Montag, 19. August 2019

[Buchbesprechung] Schrebergarten-Kochbuch von Christine Leesker & Vanessa Jansen

Enthält Werbung (Belegexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen)

So schnell wie bei diesem Buch habe ich wahrscheinlich noch bei keinem "ja" gerufen, als ich vom Südwest-Verlag das Angebot für ein Rezensionsexemplar bekommen habe: Habe ich doch selber einen "Schrebergarten" auf Balkonien und hole mir daher sehr gerne Anregungen aller Art dafür. Aber schön langsam von vorne: Christine Leekser ist eine Allrounderin. Sie hat bei archäologischen Ausgrabungen gearbeitet, Kinderkreativkurse gegeben, in Kneipen gekocht, Schaufenster dekoriert und noch viel mehr. Seit sie Diplom-Designerin ist, hat sie bei Verlagen gearbeitet und ist seit 2003 selbständig als Grafik-Designerin und Autorin. Vanessa Jansen zeichnet für die Fotos verantwortlich, die die Schrebergartenstimmung ganz wunderbar einfangen. Vom Koi im Gartenteich bis zum Sauerkraut im Bügelglas ist hier eine Linie erkenntlich, die sich durch das ganze Buch schlängelt.

Ich würde überhaupt sagen, dass eine große Stärke des Buches die Optik ist. Das Buch ist sehr schön gemacht, sehr nette Grafiken begleiten einen die ganze Zeit. Die Einteilung nach den vier Jahreszeiten finde ich gut gelungen, denn man wird so richtig durch ein ganzes Gartenjahr geführt.

Zum Zurechtfinden im Buch gibt es ein Register nach Jahreszeiten und eines nach Art der Gerichte. Beide Register der insgesamt 80 Rezepte sind übersichtlich auf je einer Doppelseite untergebracht. Die Unterteilung nach Art der Gerichte erfolgt in "Antipasti, Aufstriche, Dips", "Salate", "Suppen, heiß und kalt", "Herzhaftes aus dem Ofen", "Herzhaftes aus dem Topf", "Herzhaftes aus der Pfanne",  "Eingemacht und eingelegt", "Getränke", "Süßes und Desserts", "Kuchen und Gebäck".

Und die Rezepte? Es sind sehr viele bekannte Rezepte zu finden: Bärlauchpesto, Maibowle, Kräuterbutter, Gurken-Rahm-Salat, Rösti, Zwetschkenknödel aus Erdäpfelteig, Chilipaste etc. Das soll auf keinen Fall als Kritik aufgefasst werden, dass man das alles sowieso kennt, denn auch ich brauche ab und zu einen Schubser, um mich an althergebrachte Sachen wieder zu erinnern, dass die wirklich gut sind. Es sind ja in der Mehrzahl neue Rezepte im Buch zu finden. Was ich nicht gefunden habe, waren Fleisch- und Wurstgerichte, was ich sehr erfreulich finde, denn diese Sachen wachsen bekanntlich nicht im Schrebergarten.

Es wird schon außen am Buch empfohlen, dass es Tipps und Anleitungen zum Einkochen und Haltbarmachen gibt. Es wird fermentiert oder einfach zusammengemixt und in den Kühlschrank gestellt oder Marmelade eingekocht. Ich glaube nicht, dass aus allem eine Wissenschaft gemacht werden muss, aber da hätte ich mir ein wenig mehr Infos erhofft. Und auf jeden Fall wäre ein Ansatz nach neuen Erkenntnissen und nicht nach "Das hat schon Oma so gemacht" wünschenswert gewesen. Ich weiß mir aber eh zu helfen und habe daher durchgehend köstliche Sachen aus dem Buch machen können. Also los, es geht ans Nachkochen!


Himbeerlassi

In diesem Rezept werden nicht einfach Himbeeren mit Joghurt vermixt, sondern es kommen auch noch Kräuter mit rein und Haferflocken. Man hat also quasi eine vollständige Mahlzeit im Glas. Für mich war es ein sehr erfreuliches Spätstück.
Koreanische rote Chilipaste

Ein Rezept aus der herbstlichen Rezeptgruppe bzw. aus der Abteilung "Eingemacht und Eingelegt", das mich daran erinnert, dass der Herbst tatsächlich mit Riesenschritten auf mich zukommt!

Es werden Chilischoten, Knoblauch, Zwiebel, Paradeismark, Salz und Paprikapulver im Mixer zu einer Paste verarbeitet. So genau weiß ich nicht, wo da Korea vertreten ist in dem Rezept. Werden koreanische Chilipasten nicht fermentiert?

Auch nicht so sicher bin ich, was von den Zutaten diese Paste konservieren könnte. Angeblich hält sie sich gekühlt bis zu einem halben Jahr.
Polnischer Gurkensalat

Gurke, Dille, Schnittlauch, Rahm, Salz und Pfeffer vereinen sich hier zu einem erfrischend kühlen Salat. Auch hier vermisse ich einen Hinweis, was diesen Salat zu einem polnischen macht. Geschmeckt hat er sehr gut!

