Freitag, 18. September 2020

Spaghetti mit Kürbiskernpesto

Dieses Pesto ist ein sehr geliebtes und sehr schnelles Rezept und kommt deutlich öfter auf unsere Teller als am Blog. Es schaut übrigens sehr gewöhnungsbedürftig aus, aber am Teller ist es wieder weniger schiach.


2 Portionen
1 kleiner Bund Petersilie
100 g Kürbiskerne
50 ml Olivenöl
100 ml Kürbiskernöl
50 g Parmesan
1 TL Salz
1 Prise Pfeffer
Pasta nach Lust und Laune

Zuerst Salzwasser für die Nudeln zustellen. Die Nudeln bissfest kochen. Beim Abgießen ein wenig vom Kochwasser aufheben.

Für das Pesto die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett leicht rösten. 1 EL Kerne für die Deko zur Seite stellen.
Die Petersilie waschen, trocken schütteln und und grob zerschneiden. Den Parmesan mit einer Reibe reiben. Petersilie und Kürbiskerne im Mörser zermahlen, Parmesan und beide Öle dazugeben und zu einer dickflüssigen Paste verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In einer großen Schüssel Pesto und Nudeln verrühren. Wenn nötig Nudelwasser dazugeben, falls das Pesto zu dick sein sollte.

Pasta mit Parmesan bestreuen und mit Kürbiskernen hübsch anrichten.



Dienstag, 15. September 2020

[Restaurant] China Kitchen

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung.

Es gibt Restaurants, die lassen mich nicht los. Das hier ist so eines. Und ich hab auch schon einige Male drüber geschrieben: Den Anfang nahm es als Chinarestaurat no 27, es wurde, als der Koch wegging, in "Asiatische no 27 Restaurant" umbenannt und war immer noch besser als viele der einge-österreichischten Chinarestaurants. Der Koch gründete nahe dem Naschmarkt das Restaurant China Kitchen no. 27 und kochte Sichuanküche, so richtig schön scharf und fettig, wie das sein muss. Das Lokal am Naschmarkt wurde mehrfach ausgezeichet, aber es war mir schon aufgefallen, dass sich die Leute nicht so arg prügeln um das Restaurant. Nun ist das Restaurant total renoviert worden und im Zuge der Restaurantwoche als China Kitchen wieder eröffnet worden. Der Turbohausmann und ich mussten natürlich sofort und auf der Stelle ausprobieren, wie es geworden ist.

Das Ambiente ist freundlicher als zuvor, hell möbliert und mit viel mehr Licht. Die Küche ist nun teilweise einsehbar. Die Speisekarte ist nun doch einge-österreichischt, zum Beispiel gibt es die hierzulande anscheinend unverzichtbare Tom Ka Gai (thailändische Suppe) und einiges, woran hier ein Asia-Restaurant nicht vorbeigehen darf, aaaaber es gibt nach wie vor viele Sichuan-Gerichte und andere chinesische Gerichte auf der Karte, die mein Herz schon beim Lesen hört schlagen lassen.

Aber jetzt zu dem Menü der Restaurantwoche:


Babygurkensalat
Das war wieder ein ausgezeichneter chinesischer Gurkebsalat, der sehr ähnlich wie bei meinem Rezept funktioniert: Ganz offensichtlich eine geprügelte Gurken, was diesem Gemüse enorm gut tut, dazu eine asiatische Marinade. Sehr fein!

Getrocknete Tofu-Streifen mit Koriander und Sesamöl
Die zweite von vier Vorspeisen und ich habe gar keine Vorstellung, wie man die macht. Der Tofu war sehr trocken, wie ich ihn noch nie gegessen habe. Wie diese feinen Streifchen zustande kommen? Kein Plan. Mit handelsüblichem Tofu ist es unmöglich, den so hauchdünn zu schneiden. Korianderblätter und geröstetes Sesamöl dazu haben ausgezeichnet geschmeckt.
Seetang-Röllchen mit Shrimps und Calamari
Eine ganz dezent gewürzte Farce aus Meeresfrüchten hat selbigen ihr Eigenleben gelassen. Drumherum eine zarte Knusperkruste aus Seetang und Teig. Dazu gab es eine süße Chilisauce, die ein wenig kräftig war für die zarten Aromen, aber durchaus nicht falsch. Das war eigentlich mein liebster Gang.

Tigerhaut-Pfefferoni in würziger Pfeffersauce
Da war der Sichuan-Gang, der quasi für mich gemacht war. Nicht ganz geklappt hat die Tigerhaut an den Pfefferoni, aber geschmacklich 1A! Erstaunlich bei diesem Gericht finde ich immer, dass die Pfefferoni nicht beeinträchtigt werden durch die Geschmacksbomben, die ihnen zur Seite gestellt werden, sondern eigentlich noch unterstrichen, denn dieses Saucerl schaut sehr harmlos aus, aber besteht quasi nur aus Umami-Zutaten.
Süßes Schweinefilet Peking-Art mit Gärmehl-Sauce und chinesischen Palatschinken
So, jetzt hab ich ausnahmsweise mal keine Ahnung, wie dieses Gericht geht. Ich weiß nicht, was Gärmehl ist, ich kann nicht einmal sagen, wie diese Palatschinken zustande kommen. Geschmeckt hat es jedenfalls sehr gut. Das in ganz dünne Streifchen geschnittene Fleisch musste man sich in die hauchdünnen Palatschinken einpacken, einwickeln und so essen.
Gebratener Wasserspinat mit Knoblauch
Wir hatten während des gesamten Menüs schon den Verdacht, dass wir in den nächsten Tagen kein Problem mit Vampiren haben werden, aber dieser Gang war dann schon der Gipfel an Knofeligkeit. Aber köstlichst!
Klebreisbällchen in Kokossuppe
Ehrlich gesagt sind asiatische Desserts selten mein Ding. Der Turbohausmann fand auch diesen Gang okay und hat meinen gleich mit verdrückt.















