Freitag, 20. April 2018

[Rezension] Backe, Brust und Bauch von Ela Rüther

Enthält Werbung für das besprochene Buch

Es fällt mir gerade sehr schwer, mich einigermaßen ein Konzept zu halten, wenn es um dieses Buch geht. Ich könnte mich nämlich so richtig deppert kochen daraus. Da gibt es kein Rezept, das nicht nach mir schreit. Aber ich versuche mich einzubremsen! Also der Reihe nach: Der at-verlag hat dieses wunderschöne Buch von Ela Rüther herausgebracht. Mir hat ihr Bitter-Kochbuch (Rezension) schon sehr gefallen und ich dachte nicht, dass eine Steigerung möglich wäre. Doch, es ist! Aber das kann auch an meinen persönlichen Vorlieben für solche Arten von Fleisch liegen (Beiträge zu Nierenzapfen und Fledermaus). Also ist das Buch quasi wie für mich gemacht.

Wie schon beim Bitter-Kochbuch sind die Fotos auch hier toll. Sie sind wieder so gar nicht nach "kleines Mädi" mit rosa und Chichi, sondern sehr erwachsen. Klare Bilder, die auch rohe Fleischtrümmer sehr ästhetisch abbilden. Was ich besonders erstaunlich finde: Es gibt ein Foto von einem Schlachter mit einem aufgehängten Tier. Auch wenn ich Fleisch esse, bin ich ein Weichei und solche Fotos halte ich normalerweise nicht gut aus. Doch Ela Rüther ist es gelungen, dass auch dieses Foto schön ist. Einen Blick ins Buch kann man hier machen.

Die Rezepte? Es ist alles vertreten von klassischen bis zu modernen. Man kann also vom klassischen Rinderfond bis zu den asiatischen Sauschwanzerln quer durch alles finden. Kein einziges Essen, das ich nachgekocht habe, ist daneben gegangen. Manche Rezepte wie das erste in meiner Liste brauchen ihre Zeit, aber sind dennoch gelingsicher. Es sind insgesamt 80 Rezepte, außerdem findet man jede Menge Warenkunde in dem Buch, auch Bezugsquellen für Deutschland und die Schweiz sind angeführt.

Dass das Buch sehr schön gemacht ist, muss ich bei diesem Verlag wohl nicht mehr dazuschreiben.

Wollen wir essen?

Schweineschwanz-Pralinen mit Garnelen und Zitrusmayo

Das ist eigentlich das langwierigste Rezept, das ich nachgekocht habe: die Schwänzchen werden 2 Stunden weich gekocht. Danach wird der Fond eingekocht und mit dem abgezupften, gehackten Fleisch über Nacht kalt gestellt. Am nächsten Tag werden aus der dann schnittfesten Masse Pralinen ausgeschnitten, die man paniert und frittiert.

Auch wenn das Rezept lange braucht, so ist es doch für Gäste geeignet: Am Serviertag macht man nur noch die Mayo, brutzelt die Pralinen und die Garnelen, dazu Algensalat und schon ist eine Vorspeise auf dem Tisch, die wunderbar schmeckt!

Onglet mit Rotweinschalotten

Das Rezept ist eigentlich aus "Sous-vide"-Rezept gedacht. Aber ich habe weder ein Vakuumiergerät noch ein Gerät, mit dem ich das Wasser auf stabilen 56 Grad halten könnte. Das ist aber kein Problem, denn es ist im Buch auch geschrieben, wie man das Fleisch auf konventionelle Art machen kann.

Der Beilagenempfehlung bin ich gefolgt und habe Polenta (in diesem Fall grobe Bramata) gemacht. Das Essen war ausgezeichnet!
Schweineschwänzchen mit Chili, Knoblauch und Ingwer

Auch hier wieder ein Rezept, das länger braucht: 3 Stunden werden die Schwanzerln im Rohr geschmort, bis das Fleich butterzart ist.