Auf dem Foto habe ich auch meine Melothria, meine mexikanischen Minigürkchen verwendet. Davon sollte man sich nicht schrecken lassen, denn im Buch ist es ein Rezept mit ganz normalen Salatgurken.
Schnüsch: Sommer-Gemüse-Eintopf

Dieser Eintopf kam mir gerade recht, um meine "2 hiervor, 3 davon"-Gemüse, wie sich das auf einer nicht wirklich großen Erntefläche halt so ergibt, zu verarbeiten. Ich musste nur die Margarine durch Butter ersetzen, damit für mich alles passt. Aber das schreibe ich noch genauer, denn dieses Rezept möchte ich gern auf meinem Blog haben: Gemüsereste hat man immer wieder und dann kommt so ein Eintopf doch gerade recht!
Waldmeister-Panna Cotta mit Erdbeersauce

Nachdem es schon so ein Rezept hier gibt, weiß ich, wie köstlich das schmecken kann, also habe ich meinen Waldmeister gerupft und mich ans Werk gemacht.

Es gibt im Buch eine gewisse Text-Bild-Schere, denn im Rezept wird Bourbon-Vanillezucker verwendet und ich kenne das von ca. 1 Million Panna Cotta-Versuchen, dass sich die schwarzen Pünktchen dann immer am Boden vom Panna Cotta absetzen, aber im Buch strahlt eine blütenweißes Dessert vom Bild. Aber egal, es hat gut geschmeckt und darauf kommt es an.


Unterm Strich: Das Buch besticht durch seine stimmungsvollen Fotos sowie liebevolle grafische Gestaltung und man merkt, es ist mit viel Herzblut gemacht. Es ist wirklich ein wertig gestaltetes Buch geworden. Der Rezeptteil zeigt viele nette Anregungen, was man alles machen kann, hinterlässt aber doch einige Fragen.
Zielgruppe: Alle, die in irgendeiner Form gern garteln und eigenes Gemüse anbauen, sei es Hausgarten, Schrebergarten oder Balkonien.

Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-517-09786-2
Hardcover
Umfang: 224 Seiten
Format: 21,0 x 27,0 cm
ca. 150 Farbfotos
Erschienen 2019
Preis: € 26,00 [D] | € 26,80 [A] | CHF 36,50

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler an der Ecke zu kaufen, man kann es beim  Südwest-Verlag direkt bestellen und bei diversen Internetvertreibern.

Danke an den Südwest-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 15. August 2019

[Blogevent] Kibbeh und geschmorte Cocktailparadeiser

Es gibt Gerichte, da muss man schon gern kochen, um sie im Hochsommer zuzubereiten. Aber ab und zu mache ich das richtig gern. Auch das Erlernen neuer Küchentechniken gehört dann dazu. Und genau in diese Kategorie fallen Kibbeh: Ich habe beim Recherchieren gelernt, dass der Teig meistens zu 50 % aus Bulgur und 50 % aus faschiertem Rind besteht. Ich kenne das nur so, dass die Hülle ohne Fleisch ist, das Innere mit. Hier ist es aber anders, denn meine Füllung ist ganz ohne Fleisch. Ungewöhnlich für mich war es auch, diese kleinen Köstlichkeiten zu Tropfen zu formen. Perfekt sind meine Kibbeh noch nicht geformt, aber ich bleibe dran! Nachdem sie nicht nur zu den ganz berühmten Schätzen der syrischen Küche gehören, sondern eigentlich das Signature Dish der ganzen Region sind, finden sich auch mehr als genug Rezepte, also bleibe ich dran.


Und ich kann mein Rezept dann auch gleich zu Zorra schicken, bei der Labsalliebe gerade ein schönes Blogevent ausrichtet, nämlich zu Thema Mezze. Nachdem ich sehr, sehr gern aus allen Töpfen dieser Welt probiere und auch koche, kommt mir das Event genau recht.

Das ist ein Wohlfühlessen gewesen, in das wir uns am liebsten reingesetzt hätten. Danke für dieses Event, das mich ein bissi in den Hintern getreten hat, dass ich mir die Arbeit angetan habe. Es hat sich aber sowas von gelohnt! Ich werde das sicher wieder kochen.


Für 15 Kibbeh (frei nach Libanon, das Kochbuch)

2 − 3 Portionen

Teig
150 g feiner Bulgur
150 g Rindfleisch, faschiert
1 Prise Chilipulver
1 Prise Koriander, gemahlen
1 Prise Kreuzkümmel, gemahlen
Salz

Füllung
25 g Korinthen
150 g Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
100 g Pinienkerne
25 g Honig

Sauce
1 großer Bund Basilikum
50 g Honig
50 g Cashew
1 EL Olivenöl

Frittieröl (ich: Sonnenblumenöl)
Küchenthermometer zum Frittieren

Bulgur mit reichlich kochendem Wasser übergießen. Ich nehme immer so viel Wasser, dass es 1 Finger breit über dem Bulgur steht. 20 min. ziehen lassen, dann in einem Sieb abtropfen und auskühlen lassen. Mit den Gewürzen verrühren, das Faschierte ebenfalls mit verrühren. Ab damit in einen Zerkleinerer und alles zu einer homogenen Masse mixen. Ich habe das übrigens anfangs mit einem Pürierstab versucht: vergesst das! Da flitzt der Bulgur durch die Gegend, dass es gar keine Freude ist. Jedenfalls die Masse dann mit Folie abdecken und im Kühlschrank durchkühlen lassen.