Und unterm Strich? Großes Ja zu dem Lokal. Immer noch und immer wieder.

Freitag, 11. September 2020

Soto Ayam - Indonesische Hühnersuppe

Diese Suppe und ich haben eine Geschichte, obwohl ich noch nie in Indonesien war: 2015 waren der Turbohausmann und ich in Amsterdam und wie immer im Urlaub haben wir auch eine Food-Tour gebucht. Der Höhepunkt war ein Suppenessen im Innenhof eines Antiquitäten-Haushaltsgeschäftes und die Köchin war eine richtige Philosophin und hat uns viel über diese Suppe erzählt. Die Suppe ist das indonesische Nationalheiligtum!
Damals dachte ich, es sei Curry in der Suppe, dass sie deswegen so gelb wäre, aber es ist eine indonesische Gewürzpaste, die von Anfang an mitgekocht wird. Ich hab sie auch noch auf den Tisch gestellt, weil ich nicht sicher war, ob die Suppe auch würzig genug sein wird, wenn alle Zutaten drinnen sind. Man kann wirklich ordentlich würzen, die Suppe hält das aus.
Wir hatten noch zwei eigene Paradeiser, die durften auch mit in die Suppe. Wenn ich die Philosophie richtig verstanden habe, kommt da alles an Gemüse mit rein, was auffindbar ist. Damit wären meine Paradeiser zu rechtfertigen.




Für 6 Personen

Für die bumbu 
4 Knoblauchzehen, grob gehackt
4 Thai-Schalotten, grob gehackt
1 TL Koriandersamen
1 Stück (2 cm) frische Kurkuma, geschält (oder¼ TL gemahlene Kurkuma)
1 Stück (2 cm) frischer Galgant, gründlich abgebürstet
1 Stück (2 cm) frischer Ingwer, geschält

Für die Suppe
2 EL Öl
1 kleines Suppenhuhn, überschüssiges Fett in der Bauchhöhle entfernt
3 Frühlingszwiebeln, gehackt
1 Stück (4 cm) frischer Ingwer, gründlich abgebürstet, in dicke Scheiben geschnitten und angedrückt
3 Kaffirlimettenblätter
 2 Stängel Zitronengras, angedrückt und grob gehackt
1 TL Salz

Zum Servieren 
1 Schüssel mit Glasnudeln (oder Vermicelli-Reisnudeln), einige Minuten in heißem Wasser eingeweicht und abgegossen
 6 Bio-Limetten, geviertelt
4 Eier, hart gekocht, in Scheiben geschnitten
 ½ Kopf Chinakohl, in feine Streifen geschnitten
4 saftige Tomaten, in Spalten geschnitten
1 gute Handvoll Mungbohnensprossen
1 gute Handvoll Kartoffelchips
1 Handvoll Schnittsellerie
1 gute Handvoll Röstschalotten (Rezept hier)
 Sambal Oelek oder Fermentiertes Sambal

Zubereitung
Für die bumbu alle Zutaten im Mixer zu einer Paste verarbeiten. Gegebenenfalls etwas Wasser dazugeben. In einem großen Topf das Öl erhitzen. Darin die bumbu anbraten, bis sie duftet. Alle Zutaten für die Brühe hinzufügen und das Huhn vollständig mit kaltem Wasser bedecken. Alles zum Kochen bringen, dann die Temperatur sofort reduzieren. Das Huhn 1 Stunde ganz leise köcheln lassen. Das Wasser darf nicht kochen, damit das Fleisch zart wird und die Brühe klar bleibt. Das Huhn aus dem Topf nehmen und das Fleisch von den Knochen lösen. Im Kühlschrank für spätere Verwendung bereitstellen.
Die Karkasse und die Haut zurück in die Brühe geben und 30 Minuten oder gern länger weiterköcheln lassen. Die Knochen sollen ihre gesamten Aromen an die Brühe abgeben. Das Fett und eventuell Schaum von der Oberfläche abschöpfen. Die Brühe abseihen, um die festen Bestandteile zu entsorgen. Die Brühe kosten. Wenn sie zu wässrig schmeckt, kräftig aufkochen lassen, damit sie intensiver wird. Nach dem Einkochen nochmals abschmecken.
Vor dem Servieren erneut kräftig erhitzen. Das gekochte Hühnerfleisch zerkleinern und in eine Servierschüssel füllen. Zum Servieren die Nudeln mit einer Schere in mundgerechte Stücke schneiden.
Jede weitere Zutat sollte in einer großen oder kleinen Schüssel getrennt serviert werden. Alle Schüsseln gemeinsam mit der heißen Suppe auf den Tisch stellen, damit sich jeder selbst bedienen und seine Brühe nach Geschmack zusammenstellen kann. Achten Sie jedoch darauf, dass niemand vergisst, sich reichlich Limettensaft über das Ganze zu träufeln. Das ist das Wichtigste!

Rezeptquelle: Fire Islands


Obwohl es ein Sommertag war, war die Suppe echt toll. Aber an das konnte ich mich noch erinnern von Amsterdam, wo es damals auch ordentlich war war: Das ist keine dicke schwere Suppe, wie man sie in Österreich gern im Herbst und Winter serviert, sondern das ist ein leichtes Sommersüppchen mit jeder Menge knackiger Gemüsesorten, also wirklich sehr gut geeignet für schönes Wetter.

Dienstag, 8. September 2020

[Buchbesprechung] Fire Islands - Rezepte aus Indonesien von Eleanor Ford

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen, Namensnennungen) ohne Auftrag, ohne Bezahlung.

