Freitag, 22. Dezember 2023

Weihnachtsei 2023

Jetzt haben wir es geschafft: Der kürzeste Tag des Jahres ist überstanden. Von nun an geht es bergauf. Müssen wir nur noch Weihnachten überstehen. Aber ich bin sicher, ihr werdet es fein haben. Macht euch nicht zu viel Stress! Besonders in der Küche nicht. Wie schon seit vielen Jahren vor Weihnachten mache ich es auch stressfrei und koche ich ein einfaches Ei-Gericht. Dieses hier eignet sich sehr gut für ein schönes Feiertagsfrühstück.

Dieses Jahr serviere ich Cilbir, ein ganz feines Gericht aus der türkischen Küche. Wenig gibt es zu beachten: Bitte voll fettes griechisches, noch besser türkisches Joghurt verwenden (das in dem gelb-weißen Behälter aus dem türkischen Supermarkt). Für die Gewürzbutter finde ich wirklich Butter am besten, darin badet bei mir Urfa-Chili, das ist ein milder türkischer Gewürz-Chili, der keine Schärfe hat. Und wenn immer möglich, isst man dazu ein Simit, das passt am allerbesten.

Eine sehr einfache Variante, um ein Ei zu pochieren, habe ich schon einmal als Weihnachtsei gepostet: Guckst du!

 

 
Zutaten für 1 große Frühstücksportion oder ein kleineres Mittag- oder Abendessen
 
2 Eier
1 EL Essig (welchen immer man erwischt, muss kein "guter" sein)
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 EL Butter
1 TL Chiliflocken (hier Urfa)
Salzflocken
ein Zweige Dille, abgezupft
 
In einem weiten Topf Wasser zum Kochen bringen. 1 EL Essig hineingeben. Jeweils 1 Ei in ein kleines Schüsserl geben. Sobald das Wasser kocht, ein Ei hineingleiten lassen. Mit einem Esslöffel das Eiweiß zusammen- und über das Eigelb schieben. Dann das zweite Ei ins Wasser geben, ebenso verfahren. Die Eier je nach Größe 3-4 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen.

Währenddessen das Joghurt mit dem Knoblauch verrühren und auf einen Teller geben.

Die Butter sanft schmelzen und die Chiliflocken einrühren.

Die pochierten Eier zum Abtropfen mit einem Lochschöpfer aus dem Topf heben und auf ein Stück Küchenrolle legen. Danach die Eier auf das Joghurt legen. Mit der Chili-Butter beträufeln, Dillzweige drauflegen und alles mit Salzflocken bestreuen.
 
 
 
 
 
Damit wünsche ich allen Engerln und Engerlingen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Lasst es euch gut gehen und verbringt geruhsame Tage mit der Familie − egal ob es die vom Schicksal gegebene oder die ausgesuchte ist, Hauptsache in feiner Gesellschaft.

 
Die bisherigen Weihnachtseier:
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
 

Freitag, 15. Dezember 2023

Tagliatelle mit Garnelen-Bolo

Diese Garnelenbolo war das erste Rezept, das ich aus Vierundzwanzigsieben nachgekocht habe und wir waren sofort begeistert. Das Rezept ist wirklich schnell und einfach zu machen und ist dabei raffiniert: Aus den Schalen von den Garnelen wird ein Fond gewonnen, mit dem man in die gesamte Bolognese ein schönes Garnelenaroma reinbringt. Dazu kräftige Aromen, ein Haucherl Chili und fertig ist ein tolles Wohlfühlessen!

 

Für 4 Portionen

16 Garnelen mit Kopf und Schale
4 Knoblauchzehen
10 g Ingwer
1 Stiel glatte Petersilie
8 EL Olivenöl
1,5 EL Paradeismark
150 ml trockener Weißwein
4 Stiele Basilikum
½ TL Fenchelsaat
1 Streifen Zitronenschale
12 Kirschparadeiser
½ mittelscharfe Chilischote (ich hab eine Jalapeno am Naschmarkt ergattert)
Salz
Pfeffer
400 g Tagliatelle
1 EL kalte Butter
1 TL abgeriebene Zitronenschale

 

Garnelen abspülen, abtropfen lasse, schälen, Köpfe abtrennen. Schale und Köpfe grob hacken. Knoblauchzehen andrücken. Ingwer schälen (wenn nicht bio − wenn bio, dann nur waschen) und in Scheiben schneiden. Petersilie hacken.