Für die Füllung die Korinthen waschen und 15. min in heißem Wasser einweichen. Währenddessen Zwiebel fein hacken, ebenso den Knofel. Zwiebel in Ölivenöl anschwitzen, Knoblauch dazugeben, alles langsam glasig dünsten. Pinienkerne mit dem Messer hacken. Korinthen ausdrücken. Alle Zutaten in ein Schüsserl füllen und gut verrühren.

Für die Sauce das Basilikum abzupfen und mit den anderen Zutaten in einem Zerkleinerer zu einer Sauce mixen. Kalt stellen.

Für das Formen der Kibbeh unbedingt eine Schüssel Eiswasser bereit stellen. Die Schüssel muss groß genug sein, dass man mit den Händen reinkommt.
Mit feuchten Händen 15 Kugeln aus dem Teig formen und bereit legen. Dann mit feuchten Händen jeweils eine Kugel flach drücken und mit einem Teelöffel Fülle belegen. Teig schließen, gut andrücken und ein Ende der Teigkugel zu einer Spitze formen, sodass eine Tropfenform entsteht.

Öl in einer tiefen Pfanne auf 180 Grad erhitzen. Die Kibbeh portionsweise jeweils ca. 7 min. frittieren, bis die Kibbeh goldbraun sind. Auf einem alten aber sauberen Hangerl (Deutsche nehmen ein Geschirrtuch) abtropfen lassen.


Die Sauce auf Schüsseln verteilen, damit man die Kibbeh darin dippen kann. Kibbeh in eine Schüssel legen, aus der sich alle bedienen können.




Geschmorte Kirschparadeiser auf Joghurt (frei nach "Simple" von Ottolenghi)
Menge für 2 Beilagenportionen

250 g kleine, reife, Tomaten
3 Knoblauchzehen, geschält und in dünne Scheiberl geschnitten
3 Streifen Zitronenschale (mit einem Sparschäler abgeschält)
2 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Prise Zucker
je 3 Stiele frischer Rosmarin, Thymian, Oregano
1 Prise Kreuzkümmel, gemahlen

250 g griechisches Joghurt,
abgeriebene Schale von einer halben Zitrone
Salz
weißer Pfeffer

Backrohr auf 200 Grad vorheizen. In einem ofenfesten Gefäß Gewürze, Olivenöl, Zitronenschale und Knofelscheiberln verrühren. Paradeiser draufsetzen, die Kräuter oben drauflegen. 20 min. im Rohr backen, danach den Grill dazuschalten und 10 min. grillen. Durch die Kräuter gibt es einen gewissen Schutz, sodass die Paradeiser nicht schwarz werden, also sollte man die wirklich auch drauflegen! Die Stellen, die bei mir rausgeschaut haben, waren nicht sehr dunkel.

Johurt mit der geriebenen Zitronenschale, Salz und weißem Pfeffer verrühren. Die Paradeiser oben den Joghurt setzen, den traumhafte Sud, das sich während des Backens bildet, drüberträufeln.


Blog-Event CLV - Mezze (Einsendeschluss 15. August 2019)


Montag, 12. August 2019

[Urlaub] Bozen

Jetzt waren wir wieder unterwegs, der Turobohausmann und ich. Dieses Mal will ich euch etwas von Bozen berichten, also die kulinarischen Sachen mehr so ... eh wie immer. Und auch wie immer: enthält Werbung, weil Verlinkungen und Namensnennungen im Posting sind, aber es ist Werbung ohne Auftrag und ohne Bezahlung.


Ein ganz wunderschöner Platz ist der Gasthof Kohlern. Man fährt mit der Seilbahn (einer sehr alten übrigens) von Bozen hinauf in luftige Höhen. Sofort war die drückende Schwüle, die an diesem Tag in Bozen geherrscht hat, weg. Oben kann man wirklich nett herumspazieren. Es gibt auch einen Aussichtsturm. Leider hat die drückende Schwüle dann eine ordentliche Gewitterwand dahergebracht, sodass wir im Gasthaus nur einen Imbiss gegessen haben, um dann schnell wieder zur Seilbahn zu flüchten: Ein Käseteller zu zweit ist es geworden. Der Käse war sehr gut, gut gereift, schön auf Temperatur, dazu hausgemachtes Chutney. Die Brotauswahl war fein.

Was mir sehr gefallen hat: Man kann sich eine Flasche ganz feines Leitungswasser kaufen. Das ist das, was ich eigentlich am liebsten trinke, aber ich hab immer ein schlechtes Gewissen, weil von irgendwas müssen die Wirten ja auch leben. Und wenn das Wasser so viel kostet wie ein Saft, dann brauch ich kein schlechtes Gewissen haben und kann das trinken, was ich am liebsten mag.