17.000 Inseln! Hättet ihr das gewusst? Ich wusste, dass Indonesien ein Inselstaat ist, aber so viele Inseln? Womit wir auch schon mitten im Kochbuch wären, denn ich habe nicht nur viel über die indonesische Küche gelernt, sondern auch etliche Fakten über das Land, natürlich vor allem über die Kulinarik, von der es sehr viele verschiedene Ausprägungen in Indonesien gibt. Was Wunder, wenn das Land doch 264 Millionen Einwohner auf so viele Inseln verteilt hat. Ich kannte von Indonesien eigentlich nur Fotos von den malerischen Reisterrassen, aber es wächst in dem Klima natürlich alles, was das Herz begehrt: Kaffee, Kokosnüsse, tropische Früchte, Kakaobohnen und Gewürze findet man auf den Inseln, die auf dem pazifischen Feuerring mit fruchtbarer Vulkanerde und tropischem Klima alles gedeihen lassen − jetzt sollte auch klar sein, wieso das Buch so heißt.

Die Autorin Eleanor Ford hatte das Glück, dass sie in ihrer Kindheit viel Zeit in Indonesien verbringen konnte. Sie hat bisher das Kochbuch "Samarkand" geschrieben, das mehrfach prämiert wurde. Und ich bin sicher, auch "Fire Islands"wird nicht leer ausgehen.

Die Food-Fotos stammen von Kristin Peters. UrheberInnen der Location-Fotografie sind viele verschiedene FotografInnen, unter anderem auch die Autorin selber. Nichtsdestotrotz harmonieren die Fotos, als wären sie aus einer Hand. Leider gibt es nicht zu jedem Rezept ein Foto.

Insgesamt ist das Kochbuch sehr stimmig und hochwertig gemacht. Hardcover, eh klar. Und auch graphisch ist das Buch schön gestaltet. Die Rezepte sind gut gegliedert. Vor jedem Rezept gibt es ein paar einführende Worte.

Das Buch ist in neun Kapitel aufgeteilt. Eine ausführliche Einleitung hilft Ahnlungslosen auf die Sprünge: Es gibt Vorschläge, welche Rezepte sich gut für die Einführung in die indonesische Küche eignen, welche für ein vegetarisches Festmahl oder welche für den Wok. Insgesamt umfassen diese einleitenden Kapitel 25 Seiten. Es folgen die Kapitel „Krosse Snacks & Streetfood“, „Üppig & sämig“, „Trocken & würzig“, „Duftende Brühen & pikante Saucen“, „Salate & Gemüse“, „Reis & Nudeln“, „Sinnliche Aromen“, „Süß & verführerisch“ und „Getränke“. Den Abschluss bilden ein Kapitel über Küchentipps, Resteverwertung und ein alphabetisches Register. Natürlich fehlt auch ein ausgiebiger Dank nicht.

Zwischen den einzelnen Kapiteln finden sich immer Texte, die Spezialitäten hervorheben: Missklänge der kaki-lima-Straßenverkäufer werden ebenso erklärt wie die Bedeutung von Pandang-Restaurants, die Wichtigkeit von Opfergaben und Feierlichkeiten und vieles mehr. Mir hat das alles in der Seele gut getan in einer Zeit, in der man nicht reisen kann, auf diese Weise mit in ein Land genommen zu werden. 240 Seiten Urlaub waren das für mich.

Nicht ganz so einfach war es, die ganzen Zutaten zu bekommen. Der einfache Asia-Laden am Eck reicht nicht, sondern ich hab schon in einigen suchen müssen. Aber das ist ein ganz persönliches Problem von mir, dass ich nicht bei dem nichtsteuerzahlenden Allround-Versender im Netz bestellen will. Wenn man nicht herumrennen mag, findet man dort sicher alles, was man an Zutaten braucht.

Ich habe gelernt, dass am Beginn fast jeden Gerichts eine Gewürzpaste namens bumbu steht. Dafür gibt es ein Standardrezept und viele weitere folgen quer durch das Buch. Auch Sambals kommen in dem Buch nicht zu kurz. Bumbus sorgen für die Grundnote in einem Gericht, das Finale erfolgt durch Sambals. Wobei ein Sambal auch ein eigenständiges Gericht sein kann: Reis, Salz, Kokosöl und ein Sambal sind in Indonesien auch mal ein einfaches Essen.

Was mir in dem Buch gut geholfen habe: Am Ende der Rezepte stehen immer Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Rezepten. Wenn man so gar keine Ahnung von der Küche eines Lands und keine Vorstellung von der Harmonie der Aromen hat, dann rettet einen das schon.

Für mich kam das Buch gerade recht, da bei mir auf Balkonien gerade die Chilis reif sind und die asiatischen Kräter auf dem Höhepunkt.  Also habe ich das ein oder andere Gericht aus dem Buch gekocht.

Süßliches Ingwerhähnchen

Ein Gericht mit vielen chinesischen Einflüssen, das jedoch durch den indonesischen dunklen Palmzucker und Ketjab Manis doch ganz anders schmeckt. Ein feines, schnelles Abendessen!

Asiatisches Blattgemüse aus dem Wok

Man kann hier jedes asiatische Blattgemüse verwenden, bei mir war es Wasserspinat. Mit Schalotten, Chili, Ketjab Manis und Sojasauce gewürzt, wird ein eigenständiges Essen aus dem Gemüse.













