Montag, 12. November 2018

Balkonien-Salat mit Granatapfel

Meine Salate sind derzeit ein Traum! Ich habe eine "Salatwand" auf Balkonien, die mir im Frühling und im Herbst sehr viel Freude macht. Im Sommer fressen die Dickmaulrüssler, die über alle meine Ausrottungsversuche nur lachen, leider meine ganzen Salate auf, aber wenn es denen zu kalt wird, dann spielen meine Salate wieder die Hauptrolle und ich kann fast jeden Tag ernten. Am liebsten mag ich die ganzen Asia-Salatmischungen, denn die keimen recht schnell und man kann nach zwei, drei Wochen ernten. Ich säe im Wochenabstand in die vier Balkonkästen meiner Salatwand, dadurch ist um diese Jahreszeit immer Grünzeug im Haus.

Dieses Dressing habe ich Auge mal Pi gemacht. Und hat es so gut geschmeckt, dass ich beim nächsten Mal gleich mehr mache. Ich denke, im Kühlschrank sollte sich das eine Woche halten. Der Granatapfelsirup von Anna Antonia, den ich hier schon vorgestellt hatte, ist wirklich eine Wunderwaffe!


Für 2 Portionen als Beilagensalat bzw. als Vorspeise

2 Hände voll Pflücksalate
1 kleinen Granatapfel (ca. 3 EL Kerne)

Marinade:
1 Zitrone, Saft und Schale
1 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Haucherl Chilipulver (für Nichtwiener: eine ganz winzige Prise)
1 EL Granatapfelsirup

(bei Bedarf: gebratener Halloumi, mariniert nach diesem Rezept)


Zitrone heiß waschen, die Schale abreiben, den Saft auspressen. Beides mit allen Zutaten in einem Glas mit Schraubverschluss schütteln, bis alle Zutaten gut vermischt sind.

Salat waschen, trockenschleudern, mit der Marinade mischen. Granatäpfel drüberstreuen, bei Bedarf gebratenen oder gegrillten Halloumi drauflegen, genießen.


Wozu braucht man dafür ein Rezept? Doch, das braucht man, um wieder an den tollen Granatapfelsirup zu erinnern. Den sollte man wirklich immer im Haus haben. Und es ist ein wirklich feiner Salat, der gut in die Jahreszeit passt, um die nun wieder überall erhältlichen Granatäpfel gebührend zu feiern.

Freitag, 9. November 2018

[Tag des Apfels] Kindernachspeise

Enthält Werbung (Verlinkung), not sponsored oder sonst was.


Erst vor kurzer Zeit bin ich draufgekommen, dass es die "Tage des wasauchimmer" gibt, obwohl ich zumindest den Tag des Apfels eh schon seit einigen Jahren so begehe, dass ich zu "meinen" Obstbauern, der Familie Fischer fahre, um die vielen Apfelsorten, die es dort gibt, zu bestaunen und zu verkosten. Okay, ja, auch den Apfelkuchen, der dort angeboten wird ...

Dazu passend serviere ich etwas Süßes, das ich seit meinen Kindertagen esse. Das Rezept stammt wohl von meiner Mutter, die jetzt sagen würde: "Was braucht man dafür ein Rezept?" Das ist auch der Grund, warum diese Kindernachspeise, wie sie intern bei uns heißt, noch nie den Weg auf den Blog gefunden hat. Das war in meiner Familie immer das Dessert, das auf den Tisch kam, wenn bei einem Sonntagsspaziergang einige kleine Fallobst-Äpfel mit nach Hause gehen durften. Und heute noch ist das bei mir etwas, was ich mit Äpfeln mache, die mir für alles andere zu klein sind. Oder wenn ein halbes Glas Marillenmarmelade im Kühlschrank steht, das einfach nicht leer werden mag. Oder noch ein paar Walnüsse herumliegen, die von irgendetwas übrig geblieben sind. Also perfekte Resteverwertung.

4 Portionen

Für die Äpfel:
4 kleine Äpfel (keine Boskop oder andere Sorten, die leicht zerkochen)
1-2 EL Zucker (je nach Süße der Äpfel)
1 TL Nelken
½ Zimtstange

Für die Fülle:
2 EL Marillenmarmelade
1 Hand voll Rosinen
1 Hand voll Walnüsse, gehackt + 4 ganze Kerne für die Deko

Für den Pudding:
½ l Milch
20 g Stärkemehl
2 EL selbst gemachten Vanillezucker
(2 Eigelb, wenn man den Pudding gelb haben will)

Die Äpfel schälen, dabei den Boden unten begradigen. Das Innenleben größzügig ausstechen, damit viel Fülle reinpasst. (Die ausgestochenen Reste passen gut am nächsten Tag in Müsli oder Porridge.) Zucker mit 2 Finger hoch Wasser und den Gewürzen aufkochen lassen. Die Äpfel reinlegen, einmal aufkochen lassen, die Äpfel umdrehen, damit auch die zweite Hälfte im heißen Wasser zu liegen kommt. Von der Platte ziehen, zugedeckt ca. 10 min. stehen lassen. Die Äpfel mit einem gelochten Schöpfer herausheben und auf einem Hangerl (= Geschirrtuch) abtropfen lassen.

Für die Fülle die Rosinen (ausnahmsweise müssen sie nicht eingeweicht werden, weil sie durch die Marmelade genug Feuchtigkeit bekommen) mit den gehackten Walnüssen und der Marmelade verrühren.

Von der Milch für den Pudding 6-8 Esslöffel Milch nehmen, die restliche Milch erhitzen. Stärke mit Vanillezucker mischen und mit der wenigen Milch sehr gut verrühren. Die Milch aufkochen lassen, die Vanillemischung einrühren und zwei, drei Minuten verkochen lassen. Pudding vom Herd ziehen. Äpfel in kleine Schälchen setzen − währenddessen darf der Pudding überkühlen, dann erst werden die Eigelbe eingerührt. Pudding über die Äpfel gießen. Ganz auskühlen lassen. Vor dem Servieren die Nusskerne oben auf die Äpfel setzen.


Wie mir gerade auffällt, ist dieses Essen eine einzige Resteverwertung. Bei solchen Gelegenheiten bemerke ich, woher ich das habe, dass mit Lebensmitteln achtsam umgegangen werden muss. Ich bin wahrlich nicht mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen, daher kenne ich das gar nicht, dass Essen weggeworfen wird, damals wurde einfach alles verwertet. In meiner Kindheit wurden die Apfelschalen und das Kerngehäuse in das noch heiße Kochwasser gelegt und durften darin ziehen, nach dem Auskühlen wurde alles abgesiebt und getrunken. Softdrinks gab es damals bei uns nicht, sondern maximal selbst gemachten Sirup, daher war dieser "Apfelsaft" immer eine willkommene Abwechslung.

Zu dem angefangenen Glas Marillenmarmelade: Ich mach gern auch extra ein frisches Glas Marmelade auf und mache mehr Fülle, damit etwas übrig bleibt, denn diese Fülle schmeckt sehr gut in Joghurt eingerührt, denn fertiges Fruchtjoghurt kaufe ich bis heute nicht.




Einige österreichische Bloggerinnen schließen sich mir an und zeigen Apfeliges:


Dienstag, 6. November 2018

[Rettungsaktion] Kürbistascherl mit Grammeln

Es ist wieder soweit: #wirrettenwaszurettenist ! Aber wieso Kürbis? Weil es leider viel zu viele Kürbisfertigprodukte gibt. Es fängt bei harmlosem geschältem und geschnittenem Kürbis in der Gemüseabteilung vom Supermarkt an und geht über Kürbismus bis zu fertigen Kürbisravioli. Also zeigen wir, wie man recht einfach Rezepte mit Kürbis selber machen kann.

Diese schöne Rettung hat sich wieder Ingrid von Auch was ausgedacht, sie betreut auch die gesamte Rettung, wofür ich ihr sehr dankbar bin! Vielen Dank, liebe Ingrid! Und auch danke an Britta für die html-Codes!


Für 10 große Teigtaschen

Teig:
150 Gramm Mehl (Allzweck)
1 Prise Salz
2 Eigelb
1 Esslöffel Olivenöl
(eventuell 1 EL kaltes Wasser nach Bedarf)

Alle Zutaten zu einem glatten Nudelteig verkneten. In Frischhaltefolie einwickeln und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen.