Am Freitag wird der Rathausplatz zum Marktplatz. Es ist ein wirklich guter Markt mit saisonalen und regionalen Produkten, die direkt von den Produzenten verkauft werden. Es gibt Obst, Gemüse, Brot und auch total schöne Blumensträuße aus Gartenblumen und Blumen von Naturwiesen. Natürlich dominieren da derzeit die Sonnenblumen, aber die waren immer geschmackvoll in Szene gesetzt und mit anderen Pflanzen kombiniert.
Das war definitiv der beste Kalbskopf, den ich bisher gegessen habe. Bisher kannte ich ihn hauptsächlich paniert. Der hier war in kleine Stücke geschnitten und in der Pfanne mit Eierschwammerln durchgeschwenkt, dazu zwei Scheiben Serviettenknödeln und Blattsalate. Das war der erste Mal, dass Kalbskopf nicht schwer geschmeckt hat. Gegessen habe ich ihn im Wirtshaus Vögele, einem Traditionsbetrieb, der seit dem Jahre Schnee besteht und das mitten in der Altstadt. Es werden traditionelle Gerichte wie das berühmte südtiroler Knödeltris oder Schlutzkrapfen serviert, aber auch Neuinterpretationen sind auf der Karte zu finden.

Mit jedem Recht ist das Lokal immer rappelvoll, man muss also unbedingt reservieren. Obwohl das Gasthaus sehr groß ist, über einen sehr großen Außenbereich in der Fußgängerzone und zwei Stockwerke mit Tischen verfügt, platzt es fast aus allen Nähten. Dennoch: Die Kellner sind sehr souverän und haben einen wirklich guten Überblick. Man bekommt in absehbarer Zeit Essen und Getränke und wird wirklich nett bedient.

Bozens Fußgängerzone ist voll mit sehr bösen Geschäften, die alle nach mir gerufen, ja direkt geschrien haben! Nein, keine Schuhe, auch keine Handtaschen, sondern solche feinen Gerätschaften wie links auf dem Bild wollten unbedingt mit mir mitkommen. Angesichts des überquellenden Autos habe ich mich einigermaßen zurückhalten können. Aber wenn man wirklich gediegen Küchengerätschaften, Geschirr etc. kaufen will, dann ist Bozen eine Stadt, in der man gut aufgehoben ist.
Ein Jammer ist der tägliche Obstmarkt in der Innenstadt. Der ist wie der Wiener Naschmarkt: Der Großteil der Standeln bietet Trockenfrüchte, Nüsse und andere haltbare Sachen an. Der Blumenladen führt Orchideen und ähnliche Pflanzen. Kaum ein Tourist kauft etwas, die Einheimischen auch nicht. Ich fürchte, wenn da wie auch auf dem Naschmarkt kein Umdenken stattfindet, wird sich die Sache bald erledigt haben.
Ein Lichtblick ist das Café Peter!  Die Auslage der Patisserie verspricht viele Köstlichkeiten, der Kaffee schmeckt sehr gut, aber das eigentliche Highlight ist das Eis! Man kann das Foto größer machen, dann sieht man besser, wie viele Prozent Fruchtanteil in den Obstsorten sind. Das Zitroneneis wird aus Amalfi-Zitronen gemacht. Natürlich wir das Eis in feinen, kleinen Pozzetti aufbewahrt. Genau so geht Eis! Also wer in Bozen ist, sollte da unbedingt reinschauen.

Die so ziemlich allernetteste Bedienung habe ich in den Franziskanerstuben erlebt. Bei uns war sie normal nett, aber neben uns ist ein junges Paar mit Baby und Hund gesessen. Die Kellnerin bemühte sich rührend, dass sich alle vier wohl fühlten, so etwas erlebt man selten und es tat unglaublich gut, das zu sehen.

Zu unserem Essen: Das war gut. Auf dem Foto sieht man Vitello Tonnato, also nicht allzu gewagt, aber doch einmal ein bissi anders serviert, als ich das bisher kannte. Die Kapern waren nicht im "Tonnato" drinnen, sondern über das Fleisch verteilt. Ich finde, dass das ein guter Kompromiss ist, weil es genug Leute gibt, die Kapern nicht mögen. Der Turbohausmann hat Tagliata gegessen, das in zwei verschiedenen Größen seviert wird (200 oder 300 g Fleisch), war auch gut. Das Fleisch war wirklich so, wie er es geordert hatte, nämlich medium rare. Es war ein schöner Abend!
Das ist das feinste Törtchen, das ich in Bozen gegessen habe. Die Konditorei Acherer hat eine sehr schöne Auswahl an solchen kleinen Schätzchen. Ich bin lange vor der Virtrine gestanden und habe vor mich hingeschmachtet, bis ich mich entscheiden konnte, denn ein Stück sah eleganter aus wie das andere. Mein Törtchen bestand aus einem Kokosboden, der relativ weich und dick war, da drauf war ein dunkles Schokomousse, drüber ein Tarocco-Mousse, also Blutorangenmousse. Alles umhüllt von einem ganz zarten Mäntelchen aus dunkler Schokolade, gekrönt mit zwei Stückerln kandierter Orangenschale. Es war wirklich königlich!
Den krönenden Abschluss bildete ein sehr schräges Lokal: Fischbänke heißt es. Hier sieht man, wie es kurz nach dem Öffnen aussieht: die eine kurze Minute, bevor die Menschenhorden es stürmen. Hier wurde früher Fisch verkauft auf schönen alten Marmorbänken, das ist jetzt die Bar. Eine Menge asiatischer Schirme schützen vor der Sonne. Offen ist das Lokal nur bei Schönwetter, denn es hat kein Drinnen, sondern nur ein Draußen. Auf Schildern wird drauf hingewiesen, dass man sich hier ein einer "De-Stress-Zone" befindet und man sich nicht nur in einem Slow Food, sondern auch Slow Service-Lokal befindet. Serviert wird ausschließlich Bruschetta, also geröstetes Brot mit was drauf. Da ist die Auswahl allerdings sehr groß und ich bin sicher, es wird jede/r fündig. Die Brote sind groß und kommen immer zu zweit auf einen Teller. Sie schmecken echt gut! Also wenn man sonst nirgends hingehen kann in Bozen, dieses Lokal sollte man nicht auslassen. Man sitzt wirklich gemütlich in der Fußgängerzone und kann dem bunten Treiben bei einem Aperitivo zuschauen.