Tumpeng − gelber Kokosreis

Sorry dafür, dass hier kein wunderhübscher hoher, schlanker Reisturm zu sehen ist, aber ich habe keine Form, mit der ich den Vulkankegel nachmachen könnte, daher habe ich ihn ganz schnöde in der Schüssel serviert. Jedenfalls schmeckt der Reis sehr gut!
Süß-scharfes Curry mit Pilzen

Hier wird zur Einleitung von einem Restaurant auf Java berichtet, wo sich alles um Pilze dreht und in dem landestypische Gerichte mit Pilzen umgesetzt werden.

Das Gericht hat mich sehr verblüfft, denn ich hatte keine Ahnung, wie gut die zarten Austernpilze Schärfe und eine ordentliche Gewürzvielfalt aushalten können.










Chinesische Eiernudeln mit Hendl

Ein typisches Garküchen-Gericht und eine richtige Geschmacksexplosion. Ein Essen, das lange in Erinnerung bleibt.




5-Minuten-Pfanne mit Rindfleisch

Ein hocharomatisches Essen, das mit 6 Zehen Knoblauch auf 300 g Fleisch auch gut gegen Vampire wirken sollte. Geschmeckt hat es himmlisch, aber eben halt richtig kräftig.














Soto Ayam − Indonesische Hühnersuppe

Dieses indonesische Nationalheiligtum muss ich vorstellen, was ich in meinem nächsten Posting machen werde.

Für wen dieses Buch geeignet ist? Für alle, die kochtechnisch gern in andere Länderküchen hineinschnuppern. Für Liebhaber asiatischer Küche. Ich würde noch ein Stück weitergehen und tät sagen, dass alle, die kräftige Aromen mögen, sich dieses Kochbuch anschauen sollten. Es ist sicher nichts für jemanden, der jedem Gemüse und jedem Fleisch den eigenen Geschmack lassen will, denn hier wird mit jeder Menge Gewürzen und Kräutern gearbeitet. 
Sehr gut alltagstauglich, da die meisten Gerichte entweder gut vorzubereiten oder ganz rasch zuzubereiten sind.
Ich bin Laie auf dem Gebiet indonesische Küche und bin dennoch gut mit den Rezepten zurechtgekommen. 


Fakten zum Buch
ISBN 978-3-95728-326-9
Format: 20.5 x 26.0 cm 
gebundenes Buch
Umfang: 240 Seiten
121 farbige Abbildungen
Übersetzt von: Claudia Theis-Passaro, Annegret Hunke-Wormser


Bestellen kann man das Buch wie immer beim Buchhändler ums Eck, direkt beim Verlag oder im Internet bei einem der vielen Buchhändler, die versenden. Für Österreich hier eine Liste der Buchhandlungen mit Online-Versand.
Die Links sind alle keine Affilate-Links.
Danke an den Knesebeck Verlag für das Rezensionsexemplar. 







Freitag, 4. September 2020

Letscho

Es ist wieder die Jahreszeit des Hamsterns! Die Märkte quellen über, leider mein Tiefkühler und meine Speis auch. Ich koche den Sommer über viel ein und habe immer einen ordentlichen Vorrat daheim. Was ich auch oft mache und dann einfriere, ist Letscho. Die ungarischen Marktstandler stehen immer Montag und Dienstag auf dem Favoritner Schreimarkt, Freitag und Samstag auf dem Naschmarkt. Ich kann leider nicht sagen, wie das nun sein wird, wo Ungarn die Grenze nach Österreich geschlossen hat, wie dicht diese Schließung sein wird. Wenn das so wie während des Lockdowns läuft, bin ich sicher, dass die Standler weiter auf den Märkten stehen. Aber das wird sich erst zeigen.

In Ungarn wird Letscho übrigens immer aus gelben Spitzpaprika gemacht und dann mit roten Paradeisern gegart, was natürlich extrem hübsch ausschaut. Ich bin aber eine große Freundin von paradeisfrüchtigen Paprika oder Apfelpaprika, wobei es mit Apfelpaprika, die gelb wären, derzeit leider schlecht aussieht. Also habe ich wie meistens ein einheitlich rotes Letscho.



Für 4 Portionen
1 kg Paprika
1 kg Paradeiser
1 große Gemüsezwiebel
2 Zehen Knoblauch
Sonnenblumenöl
1 Prise Zucker
1 EL Paradeismark
1 EL Ketchup
1 TL Paprikapulver (scharf oder süß je nach Geschmack)
Salz
Pfeffer

Die Paprika waschen, Trennwände und Samen herausnehmen, Stiel entsorgen, in Streifen schneiden. Die Paradeiser waschen, oben und unten über Kreuz einschneiden, blanchieren, häuten. In kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauch schälen und fein hacken.

Die Zwiebelwürfel in Öl anrösten, Knoblauch mitrösten, bis beides glasig ist. Paprika dazugeben und mitrösten. Paradeiswürfel dazugeben, alles schmoren, bis die Paprika weich sind. Salzen, pfeffern, Paprikapulver dazugeben, alles gut miteinander vermischen.



Der eigentliche Spaß beginnt jetzt, denn Letscho ist sowohl als Hauptgericht als auch als Beilage zu sehr vielem geeignet. Eine dezente Erdäpfelbeilage dazu und mir reicht das als Essen.
Schon als Kind sehr gern gegessen habe ich Letscho, in dem geschnittene Wurst mit erwärmt wurde (Knackwurst oder geräucherte Dürre), dazu kam ein Ei ins Letscho, also einfach das Ei im Letscho drinnen verrühren. Ein Stück Brot oder Braterdäpfel dazu und fertig ist das Essen.
Als Beilage zu rasch angebratenem Schweineschnitzel (Schnitzel salzen, pfeffern, eine Seite in griffigem Mehl andrücken, in Sonnenblumenöl erst die mehlierte, dann die zwei Seite ein paar Minuten anbraten), dazu Petersilerdäpfel. Auch sehr gut zu Zander serbisch (Zanderfilets salzen, pfeffern, mehlieren, anbraten), ebenfalls mit einer Erdäpfelbeilage, zum Beispiel Salzkartoffeln. Eine ganz geniale Variante ist, das gewürzte Zanderfilet auf einer Seite in gehackte Grammeln zu drücken und dann erst diese Zeite anbraten, dann auf der zweiten Seite nur mehr gar ziehen lassen.

