trüffel, Brandteigkrapferl, Tuiles, Nugat und Schokoladeröllchen. Wenn eine der berühmten Frauen offensichtlich wenig mit Kochen und Küche zu tun hatte, wie das anscheinend bei Oda Krohg, der "Prinzessin der Boheme" der Fall war, dann findet man Rezepte für Drinks und Appetithäppchen im Buch. Bei Julia Child schaut das schon anders aus: ein üppiger Braten und alle dazu passenden, sehr französischen Beilagen lachen einen aus dem Buch an.

Wer sind denn nun die Frauen, um die es im Buch geht? Marie Antoinette, Jane Austen, Oda Krogh, Sidrid Undset, Anna Pawlowa, Coco Chanel, Pamela Lyndon Travers, Astrid Lindgren, Frida Kahlo, Julia Child, Marilyn Monroe, Sophia Loren, Liza Crihfield Danlby und Björk Gudmindsdottir werden jeweils in einem kurzen Porträt vorgestellt. Außerdem gibt es Informationen über die jeweilige Epoche, in der die Frauen leben bzw. gelebt haben. Es handelt sich durchgehend um Frauen, die nicht wegen ihres Daseins in der Klatschpresse bekannt sind, sondern es sind durchgehend Persönlichkeiten, die auf ihrem Gebiet wegbereitend waren bzw. sind.

Die Frauen sind nach ihrer Lebenszeit gereiht. Manche Rezepte sind mehr an die Zeit als an die jeweilige Frau angelehnt. Bei Marie Antoinette heißt es im Text, dass sie selber eher spartanisch gegessen hat, aber es finden sich wunderhübsche Tortenkreationen zu ihrer Person. Die Rezepte sind nicht so, wie sie zum Beispiel zu den jeweiligen Lebenszeiten gekocht worden wären, sondern sie sind alle den derzeitigen Geschmäckern angepasst.

Ich muss nun gestehen, dass ich das Buch nicht wegen der barocken Braten und der opulenten Torten, die es natürlich gibt, schätzen gelernt habe, sondern wegen der kleinen Gerichte. Ich kaufe, statt es selbst zu backen, mein Brot meistens einfach beim Bäcker des Vertrauens, und immer wieder kommt es vor, dass irgendwelche Reste im Kühlschrank liegen, die verarbeitet werden müssen. Es ist gar kein Problem, für Feste alle möglichen Rezepte zu finden, da bin ich dann durchaus froh, wenn ein Kochbuch auch anderes bereit hat. Für mich waren es eher die kleinen Gerichte, die Beilagen, die Snacks, die Fleischbällchen, die mich sofort angelacht haben. Am Abend in dem Buch geschmökert, schnell noch Marylin Monroes Müsli angesetzt und am nächsten Morgen genossen, so ist es bei mir mit dem Buch gelaufen. Einen Winterspaziergang gemacht und gleich anschließend Frida Kahlos Gewürzschokolade zum Aufwärmen gekocht. Das zeichnet ein gutes Kochbuch aus, dass es für jede Lebenslage ein passendes Gericht parat hat, für Tage mit Kochlaune, aber für die anderen natürlich genau so.

Es steht bei dem jeweils nachgekochten Gericht dabei, wem es im Buch zugeordnet ist.

Omelett mit Brot

Hat ausgezeichnet geschmeckt und da es immer wieder vorkommt, dass genau diese Zutaten im Kühlschrank zu finden sind, werde ich das Rezept im nächsten Posting vorstellen.

Marylin Monroe (1926-1962), Schauspielerin, Model, Sängerin

Porridge mit Dulce de Leche

Das ist wieder einmal ein Rezept, bei dem ich mich frage, wieso ich nicht auf die Idee gekommen bin: Regelmäßig esse ich Porridge und ich habe auch schon Dulce de Leche selbst gemacht. Wieso kam ich nie auf die Idee, beides zu kombinieren? Das schmeckt nämlich richtig gut!

Sigrid Undset (1882 -1949), Literaturnobelpreisträgerin










Sautierte Kartoffeln

Das Spannende an diesem Rezept: die Erdäpfeln kommen roh in die Pfanne. Ich muss gestehen, dass ich mir das Tourieren der Erdäpfeln geschenkt habe. Wenn Gäste kommen, kann man das sicher machen, aber für uns tu ich mir das nicht an. Geschmeckt haben sie auch so sehr gut.