Und nun noch ein paar Stimmungsfotos ...





Donnerstag, 8. August 2019

Wachauer Topfenstrudel mit Kanarimilch

Hier gibt es tatsächlich noch keinen Topfen-Marillenstrudel auf dem Blog! Das ist eine Schande! Ich mach den nämlich jedes Jahr mindestens einmal und wir essen ihn mit Begeisterung. Okay, hier hatte ich schon mal kurz beschrieben, wie ich ihn mache, aber das nützt gar nichts, denn es gibt auch kein Rezept für Topfenstrudel auf meinem Blog. Also wirklich ... 😮

Jedenfalls gibt es derzeit die letzten Marillen in der Wachau und zwar zwischen Spitz und Aggsbach. Dieses Jahr war die Ernte so gut, dass die Bauern die Marillen kaum angebracht haben. Aktuelle Angebote findet man immer in der Marillenbörse.



Strudelteig von hier
200 g glattes Mehl, Type 480 (Deutschen nehmen Type 405)
1 Prise Salz
100 g lauwarmes Wasser
40 g Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl, KEIN Olivenöl) + 1 TL zum Bestreichen der Teigkugel
3 EL Butter, geschmolzen

Alle Zutaten bis auf die Butter zu einem ganz glatten Teig verkneten. Das geht händisch recht flott. Teig zu einer Kugel formen, mit Öl bestreichen, zudecken und eine Stunde ruhen lassen. Dann erst auf einer bemehlten Fläche auswalken, auf ein Strudeltuch heben und hauchdünn ausziehen. Mit der Hälfte der geschmolzenen Butter beträufeln.
In dem Link zu den Zutaten ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu finden.
Der ausgezogene Teig verträgt kein Herumstehen, daher unbedingt vor dem Ziehen alles bereit stellen.


Fülle
250 g Topfen
25 g Butter zimmerwarm
50 g Zucker
1 TL Vanillezucker
3 Eier
1 Prise Salz
25 g Grieß

5-6 Marillen, gewaschen, entkernt und geviertelt
Backpapier für das Blech
Staubzucker zum Bestreuen vom fertigen Strudel

Die Eier in Dotter und Klar trennen. Die zimmerwarme Butter mit der Hälfte vom Zucker schaumig rühren und die Eidotter zum Schluss hin unterrühren. Topfen und Grieß verrühren und zur Masse hinzugeben. Eiklar mit einer Prise Salz und dem übrigen Zucker zu Eischnee schlagen und zum Schluss unterheben.

Fülle auf den gezogenen Teig geben, dabei beim Verstreichen rundherum einen Rand lassen. Das entferntere Drittel ganz frei lassen. Die Marillen auf der Topfenmasse verteilen. Die Ränder vom Teig einklappen, einrollen. Dann wird es beim Marillenstrudel immer happig, denn dann muss man diesen weichen Studel mit dem Tuch auf ein mit Bakcpapier ausgelegtes Backblech heben. Ist das geglückt, die restliche Butter auf dem Strudel verstreichen. Im vorgeheizten Rohr bei 190 Grad 35- 40 min backen, bis der Strudel schön goldbraun ist.

Kanarimilch
¼ l Milch
¼ l Schlagobers
100 g Zucker
20 g Vanillezucker (selbst gemacht)
4 Eigelb

Diese Sauce hat schon gute Bindung, aber ist deutlich flüssiger als Vanillesauce. Die Kanarimilch herzustellen dauert 15 - 20 min, also rechtzeitig anfangen!
Alle Zutaten im Wasserbad mit dem Schneebesen schlagen, bis die Sauce dickflüssiger wird. Kochen darf sie nicht, sonst gibt es Bröckerln. Man kann die Sauce an einem Holzlöffel verblasen, bilden sich dabei Wellen, passt die Konsistenz.
 

Strudel in Stücke schneiden, anzuckern, mit der Kanarimilch servieren.



Also falls für's Wochenende keine anderen Essenspläne gemacht wurden, wünsche ich gute Fahrt in die Wachau und einen schönen Ausflug! Den Teig kann man vorher zusammenkneten, der wartet gern auch ein paar Stunden. Und danach wird der Strudel sicher köstlich schmecken!