Fülle:
500 g Kürbisfleisch (bei mir Butternuss)
1 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
1 Zweig Rosmarin
einige Zweige Thymian

Salz
Pfeffer
Muskatnuss

Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Alle Zutaten bis auf die Gewürze in eine ofenfeste Form geben, zudecken und backen, bis der Kürbis schön weich ist. Das dauert je nach Festigkeit vom Kürbis eine halbe bis zu einer ganzen Stunde. Danach die Kräuter entsorgen, Kürbis und Knoblauch mit Salz, Pfeffer und einem Hauch Muskat pürieren. Auskühlen lassen. Kosten! Dieses Püree sollte ein wenig überwürzt sein, weil der Teig schon einen Teil der Würze "schluckt".  Außerdem muss das Püree recht trocken sein. Wenn man z. B. Muskatkürbis, der leicht saftelt, nimmt, dann das Püree in einem Hangerl (= Geschirrtuch) eine Stunde abtropfen lassen.


Topping:
100 g Grammeln
1 kleine Zwiebel oder 1 Schalotte
1 Zehe Knoblauch
Salz
Majoran

Grammeln fein hacken, mit der gehackten Zwiebel in einer Pfanne anrösten. Wenn die Grammeln beginnen Farbe zu nehmen, den gehackten Knoblauch dazugeben und weiterrösten, bis alles schön goldbraun ist. Salzen und gehackten Majoran untermischen.


Teigtaschen fertigstellen:
Den Teig dünn ausrollen, mit einem Glas runde Kreises ausstechen. Die Kreise an den Rändern mit Wasser bepinseln. Füllung auf den Kreisen verteilen , zusammenklappen und die Ränder gut zusammendrücken. Dabei darauf achten, dass man keine Luft mit einbaut.
Ich habe einen "Teigtaschenmacher" − oder wie immer die Klappdinger wirklich heißen. Da kann man mit der Hinterseite die Kreise ausstechen, mit der Vorderseite die Teigtaschen zuverlässig verschließen und dabei ein Muster in den Rand drücken. Auch dabei muss man erst händisch vorarbeiten, indem man die Kreise von der Fülle zum Rand hin verschließt und dabei die Luft rausdrückt. Die fertigen Teigtaschen auf ein bemehltes Brett legen.

Wasser salzen und zum Kochen bringen. Die Teigtaschen einlegen und ca. 12 min. köcheln lassen. In der Regel sagen einem Teigtaschen ganz brav, wann sie fertig sind, indem sie nach oben aufsteigen.

Mit einem Siebschöpfer aus dem Wasser heben, auf einem Hangerl (= Geschirrtuch) abtropfen lassen. Auf Teller legen und mit den Grammeln bestreuen.

Mit Blattsalaten servieren.


Und nun zu den Rezepten meiner MitretterInnen:
auchwas - Kürbis süß-sauer
Bonjour Alsace - Kürbis Spaghetti mit Olivenöl und Thymian
Brigittas Kulinarium - Kürbisravioli aus Kartoffelteig
Brittas Kochbuch - Kürbisrisotto
Brotwein - Saftiges Kürbisbrot mit frischer Hefe und Hokkaido
Cakes Cookies an more - Mac and Cheese mit Kürbis
CorumBlog 2.0 - Kürbis-Konfitüre
Das Mädel vom Land - Wickelknödel mit Kürbis und Pilzen
evchenkocht - Kürbis-Cannelloni
Fliederbaum - Kürbis-Kartoffel-Gratin
genial-lecker - Kürbis-Möhren-Quiche
lieberlecker - Kürbis Vermicelles
Madam Rote Rübe - Schmackhafte Kürbis-Suppe mit Linsen und Zwiebeln
our food creations - Vielseitiges Kürbismus
Pane-Bistecca - Kuerbis Prussien
Unser Meating - Kürbis-Käse-Suppe





Freitag, 2. November 2018

Foodie-Dasein im Oktober 2018

Enthält Werbung.

Schon einmal habe ich über eine typische Foodie-Woche berichtet. Ich möchte gern einmal im Monat eine Zusammenfassung machen. Wahrscheinlich interessiert es eh niemanden, aber ich muss mir schön langsam selber aufschreiben, wo ich überall war, um nicht zu vergessen, was ich Schönes erlebt, gelernt und natürlich gegessen habe. Es gibt wieder einmal Verlinkungen und Namensnennungen. Wenn nicht explizit dabeisteht, dass es sich um eine Bloggereinladung handelt, dann ist das alles ein rein privates und von mir selbst finanziertes Vergnügen. Dennoch scheint man solche Postings als Werbung kennzeichnen zu müssen. 😏

Sowohl der Turbohausmann als auch die Turbohausfrau haben Nebenbeschäftigungen. Die des Mannes schickte ihn Anfang des Monats in die Türkei. Die Tagesstrukturierung der Turbohausfrau erfordert nicht zwingend durchgehende Anwesenheit in Wien, sondern Laptop und Internet erlauben es ihr, dass sie zu vielen solchen Gelegenheiten mitfährt. Anders wäre es uns auch nicht möglich, so viele Reisen zu machen, wie wir das tun.

Dieses Mal wurde der Turbohausmann in ein riesengroßes Resort zu einer Konferenz geschickt: 1600 Betten! Ich hätte mir ja weder das Land noch das Resort ausgesucht, aber ich war dann wirklich mehr als begeistert. Nicht nur Wetter und sehr freundliche Menschen waren uns gewogen, sondern das Essen im Resort war himmlisch. Das ist eben das Feine an einer riesigen Anlage, dass so viele Leute dort sind, dass auch für Nischen genug Raum ist. Ich stelle hier nur die beiden Fotos ein, von denen ich mir vorgenommen habe, dass ich da unbedingt eine Wiederholung brauche, also nachkochen muss.

Auf dem oberen Foto sieht man eines meiner Frühstücke: Porridge aus ganz groben Haferflocken. Das Eigentliche ist aber das Obendrauf: große Stücke kandierter Bitterorange, die in Sirup eingelegt waren. Ich kenne Ähnliches aus der griechischen Küche als "Löffelsüß", wo Weichseln, Quitten, Orangenschale und was weiß ich alles in Sirup eingelegt werden. Bitterorange auf diese Weise serviert, ist extrem gut! Braucht aber zwingend etwas Nichtsüßes, wo man es dazu isst.

Auf dem zweiten Teller sind sautierte Nieren mit Perlcouscous zu sehen. Das hat wahnsinig gut geschmeckt! Die Nieren waren so zart, dass ich mir vorgenommen habe, wieder mehr Innereien zu kochen. Ja, ich habe mich tatsächlich getraut, in diesem Resort Salate und Innereien zu essen, was ich mich sonst selten in unseren Urlaubsländern traue. Es hatte keine negativen Auswirkungen, dass ich das gemacht habe.


Regelmäßig gehe ich auf Verkostungen von biodreinull.  Dieses Mal ging es um den Erdapfel. Viel Wissen über Erdäpfel wurde vermittelt von den Demeterbauern aus Leidenschaft Ute und Ernst Friedrich, dem großartigen Jürgen Schmücking und den Leuten von biodreinull. Die Friedrichs bauen neben anderem Gemüse 115 Sorten Erdäpfel an und haben ein immenses Wissen!

Recht lustig fand ich bei der Einführung ins Thema die Geschichte, wie Erdäpfel im 16. Jahrhundert in Europa Verbreitung fanden. In Frankreich ließ ein Grundherr tagsüber seine Erdäpfelfelder bewachen, um die Leute denken zu lassen, er hätte da einen Schatz, damit sie in der Nacht die dann unbewachten Erdäpfel stehlen. Gleichzeitig lieferte er als Geschenk an den Königshof auch Erdäpfel, um sie auch unter Adeligen zu verbreiten. Hat geklappt!

In Österreich werden pro Mensch und Nase 55 kg Erdäpfel jährlich gegessen. In wirtschaftlich üblen Zeiten waren das auch schon mal 200 kg.

Erdäpfel wachsen entgegen meiner bisherigen Meinung nicht überall. Jede Sorte hat eigene Ansprüche. Es hat mir schon bei meinem Anbau von Trüffel-Kartoffeln auf Balkonien geschwant: Andere Erdäpfeln haben sich bei mir brav vermehrt, aber von denen habe ich einen Erdäpfel gesetzt und konnte drei ernten. Noch zickiger scheinen sich die Erdäpfel der Maja-Sorten zu verhalten, denn die brauchen Höhenlage, um überhaupt zu gedeihen.

