Dienstag, 23. Oktober 2018

[Buchbesprechung] Pikante Kuchen

Enthält Werbung (Rezensionsexemplar, Verlinkungen)

Es gibt wirkliche Kochbuch-Highlights beim Stocker Verlag: Mein allerliebstes Grillbuch ist immer noch das Buch Schaschlik − Eine Philosophie, das 1 x 1 des Einkochens, aus dem ich viel über das Haltbarmachen dazulernen durfte, gar nicht zu reden vom Dirndlkochbuch, aus dem ich mittlerweile fast jedes Rezept nachgekocht habe. Und ein weiteres Highlight will ich nun besprechen: Es ist eine Sammlung, großteils von erprobten Rezepten aus der Kochzeitschrift Kochen & Küche, aber teilweise wurden auch neue Rezepte für das Buch entwickelt, unter anderen von der Bloggerin Sarah Thor-Diem vom Blog Gaumenpoesie,  weiters von den Küchenmeistern Franz Schauer und Stefan Hirschböck.

Wie immer beim Stocker Verlag wird man aber nicht einfach so ins kalte Wasser geschmissen, sondern es gibt eine ausführliche Einleitung, in der Backformen, Backzeiten und -temperaturen besprochen werden. Zwecks deutsch-österreichischer Völkerverständigung werden die Mehlsorten "übersetzt" und es gibt ein Register mit den typisch österreichischen Begriffen aus dem Buch, die ebenfalls "übersetzt" werden. Grundbegriffe wie blind backen werden bebildert erklärt.

Die Fotos sind hell und klar, kein Essen ist in der Gegend verstreut, kein Schnickschnack und kein Chichi − also quasi keine Kleinkinderfotos mit Rüschen und Einhörnern, sondern Fotos, die zeigen, wie das Essen ausschaut, wenn es fertig ist. Oder die einzelne Schritte oder Zubehör: funktionell und zweckdienlich.

Im Kapitel "Pikante Kuchen" findet man alles, was auf Blech gebacken wird, also Blechkuchen, Rouladen oder Kuchen aus der Kuchenform.
"Quiches und Tartes" zeigt ebenfalls neue Kreationen wie Birnentarte mit Faschiertem und Preiselbeeren oder Mürbteigtarte mit Fisolen, Oliven und Ölsardinen, aber auch die ganz klassische Quiche Lorraine ist vertreten.
Im Kapitel "Pizza und Flammkuchen"  wird das Pizza-Grundrezept von Luciano Federico aus Neapel zur Verfügung gestellt. Im Kochbuch werden die einzelnen Schritte der Teigherstellung bebildert erklärt. Man kann sich auch auf Youtube das Video anschauen, wo der Pizzateig akrobatisch, wie ich es nie zusammenbringen werde, in die Luft geworfen wird. Es finden sich aber auch Pizzen mit einem Polentaboden oder mit Vollwertmehl.
Was mir ja vollkommen neu war, ist das Kapitel über Schichtkuchen, denen ein eigenes Kapitel gewidmet wird. Es ist eine französische Erfindung und sie heißen dort "unsichtbare Kuchen" und zwar aus dem Grund, dass fast bis gar kein Teig beteiligt ist. Diese Kuchen sind oft sehr farbenfroh und überraschen mit unösterreichischen Zutaten wie Tofu, Noriblätter und Sojasauce, Blauschimmelkäse und Chorizo. Aber auch die österreichische Tradition wird gepflegt, zum Beispiel mit dem Wurzelgemüseschichtkuchen. 
Bei den "Herzhaften Torten" findet man richtige Kunstwerke, wie man sie in süßer Form beim Zuckerbäcker oder sehr ambitionierten Hobbybäckern sieht. Bei der "Bunten Waffel-Torte" werden die Waffel nicht mit Lebensmittelfarbe, sondern mit Sepia-Tinte, Roten Rüben und Erbsen eingefärbt, was ich sehr sympatisch finde. Für die "Marokkanische Fladenbrottorte" werden erst Fladenbrote gebacken, die dann mit Hühnerfülle, Hummus und Paprikafülle geschichtet werden. Auch das war für mich, nachdem mir das Deko-Gen vollkommen fehlt, totales Neuland.

Was mich immer sehr freut: In jedem Kapitel findet man ausreichend Rezepte, die der Jahreszeit entsprechen. Nie werden Zutaten kombiniert, wo ein Teil im Frühling erhältlich ist und der andere Teil im Winter, also wirklich gute Eignung für einen normalen Haushalt.

Zum Glück habe ich auch etliche Rezepte gefunden, bei denen man kein Deko-Gen braucht, also geht es jetzt ans Backen:

Zwiebelkuchen

Was gibt es Schöneres, als an einem Spätsommerabend draußen zu sitzen, die letzten Sonnenstrahlen zu genießen, einen Zwiebelkuchen zu genießen und dazu ein Bier? Na gut, ein Glas Sturm wäre auch nicht zu verachten! Aber der Zwiebelkuchen ist ein Muss. Uns hat er sehr gut geschmeckt und auch am nächsten Tag war er kalt noch ausgezeichnet.
Tomaten-Käse-Blätterteigtarte

Das waren unsere letzten eigenen Paradeiser, die ich da verarbeitet habe. Und das Rezept war würdig, dass man damit solche Schätze verwendet.

Sehr erfreulich: Im Rezept werden die Paradeissorten, die sich besonders gut eignen, aufgezählt.
Pikante Biskuitroulade mit Pilzfülle

Das ist das Rezept, das ich unbedingt vorstellen muss, denn gerade jetzt, wo es noch Pilze gibt, sollte man das unbedingt nachkochen. Dazu eine Schüssel Blattsalate und im Nu ist ein gelingsicheres Essen fertig.

Auch hier war es ein Zweitagesfest: Am nächsten Tag schmeckt diese Roulade auch kalt sehr gut. Es gibt aber auch einen Tipp, wie man dieses Roulade wieder aufwärmen kann. Also auch gut vorzubereiten, wenn man vorkochen will.







Kartoffelschichtkuchen

Schlussendlich habe auch nun noch einen Schichtkuchen gebacken. Der war vielleicht gut! Oben drauf schön knusprig, was ja auch nie ein Fehler ist.

Bei uns war es eine ausgezeichnete Hauptspeise mit einer Schüssel Blattsalaten dazu. Das geht aber sicher auch als Beilage.





Unterm Strich? Ein unaufgeregtes Buch, das wirkliche Schätze beherbergt. Es wird einziehen in meine Ecke der Lieblingskochbücher.

Fakten zum Buch:
ISBN 978-3-7020-1722-4
Umfang: 112 Seiten, jedes Rezept bebildert
Großformat, 21 x 28 cm
Hardcover
€ 16,90

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler an der Ecke zu kaufen, man kann es beim Stocker Verlag bestellen oder bei einem der vielen Online-Händler.


Herzlichen Dank an den Stocker Verlag dafür, dass er dieses feine Buch herausgebracht hat und mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.

Kommentare :

  1. Auf die Pilzroulade bin ich besonders gespannt, die wäre eine schnelle Alternative zu meinen geliebten geefüllten Kartoffelteigrouladen, die ihre Zeit brauchen.
    Bitte auch das Zwiebelkuchenrezept,
    lg

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    1. Die Pilzroulade kommt bald! Die geht wirklich schnell.
      Zwiebelkuchen braucht noch ein bisschen.

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