Montag, 17. September 2018

Foodie-Woche

Wie immer: enthält Werbung (Namensnennungen, Verlinkungen)

Was genau ist denn nun ein Foodie? Ich will's mal in Taten sagen, wie so eine Woche bei mir ausschaut. Nicht immer ist meine Woche dermaßen dicht, aber schon oft genug.

Warum jetzt dieses Posting? Weil mich jetzt einmal jemand gefragt hat, was man als Foodblogger eigentlich für eine Ausbildung braucht. Antwort: Gar keine. Dennoch kenne ich viele Foodblogger, die sich laufend in irgendeiner Form mit Essen beschäftigen. Es gibt auch Foodblogger, die in erster Linie traumhaft schöne Fotos machen und gern bloggen, die sich mit SEO gut auskennen und einen Businessplan haben, was natürlich genau so legitim ist, aber dazu gehöre ich nicht. Ja, ja, ich weiß, das sieht man an meinen Fotos.


Essen ist politisch. Immer. In diesem Fall aber ganz besonders: Zum "Kleinen Braunen gegen Rechts" lud das Luftschloss am Cobenzl, weil Rechtsextreme wieder einmal zu einem Aufmarsch zu einem Denkmal dort oben aufgerufen hatten.

Der Erlös von allen kleinen Braunen dieses Tages ging an das Dokumentationsarchiv, also nichts wie hin! Zu einem guten Kaffee bekommt man am Cobenzl diese wunderbare Aussicht auf Wien serviert.

Am nächsten Tag hatte mich mein afghanischer Schützling anlässlich seiner bestandenen Lehrabschlussprüfung in den Afghanpalast zum Essen eingeladen. Auf dem Foto sieht man Mantu, afghanische Teigtäschchen, gefüllt mit Faschiertem, dazu Joghurtsauce, gelbe Linsen und Minze.
Es gibt auch einen kleinen Schanigarten im Hof, wo man auf Matratzen mit Teppichen drauf sitzen kann − so, wie man es eben in Afghanistan auch macht.
Wenn man afghanisches Essen kennenlernen will, ist dieses Lokal ein recht guter Platz. Es ist afghanische Hausmannskost, die man dort serviert bekommt.


Vergangene Woche fand der vierte und letzte Bio-Wissensmarkt im WUK statt. Das ist eine recht lustige Veranstaltung, bei der man vorher nicht so recht weiß, was auf einen zukommt, außer dass es sich dieses Mal um die Farbe weiß dreht. Man kann aber sicher sein, dass man jede Menge Wissen an einem Platz versammelt findet und klüger als man hinkommt wieder weggeht.

15 Experten zu den unterschiedlichsten Themen waren versammelt, drei davon konnte man sich aussuchen und ihnen beim Fachsimpeln über ihr Thema lauschen. Ich hörte Jürgen Schmücking über den Geschmack von Fett reden, Erich Leyrer über den Anbau von Trockenreis im Seewinkel und Johannes Lingenhel, den ersten Wiener Stadtkäser, über das Käsen. Es war extrem spannend und ich finde es immer wieder erfreulich, wenn man mit Leuten reden kann, die in einer Sache so richtig aufgehen.

Es ist auch recht nett, wenn einem so viele Gleichgesinnte über den Weg laufen und man auch mit denen plaudern kann.

An einem Abend war ich in die Bäckerei Felber eingeladen. Anfangs war ich nicht sicher, ob mich das so glücklich machen würde, denn ich war dieses Jahr schon in die Bäckerei Kasses eingeladen, wo es wirklich total nett war und ich Handwerk vom Feinsten erleben durfte. Der Felber hingegen ist eine Großbäckerei. Dennoch war ich recht angetan, denn es wird immer noch viel in Handarbeit gemacht und es werden soweit wie möglich heimische Produkte verwendet. Auch die Eier werden ausschließlich aus Österreich bezogen. Das hat Seltenheitswert! Oft genug werden die nicht deklarierungspflichten verarbeiteten Eier von sonstwoher importiert, was bedeutet, man isst Eier aus Käfighaltung, was in Österreich zum Glück verboten ist. Nicht hier!

Unbedingte Lokalempfehlung: Das Banh Mi in der Nähe vom Naschmarkt. Ich hatte ein Date mit dem Turbohausmann zwecks gemeinsamem raschem Mittagessen. Dieser kleine Imbiss ist sehr fein: Knusprige kleine Baguettes, gefüllt mit ganz frischen Zutaten, sehr viel Gemüse, wenig bis gar kein Fleisch − so esse ich sehr gern. Die Preise sind mehr als moderat: 6,20 bis 6,90 kostet ein gefülltes Weckerl und man ist wirklich sehr satt danach. Es ging gerade noch ein Stück Bananenbrot (ebenfalls sehr gut), das wir uns geteilt haben.
Für einen romantischen Abend ist das Lokal nicht geeignet, denn es ist winzig und nicht zum ausgiebigen Tafeln gemacht.

Dann war ich noch auf einer Bloggereinladung: Ich war ins Wiener Rösthaus zum Durgol Coffee Day eingeladen. Naturgemäß habe ich viel über das Entkalken von Kaffeemaschinen und anderen Gegenständen gehört. Interessant zum Anschauen war ein "Wettentkalken" von Zitronensäure, Essig und Durgol. Es war eindrucksvoll, wie viel effizienter Durgol Kalk auflöst.

Ich habe nicht nur sehr guten Kaffee getrunken, sondern auch viel über Kaffee gehört an diesem Abend. Nur ein Teilaspekt: Auf dem Foto sieht man, wie Crema auf Espresso aussehen soll. Es bildet sich ein "Tigermuster" auf der perfekten Crema. Die Durchlaufzeit für einen Espresso mit 30 ml sollte, wenn man das Kaffeepulver perfekt auslaugen will, zwischen 25 und 30 Sekunden dauernd.
Jetzt schau ich blöd aus der Wäsche, denn mein relativ neuer Kaffeevollautomat jagt das Wasser in 10 Sekunden durch den Kaffee und meine Crema macht auch kein Tigermuster.
Okay, ich geh dann mal entkalken, vielleicht ändert das ja was.






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