3 EL Öl in einem weiten Topf erhitzen, Garnelenschalen und -köpfe darin 3-4 Minuten anrösten. Paradeismark zugeben, kurz mitrösten. Alles mit Weißwein ablöschen und fast vollständig einkochen. 2 Stiele Basilikum, Fenchelsaat und den Streifen Zitronenschale dazugeben, alles knapp mit Wasser bedecken und offen aufkochen lassen. Bei milder Hitze 10 min. köcheln.

Garnelen am Rücken aufschneiden und den Darm herausziehen. Noch einmal abspülen, abtropfen und trocken tupfen. Mittelfein hacken. Getrennt Paradeiser halbieren, Chili und restlichen Knoblauch hacken.

Sauce durch ein Sieb passieren. In einer großen Pfanne 4 EL Olivenöl erhitzen. Die Garnelen darin bröselig braten. Paradeiser, Knoblauch und Chili dazugeben, mitbraten, 300 ml Garnelenfond zugießen und alles 10 min. einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Pasta nach Packungsanweisung in Salzwasser knappt bissfest kochen. Beim Abseihen 150 ml Kochwasser auffangen.

Restliches Basilikum abzupfen und hacken.

Pasta, Butter und Zitronenschale zur Bolo in die Pfanne geben. Sehr gut verrühren und auf diese Weise die Pasta fertig garen. Wenn nötig, Kochwasser zugeben.

Mit Basilikum und dem restlichen Löffel Öl servieren.



 

Freitag, 8. Dezember 2023

Vierundzwanzigsieben kochen von Tim Mälzer

 

Grau in Grau ist es gerade in Wien. Und dann halte ich so ein buntes Buch in Händen! Schon eine ziemliche Freude. Und so kunterbunt wie außen ist es auch innen. Wobei der Autor Tim Mälzer, den ich sicher nicht vorstellen muss, gleich im Vorwort seine Buntheit einschränkt: Er meint, dass allgemein zu viel vom Guten verwendet wird und dadurch ein Geschmacks-Chaos entsteht. Er definiert das Bunte in seinem Kochbuch so, dass er ein Freund der Einfachheit ist. Und so zeigen sich auch die Rezepte: Es hechelt keinen Trends nach, sondern zeigt viele bewährte Rezepte, die alle Wohlfühlcharakter haben.

Um ein bisschen mehr ins Buch einzuführen, zeige ich auf dem Foto links das Inhaltsverzeichnis. Was sich hinter den Stichwörtern verbirgt, beschreibe ich anhand des Kapitels "Pasta": Da findet man Spinatlasagne, Tagliatelle mit Garnelen-Bolo, Rigatoni mit Gorgonzolasauce, Meatballs, Pastasalat mit Aubergine und Walnüssen, Spaghetti mit Pesto, Pilzpasta, Krautfleckerl mit Lammhack und Weintrauben, Pasta al Ragout, Spaghetti Carbonara, Pasta mit geriebener Tomatensauce, Pasta Amatriciana und Spaghetti mit Rayu-Öl. Also teilweise Neuinterpretationen und teilweise bekannte Gerichte. So verhält es sich auch bei den anderen Kapiteln.

Die Fotos sind, wie oben beschrieben, sehr bunt, aber gleichzeitig sehr sachlich, sogar aufs Wesentliche beschränkt und das Essen liegt nicht in der Gegend verstreut herum.

Zur Machbarkeit: Alle Rezepte, die ich nachgekocht habe, waren sehr klar und einfach beschrieben, daher waren sie auch gelingsicher. Die Zutaten kann man alle im nächsten Supermarkt kaufen.

Zielgruppe sind sicher Kochanfänger aber generell Leute, die auf der Suche nach Wohlfühlrezepten sind.

Was ich noch hervorheben will: Es finden sich in dem Buch die Gedanken vom Musiker Thees Ullman zum Essen allgemein, z.B. Lieblingsessen, Sonntagsbraten, Kinder und Essen oder eine Geschichte aus Mälzers Restaurant "Bullerei".