Wie kommen die Farben in den Erdapfel? Die sind von Natur aus da. Man kann sie allerdings herauszüchten. In Holland gibt es anscheinend eine Vorliebe für weißfleischige Erdäpfel, daher werden dort fast nur mehr solche gezüchtet, berichtete Herr Friedrich, der dort gearbeitet hatte.

Zur Verkostung: Wir haben gekochte, frittierte, pürierte, rohe und flüssige Kartoffeln verkostet.

Es war denkbar spannend, denn bei den in der Schale gekochten Erdäpfeln konnte man deutliche Geschmacksunterschiede feststellen. Da haben wir Anuschka, Königspurpur, Maja Trixie, Trüffelkartoffel und Mecklenburger Schecke probiert. Ich bin auch immer wieder baff, dass es Menschen gibt, die jede Menge Worte zu den verschiedenen Geschmäckern finden. Ich bin schon froh, wenn mir zwei, drei einfallen − in diesem Fall erdig und Maroni.
Ganz interessant waren dann die frittierten Erdäpfel: Frittieren nivelliert den Geschmack. Man merkt deutlich weniger Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten. Im Vordergrund stehen Fett und Knusper (hier ungesalzen, sonst natürlich auch das).
Bei den pürierten Erdäpfeln gab es viele Unterschiede in der Textur. Ich nehme schon gern mehlige Erdäpfel für Püree, aber durchaus auch Ditta, wenn grad keine anderen im Haus sind. Es gibt aber Erdäpfel, die sind ganz toll cremig, während andere relativ stückig bleiben. Die angeblich besten Pürreekartoffeln sind Arran Victory, bei den blauen ist es der Blaue Schwede.

Meine größte Überraschung: Süßkartoffeln kann man roh essen! Wir haben zwei Sorten verkostet, die für mich fast ident geschmeckt haben.
Zum Rohessen von Süßkartoffeln eine Zusatzinfo von Lisa Vockenhuber: Geraspelt als Salat schmecken sie sehr gut. Sie enthalten allerdings schon Blausäure, daher ungeeignet für Schwangere und Kleinkinder.

In flüssiger Form haben wir die Erdäpfel als Vodka verkostet, zwei österreichische Sorten bekamen wir. Der Unterschied hätte nicht größer sein können. Normalerweise wird Vodka als recht geschmacksneutraler Schnaps für Mixgetränke eingesetzt. Das war auch bei einem der beiden Vodkas (norderd) der Fall, der andere war unglaublich aromatisch und hatte sehr viele Geschmacksnuancen, wie ich es von Wodka noch nie erlebt habe (Farthofer).

Es war wieder einmal ein sehr interessanter Abend und ich muss demnächst einmal ins Marchfeld fahren, um mir vom Ab-Hof-Laden der Friedrichs Erdäpfel zu kaufen. Die haben nämlich zu meiner Freude auch Sieglinde, die ich für die besten Salaterdäpfel halte.



Schon im April waren wir im Dining Ruhm zur Sushi-Woche. Für uns war klar, dass wir im Herbst wieder hin müssen. Es war abermals unglaublich gut! Die New York Rolls waren unser Favorit, denn da wird auch Knusper in Form von Tempura mit eingerollt, also hat man nicht nur geschmacklich, sondern auch von der Textur her alles, was das Herz begehrt.

Der selbst eingelegte Ingwer ist dermaßen gut, dass ich noch eine Portion nachbestellen musste.

Leider fehlt mir der Überblick, wo überall in Wien es Sushi gibt, aber ich bin sicher, dass diese zu den besten gehören.




Wir waren bei einem jungen Paar zum Essen eingeladen, beide gebürtige Afghanen, aber vor dem Auswandern nach Wien haben sie in Persien gelebt. Das merkt man, denn es gab persisch-afghanische Fusion-Küche. Der Reis war allerfeinst! Und nicht nur der. Ich muss in mich gehen und an meinem Anrichten arbeiten, denn so schön kommt Reis bei mir nicht auf den Tisch.

Wie es sich gehört, gab es die unter dem Reis knusprig gebratenen Erdäpfelscheiben extra dazu. Der Reis ist nur teilweise mit Safran gefärbt, was sich so ergibt, weil der Reis nach dem langen Vorbearbeiten am Ende nur mehr mit wenig Safran-Wasser aufgegossen wird, der bedeckte Teil färbt sich ein und wird am Ende auf dem Reis verteilt.
Die Berberitzen werden einige Zeit vor dem Essen in Wasser eingeweicht − sag ich doch bei den Rosinen immer, dass viel mehr Leute die mögen würden, wenn man sie vor der Verwendung durch Einweichen zum Leben erweckt. Vor dem Servieren werden sie ausgedrückt, in Butter geschwenkt und auf dem Reis verteilt.



Viele Blogger waren schon eingeladen, ich leider nicht, aber nachdem alle arg geschwärmt hatten, habe ich mich auf den Weg gemacht und war bei Viola, der neuen Patisserie von Viola Bachmayr, die vorher im rien die Meisterin der Desserts war.

Das Lokal ist klein, die Auswahl überschaubar, aber ich bin mir sehr sicher, dass sich jede/r etwas findet. Ich war um Mittag herum dort, da gab es auch Quiche und Salat. Für mich gab es einen Espresso und eine Kardamom-Cremeschnitte.

Die Cremeschnitte war sehr gut, mir persönlich hätte ein Haucherl mehr Kardamom gut gefallen, aber ich bin sicher, da war ich nicht das letzte Mal, sondern ich werde, wenn ich in der Gegend (gleich beim Theater an der Wien) bin, wieder dort reinfallen − oder na ja, vielleicht abwechselnd mit dem Oberlaa oder auch hintereinander oder so ...




Der Markt der Erde zum Erntedank war sehr toll. Allerdings muss ich mir für das nächste Mal vornehmen, wenn ich erst mittags dort hinfahre, muss ich mir vorher bei vielen Produzenten reservieren, was ich kaufen will, denn es war schon viel ausverkauft. Zum Glück war ich noch klug genug, dass ich gleich beim Hinkommen alles, was ich noch wollte, gekauft und zum Auto getragen hab. Wäre ich zuerst essen gewesen, dann wäre ich wohl mit sehr wenigen Sachen heimgegangen. So gab es noch letzte Paradeiser, Paprika und Chili, was mich sehr gefreut hat. Das ganze Sauerkraut war ausverkauft, als Trost habe ich mir zwei Flaschen Sauerkrautsaft gekauft − eigentlich dachte ich, so von wegen gesund und so, aber der schmeckt tatsächlich ausgezeichnet. Leider findet man den Essig-Pepi, den Herrn Joseph Eder aus Seibersdorf, nicht im Internet. Wenn zufällig jemand Kontaktdaten hat, würde mich das sehr freuen.

Gekocht haben auf dem Makt 1&1 deluxe, von denen ich weiß, dass die beiden Herren gut kochen können, denn ich hatte bereits das Vergnügen. Der große Aufhänger dieses Marktes waren die Weidegänse und die Köche haben Gansliches gekocht.

Für mich gab es Gänsebeuschelsuppe mit einem knusprigen Semmelknödel-Stick, für meinen Begleiter gab es Gänsebratwürstel mit Rotkraut, gebratenem Pak Choi und geröstetem Brot. Es hat alles ausgezeichnet geschmeckt! Also wenn die zwei wieder wo kochen, muss ich dort hinfahren.


Der Kaffee war ein äthiopischer Wildkaffee von Zwickel, der vollkommen anders war als der äthiopische Wildkaffee, den ich beim Erdbeerfest getrunken hatte: der beim Erdbeerfest war kräftig und herb, dieser hier war lieblich und duftig. Spannend, wie zweimal etwas vermeintlich Ähnliches so unterschiedlich sein kann.

Putzig: Die handgemachte Mini-Schaumrolle hat 50 ct gekostet! Das kann man als Wienerin fast nicht glauben, denn so etwas kann man bei uns wahrscheinlich um drei bis vier Euro kaufen.

Und dann möchte ich noch anmerken, dass ich ALLE Espressi, die ich seit der Einladung ins Wiener Rösthaus (Bericht hier) außerhäuslich getrunken habe, vergeblich nach dem Tigermuster absuchte. Ich werde weiter beobachten!