Sollten dann noch Marillen übrig sein, empfehle ich wärmstens Omas Marillenmarmelade. Dafür kann man sich auch Marillenschnaps aus der Wachau mitbringen! Und ja, ich hab auch schon stückige Marillenmarmelade eingekocht oder mit dem Pürierstab püriert, aber keine hat so ein samtiges Mundgefühl wie die passierte Variante. Ich finde, die Arbeit lohnt sich. 🥰

Montag, 5. August 2019

Wiener Rösthaus

Enthält Werbung ohne Bezahlung und ohne Auftrag. Meinen Kaffee hab ich mir immer selber bezahlt und meine Meinung ist sowieso nicht käuflich zu erwerben.

Nun nehme ich euch alle einmal mit in mein liebstes Kaffeehaus − nun ja, es ist gleichzeitig meine liebste Kaffeerösterei und in letzter Zeit wurde es nun meine liebste Konditorei. Es geht um das Wiener Rösthaus im Prater. An sich gibt es auch einen kleinen Ableger in der Tigergasse, aber aus Gründen geh ich am liebsten in den Prater. Ich erkläre gleich, warum das so ist.

Ein Grund ist Michi, der Barista, gleichzeitig auch Barista-Ausbilder. Der junge Mann weiß, wie man Kaffee macht! Mit allen möglichen Gerätschaften, derer es im Rösthaus mehr als genug gibt. Bei meinem letzten Aufenthalt war es heiß und ich wollte kalten Kaffee. Und irgendwie auch Cappucino. So bekam ich kalten Cappucino. Man kann also tatsächlich kalte Milch aufschäumen! Also Michi kann. Ich muss das erst ausprobieren, ob ich das kann. Links am Bild sieht man diesen kalten Capuccino und er hat hervorragend geschmeckt.




Das links ist er, der Michi. Natürlich kann er auch den so geliebten Affogato mit dem dafür richtigen Eis, denn das darf nicht sofort und auf der Stelle davonschmelzen, sondern es wird eine recht stabile Sorte genommen, die man aus dem heißen Espresso rauslöffeln kann.

Und warum ich nun endlich genauer über das Rösthaus schreibe: Es gibt Zuwachs im Team, der allerdings noch zu scheu ist, um sich fotografieren zu lassen. Das Rösthaus hat einen ganz grandiosen Patissiere namens Daniele Teuchmann engagiert, der nun für die Kuchen beider Filialen verantwortlich zeichnet. Aber es gibt schon Unterschiede, denn in der Tigergasse gibt es nur die Kuchen, die keine Kühlung brauchen. Im Prater gibt es auch ganz feine, französisch angehauchte Konditormeisterstücke, die der Kühlung bedürfen. Und da will ich euch ein paar vorstellen, die ich gekostet habe.



Hätte das jemand als Cheesecake erkannt? Genauer gesagt Käsekuchen mit Palatschinke und Keksen.
Innen ist es ein schöner, weißer Frischkäsekuchen, natürlich viel besser als meine Hausfrauenkäsekuchen. Der Clou an der Sache ist aber das Außenherum: Daniele bäckt Kekse, die er dann in den Mixer schupft und so lange mixt, bis sie flüssig werden. Auf die Idee muss man einmal kommen! Und diese Flüssigkeit (die hat sicher einen Namen, aber ich kenne den nicht) wird über den Cheesecake gegossen und wird dann durch das Kühlen zu einer hauchfeinen, weichen Glasur. Das, was da noch oben drauf sitzt, ist ebenfalls hauchfein und ich dachte, das ist eine Hippe, aber nein, das ist eine knusprige Palatschinke. Damit hätte ich nicht gerechnet. Noch drübergestreut sind geröstete Haselnüsse aus dem Piemont, die ich ja sowieso heiß und innig liebe. Also wirklich unpackbar gut!
Piemonteser Brownie nennt sich dieses Stück vom Glück. Wie bei allen Patisseriekunstwerken wird im Rösthaus nur mit Haselnüssen aus dem Piemont gearbeitet. Oft sind mir Brownies zu süß, aber diese hier gar nicht. Eigentlich alle Mehlspeisen (Darf man dieses ganz simple Wort für solche Meisterwerke eigentlich verwenden?) im Rösthaus sind wenig süß. Also sie haben genau die richtige Menge an Süße, finde ich, aber keine Rede von diesen amerikanischen Zuckerbomben, wo in einem winzigen Stückerl ein halber Kilo Zucker drinnen ist. Dieser Brownie ist ein flauschig-flaumiges Schnittchen mit einem cremigen Karamell-Haselnuss-Topping, das einem das Herz höher schlagen lässt.

Das hier war der Gipfel! Ein Himbeertartelette mit zwei verschiedenen Cremes. Aber zuerst die Hülle: Ein Mandelmürbteig, der in einem gelochten Teigring gebacken wird, und zwar auf einer gelochten Unterlage. Ich habe von Daniele gelernt: Mürbteig muss 24 Stunden im Kühlschrank ruhen, bevor er gebacken wird. Nimmt man so einen gelochten Ring, dann zieht sich der Teig beim Backen nicht zusammen, außerdem wird er durch den gelochten Boden ganz gleichmäßig gebacken. Und der schmeckt auch wirklich super! Im Boden befindet sich eine frische Joghurtcreme, auf dem eine Zitronencreme (glasiert, nicht einfach so) sitzt, die rundherum von Himbeeren umkränzt wird, getoppt mit einem winzigen Stückerl kandierter Zitronenschale. Herrschaftszeiten! Wenn man dieses Stückerl gegessen hat, dann weiß man, warum dieser Patissiere einmal im Steiereck Desserts gemacht hat. Der versteht sein Handwerk wirklich gut.