Julia Child (1912-2004), Fernsehköchin und Kochbuchautorin
Kohlsprossen mit Mandeln und Speck

Eine ausgezeichnete Variante dieses köstlichen Wintergemüses. Die Mandeln im Rezept heben die Kohlsprossen aus der rustikalen Variante nur mit Speck heraus und machen es elegant.

Jane Austen (1775-1817), Autorin
 Torte à la Charlotte Russe

Das ist das einzige Rezept mit dem ich nicht ganz glücklich geworden bin. Es waren meine ersten selbst gebackenen Biskotten und ich hatte sie mir fester vorgestellt, man hätte sie aber wie eine Biskuitroulade rollen können. Die Charlotte selber war nach den angeführten vier Stunden Kühlzeit auch nicht wirklich fest, den nach diesem ultraschnellen Foto ist sie leider auseinandergefallen.

Marie Antoinette (1755-1793), Königin







Unterm Strich? Man sollte sich nicht erwarten, dass man Koch-Biografien von berühmten Frauen in dem Buch findet, sondern es ist ein Kunstprojekt mit schönen Fotos und guten Rezepten. Zu sagen, das wäre "nur" ein Kochbuch, ist zu kurz gegriffen. Ich bin sicher, man kann dieses Buch auch mögen, wenn man gar nichts daraus kocht. Die Rezepte, die ich ausprobiert habe, sind bis auf eine einzige Ausnahme alle gut gelungen, waren gut beschrieben, hatten keine Stolpersteine eingebaut.



Weitere Rezensionen:
Die Presse 
Stuttgarter Nachrichten


Infos zum Buch
Untertitel: Legendäre Frauen und ihre Lieblingsgerichte
ISBN-13: 9783944874883 
Einband: Gebunden
Umfang: 320 Seiten
Gewicht: 1745 g
Maße: 287 x 225 mm
Erscheinungstermin: 15.8.2019

Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, direkt beim Sieveking-Verlag oder im Internet bei einem der vielen Versender.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.

Vielen Dank an den Sieveking-Verlag, dass er das Buch herausgebracht und mir ein Rezensionsexemplar überlassen hat.

 

Donnerstag, 13. Februar 2020

[Genusskino] Brot

Enthält Werbung (Namensnennungen), ich krieg aber nix dafür und wurde auch nicht aufgefordert, für den Film zu werben.

© Navigator Film
Dass mir Brot und vor allem seine Herstellung ein Anliegen ist, wissen die, die hier immer mitlesen. Vor allem die ganzen Fertigmischungen, mit denen viele Bäckereien arbeiten, sind mir ein Dorn im Auge. Da gibt es wirklich gar nichts mehr, was dieses Brote von den Industriebroten vieler Supermärkte unterscheidet. Zum Glück gibt es nun eine Dokumentation, die sich dieses Themas angenommen hat. Ich durfte den Film schon vorab sehen und möchte ihn hiermit weiterempfehlen.

© Navigator Film
Der Film zeigt Einblicke in die heutige Welt des Brotes. Kleine Handwerksbäckern kommen genau wie auch Konzernchefs zu Wort. Allen wird die Frage gestellt: Wie sehen sie die Zukunft unseres Brotes? Und: Was essen wir da eigentlich?

© Navigator Film
Vorgestellt werden folgende Bäckereien/Back-Firmen:
Aus Österreich Öfferl Dampfbäckerei, Gaubitsch
Aus Frankreich Du Pain et des Idées, Paris
Aus Deutschland Harry-Brot, Hamburg
Aus Belgien Holthausen Puratos Group, Brüssel

Buch und Regie: Harald Friedl
Kamera: Helmut Wimmer
Ton: Andreas Hamza
Produktion: Navigator Film
KINOSTART österreichweit 21. Februar 2020

© Navigator Film

Ich hab jetzt eine Überraschung für alle LeserInnen aus Wien: Ich darf 2 x 2 Kinokarten für das Startwochenende verlosen. Die Gutscheine gelten für alle Wiener Kinos, in denen der Film spielt, und für das ganze Wochenende.

Bitte bis Samstag 24.00 Uhr eine MAIL an wistera@gmx.net schicken. Ich verlose dann die Karten und gebe per Mail Bescheid, wer sie bekommt. Namen und Adressen der GewinnerInnen werden an den Filmladen weitergegeben zwecks Kartenversand.

Viel Glück!