Vom Vorbeigehen kannte ich das Feuerdorf schon, nun war ich zu einem Bloggerevent eingeladen. Ich war sehr angenehm überrascht. Innen schön kuschelig warm, man sitzt rund um offenes Feuer und kann wirklich gut essen. Der Clou an dem Essen: Man kann nichts falsch machen. Das Fleisch ist mit Gewürzen sous-vide vorbereitet, wird also quasi nur mehr mit Röstaromen auf dem Feuer versehen und erwärmt. So gelingt auch Grillanfängern ein erfreuliches Ergebnis. Sehr gut waren auch die Waffeln, die wir als Dessert bekommen haben: Frisch gebacken mit Früchten, Vanilleeis und Schlagobers. Sehr, sehr fein!

Espresso sehr gut und wieder ohne Tigermuster.

Nicht nur das Fleisch (Höllerschmid) war von guter Qualität, sondern das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Konzept: Geschirr aus Gmundner Keramik, Wein vom prämierten Hagn etc.


Das Feuerdorf wird offensichtlich sehr gut angenommen. Verena war so begeistert, dass sie gleich für eine Weihnachtsfeier für einen Termin im Dezember anfragen wollte: Siehe da, der ganze Dezember ist voll! Vielleicht einige wenige Nachmittagstermine gäbe es, aber abends ist schon alles ausgebucht. Will man eine Weihnachtsfeier dort ausrichten, muss man spätestens im Sommer buchen.

Was für mich persönlich interessant war: Es war in der Runde eine Juristin dabei. Auch hier kam wieder die Info, die ich schon einmal von einer bloggenden Juristin bekommen habe: Es hilft nix, Namensnennungen, Produkte und Verlinkungen sind Werbung und müssen als solche gekennzeichnet werden. Also habe ich nicht nur gut getafelt, sondern wieder Infos erhalten.




Eine Bloggereinladung jagt die nächste: Philips hat eingeladen zum ersten Weihnachtsevent. Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass man im Pasta Maker auch Keksteig herstellen kann, die Kekse wurden anschließend im Airfryer gebacken.

Wieder bin ich auf Suche nach dem Tigermuster auf dem Espresso gegangen: Links auf dem Foto sieht man einen Espresso, der von einem Barista im neuesten Philips Vollautomaten für mich gemacht wurde. Wieder kein Tigermuster. Leider nicht einmal eine Crema. Laut Barista bringt man das Muster mit einer Haushaltskaffeemaschine nicht zusammen, sondern braucht zumindest einen semiprofessionellen Siebträger. Okay, da kann ich meinen Vollautomaten dann noch 27 Mal entkalken, wird das nichts bringen.








Der Weg zu einem Termin führte mich schon wieder in die Josefstadt − ein gefährliches Pflaster für mich, denn dort gibt es an jedem Eck Adressen, wo ich zu gern reinfalle! Wo ich noch gar nicht war, ist die Josefstädter Filiale der Bäckerei Gragger. Es ist ein ganz winziges Geschäft, aber dennoch bieten zu meiner Freude zwei kleine Tischerl mit Sessel Platz für den Espresso zwischendurch. Ein handwerklich sehr gut gemachtes Zaunerkipferl hat den Espresso begleitet.

Nächste erfolglose Tigermustersuche: sehr guter Espresso mit schöner Crema, aber kein Tigermuster.









Am Nationalfeiertag ging es wie schon seit Jahren ins burgenländische Klostermarienberg zum Kastanienfest. Letztes Jahr habe ich ausgiebiger drüber berichtet,  aber es ändert sich nicht sehr viel, daher gibt es dieses Jahr nur die Kurzfassung.

Das Lustigste sieht man auf dem Foto links: Bei den großen, einige hundert Jahre alten Kastanienbäumen in Liebing gibt es einen nicht so überlaufenen Ableger vom Kastanienfest. Man kann dort auch nett zwischen den uralten Baumriesen herumspazieren. Und dort stand dieses Jahr dieser uralte Herd, darauf ganz fachgerecht ein asiatisches Dämpfset. Ich fragte nach: Der Herr, der dort alle möglichen Leckereien verkaufte, hat familiäre Beziehungen zu den Philippinen, und um einmal etwas anderes anzubieten, haben er und seine Frau Dim Sum in vielen verschiedenen Varianten gemacht. Der Turbohausmann und ich haben uns durchgekostet und waren sehr angetan!
Noch eine ganz große Freude einer bekennenden Maroni-Süchtigen: Ebenfalls bei den Bäumen in Liebing gab es handgemachte Maroniherzen, die zu den besten zählen, die ich kenne (und ich kenne so ein, zwei ... hust).

Wir waren natürlich dann noch beim Hauptteil des Festes. Dieses Jahr hat es zum 25. Mal stattgefunden und es war vom Besucheransturm schon heftig.  Die Schlange beim Anstellen zu den Kastanienmehlspeisen ging quer über das Festivalgelände. Zum Glück waren weder die Schlange zu den gebratenen Maroni noch zum besten Apfelsaft von allen sehr lang, denn das sind die zwei Stellen, die wir immer anlaufen müssen. Und auch bei dem Standel mit der guten Maroniwurst und dem Kastanienmehl musste ich nicht lang warten. Ich bin nun wieder für die nächsten Monate eingedeckt mit heimischen Biomaroni in allen möglichen Formen, sodass der Tiefkühler schon grenzwertig voll ist.




Am 27. wäre beim Prosi ein Tasting verschiedener indischer Spezialitäten gewesen. Das war eine gute Gelegenheit, die schon arg zur Neige gehenden exotischen Lebensmittel wieder aufzustocken. Es ist immer ein Abenteuer für mich dort einzukaufen! Ich liebe allein die Atmosphäre, wenn man zwischen Menschen aus aller Herren Länder steht und Sprachen aus der ganzen Welt hört. Oft stehe ich etwas hilflos vor den angebotenen Lebensmitteln, weil die eben für Leute aus den jeweiligen Ländern sind und daher wenig bis gar nicht in Deutsch beschrieben, auch die Herumsucherei ist immer arg, weil ich noch nicht herausgefunden habe, nach welchen Kriterien alles sortiert ist, aber schlussendlich ist die Tasche dann immer voll und ich bin glücklich mit den ganzen Schätzen.

Das mit dem Tasting war dann aber nicht so meins, weil die Prosi Gastro-Abteilung war zum Bersten voll. In zwei Wochen gibt es aber noch einmal ein Food Festival, bei dem man auch einen Tisch reservieren kann, da werde ich wohl mit dem Turbohausmann hinschauen.



Am letzten Tag des Monats war ich bei einer Pressekonferenz im Wiener Rösthaus anlässlich der Präsentation einer neuen Kaffeesorte. Ich finde das ja unglaublich, was sich Kaffeefirmen in der Zwischenzeit alles antun müssen, um so etwas auf den Markt zu bringen: Der Kaffee wächst in Boliviens ärmster Region wild mitten im Wald und zwar vier Tage Gehweg von der nächsten Straße entfernt. Das heißt, die Säcke werden zu Fuß mitten durch den Regenwald getragen bis zur nächsten Straße, wo dann hoffentlich ein Bus fährt, der den Träger mitnimmt in das nächste Dorf, wo der Kaffee dann auf normaleren Verkehrswegen weitertransportiert wird. Wie so ein Kaffee bezahlt wird? Bar. Die Kaffee-Ernter und -Träger haben natürlich keine Konten.

Damit nicht genug, das Rösthaus hat dann auch noch einen Künstler, Markus Kravanja engagiert, um ein Label für diesen Kaffee zu entwerfen. Das ist echt schön geworden!

Dass dieser Kaffee nicht billig (12,50 je 250 g) ist, wird mit diesem Hintergrund klarer. Ich bin jedenfalls in der glücklichen Lage, nächste Woche auf Insta eine Dose mit Originalsignatur vom Künstler verlosen zu dürfen. Angesichts dessen, dass das Rösthaus nur wenige Säcke von dem Kaffee ergattern konnte, freut mich das sehr.

Wie schmeckt er nun, dieser Kaffee? Erstaunlicherweise wieder ein Regenwaldkaffee, der wieder anders schmeckt. Er ist 100 % Arabica, zeigt aber eine schöne Crema und eine ordentliche Geschmackstiefe. Fruchtig, aber nicht lieblich, ein Haucherl bitter im Abgang.

Und wie ist es nun mit dem Tigermuster? Ich habe mir offensichtlich zu viel Gedanken drüber gemacht, denn das entsteht nur, wenn der Kaffee eine entsprechende Reife aufweist, aber auch nicht zu alt ist. Und einen ordentlichen Druck muss die Kaffeemaschine auch haben, also das kann eine normale Haushaltsmaschine wirklich nicht leisten. Meine Kaffeemaschine ist also entschuldigt. Und ich weiß ja, dass sie sehr guten Kaffee macht.