Mein Tod: Fruchtgelee. Die im Rösthaus sind übrigens vegan. Der Daniele Teuchmann hat verraten, wie in etwa er sie macht: Das sind tatsächlich nur Fruchtpürees, die reduziert werden und dann gebunden mit einem speziellen Pektin, das nach dem Erhitzen dafür sorgt, dass auch bei höheren Temperaturen nichts zerläuft. Entsprechend ist der Geschmack: Frucht mit ein wenig Zucker. Himmlisch! Kann man tatsächlich auch bei 35 Grad in der Handtasche nach Hause tragen, hab ich probiert (natürlich nur zu Testzwecken ... hüstel ...).

Was mich am Rösthaus immer so freut: bio und faire Preise auch für die Kaffeebauern wird groß geschrieben. Die Philosophie: Nachhaltigkeit ist das Um und Auf. Es wird auch von der Patisserie nur so viel produziert, dass nichts weggeschmissen werden muss.



Ob man sich das leisten kann? Ich habe erst wieder meinen Kaffeevorrat aufgestockt, daher weiß ich, dass sich die kleinen Röstereien, in denen ich kaufe, da nichts schuldig bleiben. Ich zahle für meinen Kaffee eigentlich immer zwischen 8,- und 10,- Euro für 250 g. Und ich hab eine durchgehend hohe Qualität und bin noch nie reingefallen beim Rösthaus.

Es sind übrigens alles Arabica Kaffees. Dass die keine schöne Crema machen würden, ist ein Gerücht. Ob ein Kaffee eine schöne Crema macht, ist von vielen Faktoren abhängig, aber nicht davon, ob das nun ein Arabica, ein Robusta oder eine Mischung aus beiden Sorten ist.



Und die Preise für die Patisserie? Zwischen 3,- und 4,50 € pro Stück kosten diese feinen Sachen, die Fruchtgeleewürfel 90 ct das Stück.


Die Kaffees, die man dort konsumieren kann, haben normale Kaffeehauspreise.














Das hier ist der Gastgarten vom Rösthaus. Dadurch, dass es am Ende vom Prater, also noch hinter dem Schweizerhaus liegt, ist es wunderbar grün mit großen Bäumen und viel Schatten. Es ist nicht so still wie auf dem Friedhof, denn das ist der Wurschtelprater, aber es ist weit genug von den ganzen Vergnügungsattraktionen weg, dass man nicht von 1 Million Geräuschen überschwemmt wird und wirklich chillig hier die Zeit verbringen kann.












Irgendwann trau ich mich damit fahren, nehme ich mir jedes Mal vor, wenn ich im Rösthaus bin. Aber wenn ich dann davor stehe, verlässt mich der Mut.






Und mit dieser Aussicht auf die aktuelle Patisserie-Auswahl lasse ich euch nun allein zum Nachdenken, wann ihr Zeit finden könnt, um einmal hinzuschauen ...



Nachtrag: Leider habe ich gerade erst erfahren, dass es diese Köstlichkeiten nur ab Freitag übers Wochenende gibt. 😢
Was, wenn ich wochentags ein Trostpflaster brauche? Bitte, das könnt ihr nicht so lassen. Jaja, ich weiß schon, dass ihr jeden Tag gute Kuchen habt, aber gegen diesen Traum von Patisserie heilt Kuchen nur schlecht.

Donnerstag, 1. August 2019

Foodie-Rückblick auf Juli 2019

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung.

In diesem Monat gibt es nicht so viel Spannendes zu berichten. Einen sehr netten Abend habe ich mit den besten Nachbarinnen von allen bei Don Alfredo verbracht. Wir gehen immer in Lokale im Bezirk, also St. Favoriten, der Bossbezirk von Wien.
Das eigentliche Highlight dieses Restaurants ist die Lage: Wenn man Glück hat und das Wetter passt, kann man draußen sitzen und gleich neben dem Schanigarten ist ein kleiner See. Man sitzt nicht direkt am Wasser, aber direkt am Schilfgürtel und das ist schon sehr, sehr nett.
Die Pizza war eh okay.











An einem Tag hatte ich mittags in der Nähe vom Brunnenmarkt zu tun, da konnte ich natürlich nicht anders und mir von einem Stand dort ein Pide zu kaufen. Diese köstlichen kleinen Schiffchen gibt es dort mit Käse oder Fleischfülle, kosten tut ein Stück einen stolzen Euro und ist sicher so sättigend wie eine Wurstsemmel.

Was ich auch gesehen habe, war türkischer Kaffee, so richtig in einem hübschen, gehämmerten Kännchen gekocht, mit Kardamom drinnen. Nachdem ich davor eh genug Kaffee getrunken hatte, habe ich das nicht probiert, aber geduftet hat der Kaffee schon sehr gut.