Also los! Jetzt ist die Zeit für Letscho! Besser werden die Paprika nimmer. Wer allerdings die unheilige Dreifaltigkeit aus rotem, grünem und gelbem Paprika im Plastiksackel im Supermarkt kauft, der braucht kein Letscho vorkochen, denn die schmecken jetzt wie im Februar gleich, nämlich nach gar nix.

Dienstag, 1. September 2020

Foodierückblick auf August 2020

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung.

Gegessen

Ein Date hat mich ins Café Central geführt. Schön langsam füllen sich die Virtrinen wieder dichter mit mehr Leckereien und man tut gut daran, einen Tisch zu reservieren. Die endlosen Warteschlangen gibt es aber immer noch nicht.
Mein Stück vom Glück war "Limited Summer Edition" und eh ganz gut, aber nicht von der enormen Fruchtigkeit, wie man sie im Sommer servieren kann. Aber sehr exakt gearbeitet und liebevoll gemacht.
Meine erstaunlichste Erkenntnis: Man kann im Central biofrühstücken! Die Karte verspricht Bio-Eier, Bio-Butter und Handsemmerln. Das sollte man doch direkt ausnützen.

Abstand: Wird eingehalten. Desinfektionsmittel zur freien Entnahme gleich beim Eingang. Tische werden unmittelbar vor dem Besetzen desinfitiert.
Endlich hat es einmal geklappt, dass ich nach meinem Markteinkauf im Schanigarten vom Groissböck einen Platz ergattert habe. Der Kaffee war eh ganz okay - wie in Wiener Kaffeehäusern halt üblich: Man darf sich da keine Highlights erwarten, habe ich über viele Jahre gelernt. Aber jedenfalls war die Kellnerin wahnsinnig nett und freundlich.

Abstandsregelung: Na ja geht so. Es ist aber ein Schanigarten im Freien, also hoffe ich, dass das so passt. Reingehen in das Geschäft tu ich nicht, weil es ist viel zu eng da drinnen. Desinfiziert wird nichts, nur auf Nachfrage der Tisch abgewischt.
Wir waren im Patara thailändisch essen und haben uns für eines der beiden Degustationsmenü entschieden. Man bekommt tatsächlich vier Vorspeisen, eine Suppe, vier Hauptgerichte und ein Dessert, aber zum Glück mengenmäßig wirklich von allem nur zum Probieren. Die Vorspeisen waren herausragend gut, die Hauptspeisen waren okay, aber das Dessert, ein kleines Bananenstrudelchen, leider nicht.

Abstandsregelung: Wird eingehalten. Keine besonderen Desinfektionsmaßnahmen ersichtlich.
Weil gerade so ein ganz feiner Spätsommertag war und ich Zeit hatte, war ich am Naschmarkt bei Papas auf einen Kaffee. Der Kaffee war wie üblich in Wiener Kaffeehäusern. Es war wirklich nett dort! Freundlicher Kellner, viel Platz, Sonnenschein und ... hach, halt schön.

Schön langsam schlendern wieder TouristInnen über den Naschmarkt und kaufen weiterhin nichts. Was ich so an Stimmen rund um mich gehört habe, gehen auch deutlich mehr WienerInnen als BesucherInnen einen Kaffee trinken. Mich tät es freuen, wenn das den MarktstandlerInnen auch einmal auffallen würde und das Angebot entsprechend angepasst werden tät.

Abstandsregelung: Die Tische stehen knapp, aber es waren wenige Leute dort, daher kein Problem. An einem Samstagvormittag würde ich aber nicht hingehen.


Ja, wieder einmal Tichy. Es sind solche Kleinigkeiten wie dieses Papiersackerl, in den man Hohlhippen dort serviert bekommt. Ich liebeliebeliebe dieses Altmodische! Passt natürlich auch hervorragend zum Interieur und man beachte auch diese Homepage!

Die Eismarillenknödel waren wie immer erfreulich.

Abstandsregelung: Wenig erfreuliches Gedränge, das schon wieder um dieses Eis herrscht. Ausreichend Abstand wird selten eingehalten, es stehen viel zu viele Tische in den beiden Räumen. Im Schanigarten kriegt man selten Platz, wenn man sich nicht ohne Ende anstellt. Keine Desinfektionsmittel zu sehen.
Der Turbohausmann hatte während des Lockdowns Geburtstag, den er nun nachgeholt hat. Er war mit Kollegen und Exkollegen (nein, hier wird nicht gegendert, es war eine Männerrunde) im Restaurant der Wrapstars (ich hatte berichtet). Wir hatten im Rahmen vom Crowdfunding für das Restaurant etliche Gutscheine gekauft, einer war für eine ganze Schweinsschulter samt Beilagen und der Turbohausmann lässt ausrichten, dass es ausgezeichnet geschmeckt hat. Es wurden viele verschiedene Schüsselchen auf den Tisch gestellt mit gegrillten Paprika, Kukuruz, Zwiebelchen. Kimchi, mariniertem Rotkraut, eingelegten Jalapenos, Tacos, Käse zum Drüberstreuen, vielen Dips, eben die ganze Schweineschulter und leere Wraps, in die das alles zum Selberwickeln reingekommen ist. Und ich soll schreiben, dass das Bier auch ein in Österreich gebrautes ist, und zwar vom Gratzer, es wird vorbildlich gezapft und ist recht günstig mit unter vier Euro, was es in Wien nicht oft gibt.
Sehr erfreulich: Für die Herren wurde draußen ein Schanigarten aufgebaut und sie konnten mit ausreichendem Abstand sitzen. Über Desinfektionsmittel im Lokal kann der Mann nichts sagen, weil er nicht drinnen war.