Kulinarisches Fazit: Der Oktober war einer sehr toller Monat! Nicht nur kulinarisch, auch sonst. Ich bin wirklich ein Glückskind! Das Leben kann gern so weitergehen.




Dienstag, 30. Oktober 2018

Feigenblattmousse

Nun hab ich ja seit dem Frühling einen eigenen Feigenaum ein eigenes kleines Feigenbäumchen auf Balkonien. In erster Linie schon wegen der Feigen, aber auch, um das Feigenblattöl nachmachen zu können, ohne großartige Verrenkungen anstellen zu müssen. Das Bäumchen hat extrem brav getragen, dafür, dass es noch ein Baby ist. Wir haben sicher 12 Feigen geerntet. Sehr kleine, aber immerhin!

Nun ist ein Blatt nach dem anderen abgefallen und ich hätte fast vergessen, dass ich ja auch Blätter ernten muss! Ruckzuck hab ich dann alle noch vorhandenen Blätter geerntet und hatte auf einmal zu viele. Also habe ich versucht, ein Mousse zu machen. Ich habe einfach die Zutaten genommen, die ich daheim hatte. Dennoch ist das Mousse so gut geworden, dass ich es nur wärmstens empfehlen kann. Es schmeckt noch deutlicher als das Öl nach Cumarin, also diesen Geschmack muss man schon mögen.


3 Feigenblätter, in Streifen geschnitten
250 ml Schlagobers
2 EL Zucker
1 Limettte, Saft und Schale
200 g griechisches Joghurt
3 Gelatineblätter

Das Schlagobers erhitzen, es sollte nicht mehr als 50 Grad haben, denn sonst ermordet man das Aroma von den Feigenblättern. Die geschnittenen Feigenblätter ins Schlagobers geben, zudecken und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

Am nächsten Tag die Gelatineblätter 10 min. in kaltem Wasser einweichen.
Die Feigenblätter abseihen, dabei leicht ausdrücken. Das Obers aufschlagen. Joghurt mit abgeriebener Limettenschale und Zucker so lange verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Limettensaft erwärmen, die gut ausgedrückten Gelatineblätter im Saft zerlassen. Mit ein wenig Joghurt mischen, um die Temperaturen anzugleichen. Dann diese Mischung mit dem geschlagenen Obers und dem restlichen Joghurt gut verrühren. Das Mousse ein paar Stunden kalt stellen. Das kann man direkt in kleinen Gläschen tun, in denen man das Mousse dann serviert, oder in einer größeren verschließbaren Box machen, wenn man Nocken abstechen will.


Ich habe das Mousse mit den letzten Feigen, Sesamhippen und ein paar Tropfen Feigenblattöl serviert. Das hat gut gepasst, vor allem weil die Feigen ja ganz anders schmecken als die Feigenblätter. Das ist ein gewisser Überraschungseffekt.

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Pikante Biskuitroulade mit Pilzfülle

Wie in meiner Buchbesprechung schon angekündigt, möchte ich heute ein Rezept aus dem Kochbuch vorstellen. Wir haben die Roulade mit allen möglichen Schwammerln aus dem Wald gemacht, aber ich bin sicher, es passen auch Zuchtpilze sehr gut. Dazu eine Schüssel Blattsalate und man ist glücklich!

Natürlich geht die Roulade auch als Beilage zu einem Fleischgericht. Ich würde dann die Pilzfülle aber reduzieren. Zu einem Wildragout stelle ich mir das himmlisch vor! Aus dem Buch noch ein Tipp: Die Roulade kann vorher zubereitet und dann im Wasserbad über Dampf erwärmt werden. Das ist natürlich eine sehr gute Idee, wenn Gäste kommen.



Zutaten für 1 Roulade
4 Eier
50 g weiche Butter
30 g glattes Mehl
15 g Maisstärke
2 EL fein geschnittene Kräuter (z. B. Petersilie, Estragon und Schnittlauch)
Salz
Pfeffer

Fülle
650 g gemischte Pilze (z. B. Steinpilze, Champignons, Herbsttrompeten, Birkenpilze, Eierschwammerln ...) Anmerkung Turbohausfrau: 500 g genommen, war ausreichend
etwas Olivenöl
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
150 g Creme fraiche
1 EL Petersilie, fein geschnitten
Salz
Pfeffer

Eier trennen, Eiklar mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen, Eigelb mit Butter cremig schlagen. Mehl und Stärke vermischen, über die Dottermasse sieben und unterheben. Den Eischnee dazugeben, Kräuter einstreuen und mit Salz und Pfeffer würzen, vorsichtig unterheben. Die Masse gleichmäßig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen. Das Biskuit im vorgeheizten Backofen bei 190 °C Umluft ca. 5 Minuten backen.
Fingertest machen: Mit einem Finger auf die Oberseite vom Biskuit greifen − der Teig muss auf sanften Druck nachgeben, aber auf dem Finger darf nichts mehr kleben.
Einen Bogen frisches Backpapier auf den fertigen Biskuit darauflegen, das Blech mit dem Biskuit umdrehen und das mitgebackene Papier abziehen, Roulade mit dem frischen Backpapier straff einrollen und auskühlen lassen.

Für die Fülle die Pilze putzen und klein schneiden. .Wenig Olivenöl in einer geeigneten Pfanne erhitzen, Pilze zugeben und so lange rösten, bis keine Flüssigkeit mehr in der Pfanne ist. Danach wieder etwas Olivenöl zugeben, in kleine Würfel geschnittene Zwiebel und fein gehackten Knoblauch zugeben und kurz glasig rösten, Creme fraiche einrühren. Alles aufkochen lassen, vom Herd nehmen, Petersilie zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen, vermischen und abschmecken.

Biskuit auf einer Arbeitsfläche ausrollen, die lauwarme Fülle darauf verteilen und Biskuit wieder einrollen, vollständig auskühlen lassen und danach in gewünschte Portionen schneiden.



Ich habe eine Abkürzung genommen und habe die heiße Pilzfülle in den frisch gebackenen Biskuit eingerollt, wir haben gleich warm gegessen. Geht auch gut. Aber man kann natürlich die Roulade besser schneiden, wenn sie ausgekühlt ist. Am zweiten Tag haben wir die Roulade kalt gegessen, was im Sommer eine durchaus erfreuliche Variante war.

Dienstag, 23. Oktober 2018

[Buchbesprechung] Pikante Kuchen

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen)

Es gibt wirkliche Kochbuch-Highlights beim Stocker Verlag: Mein allerliebstes Grillbuch ist immer noch das Buch Schaschlik − Eine Philosophie, das 1 x 1 des Einkochens, aus dem ich viel über das Haltbarmachen dazulernen durfte, gar nicht zu reden vom Dirndlkochbuch, aus dem ich mittlerweile fast jedes Rezept nachgekocht habe. Und ein weiteres Highlight will ich nun besprechen: Es ist eine Sammlung, großteils von erprobten Rezepten aus der Kochzeitschrift Kochen & Küche, aber teilweise wurden auch neue Rezepte für das Buch entwickelt, unter anderen von der Bloggerin Sarah Thor-Diem vom Blog Gaumenpoesie,  weiters von den Küchenmeistern Franz Schauer und Stefan Hirschböck.

Wie immer beim Stocker Verlag wird man aber nicht einfach so ins kalte Wasser geschmissen, sondern es gibt eine ausführliche Einleitung, in der Backformen, Backzeiten und -temperaturen besprochen werden. Zwecks deutsch-österreichischer Völkerverständigung werden die Mehlsorten "übersetzt" und es gibt ein Register mit den typisch österreichischen Begriffen aus dem Buch, die ebenfalls "übersetzt" werden. Grundbegriffe wie blind backen werden bebildert erklärt.

Die Fotos sind hell und klar, kein Essen ist in der Gegend verstreut, kein Schnickschnack und kein Chichi − also quasi keine Kleinkinderfotos mit Rüschen und Einhörnern, sondern Fotos, die zeigen, wie das Essen ausschaut, wenn es fertig ist. Oder die einzelne Schritte oder Zubehör: funktionell und zweckdienlich.