Außerdem habe ich wieder afghanische Fladenbrote aus dem Tandoori-Ofen gekauft. Es gibt mittlerweile mehrere dieser kleinen Standeln am Brunnenmarkt und man merkt, dass eine gewisse Sättigung eingetreten ist, denn anstellen muss man sich um diese Brote nun nicht mehr.



Der Turbohausmann und ich waren ein verlängertes Wochenende im Waldviertel zu einem Musikfestival. Wir haben mittlerweile dort unsere Runde, wo wir Sachen einkaufen: Hangerl, Handtücher, Morgenmantel etc. bei Wirtex, weil ich sicher im Laufe eines Jahres irgendetwas Gläsernes kaputt geschlagen habe, gibt es Nachschub von der Familie Apfelthaler, meine Gewürze kommen zum Teil von Sonnentor. Und dort fallen wir immer in das dazugehörige Biogasthaus Leibspeis hinein. Nachdem es ordentlich heiß war, haben wir uns Eis gegönnt. Das Eis dort kommt vom Eis-Greißler und hat natürlich hervorragend geschmeckt. Zum Glück musste ich dort nicht fragen, ob das richtiges Schlagobers auf dem Eis sei, denn in dem Lokal weiß man, was gut ist.


Das Festival ist zu meiner Freude schon seit ein paar Jahren bio-zertifiziert. Ich nehme an, beim Essen ist das noch am einfachsten zu bewältigen, aber der Organisator des Festes hat es mittlerweile sogar geschafft, dass die Mobil-WCs öko sind und ohne Wasser oder Chemikalien auskommen. Auch die Kaffeebecher von Alt Wien sind so beschaffen, dass sie kompostierbar sind, außerdem gibt es die wirklich allerbesten Mohnzelten dort zu kaufen − handgemacht!













Was es in Litschau auch gibt, ist der beste Fleischhauer, den ich kenne, Geitzenauer heißt er. Ich hab ja nun einen Bauern für Rindfleisch, einen für Hendln, Schweinefleisch und Lamm, aber die mit Abstand allerbesten Würscht hat eben dieser Fleischhauer in Litschau. Die Ware ist zwar nicht bio, aber es werden nur Tiere aus umliegenden Betrieben angekauft, deren Haltung gut ist, und geschlachtet wird selber, daher kaufe ich dort immer ein. Mit großer Begeisterung esse ich auch den Leberkäse, den die dort haben. Das ist mit Abstand der beste, den ich kenne. Und nachdem wir den Tiefkühler bis zum Bersten vollgefüllt hatten, blieben von der Fuhre Würste noch Waldviertler übrig, die sofort gegessen werden wollten. Das Weckerl, das man auf dem Foto sieht, nennt sich Mangerl und ist ebenfalls eine Spezialität von Litschau: Es ist Semmelteig, der in Schleifen gelegt wird, der ist mit grobem Salz wie für Salzstangerl und mit Mohn bestreut. Die Dinger muss man allerdings immer am Tag des Kaufens essen, aber da sind sie unglaublich gut.



Nachgekocht

Weil ja Einkochzeit ist, habe ich wieder gewerkelt und wie jedes Jahr das Ribiselgelee mit Kaffeebohnen drinnen eingekocht. Gefunden habe ich das vor vielen Jahren bei Petra von Chili und Ciabatta, seither mache ich das immer nach, weil eben Lieblingsgelee.














 

Zu Begeisterungsstürmen haben uns die Saubohnen-Kichererbsenfalafel von Petra von Chil und Ciabatta hingerissen. Dazu gab es wie immer bei uns zu Falafel eben das besagte Fladenbrot, gebratene Salatherzen und Hummus, dieses Mal nicht mit Tahini, sondern nach dem Rezept von Nigella mit Erdnussbutter. Das wollte ich schon länger einmal ausprobieren und es hat richtig gut geschmeckt. Insgesamt also ein voller Erfolg!



Auch ein Hit war der Dänische Hotdog von Frau Magentratzerl. Ich war aber faul, habe Baguette gekauft und da hinein kamen Gurkensalat, Remoulade und Bratwürste vom Gleinkersee, die seit dem Osterbiomarkt auf der Freyung im Tiefkühler auf die Grillsaison gewartet hatten und jetzt aus Gründen anderen Würsten weichen mussten.
Der Hotdog war ganz und gar unmöglich zu essen, weil alles herausfiel, aber geschmeckt hat alles wahnsinnig gut! Ich denke, das mache ich wieder, aber dann einfach auf den Teller gelegt.




Und sonst so? Ja, eh alles bestens. An den Zugriffszahlen am Blog merkt man, dass die Leute auf Urlaub sind und keine Zeit fürs Internet haben. Das ist jedes Jahr so und ich verstehe es sehr gut, dass man lieber in der Alten Donau oder sonst wo schwimmt als in meinem Blog zu lesen. Umso mehr freue ich mich, dass die Zugriffe auf meine monatlichen Rückschauen ungebrochen sind. Danke für euer Reinschauen und mitessen mit mir. Ich drück euch alle ganz herzlich und wünsche weiter einen schönen Sommer!