Wir waren im Gasthaus Birner, über den ich hier geschrieben hatte. Wie immer war das Essen Hausmannskost und gut, wie immer will ich lieber nicht wissen, wo das Fleisch herkommt. Es zieht uns aber einmal pro Sommer dort hin, weil es ein bisschen wie Urlaub ist, wenn man dort am Wasser sitzt und den ganzen Ruderern, Schwimmern und anderen Wassersportlern zuschaut. Alles ohne Motor, daher schon ruhig und geruhsam.

Abstandsregelung: Wird gut eingehalten. Die Tische auf den drei Terrassen stehen weit genug auseinander. Keine Desinfektionsmittel vorhanden.
Ein Familientreffen hat uns ins Panoramarestaurant nahe Gumpoldskirchen, einem Weinbauort, geführt. Wir waren vor vielen Jahren einmal dort und durften feststellen, dass sich alles sehr zum Positiven geändert hat. Lediglich die Aussicht ist genau so genial geblieben wie damals. Man sitzt hoch über den Weinbergen und schaut über selbige nach Wien. Echt so genial!
Das Essen war durchwegs gut. Es gab der Saison entsprechend viele Gerichte mit Waldpilzen. Ich habe ein Steak gegessen, dass aus Urugay eingeflogen wurde. Keine Ahnung, ob das nötig war, aber zart war es in jedem Fall. Mein geliebtes medium rare war es zwar nicht, aber trotzdem sehr gut. Dazu Steinpilze, Braterdäpfel und eine Pfeffersauce. War gut, alle anderen waren auch zufrieden mit ihrem Essen.

Abstand: Wird gut eingehalten, die Tische sind weit genug auseinander. Desinfektionsmittel steht neben jedem Tisch.




Gekauft

Wenn wir um Pfirsiche fahren, dann nützen wir die Gelegenheit, um Holzkohle für den Grill direkt beim Köhler zu kaufen. Wir sind ja wirklich sehr verwöhnt von dieser Kohle! Seit vielen Jahren kaufen wir die Kohle dort und würden sie nicht mehr eintauschen wollen gegen das, was wir früher im Baumarkt oder an der Tankstelle gekauft haben. Die Kohle vom Köhler raucht nicht (oder nur dann, wenn Fett reintropft), sie riecht angenehm nach Kohle und nicht nach verbranntem Mais oder Mehl, was wir alles schon gehabt haben, man braucht nicht viel davon, weil sie zuverlässig glüht, und sie wird nicht aus Südamerika importiert wie so manche Billigstgrillkohle. Übrigen geben wir kaum mehr aus für Grillkohle als früher, weil die Kohle schön lange die Glut hält und man nicht dauernd nachlegen muss.


Wo ich selten vorbeigehen kann, ohne mal "nur reinzuschauen", ist der Meinl am Graben. Dieses Mal war mein Powidl aufgebraucht und den besten hat der Meinl. Der ist hausgemacht, nicht aufgezuckert und relativ fest gegen alles, was man sonst so in Geschäften findet.

Den allerbesten Powidl gaberts in Budapest am großen Markt, der ist wirklich ganz fest, wie früher der von Oma, aber diese Anreise ist sogar mir ein wenig zu weit ...








Einer meiner Lieblingsbäcker ist der Gragger. Nachdem ich in der Gegend war, habe ich mir mein wöchentliches Brot auch von dort mitgenommen. Das Florianer Chorherrenbrot ist natürlich wie alles dort bio, besteht aus viel Roggenmehl wenig Weizenmehl, Kümmel, Fenchel,Koriander, Sauerteig und Steinsalz. So, wie die Zutaten klingen, ist das Brot auch wirklich: wie früher das Landbrot vom Bäcker am Eck, rustikal, kompakt und hält sich wunderbar! Nachdem das doch ein ordentliches Trum Brot ist, haben wir mehr als eine Woche dran gegessen und es war dann zwar nicht mehr wie frisch, aber immer noch erfreulich.
Ausnahmsweise waren einmal meine beiden Lieblingsajvarsorten daheim. Das sind mittlerweile die einzigen, die ich kaufe. Am allerliebsten ist mir das links von Biobalkan. Geschmacklich liegen beide gleich auf, aber Biobalkan ist eine junge Firma, die von kleinen Bauern kauft, alle biozertifiziert, und das finde ich sehr unterstützenswert.
Derzeit gibt es wieder Montag und Dienstag die allerbesten Paprika auf dem Favoritner Schreimarkt zu kaufen. Die ungarischen Standler stehen an diesen beiden Tagen immer dort und verkaufen wirklich schöne Ware. Ich habe gleich eine ordentliche Fuhre Paradeisfrüchtige (links hinten am Foto) eingekauft, um Letscho vorzukochen und für den Winter einzufrieren. Paradeiser habe ich eigene, was mich sehr freut. Und ich komme gerade drauf, dass ich kein Letscho-Rezept am Blog habe. Groooßer Fehler!

Der Joseph hat drei verschiedene Grillbrote, diese Focaccia ist eines davon. Ich war ehrlich gesagt nicht allzu berauscht, weil auch direkt nach dem Kauf war es nicht knusprig. Dafür sehr viele Oliven drinnen und auch getrocknete Paradeiser. Das heißt, das Brot ist ganz und gar nicht neutral, wie ich erhofft hatte, weil ich es von meinen eigenen Focaccias so kenne.