Im Kapitel "Pikante Kuchen" findet man alles, was auf Blech gebacken wird, also Blechkuchen, Rouladen oder Kuchen aus der Kuchenform.
"Quiches und Tartes" zeigt ebenfalls neue Kreationen wie Birnentarte mit Faschiertem und Preiselbeeren oder Mürbteigtarte mit Fisolen, Oliven und Ölsardinen, aber auch die ganz klassische Quiche Lorraine ist vertreten.
Im Kapitel "Pizza und Flammkuchen"  wird das Pizza-Grundrezept von Luciano Federico aus Neapel zur Verfügung gestellt. Im Kochbuch werden die einzelnen Schritte der Teigherstellung bebildert erklärt. Man kann sich auch auf Youtube das Video anschauen, wo der Pizzateig akrobatisch, wie ich es nie zusammenbringen werde, in die Luft geworfen wird. Es finden sich aber auch Pizzen mit einem Polentaboden oder mit Vollwertmehl.
Was mir ja vollkommen neu war, ist das Kapitel über Schichtkuchen, denen ein eigenes Kapitel gewidmet wird. Es ist eine französische Erfindung und sie heißen dort "unsichtbare Kuchen" und zwar aus dem Grund, dass fast bis gar kein Teig beteiligt ist. Diese Kuchen sind oft sehr farbenfroh und überraschen mit unösterreichischen Zutaten wie Tofu, Noriblätter und Sojasauce, Blauschimmelkäse und Chorizo. Aber auch die österreichische Tradition wird gepflegt, zum Beispiel mit dem Wurzelgemüseschichtkuchen. 
Bei den "Herzhaften Torten" findet man richtige Kunstwerke, wie man sie in süßer Form beim Zuckerbäcker oder sehr ambitionierten Hobbybäckern sieht. Bei der "Bunten Waffel-Torte" werden die Waffel nicht mit Lebensmittelfarbe, sondern mit Sepia-Tinte, Roten Rüben und Erbsen eingefärbt, was ich sehr sympatisch finde. Für die "Marokkanische Fladenbrottorte" werden erst Fladenbrote gebacken, die dann mit Hühnerfülle, Hummus und Paprikafülle geschichtet werden. Auch das war für mich, nachdem mir das Deko-Gen vollkommen fehlt, totales Neuland.

Was mich immer sehr freut: In jedem Kapitel findet man ausreichend Rezepte, die der Jahreszeit entsprechen. Nie werden Zutaten kombiniert, wo ein Teil im Frühling erhältlich ist und der andere Teil im Winter, also wirklich gute Eignung für einen normalen Haushalt.

Zum Glück habe ich auch etliche Rezepte gefunden, bei denen man kein Deko-Gen braucht, also geht es jetzt ans Backen:

Zwiebelkuchen

Was gibt es Schöneres, als an einem Spätsommerabend draußen zu sitzen, die letzten Sonnenstrahlen zu genießen, einen Zwiebelkuchen zu genießen und dazu ein Bier? Na gut, ein Glas Sturm wäre auch nicht zu verachten! Aber der Zwiebelkuchen ist ein Muss. Uns hat er sehr gut geschmeckt und auch am nächsten Tag war er kalt noch ausgezeichnet.
Tomaten-Käse-Blätterteigtarte

Das waren unsere letzten eigenen Paradeiser, die ich da verarbeitet habe. Und das Rezept war würdig, dass man damit solche Schätze verwendet.

Sehr erfreulich: Im Rezept werden die Paradeissorten, die sich besonders gut eignen, aufgezählt.
Pikante Biskuitroulade mit Pilzfülle

Das ist das Rezept, das ich unbedingt vorstellen muss, denn gerade jetzt, wo es noch Pilze gibt, sollte man das unbedingt nachkochen. Dazu eine Schüssel Blattsalate und im Nu ist ein gelingsicheres Essen fertig.

Auch hier war es ein Zweitagesfest: Am nächsten Tag schmeckt diese Roulade auch kalt sehr gut. Es gibt aber auch einen Tipp, wie man dieses Roulade wieder aufwärmen kann. Also auch gut vorzubereiten, wenn man vorkochen will.







Kartoffelschichtkuchen

Schlussendlich habe auch nun noch einen Schichtkuchen gebacken. Der war vielleicht gut! Oben drauf schön knusprig, was ja auch nie ein Fehler ist.

Bei uns war es eine ausgezeichnete Hauptspeise mit einer Schüssel Blattsalaten dazu. Das geht aber sicher auch als Beilage.





Unterm Strich? Ein unaufgeregtes Buch, das wirkliche Schätze beherbergt. Es wird einziehen in meine Ecke der Lieblingskochbücher.

Fakten zum Buch:
ISBN 978-3-7020-1722-4
Umfang: 112 Seiten, jedes Rezept bebildert
Großformat, 21 x 28 cm
Hardcover
€ 16,90

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler an der Ecke zu kaufen, man kann es beim Stocker Verlag bestellen oder bei einem der vielen Online-Händler.


Herzlichen Dank an den Stocker Verlag dafür, dass er dieses feine Buch herausgebracht hat und mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.

Freitag, 19. Oktober 2018

Portulakbutter


So harmlos fängt der Portulak bei mir immer an: Er wächst zwischen den Platten auf Balkonien heraus. Dann schaut man auf Grund einer Schlechtwetterperiode ein paar Tage nicht ums Eck und zack, hat man eine große Pflanze da stehen, von der ich bis vor kurzer Zeit nicht wusste, das man sie essen kann. Ich kenne Portulak anders und zwar diese kleinen zarten Blättchen, die dem Winter auf Balkonien trotzen und mich mit einigen anderen Pflanzen mit Grünzeug in der kalten Jahreszeit versorgen. Dieser Portulak hier hat kräftige Stiele und ist nicht zart. Nachdem ich den auch immer wieder auf dem Favoritner Schreimarkt (=Bauernmarkt) sehe, habe ich mich schlau gemacht, was ich damit anstellen kann.

Verena habe ich zwangsbeglückt mit ein paar Zweigen, sie hat  Pesto draus gemacht. Also wer auch so viel von dem Unkraut daheim hat, kann schon loslegen mit der Verwertung!

Mein Portulak hatte schon geblüht und mir ist aufgefallen, dass da eine Unmenge von winzigen Samenkörnen herausfallen. Ich hab gekostet, die schmecken nach genau Null, also habe ich den Portulak draußen schon kräftig ausgeschüttelt (ich nehme an, im nächsten Jahr habe ich dann in JEDER Ritze Portulak) und für die Butter die Blättchen abgezupft. Der meiste Geschmack ist eindeutig in den Blättchen zu finden. Für Pesto würde ich aber wie Verena die ganzen Zweige verwenden, denn so eine Menge an Blättchen abzupfen, da wird man alt dabei!

Der Geschmack von diesem Portulak ist leicht säuerlich und ganz leicht bitter, einen Hauch nussig ist er auch.


Zutaten für 125 g Butter:

2 Hände voll abgezupfter Portulakblättchen
1 Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
1 TL Salz (ich mag am liebsten Salzflocken, also Maldon oder Fleur de Sel)
½ Bio-Zitrone, die Schale abgerieben
1 Prise weißen Pfeffer (ich nehme die Gewürzmischung Melange blanc)



Die Zubereitung ist denkbar einfach: Zimmerwarme Butter mit allen anderen Zutaten gut verrühren. Abschmecken.
Beim Abschmecken muss man sich entscheiden: Will man Kräuterbutter fürs Brot? Dann mild abschmecken. Will man Butter als Gewürzbutter z. B. für gegrilltes Fleisch, dann sollte man die Butter etwas überwürzen, denn ein kleines Stück soll ja ein ganzes Stück Fleisch mit Geschmack versorgen.

Ich hab die Butter, da ich sie auch als Kräuterbutter für Fleisch verwenden will, aufdressiert und im Kühlschrank gut durchkühlen lassen. Dann kann man die einzelnen Stücke nehmen und in einem Gefrierbeutel legen. Beim Einfrieren kleben die Stücke nicht zusammen, wenn sie eben gut gekühlt wurden.

Ein Butterbrot musste ich natürlich schon probieren. Schmeckt! Es ist ein Geschmack, den ich so noch nie kannte. Also wer Portulak hat, könnte sich durchaus mal ans Verarbeiten wagen.


Dienstag, 16. Oktober 2018

[World Bread Day] Sturm-Brot

Eigentlich bin ich ja keine große Brotbäckerin. Einerseits ist es zeitmäßig viel Aufwand, andererseits bin ich innerhalb von 10 min. bei vier verschiedenen Bäckern, die diesen Namen auch verdienen (bei noch viel mehr Brotverkaufsstellen, aber über die reden wir hier nicht). Aber Zorra hat aufgerufen zum world bread day 2018, da habe ich mich dann doch zusammengerissen und ein wirklich spannendes Brot gebacken: Als einziges Treibmittel wird Sturm (für D = Federweißer) verwendet. So ganz konnte ich mir das nicht vorstellen. Also musste ich natürlich ran.