Und nun wird nachgekocht!

Kartoffelgratin

Eine etwas leichtere Variante von meinem normalen Gratin, weil nicht nur Obers, sondern auch Suppe und Milch reinkommen. Hat uns als Beilage besonders gut geschmeckt, weil es nicht so üppig daherkommt wie unser sonst übliches Gratin.

Salat mit grünem Dressing

In eine Rahm-Milch-Marinade kommen viele gemischte Kräuter, was der Marinade (die man übrigens auf dem fertigen Salat nicht mehr als grün erkennt) einen schön frischen Geschmack verleiht.


Gnocchi mit Salbeibutter

Sehr gut waren diese Gnocchi! Der Teig wird mit wenig Mehl und noch weniger Stärke gearbeitet, daher sind die Gnocchi schön flaumig. Ich war nicht sicher, ob der Teig hält, aber er tat es sehr zuverlässig.

Salat mit Schmand-Zitronen-Dressing

Dieses Rezept ist eine kleine "Zugabe" im Kartoffel-Kapitel, wo so ein Rezept auch bestens passt. Der Salat wird auf demselben Teller wie Kartoffel-Buletten gereicht, was wieder vom Geist dieses Buches zeigt: schlicht, einfach, gelingsicher, nicht lange gefackelt.

Grilled Cheese-Sandwich

Das war so ein Rezept, wo ich zuerst dachte: Brauchen wir wirklich ein Rezept für Käsetoast? Aber ja, wir brauchen, nämlich wenn wir gar keine Ahnung vom Kochen haben, denn dann ist so ein Rezept extrem hilfreich. Ich nehme nicht an, dass viele Leute Käse in die Pfanne streuen würden und dann das mit Käse gefüllte Brot drauflegen. Das macht aber schon einen Unterschied, weil der direkt gebratene Käse anders schmeckt als die Käsefüllung, daher hat man erst so das komplette Geschmackserlebnis.


Tagliatelle mit Garnelen-Bolo

Das Rezept ist einfach, aber nicht total schlicht: Es werden Garnelen mit Schale verwendet, aus den Schalen wird ein Sößchen gezogen, was der Bolognese natürlich ein tolles Garnelen-Aroma verleiht. Ich werde das Rezept im nächsten Post vorstellen.








Was es nach dem Essen zu sagen gibt? Ein durch und durch alltagstaugliches Buch, das man gern zur Hand nimmt, wenn man nicht zu viel Aufwand treiben will, aber dennoch ein schönes Essen auf den Tisch stellen möchte. Perfekt für Anfänger:innen!

Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-442-39415-9
Hardcover, Pappband
Umfang: 272 Seiten,
Format: 21,0 x 27,0 cm 4-farbig
120 Fotos  
Erschienen am 11. Oktober 2023 

 

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler ums Eck zu kaufen, oder man kann es direkt beim Verlag bestellen.

Herzlichen Dank an den Mosaik Verlag dafür, dass er mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.

Montag, 4. Dezember 2023

Foodie-Rückblick auf November 2023

 Gegessen

Ein ganz hervorragendes Gansl gab es in Das Steinhart. Was ist dieses Lokal für eine Bereicherung für Sankt Favoriten! Es macht schon in der Früh auf, ab 8.30 Uhr kann man dort das Bistro besuchen, und hat durchgehend offen. Das mit dem Bistro schreib ich nicht nur so, sondern ich war schon auf einem Business-Frühstück dort, hab aber keine Fotos. 

Was ich als besondere Getränke-Mäklerin hervorheben will, sind die Getränke. Es gibt eine so umfangreiche und qualitativ hochwertige Getränkekarte, dass man allein deswegen einmal hingehen sollte. Es gibt unter anderem Naturweine und Säfte in Bouteillen!

Mit unserer Nachbarn-Runde waren wir beim Meixner neu Ganslessen. Nun war ich ja begeisterte Kundin vom alten Meixner und sehr gespannt, was mich erwartet. Es war irgendwie eh okay, mehr aber leider nicht. Ich will jetzt nicht großartig herumlamentieren an den ganzen Kleinigkeiten, die nicht gepasst haben, denn das Essen war in Summe okay.