Die Focaccia und ich habe uns dann aber versöhnt, als ich das Brot am zweiten Tag in Scheiben getoastet habe. Da war es dann richtig gut! Noch immer in keiner Weise neutral, aber wenn man das weiß, dann kann man es ja passend zu mediterranen Gerichten kaufen, dann passt es ausgezeichnet.
Auch vom Joseph ist diese Topfengolatsche. Ich bin nicht sicher, was das für ein Teig war. Ich mag jedenfalls gern knusprige Topfengolatschen aus Plunderteig. Diese Golatsche war schon ziemlich lätschert. Ich maule normalerweise nicht über Preise, aber wenn man etwas zu Pattisseriepreisen verkauft, dann sollte das schon auch so eine Qualität haben. Will ich nur einmal anmerken ...
Eine große Freude ist es, am Samstag am Naschmarkt einzukaufen, besser gesagt ganz hinten bei der Kettenbrückengasse am Bauernmarkt. Da kommen immer mehr Standeln mit Bio-Produkten. Dort, wo immer die längste Menschenschlange angestellt steht, findet man die Bioschanze, eine Gärtnerei aus dem 21. Bezirk. Die Vielfalt ist immer ganz wunderbar und ich wurde noch nie von den Gemüsen enttäuscht.
Ein richtig gutes Ciabatta vom Kasses habe ich beim Pöhl am Naschmarkt gekauft. Dieses Brot hat keine wilden riesigen Löcher wie in Italien, sondern eine feinporige Krume, aber ist geschmacklich wirklich sehr, sehr gut! Wir haben es zum Grillen am nächsten Tag aufgetoastet und das war genau das, wie ich es mir gewünscht habe, nämlich ein guter, neutraler Begleiter, der sich nicht in den Vordergrund drängt und für alle Gänge passt.


Ein Stand, der immer schon Produkte aus der Region, aber auch sonst Obst und Gemüse anbietet, ist der Kuczera. Meine LeserInnen wissen, dass ich dort gern einkaufe. Derzeit gibt es eine Unmenge an Paradeisern zur Auswahl. Die meisten kommen aus dem Seewinkel oder sonst aus dem Burgenland. Die Preise sind gehoben, aber die Ware ihr Geld Wert. Leider fehlen in diesem Jahr die riesigen gelben Fleischparadeiser. Da ist ein Pilz daran Schuld, der die Pflanzen des Bauern, von dem die Familie Kuczera einkauft, befallen hat. Aber es gibt zum Glück jede Menge andere schöne Paradeiser.






 

Dieses Mal hat die Madame Crousto vom Öfferl entschieden, dass sie länglicher sein will. Ja wenn man Brote mit Charakter macht, dann entscheiden die halt auch mal, in welche Form sie















Im Supermarkt gab es gerade 25 % auf Süßes, da kann ich dann selten an den Balleros vom Zotter vorbeigehen. In den nächsten Wochen gibts also bei mir zum täglichen  Espresso ein paar von den köstlichen Schokokugerln. Dieses Mal habe ich einen Nuss-Mix gekauft, da sind verschiedene Nüsse mit Schoki überzogen. Seeehr genial schmecken die.

In der Tasse: Maranello von Alt Wien. Das ist einer der Kaffees, die bei uns immer gehen. Vollmundig, bitter im Abgang, harmonisch, keine Spur sauer, mach gute Crema. Gibt also mehr als einen Grund, den immer wieder zu kaufen.












Gekocht

Immer wieder sehr gern essen wir den Bulgurpilaw mit glasiertem Schweinslungenbraten. Der Pilaw ist nach Ottolenghi und wie man sieht, spielt der bei uns am Teller die Hauptrolle − aus Gründen! Eine hervorragende Kombination an Gewürzen und Gemüsen, getoppt mit rosa Beeren und Schnittlauch, ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern eben auch eine tolle Gaumenfreude. Besonders zu dieser Jahreszeit, wenn die Paprika Hoch-Zeit haben.
Zum Glück fand ich in den Untiefen des Tiefkühlers noch Kasnudeln. Ein immer willkommenes Essen, wenn der Sommer einen Tag Pause macht. Dazu gab es eine Schüssel Blattsalate von Balkonien.

Eine wunderschöne grüne und sehr winzige Raupe hatte innerhalb von 24 Stunden einen totalen Kahlschlag an meinen Salaten verursacht. Ich war echt angefressen auf das Sauviech und habe die Salatwand zwei, drei Wochen nicht angeschaut. Siehe da, auf einmal war da wieder Salat! Aus den bodengleich abgefressenen Strünken haben meine Blattsalate wieder ausgetrieben. Ich freu mich sehr!
Nachdem sie mengenmäßig für meine immer noch in Gebrauch befindliche Uralt-Backform im Maß von 25x35 cm so perfekt passt, mache ich immer wieder gern meine Masse für Marillenkuchen. Ein wenig spät im Jahr für Marillen, aber besser spät als gar nicht. Gefunden habe ich die Marillen am Naschmarkt, gewachsen sind sie aber in Ungarn. Das ist von Wien sogar näher als Tirol. Vor allem aber sehr viel näher als die Ukraine! Wie ich darauf komme? Unsere Verwandtschaft hat erzählt, dass dieses Jahr ein Großteil der an den Standeln im Burgenland verkauften Marillen von dort hergekommen sind. Nachdem diese Stände aber keinen Regulierungen unterliegen, dürfen sie nach wie vor mit einem Schild "burgenländische Marillen" werben und müssen die Herkunft nicht kennzeichnen.
Seit 2011 am Blog ist das Alltime-High-Rezept von Stevan Paul zu finden. Eigentlich funktioniert das Rezept mit Hüttenkäse, aber hier habe ich es ausnahmsweise mit Mozzarella gemacht. Was ganz herausragend dazu passt ist das Zitronen-Olivenöl von Noan. Anfang des Sommers gab es anlässlich der neuen gelben Verpackung eine Aktion und ich habe mich gleich damit eingedeckt. Ich kenne ja meinen Verbrauch an diesem Öl ja nun schon länger. Uns schmeckt das sehr gut, weil es nicht so penetrant aromatisiert ist wie so manches anderes Zitronen-Olivenöl.