Bei uns gab es den dazu empfohlenen Glasnudelsalat dazu. Wiederum eine tolle Geschmackserfahrung, allerdings eine ziemliche Sauerei beim Essen, denn man kann die recht langen Schwanzerl nur abnagen.
Entrecote (bei mir Nierenzapfen) vom Grill mit Rucolapesto

Hier habe ich mir erlaut, ein "Second Cut"-Stück durch ein anderes zu ersetzen. Es war schlicht und einfach noch ein Nierenzapfen im Tiefkühler, der gegessen werden wollte. Und dank Warenkunde im Buch ist es nicht schwer herauszufinden, welche Teile für welche Zubereitungsarten geeignet sind,
Das Pesto war sehr gut!







Geräucherte Spareribs mit BBQ-Sauce

Zur Freude unserer Nachbarn (hüstel ...) haben wir auf Balkonien im Kugelgrill geräuchert. Im Buch wird beschrieben, wie man im Rohr räuchert, also braucht man keine Grillmöglichkeit, um das Rezept nachmachen zu können.
Die selbst gemachte BBQ-Sauce, mit der das Fleisch dick eingepinselt wird, schmeckt toll. Die restliche Sauce wird zum Dippen gereicht.
Die Beilagenempfehlung war Clow Slaw, ich habe dazu meinen lang bewährten Asiatischen Krautsalat dazu gemacht.



Klachelfleisch (= Fledermaus, bei mir Kotelett) vom Grill mit Spargel-Panzanella

Es ist nicht so einfach, wenn man sonst schon alles gekauft hat, der Schweine-Produzent aber die bestellten Fledermäuse nicht hat. Das ist das Risiko, wenn man direkt beim Bio-Produzenten kauft, und mit dem ich gut leben kann. Dafür habe ich schöne Koteletts von ihm bekommen. Der Spargel-Brotsalat war aber so gut, dass ich den nicht unter den Tisch fallen lassen kann. Mit Kräutern und Pinienkernen wird er zu einem sehr, sehr guten mediterranen Salat, der uns in der Grillsaison noch öfter begleiten wird.

Flank Steak mit gegrilltem Lauch und Paprika-Walnuss-Salsa

Was war das für ein Glückstreffer: Das erste Flank Steak meines Lebens kam von einem Demeter-Bauern und dazu DIESE Salsa. Ich werde dieses Rezept genauer vorstellen, weil es so einfach zu machen ist und so gut schmeckt.

Wahrscheinlich muss ich jetzt eh nichts mehr schreiben zum Thema, wie mir das Buch unterm Strich gefallen hat ... Es ist wohl eine der ausführlichsten Buchbesprechungen, die ich je gemacht habe. Und das Buch schaut jetzt schon ziemlich benutzt aus und ist immer noch mit vielen, vielen Zettelchen gespickt.
Was ich auf jeden Fall noch erwähnen will: Da sind nicht hauptsächlich Grillrezepte in dem Buch, sondern das ist so ein persönliches Ding vom Turbohausmann und mir, dass wir, sobald das Wetter es zulässt, den Grill anheizen. Man kann diese Sachen, die ich am Grill gemacht habe, sicher auch in der Grillpfanne zubereiten.

Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-03800-082-2
Einband: Gebunden
Umfang: 280 Seiten
Gewicht: 1223 g
Format: 19.5 cm x 26.5 cm
Preis: 30,-- EUR

Wie immer gibt es das Buch beim Buchhändler an der Ecke zu kaufen, man kann es beim AT-Verlag bestellen und ÖsterreicherInnen finden es versandkostenfrei beim Buchhändler.at.

Herzlichen Dank an den AT-Verlag dafür, dass er so ein tolles Buch herausgebracht hat und mir ein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Die Links sind alle keine Affilate-Links.

Kommentare :

  1. Seufz... klingt äußerst appetitanregend. Da aber doch Vieles für mich rausfiele halte ich Abstand und freu mich an deiner Begeisterung

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hach, deine Unverträglichkeiten gehören verboten. Gerade für eine Foodbloggerin ist das extrem unfair.

      Löschen

Über Kommentare freue ich mich! So schnell es mir möglich ist, antworte ich darauf. Bitte keine Spams, keine Werbung, keine politische Propaganda oder gar verbotene Sachen - das alles fliegt raus! In Zeiten der DSGVO muss ich darauf hinweisen: Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch die Software dieses Blogs einverstanden.