Am Foto sieht man mein Dessert: Kastanienreis, mein Lieblingsgang beim Meixner neu.


Nachdem mich ein Weg in die Gegend vom Belvedere führte und ich ein bissl zu früh dran war, habe ich mir einen Cappucino bei den Casolaro Bros. gegönnt. Bitte die machen um 12.00 Uhr auf, ich war 12.15 Uhr dort und das Lokal war voll! Das läuft sowas von gut. Mein Glückwunsch. Aber bei den großzügig belegten Weckerln und Cornetti mit Pistaziencreme kein Wunder, dass auch das Mittagsgeschäft gut läuft. Mein Kaffee war wie immer sehr gut.


Wie immer war ich gern im Viola. Der Kaffee war wieder einmal ausgezeichnet, meine Esterhazyschnitte war geschmacklich gut. Dazu freundlicher Service. Was will man mehr?

 

 

Mit einer Freundin war ich zur Nach-Kino-Besprechung − hach, das klingt gleich so viel mehr nach Arbeit als nach faulenzerischem Herumsitzen! Jedenfalls waren wir im L'amour du pain in der Otto Bauer-Gasse. Wie immer war es ausgezeichnet. Wieder einmal habe ich Far breton gegessen und mir ganz fest vorgenommen, dass ich diesen französischen Klassiker einmal nachmachen muss.

Eines der schönsten Kaffeehäuser Wiens ist das Central. Ich gehe echt gern dort hin, weil es architektonisch toll ist, der Service ist sehr nett, der Kaffee ist in Ordnung und die Patisserie ist ein Hit! Ich habe das Ding im Vordergrund gegessen, irgendwas mit Birne: Es war sehr sorgfältig gearbeitet und geschmacklich wie immer top!

Man kann übrigens für unter der Woche reservieren und sollte das auch machen, denn die Touristen stehen immer Schlange dort.

Mit Freunden war ich im neu renovierten Parlament bei einer Führung mit. Dafür eine ganz dringende Empfehlung! Er war echt spannend und ich muss sagen, diese Renovierung wurde mit viel Herzblut und sehr gelungen durchgeführt. Jedenfalls waren wir danach im Kelsen auf einen Kaffee − und die Kuchen-Vitrine hat uns alle so angelacht, dass wir unbedingt zurücklächeln mussten. Auf dem Foto sieht man meinen Maronistollen. Er war genau wie der Kaffee sehr gut. Also man sollte nicht nur bei einer Führung durchs Parlament mitgehen, sondern auch das Kelsen danach besuchen.




 

Gekauft

Ein wahres Erntedankfest war mein Gemüsekistl von Iris Wallner. Gekocht hab ich: Den Asia-Salat habe ich mit feingeschnittenem Weißkraut und Paprika rührgebraten. Die Physalis sind ins Müsli gewandert. Die Maroni wurden zu Maroni-Carbonara. Die Wurzeln wurden zu Nigel Slaters Wurzelkorma, das ich endlich einmal bloggen sollte. Der Kürbis wurde zur Kürbisquiche nach Christoph Rüffer und Kürbiscremesuppe. Die Melanzani wurden zu solchen mit Fischduft. Der Karfiol wurde Bröselkarfiol. Der Broccoli kam in General Tsos Tofu. Das restliche Weißkraut wird gerade zu Sauerkraut. Krautsalat wurde das rote Spitzkraut, da kam auch noch einer der Paprika rein. Und der Zeller, der sich hinter dem Kaut versteckt, wurde zur Hälfte Zellersalat und zu anderen Hälfte Zellerpizza.

Das sind Meyer-Zitronen von Mandarinet aus Kroatien: Es waren die ersten der Saison und die sind noch nicht so gut haltbar. Trotzdem konnte ich nicht anders. Einige habe ich auch gleich konserviert als Salzzitronen und als Zitronenconfit (Rezept 1, Rezept 2). Sonst habe ich aus meinem Meyer-Posting einige Ideen wieder aufgegriffen und zack, weg waren die Zitronen!

