Freitag, 12. April 2019

Birnentarte mit Safran und Berberitzen

Dass man Berberitzen essen kann, weiß ich. Ich mag die kleinen sauren Dinger recht gern, sowohl in Kuchen statt Rosinen als auch in persischem Reis. Dass man dieses kleinen Beeren auch bei uns ernten kann, habe ich erst in dem Buch Essbare Stadt gelernt. Allerdings gestehe ich, dass ich diese Berberitzen nicht selber gepflückt habe, da ich nicht weiß, welche Sorten man essen kann. Da muss ich mich erst schlau machen, bevor ich mich im Herbst ernten traue. Daher kommt nun ein Rezept mit gekauften Berberitzen.




Ich weigere mich, gekauften Blätterteig zu verwenden, wenn es so einfache und gute Alternativen wie den guten alten Topfenblätterteig gibt. Im Originalrezept wird Blätterteig verwendet.

Für den Topfenblätterteig:
250 g glattes Mehl
250 g Topfen
250 g Butter, direkt aus dem Kühlschrank grob gerieben
1 Prise Salz

Früher habe ich den Topfenblätterteig immer händisch geknetet, mittlerweile tu ich mir diese Arbeit gar nicht mehr an, sondern schmeiße alle Zutaten in die Rührschüssel von der Küchenmaschine, geb den K-Haken rein und lasse alles gut durcharbeiten. Dann walke ich den Teig auf einer bemehlten Unterlage aus und falte ich mehrmals, bis ich ein handliches Paket habe. So darf er dann im Kühlschrank warten, bis ich ihn verarbeite. Meistens friere ich die Hälfte ein. (Psssst, man kann aber auch die Hälfte im Kühlschrank für mein nächstes Rezept aufheben.)




½ Menge Topfenblätterteig
3-5 Birnen (je nach Größe)
2 Eier
4 EL Zucker
1 EL Amaretto
½ unbehandelte Orange (ich: Bitterorange, Bergamotte geht auch), die abgeriebene Schale
1 EL Berberitzen
etwas Safran
50 g Topfen
50 g Obers

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Den Teig auswalken und in die Form legen. Backpapier drauflegen und mit Hülsenfrüchten beschweren. 10 Minuten backen, dann aus dem Rohr nehmen. Rohr auf 180 Grad schalten.
Die Birnen schälen, entkernen und halbieren, fächerartig einschneiden und auf den Teig legen, 15 min. backen.

Für den Guss Eier mit Zucker und Amaretto schaumig schlagen, bis die Masse hellgelb und luftig-steif ist. Das dauert 10 bis 12 Minuten. Abgeriebene Orangenschaöe, Berberitzen und Safran unterrühren, Topfen und Obers unterziehen. Den Guss über die Birnen leeren, Backrohr auf 160 Grad stellen und noch einmal 15-20 min. backen, bis der Guss fest und goldbraun ist.

Varianten: Marzipanrohmasse auf den Kuchenboden raffeln oder den umgefalteten Rand damit füllen. Es eignen sich laut Essbare Stadt alle Früchte für diesen Kuchen, man sollte dann den Schnaps entsprechend an die Früchte anpassen, man kann aber auch Brandy oder Rum nehmen.




Das war eine würdige Verwendung für die letzten Lagerbirnen, die ich finden konnte. Der Kuchen hat sehr gut geschmeckt. Überhaupt der Turbohausmann, der bei uns eigentlich der wahre Zuständige für Süßes ist, war total begeistert.

Kommentare :

  1. Sehr fein, vielen Dank! Wird denn der Teig so richtig blättrig aus der Maschine?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Christine,
      der Teig blättert am allerbesten auf, wenn man kleine Teilchen damit macht. Je schwerer die Fülle ist, desto weniger blättert er. Und er hat genau das gleiche Verhalten wie fertig gekaufter Blätterteig: Am ersten Tag super, am zweiten Tag nicht mehr. Das Anschnittfoto ist vom zweiten Tag, da siehst du, wie der Teig dann aussieht. Wie Mürbteig am zweiten Tag.

      Löschen
  2. Gut, dass du mich wieder daran erinnerst, ich will doch schon die ganze Zeit dieses Rezept für Blätterteig ausprobieren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sabine,
      du wirst sehen, der Topfenblätterteig ist super. Zwar wie gekaufter Blätterteig auch: Optimal nur am ersten Tag, aber ich mag ihn dennoch sehr gern.

      Löschen
  3. Ich muss unbedingt diesen selbstgemachten Blätterteig ausprobieren, jedes Mal, wenn ich von ihm lese, denke ich, dass es eine gute Altenative wäre zu dem ungeliebten fertigen Blätterteig. Berberitzen habe ich noch nie probiert, jetzt hast du mich neugierig gemacht.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sigrid,
      der Blätterteig wird in Österreich schon seit Generationen gemacht, ist aber leider im Laufe der Jahrzehnte durch die Fertigprodukte aus der Kühlvitrine verdrängt worden. Wie beim Strudelteig.
      Mich würde es sehr freuen, wenn du zur Verbreitung beitragen könntest. Ich kann das nicht leiden, wenn so tolle Rezepte ganz untergehen und die Leute das Kochen an Konzerne abtreten.

      Löschen

Über Kommentare freue ich mich! So schnell es mir möglich ist, antworte ich darauf.

Bitte keine Spams, keine Werbung, keine politische Propaganda oder gar verbotene Sachen - das alles fliegt raus!

In Zeiten der DSGVO muss ich darauf hinweisen: Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch die Software dieses Blogs einverstanden.