Nun muss ich zugeben, dass ich dann schon ein Problem hatte, weil ich einfach die Mehle ausgetauscht habe, da ich noch Waldstaudenkornmehl daheim hatte. Brotteig ist im Gegensatz zu Kuchen relativ gnadenlos, daher war mein Teig zu klebrig. Ich habe meinem Brot daher kurzerhand ein Mäntelchen aus Leinsamen angezogen und es im Topf gebacken. Das hat super geklappt!

Gefunden habe ich dieses Brot bei der lieben Frau Magentratzerl, die es wiederum bei Sabine gesehen hatte, die es von Stefanie übernahm. Bei Friederike gibt es eine Variante mit Walnüssen. Ein richtiger Blogbuster quasi!



Poolish:
100 gr Waldstaudenkornmehl
100 g Sturm

Endgültiger Teig:
Poolish
150 g Waldstaudenkornmehl
300 g Weizenmehl, glatt
100 g Federweißer
140g Wasser
15 g Olivenöl
10g Salz

5 EL Leinsamen

Für den Poolish Sturm und Mehl miteinander verrühren. Zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 12 -16 Stunden gehen lassen.

Für den endgültigen Teig alle Zutaten außer Olivenöl und Salz ca. 5 min auf niedrigster Stufe in der Küchenmaschine verkneten lassen, dann auf mittlere Geschwindigkeit schalten, Olivenöl und Salz dazugeben und 8 weitere Minuten kneten. Die Rührschüssel abdecken und 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Brot formen, ein Hangerl (= Geschirrtuch) dicht mit Leinsamen bestreuen, den Teig hineinlegen und so in ein Simperl (= Gärkörbchen) befördern. Danach über Nacht in den Kühlschrank stellen. Bei mir war der Teig 8 Stunden im Kühlschrank und ist nur mäßig aufgegangen. Daher habe ich ihn noch einmal eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. In dieser Zeit das Backrohr samt Gusseisernem Topf mit Deckel auf 250 Grad aufheizen.

Den Topf aus dem Rohr nehmen und das Brot kopfüber hineinkippen. 10 min. zugedeckt bei 250 Grad backen, Temperatur auf 200 Grad reduzieren, weitere 25 min. backen. Dann den Deckel vom Topf nehmen und noch einmal 10 min. backen.

Das Brot aus dem Topf kippen und unten draufklopfen: Hört es sich hohl an, ist das Brot durch. Dann kommt die schwerste Übung: vor dem Anschneiden auf einem Backgitter auskühlen lassen.


Uns hat das Brot sehr gut geschmeckt. Durch den Leinsamen-Mantel schmeckt das Brot natürlich nach Leinsamen. Also man muss den mögen, wenn man das so macht wie ich.

World Bread Day, October 16, 2018

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Erbsensalat auf französische Art

Schönes leichtes Abendessen gefällig? Ich kann leicht Abhilfe schaffen, denn diesen Salat habe ich in dem Buch meiner letzten Buchbesprechung gefunden und er hat uns wirklich ausgezeichnet geschmeckt. Da ein Stück geröstetes Brot dazu und man hat ein wirklich vollständiges Essen.

Für 4 Personen
170 g Frühstücksspeck, in dicke Scheiben geschnitten
1 TL brauner Zucker
1 TL Paprikapulver (edelsüß)
2 Frühlingszwiebeln
3 Romana-Salatherzen
300 g Erbsen (hier TK)
2 EL natives Olivenöl extra plus etwas mehr zum Einpinseln
grobes Meersalz
schwarzer Pfeffer

Creme-Fraiche-Dressing
2 EL Mayonnaise
2 EL Creme fraiche (oder Sauerrahm)
2 EL Buttermilch
2 TL frisch gepresster Zitronensaft
grobes Meersalz
schwarzer Pfeffer
 

Das Backrohr auf 175 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Speckscheiben nebeneinander auf ein Backblech legen, mit Zucker und Paprikapulver bestreuen. 25 Minuten knusprig goldbraun backen. Auf Küchenrolle abkühlen lassen, dann in kleine Stücke schneiden.

Währenddessen alle Zutaten für das Dressing in einer kleinen Schüssel verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Grill mit Rost im Backrohr vorheizen.

Frühlingszwiebeln und Salatherzen waschen und trocknen. Die äußeren Salatblätter entfernen. Die Salatherzen der Länge nach halbieren. Die Strünke nicht herausschneiden, sonst zerfallen die Salatherzen.

Die Erbsen auf einem Backblech mit Rand verteilen. Mit Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern. Etwa 8 Minuten grillen, bis sie leicht gebräunt sind, zwischendurch umrühren. Die Erbsen in eine kleine Schüssel geben.

Frühlingszwiebeln nebeneinander auf dasselbe Backblech legen. Mit etwas Ol einpinseln und leicht salzen. 4-5 Minuten grillen, bis sie leicht gebräunt sind. Die Frühlingszwiebeln auf ein Brett legen und 2-3 Minuten abkühlen lassen, danach in 2 cm lange Stücke schneiden.

Die Salatherzen nebeneinander auf dasselbe Backblech legen. Mit etwas Öl einpinseln, salzen und pfeffern. 5 Minuten grillen, bis sie stellenweise gebräunt sind, zwischendurch gelegentlich wenden. Die Salatherzen auf ein Brett legen und einige Minuten abkühlen lassen, auf eine Servierplatte legen. Erbsen, Frühlingszwiebeln und Speck in einer großen Schüssel mit dem Dressing mischen, über den Salat geben, sofort servieren.



Ein Favorit! Uns hat dieser Salat sehr gut geschmeckt. Im Originalrezept werden die Salatherzen vor dem Servieren in Streifen geschnitten, aber bei einem Salat, den ich als Hauptgericht serviere, mag ich es sehr, wenn ich da noch etwas zum Schneiden auf dem Teller habe.

Auch hier zeigt sich wieder: ein wenig Speck macht Gutes noch besser.

Montag, 8. Oktober 2018

[Buchbesprechung] Salat satt − Amanda Hesser & Merrill Stubbs

Enthält Werbung (Verlinkungen, Rezensionsexemplar)

Salat jetzt? Wo der Herbst da ist? Oh ja! Unbedingt. Man muss nämlich nicht zwingend im Sommer Salat essen. Ich bin zum Beispiel ein ziemlicher Suppenkasper, der wirklich selten Lust auf Suppe hat. Salat hingegen ist etwas, das könnte ich jeden Tag essen. Ehrlich gesagt habe ich den Sommer über auch recht wenig gekocht (aus Gründen) und mich sehr gefreut, nun mit den letzten sommerlichen und den ersten herbstlichen Zutaten Salate bis zum Abwinken machen zu können.

Zuerst aber zum Buch: Die beiden Autorinnen sind über dem großen Teich sehr bekannte Kulinarik-Journalistinnen. Sie haben miteinander die Plattform food52.com, eine Rezept-Community im Rahmen der New York Times gegründet und betreiben sie mit großem Erfolg. Amanda Hesser schrieb 1997 ihr erstes Buch und wurde dann von der New York Times als Food Journalistin engagiert, wo sie beachtliche 750 Artikel geschrieben hat (hier kann man drinnen blättern). Merrill Stubbs ist ebenfalls Mitgründerin von food52 und war vor der Gründung dieser Plattform freiberufliche Food Journalistin, aber auch Redakteurin in diversen Zeitschriften. Auch sie hat schon einige Kochbücher geschrieben.