Ganz supergut schmeckt das Vollkornbrot vom Motto-Brot. Jede Menge Kerndln und Körndln drinnen und drauf, geschmacklich top und lange haltbar. Teuer aber sehr zu empfehlen.



Eines der vielen Asia-Würzmittel, das so unverzichtbar ist wie Soja-Sauce, ist diese scharfe Bohnenpaste. Steht schon an vielen Stellen in diesem Blog, z. B. bei den Ameisen auf dem Baum. Was aber neu ist: Ich krieg diese Paste in Favoriten nicht mehr so einfach − drei Asia-Läden erfolglos besucht. Aaaber beim Naschmarkt! Wenn man vor dem Jinco steht, sind links und rechts davon Asia-Shops. Den rechts kenne ich nicht, aber der linke ist einer meiner liebsten. Das Sortiment ist hervorragend und sie haben drei Varianten dieser Bohnenpaste.

Zu meiner Freude hab ich ein Bio-Kistl vom Adamah gewonnen. Der Inhalt ist übersichtlicher als mein übliches Kistl, aber auch günstiger, also unterm Strich halten sich die Kisteln die Waage: Gleich gut, gleich erfreulich, gleiches Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Karotten wurden zu Marokkanischem Karottensalat. Der grüne Eichblattsalat wurde zu Salat, der Tatsoi wurde teils rührgebraten, teils als Salat gegessen. Der Zeller wurde zu Selleriecremesuppe, die restlichen Abschnitte kamen zum Wurzelwerk in Suppe. Die Melanzani wurden zu solchen mit Buttermilch. Die Birnen wurden einfach so gegessen, die Äpfel wurden zu Apfelbrot. Der Kürbis und der Lauch harren noch einer Verwendung.
 

 

Gekocht

 

Es gab am Anfang des Monats tatsächlich noch Zwetschken am Schreimarkt! Sie waren geschmacklich nicht mehr so überragend, aber in so einem Fall wirken Zucker und Gewürze immer Wunder, also habe ich Zwetschkenröster (geht so wie Marillenröster) daraus gemacht. Dazu meine   Topfenknödel. Dieses Mal habe ich ihnen einen Mantel aus gequetschtem Mohn verpasst, was ihnen recht gut steht.

Diese Wiener Erdäpfelsuppe ist ein so einfaches Essen und schmeckt so hervorragend gut! Kann ich zu dieser Jahreszeit nur wärmstens empfehlen.



Am Naschmarkt habe ich bei Francesca, einer Standlerin aus Italien, recht gute Salsicce gekauft. Ein Teil der Würste wanderte in die Palatschinken auf Ravello-Art. Immer wieder gut!

 

 

Eines meiner liebsten chinesischen Gerichte ist Mapo Tofu. Es ist ordentlich scharf, was gerade zu dieser Jahreszeit schön von innen wärmt. Dazu einfach rührgebratenes Gemüse, dem man ein paar Tropfen geröstetes Sesamöl verpasst. Und natürlich ungewürzten Reis.

Manchmal muss es schnell gehen, dann gibt es auch mal Beamtenforelle mit Petersilerdäpfeln und Dillkürbis. Der Unterschied zwischen gebratener Knacker und Beamtenforelle ist die Wurst: Augsburger haben das Brät von Knackwurst, sind aber nicht geräuchert. Augsburger gibt es leider immer seltener, aber manchmal halt doch und dann mach ich gern diese Beamtenforelle.

Es gab im November wunderbare Mango bei Crowd Farming. 3 Stück waren zweieinhalb Kilo, also echt Riesentrümmer. Was ich mit so perfekten Mangos immer gern mache, ist Sticky Rice mit Mango. Köstlich war das. Die anderen Mangos wurden einfach so gegessen.