Wie fast jeden Monat habe ich auch im August wieder aus meinem letztjährigen Lieblingskochbuch gekocht. Wenn andere Wurstsalat auspacken, darf es bei uns gern vegetarisch sein: Zu Mittag am See haben wir Caponata gegessen. Perfekt zu diesem Zweck, denn man braucht nicht einmal eine Kühltasche, weil Caponata am besten lauwarm und am Vortag gekocht schmeckt.

Diese Variante hatte keine Rosinen vorgesehen, aber ich kann dieses Gericht nicht ohne essen, also habe ich welche reingetan. Uns hats geschmeckt! Dass im Rezept keine drinnen sind, hat aber einen guten Grund: Die Autorin hat jedes Rezept penibel recherchiert und in den meisten Varianten sind keine Rosinen drinnen.
Wie jedes Jahr habe ich wieder ganz wunderbare Pfirsiche von meinem Lorenz gekauft. Er hat viele verschiedene Sorten und wenn ich Kerngeher für mein Pfirsichkompott bestelle, kann ich sicher sein, dass ich wahnsinnig geschmackvolle und reife Pfirsiche bekomme, die sich auch wirklich gut vom Kern lösen. Dafür fahre ich gern auch mal weiter.













Eine Premiere in meinem Leben war, dass ich Paradeiser roh und nicht gekocht in Form von Passata eingeweckt habe. Das Rezept stammt ebenfalls aus meinem Lieblingskochbuch. Es ergab sich ein erstaunlicher Effekt, nämlich dass sich Fruchtfleisch und Fruchtsaft getrennt haben. Ich hatte darüber mit der Kochbuchautorin Cettina Vicenzino einen langen elektronischen Austausch. Ihr ist das noch nie passiert, wenn sie das Rezept gekocht hat. Sie war so entzückend, dass sie sowohl mit der im Kochbuch auch gezeigten Urheberin des Rezepts als auch ihrer Mama Kontakt aufgenommen hat. Es scheint, als käme es auf die Paradeisersorte an, aus der man Passata einkocht, ob das passiert oder nicht.
Ergebnis: Schaut zwar komisch aus, aber ist genau wie Passata sonst auch zu verwenden.




Wie jedes Jahr um diese Jahreszeit habe ich Paprika-Chili-Marmelade eingekocht. Charapitas habe ich zwar massenhaft, aber die sind dieses Jahr nicht so scharf, daher durften die alle in die Marmelade. Wir haben das Ergebnis meiner Einkocherei dann auch gleich zum Grillen verkostet und ich muss sagen, es war eine Freude, auch wenn die Aromen noch nicht so gut gereift waren. Es zahlt sich halt immer aus, wenn man das Gemüse dann erntet, wenn es so richtig schön reif ist.
Zum x-ten Male wiederholt hab ich den Rucola-Aufstrich mit Feta und Chili. Der ist wirklich ganz einfach zu machen und sowohl Rucola als auch Chilis wollen derzeit aufgebraucht werden. Und jetzt kriegt das Posting endlich ein Foto-Update. Erstaunliche Erkenntnis: Ich hab tatsächlich irgendwann einmal noch schlechter fotografiert als jetzt.













Gefunden am Blog

Gesucht wurde nach Schmerteig − ja klar, kann ich. Mach ich aber kaum, weil der ist wirklich üppigst und vor allem im Sommer kann ich so etwas gar nicht essen. Nach Heidelbeerkuchen wurde auch gesucht, aber nach einem vom Lafer. Sorry, hab ich nicht. Aber einfach den verlinkten nachbacken, denn ich bin sicher, der schmeckt!  Dirndln scheint es auch schon zu geben oder es hat jemand schon prophylaktisch ganz emsig geschaut, was aus dem Erntesegen werden könnte. Ich warte jedenfalls schon hart, dass sich jemand von unseren FreundInnen mit Garten samt Dirndlstrauch meldet, dass wir wieder einmal zum Ernten kommen sollen.



So, und jetzt ist der Sommer quasi vorbei. Das sagen auch die von den Stieglitzen abgeernten Sonnenblumen auf Balkonien. Irgendwie find ich das gemein. Dieses Jahr fühlte ich mich schon um den Frühling betrogen, aber es geht mir mit dem Sommer genau so. Nicht ein einziges Mal waren wir in einem Freiluftkino aus Sorge vor der Drängerei dort. Keine Open Air-Konzerte, kein Musikfestival wie sonst jeden Sommer, kein Freibad, nie die Zehen in den Sand eingegraben am Donaukanal − mir fällt da eine endlose Menge an sommerlichen Erfreulichkeiten ein, die dieses Jahr ausfallen mussten. Dafür waren wir in diesem Monat so viel essen, als würden wir dafür bezahlt bekommen. Über uns darf sich die Gastro ausnahmsweise nicht beschweren. Aber ich will nicht sudern − na gut, ein bissi schon, nun ist aber Schluss damit, denn das ist Jammern auf hohem Niveau.

Ich wünsch euch allen einen gesunden September mit einem wunderbaren Altweibersommer, der uns alle mit sanften Sonnenstrahlen küsst und uns die Herzen erwärmt.