Samstag, 15. September 2018

Schiacciata all'Uva - Toskanischer Traubenkuchen

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Die toskanische Küche ist für viel berühmt, aber nicht gerade für Obstkuchen. Dabei ist dieser Kuchen wirklich ein perfektes Essen. Das gewisse Etwas bekommt er durch Direktträger-Trauben, in meinem Umfeld als Uhudler-Trauben bekannt. Bei uns am Markt kann man die als Isabella-Trauben kaufen. Es gehen angeblich auch Concord, aber die bekomme ich nicht so einfach. Also war der Kuchen wieder einmal fällig, als eine Nachbarin anrief und fragte, ob ich Uhudler-Trauben haben will. Und dieses Mal habe ich auch an die Fotos gedacht, außerdem meine extrem unbeschäftige große Pizza-Form eingesetzt. Wer so ein Riesentrumm nicht hat, ist mit dem Rezept in "Immer schon vegan" von Katharina Seiser gut bedient, denn dieser Kuchen hat die richtige Größe für eine Quiche-Form (350 g Mehl). Die Quelle für das verwendete Rezept findet man hier. Wie immer habe ich alles ein wenig verändert.


Für 1 große Pizzaform:
20 g frische Germ
400 ml Wasser, lauwarm
500 g Weizenmehl (glatt in Österreich, 550 in D)
Olivenöl (2 EL für den Teig, 2 x 2 EL zum Beträufeln, 1 El für die Form)
900 g Isabella- oder Concord-Trauben
40 g Kristallzucker + 2 x 20 g zum Bestreuen
1 Prise Salz
2 TL Anissamen




Germ in ⅛ l lauwarmem Wasser auflösen, vom Zucker 1 EL nehmen und auch vom Mehl, alles gut zu einem Dampfl verrühren, mit Mehl bestäuben. Ca. 10 min. warten, bis sich das Dampfl deutlich vergrößert hat und sich Risse im Mehl zeigen. Alle Zutaten samt Dampfl und 2 EL Olivenöl in eine Rührschüssel geben und ein paar Minuten verkneten, bis man einen glatten Teig hat. Zudecken und eine Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

In der Zwischenzeit die Anissamen im Mörser mörsern. Ich mag es gern, wenn der Anis nicht ganz fein gemahlen, sondern gröber gemörsert ist für diesen Kuchen.
Außerdem die Trauben waschen, abtupfen und abzupfen.
 Die Form einölen.

Den aufgegangenenTeig mit eingeölten Händen einmal zusammenstoßen und in zwei ungleiche Teile teilen. 60:40 ist eine bewährte Teilmenge. Die größere Menge Teig auf einer bemehlten Unterlage auswalken, dann in die Form legen. Der Teig muss über die Form hinausragen. Die Hälfte vom Anis auf dem Teigboden verteilen, mit 20 g Kristallzucker bestreuen und mit 2 EL Olivenöl beträufeln. Die Trauben ebenfalls 60:40 teilen und die größere Menge auf den Teigboden legen. Die zweite Teighälfte ausrollen und auf die Trauben legen. Die Ränder sehr gut verschließen. Den restlichen Anis auf dem Kuchen verteilen, den übrigen Zucker aufstreuen und die letzten Trauben auflegen, mit Öl beträufeln. Kuchen zudecken und noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen.

Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Wenn der Kuchen aufgegangen ist, ins Rohr schieben und 35 bis 40 min. backen, bis der Kuchen goldbraun ist. Auskühlen lassen und erst dann servieren.





Ich mag die Zuckerkrusterln, die sich auf dem Kuchen bilden, ich mag auch die wirklich rabiaten Kerne der Uhudler-Trauben. Der Turbohausmann mag die Kerne nicht so gern, aber der Geschmack der Direktträgertrauben ist so speziell und gut, dass er die Kerne doch in Kauf nimmt.

Im Originalrezept wird erklärt, dass man eventuell Heidelbeeren verwenden kann, aber auf keinen Fall weiße Trauben. Das mit den weißen Trauben würde ich sofort unterschreiben. Aber eigentlich finde ich, dass die Uhudler-Trauben für diesen Kuchen ganz und gar unersetzbar sind.

Kommentare :

  1. Es dauert mich natürlich, dass ich diesen Kuchen nicht nachbacken kann, denn diese Traubensorte(n) mag ich sehr! In der Südschweiz wird eine dieser Arten angebaut, sie ist bekannt als Tessinertraube, Americano oder wegen ihrem so genannten Fox-Ton auch (etwas despektierlich) als Chatzeseicher (Chatz = Katze, Seich = Urin)!
    Ich gebe mich mit einer schönen, kulinarischen Erinnerung zufrieden...

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    1. Der Name hat was! 😂
      Bevor ich diesen Kuchen kannte, mochte ich diese Art von Trauben nur als Gelee. Einfach nur so zum Essen sind sie nicht mein Ding, gestehe ich immer noch.

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  2. mir sind diese Trauben am liebsten als Uhudler-Wein.....
    lg

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    1. Uhudler-Frizzante kennst du? Ich bin ja eigentlich passionierte Nichttrinkerin, aber den mag sogar ich.

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  3. Über dieses Rezeptfundstück freue ich mich ganz besonders, liebe Susi - dein Kuchen sieht umwerfend aus -, denn ich komme im Herbst hie und da zu Isabellatrauben aus dem Südburgenland. Der Geschmack ist einzigartig aromatisch, mich stören weniger die Kerne als die dicke Schale beim Essen. Habe davon letztes Jahr schon einmal ein Gelee gemacht – ist auch sehr zu empfehlen, weil ohne Kerne und Schalen, nur Geschmack. Dabei bin ich keine Freundin vom Uhudler, Frizzante geht noch eher. Interessant die Zugabe von Anis zu diesem praktisch ungezuckerten „Brotteig“. Möchte ich unbedingt probieren.
    LG Andrea

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    1. Liebe Andrea,
      mit dem Gelee hast du recht! Ich finde, Saft geht auch, aber Gelee ist besser, aber noch besser ist dieser Kuchen.
      Ja, stimmt, der Kuchen ist wenig gezuckert, aber es wird ja Zucker über die Trauben gestreut, was bei der Oberfläche eine nette Kruste macht.
      Der Anis ist in beiden Rezepten, die ich versucht habe, vertreten. Ich finde, er macht sich sehr gut. Christine vom Blog Anna Antonia hat diesen Kuchen ohne Anis gemacht und dann gemeint, beim nächsten Mal lieber mit Anis.

      Viel Freude beim Nachbacken!

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  4. Uhudler- Trauben. Ja, die sind mir bei dir schon einmal begegnet. Dein Schiacciata schaut großartig aus! Und vielleicht kommen Herr H. und ich auch noch einmal in den Genuss... :-)

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    1. Bei uns ist gerade Erntezeit von diesen Trauben, daher bekommt man sie recht leicht. Ich drück die Daumen, dass du sie findest, denn das Geschmackserlebnis ist sehr fein!

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  5. Hach, wie fein- ich bin gespannt ob nochmals so ein paar kleine dunkle Trauben den Weg zu mir finden.

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    1. Bei uns gibt es sie noch am Markt, aber sie kosten nun schon ein Vermögen.

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