 

 

Gesehen 

Schon ein kleiner Vorgeschmack auf Weihnachten ist der Film Wie kommen wir da wieder raus? Es ist ein sehr witziger österreichischer Film, der Weihnachten in der Corona-Zeit zum Thema hat. Anfangs dachte ich, dass der Film doch ein bissl sehr bemüht ist, viele philosophische Strömungen unter einen Hut zu bringen: Die Hauptdarstellerin Wanda (dargestellt von Caroline Peters) ist Ärztin, Feministin, Atheistin, feiert Weihnachten mit ihrem Mann, ihrem Ex-Mann (Simon Schwarz), einigen Freunden aus einer ehemaligen Wohngemeinschaft, ihrem dauerkiffenden Sohn und ihrer Tochter, die die halbe Woche mit Hijab geht aus Solidarität mit Frauen, die verhüllt gehen müssen, die andere Hälfte aus Solidarität mit der Frauenbewegung im Iran ohne Verhüllung, und Influencerin ist. So werden in einer Art Kammerspiel viele Lebensarten, die vor ein paar Jahren noch ganz normal nebeneinander leben konnten, die sich offensichtlich während Corona zu Gräben innerhalb der Gesellschaft entwickelt haben, in dem Film auf die Schaufel genommen. Im Laufe des Weihnachtsabends zeigt sich immer mehr, dass die Problemlösung des einen die Katastrophe des anderen darstellt. Und es wird klar, dass man dann trotz allen Verschiedenheiten einen Abend miteinander verbringen kann. Es wird dann wirklich sehr lustig! Malarina spielt die Freundin von Michael Ostrowski, sie ist auch im Film Serbin und bringt typisch serbische Mitbringsel: eine Platte Schweinefleisch und jede Menge Sliwowitz, was ihr anfangs viele schräge Blicke einbringt, aber schlussendlich für ein entspanntes Ende sorgt.

Der Film läuft seit 30.11. in Wiener Kinos, dauert 90 Minuten, garantiert viel Lachen und auch eine Menge Einsichten!


 

 

 

Vor vielen Jahren habe ich eine Ausstellung im Kunsthistorischen Museum gesehen. Es war eine Ausstellung über ein einziges Bild: "Malkunst" von Vermeer. Was war das für eine Offenbarung! Es gibt so wahnsinnig viel zu wissen über ein einziges Bild, das war mir als Laie bis dahin nicht klar. Für mich war es also selbstverständlich, dass ich in den Film Vermeer  Reise ins Licht gehe, als ich ihn entdeckt habe. Und ich durfte wieder staunen! Es ist ein Dokumentarfilm, der die Entstehung der bisher größten Vermeer-Ausstellung, die 2023 im Reichsmuseum in Amsterdam stattfand, dokumentiert. Alle Bilder wurden vor der Ausstellung mit Röntgenstrahlen untersucht, so kann man feststellen, ob ein Bild später noch nachbearbeitet wurde, und noch viel mehr. Ich habe gelernt, dass Vermeer ein Meister der konturlosen Zeichnung ist. Wer das noch nicht weiß und natürlich alle anderen auch sollten den Film anschauen. Er ist wirklich enorm spannend, wenn man sich für Kunst interessiert. Und er zeigt, mit welcher Liebe Ausstellungen gemacht werden! Dieses große Maß an Liebe zur Sache war auch etwas, das mir in dem Umfang nicht klar war. Und diese Liebe zeigt sich halt auch in dem gesamten Film, den Suzanne Raes, die seit mehr als 20 Jahren als unabhängige Filmemacherin tätig ist, gemacht hat. 

Der Film ist ab 7.12. in Wiener Kinos zu sehen und dauert ca. 80 Minuten.

 

 

Gelesen

 


Elisabeth Zott ist eine starke, selbständige und unangepasste Frau. Sie hat studiert, ist sehr klug, hat jede Menge Ingenieur-Qualitäten, aber lebt in den 60-er Jahren. Was das geheißen hat, wird in im Erstlingsroman Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus, erschienen bei Piper, eindrucksvoll erzählt. Sie hat nämlich nicht nur Chemie studiert, sondern bekommt auch noch ein uneheliches Kind.

Ich hab das Buch im Urlaub gelesen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Wer also noch Beschäftigung für die stillste Zeit des Jahres oder ein sehr gutes Geschenk sucht, dem lege ich dieses Buch sehr ans Herz!