Was die Motivation war, das Buch Salat satt zu machen? Noch nie habe ich mich gefragt, wie sieht die Redaktion der Food Abteilung einer so großen Zeitung wie der NYT mittags aus? Nun weiß ich es: Wie eine Salatbar! Jeder bringt etwas mit, die einen zarte Blattsalate, die anderen gegarte Hülsenfrüchte, die nächsten ein Dressing. Und dann wird mittags eine Salatkreation zusammengestellt. Salat ist nicht kompliziert, also zumindest nicht die Salate in diesem Buch. Sie haben eines gemeinsam: Sie sind eine richtige Mahlzeit und nicht bloß eine Beilage. Es werden Zutaten verwendet, die ich so nicht verwendet hätte: hart gekochte Eier als Teil eines Dressings, knusprige Reis-Crispies oder gegrillte Käse-Croutons. Es sind jedenfalls die 60 Lieblingsrezepte, die sich aus diesem Mittagsritual herauskristallisiert haben, die Eingang in das Buch gefunden haben. Und nicht nur das: 2013 starteten die beiden Autorinnen eine Kolumne "Nie wieder öder Schreibtisch-Lunch" und haben damit in immer mehr Betrieben und auch Schulen einen Trend gestartet. Das mit den Schulen finde ich ja besonders erfreulich, weil ich immer wieder mit Gruseln von den Schulkantinen im anglo-amerikanischen Raum lese. Möge sich dieser Trend mit den Salaten gegen Junk Food durchsetzen!

Die Fotos im Buch sind toll! Hey, NYT! Was sonst hatte ich erwartet. Die können Fotos machen, da staunt die Frau Hobbyknipserin aber ordentlich. Und wie zu erwarten: Niemand verteilt Essensbestandteile quer über einen Schreibtisch, sondern da liegt alles auf Tellern, Schalen und in Schüsseln. Maximal liegt ein offensichtlich benutztes Messer als Deko da, sonst ist alles servierbereit. Und es gibt zu jedem Rezept ein Foto, also hat man schon einen schönen Vorschlag, wie man den jeweiligen Salat gekonnt zu Tisch bringen kann.

Was mich sehr freut, ist der Satz: "Salate sind etwas für Köche mit Spieltrieb". Ich bin ja schon sehr lange der Meinung, dass man mit Essen spielt. Aber eben nicht, indem man es hübsch auf dem Tisch verteilt, sondern indem man etwas Kreatives damit tut: ein paar Bröselchen hiervon, ein paar Blättchen davon, einige Tropfen der einen Flüssigkeit, noch ein paar Tropfen von der anderen. Und man kann so auch toll Resteverwertung machen. Der übrig gebliebene Reis und die übrigen Reste von der Chorizo können mit ein paar neuen Zutaten ein wunderbares Essen ergeben.

Dazu gibt es in dem Buch aber auch viele praktische Tipps: Wie rettet man eine Vinaigrette, die sich beim Probieren als grauslich herausstellt? Oder für Kochanfänger: Wie wäscht man Blattgemüse richtig? Wie werden Schalotten auch ohne Mehl knusprig? Diese Tipps ziehen sich durch das ganze Buch und kommen nie mit dem erhobenen Zeigefinger daher. Sehr erfrischend zu lesen.

Was man in dem Buch nicht findet: 08/15-Rezepte. Es ist sicher nicht Ziel dieses Buches, einen ganz normalen Paradeissalat zu zeigen, sondern neue Ideen für den Alltag zu liefern, um eben nicht zum 1000. Mal denselben Paradeissalat auf den Tisch zu stellen.

Man findet Rezepte mit Blattsalaten, Salate mit allerlei Gemüse, Salate mit Getreide & Hülsenfrüchten, Salate mit Pasta & Brot, Salate mit Fisch & Meeresfrüchten und Salate mit Fleisch. Die Zutaten bekommt man Großteils im Supermarkt, ab und zu ist auch etwas für Spezialisten wie mich dabei, die gern Neues ausprobieren − z. B. israelische Couscous-Nudeln namens Pitim, die ich immer noch suche (Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar.). Insgesamt sollte ein einigermaßen gut sortierter Haushalt die Zutaten daheim haben. Sonst empfehle ich einen Besuch auf dem Naschmarkt, da findet man ganz sicher alle Zutaten, auch Salzzitronen.

Das ist jetzt lang geworden. Sorry! Ich hör auch schon auf und geh kochen.

Bloody Mary Steak-Salat

So wie Bloody Mary kein zahmer Drink ist, ist auch dieser Salat kein solcher. Viele kräftige Zutaten von knackig bis scharf dürfen mitspielen, Petersilienblätter sind die "Blattsalatkomponente" im Salat, Blauschimmelkäse rundet alles ab.
Das angegrillte Fleisch wird aufgeschnitten mariniert, wodurch die Aromen besser ins Fleisch eindringen können.

Ich kann mir diesen Salat gut für Neujahr vorstellen, wenn man ein Katerfrühstück nach einer langen Nacht braucht.
Artischockensalat mit Fregola und Pistazien-Aillade

Fregola kennen alle, die hier regelmäßig mitlesen: Das ist stecknadelkopfgroße, geräucherte Pasta aus Sardinien. Mir schmeckt diese Nudelsorte sehr gut, aber zugegebenermaßen ist das etwas, das hier nicht so leicht zu bekommen ist. Was man allerdings im Herbst gut bekommt, sind heimische Artischocken aus dem Marchfeld.

Aillade musste ich erst nachschlagen: Das ist eine sehr knofelige Salatmarinade. Und genau so wird diese auch hier verwendet: Geröstete Pistazien werden mit Knoblauch und Salz im Mörser bearbeitet, dann mit Zitronenschale und Olivenöl zu einer Marinade verarbeitet, die teilweise in und teilweise über den Salat kommt.

Ein sehr schöner Salat! Wir waren ganz begeistert.

Palmkohlsalat mit gegrillten Pfirsichen und Schinken

Das ist gleich der erste Salat in dem Buch. Mir kam die Marinade aus Olivenöl und Zitronensaft sehr simpel vor. So einfach ist das aber auch nicht: Ein Teil des Öls wird erst in den Palmkohl einmassiert. Der richtige Kick kommt aber vom Saft der gegrillten Früchte, der auch über den Salat kommt.

Beim Käse musste ich ein wenig schummeln, da ich fest überzeugt war, dass ich Feta daheim habe, aber leider war das ein Irrtum, also kamen bei mir Parmesanspäne zum Salat.

Hat aber auch gepasst und war ein hervorragendes Essen. Der erste eigene Palmkohl war an diesen Salat ganz sicher nicht verschwendet.
Melonensalat mit Chorizo

Hier durften meine letzten eigenen Kirschparadeiser mitspielen genau wie die letzte Gurke, auch die Minze kam noch von Balkonien. Es war ein richtig guter Sommerabschiedssalat: die rauchige Chorizo erinnert schon ein wenig an den Herbst, der Rest ist noch Sommer pur.

Die Chorizo wird durch die Marinade weicher, was dem Salat gut tut.

Sehr hilfreich ist auch der Tipp, dass man Chorizo für zwei Tage in eine spezielle Marinade im Kühlschrank einlegen kann und die Wurst samt Marinade dann für Ofenkartoffeln oder Gemüsesalate verwenden kann. Das muss ich unbedingt noch ausprobieren!


Gebratener Endiviensalat mit Feta, Walnüsssen und Honig

Mit diesen paar Worten ist fast schon das gesamte Rezept beschrieben, fehlen nur noch Öl zum Anbraten und ein wenig Salz, dann hat man schon die ganzen Zutaten. Der Salat wird geviertelt und in heißem Öl angebraten. Er verliert durch das Braten und das Beträufeln mit dem Honig viele Bitterstoffe. Das war ein Aha-Erlebnis für mich, denn eigentlich mag ich den Endiviensalat gerade wegen der bitteren Note sehr gern. Aber der Salat hat auch wenig bitter sehr gut geschmeckt. Ich habe über ein paar Tage verteilt einen ganzen Endiviensalat allein verdrückt, der bekanntermaßen nicht gerade zu den kleinsten Salaten gehört.




Erbsensalat auf französische Art 

Das war unser Highlight und ich werde das Rezept daher vorstellen. Gegrillte Romanasalatherzen mit gegrillten (!) Erbsen, gegrillten Frühlingszwiebeln, Speckstückchen und einer cremigen Marinade verbinden sich perfekt zu einem schönen Abendessen.












Was es unterm Strich zu sagen gibt? 5 von 5 möglichen Sternchen für dieses Buch!

Fakten zum Buch:
ISBN: 978-3-517-09690-2
Preis: € 17,00 [D], € 17,50 [A], CHF 24,50* (* empf. VK-Preis)
Gebundenes Buch, Pappband 
160 Seiten (Großformat)
Erschienen: 16.04.2018
Südwest Verlag

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler an der Ecke zu kaufen, man kann es beim Südwest Verlag bestellen oder bei vielen Online-Versendern.

Herzlichen Dank an Südwest Verlag dafür, dass er so ein feines Buch herausgebracht hat und mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.