 

 

 

 

 


Ja, der Steffl, der steht schon recht eindrucksvoll da. Jetzt um diese Jahreszeit ist die Innenstadt wirklich besonders schön. Am Graben hängen nun neue, den früheren sehr ähnliche Riesen-Luster herum, was so feierlich wirkt. Und es wuselt wieder vor Touristen. Dieses Sich-Durchschieben ist zwar manchmal schon lästig, aber in Summe sehr viel netter als die menschenleere Innenstadt während Corona. Passt bitte gut auf euch auf, denn die Infektionszahlen steigen wieder arg an. So einen Jammer mit Lockdowns und  Besuchsbeschränkungen braucht echt kein Mensch. Daher trinkts einen Punsch auf einem Weihnachtsmarkt, das ist im Freien und man wird sich eher nicht infizieren. Am besten hinter dem Steffl beim Haas & Haas im Innenhof − dafür eine dringende Empfehlung von mir − und denkt an mich! Ich drück euch alle herzlich.

 


 

 

 

Freitag, 1. Dezember 2023

Scharf-süße Nuss-Knabbermischung


 

Wir retten wieder einmal! Dieses Mal geben wir uns nicht mit Kleinigkeiten ab, sondern wir retten gleich Weihnachten. Also zumindest kulinarisch. Von mir gibt es zu dieser Gelegenheit etwas, was ich sonst sehr selten poste: Knabberzeugs. Aber dieses Rezept war wirklich so gut, dass ich das gern posten will. Ich habe diese Knabbernüsse für einen Abend in geselliger Runde gemacht, alle waren begeistert und ich habe echt viel Lob dafür bekommen. Die Frage: "Wo hast du die denn gekauft?", habe ich milde belächelt, denn so etwas kauft man nicht, so etwas Gutes macht man selber. Und man kann diese Nüsse sicher auch sehr gut herschenken. Also los, los, los, wenn noch jemand ein Geschenk aus der Küche machen möchte!

Die Wahl der Nüsse? Nun, da habe ich mich einmal durch den Supermarkt und über den Markt gekauft: Walnüsse, Haselnüsse, Paranüsse, Pekannüsse, Makadamianüsse, Cashew und Kürbiskerne waren in meiner Nussmischung. Ich habe übrigens ein Blech mit scharfen Chiliflocken gewürzt, ein zweites mit milden Chiliflocken (Urfa Biber aus dem türkischen Supermarkt), das hat sich sehr bewährt für die gemütliche Runde.

Wie immer hervorheben will ich Tamara, der ich für die Abwicklung danken möchte. Großes Dankeschön an Britta für den unten stehenden Banner.



 

60 ml Ahornsirup
1 EL Walnussöl
½ TL Paprikapulver (geräuchert)
½ TL Chiliflocken
½ TL Kreuzkümmel
1½ TL Meersalzflocken
350 g Nüsse
frische Thymianzweige
frische Rosmarinzweige

Backrohr auf 165 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit einer Backmatte bzw. Backpapier auslegen.

Alle Gewürze + Öl + Ahornsirup in einer großen Schüssel gut mischen. Die Nüsse dazugeben und alles so lange verrühren, bis die Nüsse gleichmäßig mit der Mischung überzogen sind. Die Nüsse auf das Blech geben und ins Rohr schieben. Nun alle 5 Minuten die Nüsse durchrühren. Den Vorgang 3 - 4 x wiederholen, bis die Nüsse den gewünschten Röstgrad haben. Dann alles aus dem Rohr nehmen und abkühlen lassen. 

Wenn man die Nüsse verschenken will, am besten in ein luftdicht schließendes Glas füllen. Angeblich hält sich diese Mischung dann bis zu 2 Monate − das kann in nun gar nicht bestätigen, denn bei uns waren sie an einem Abend ruck-zuck aufgegessen.


Rezeptquelle: Christmas at the Palace


Und nun kommen alle, die sich an der Rettung beteiligt haben:
Cakes, Cookies and more - Zucker Mailänderli
Brotwein - Rillette Rezept - den französischen Aufstrich selber machen 
Anna Antonia-Herzensangelegenheiten - Festtagsfisch 
CorumBlog 2.0 - Warmes Rotkraut-Taboulé 
Cahama - Schokoladen-Gewürzkuchen 
Kaffeebohne - Feines Bratapfel-Dessert im Glas