Montag, 1. Juli 2019

Foodie-Rückblick auf Juni 2019

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung. Es sind drei Einladungen dabei, die ich jeweils kennzeichne, auch da floss übrigens kein Geld und es gab keinen Auftrag für Werbung.



Das erste Wochenende im Juni führte den Turbohausmann und mich nach Bad Sauerbrunn zum Rosenfest. Brigitta von Brigittas Kulinarium hat uns dort ganz warm und herzlich in Empfang genommen und hat uns herumgeführt. Das Rosenfest sollte man sich wirklich anschauen: Die 2000-Seelen-Gemeinde hat am Hauptplatz ein Rosarium, das tatsächlich mit mehr Rosensorten als Einwohnern aufwarten kann.

Wir waren auch in der Genussquelle, einem Edelgreißler mit Weinhandlung und kleinem feinem Imbiss, um eine Kleinigkeit zu essen. Der Turbohausmann hat einen Flammkuchen mit burgenländischem Rohschinken gegessen, ich eine geräucherte Forelle mit diversem Chichi. Beides war sehr gut.
Bei mir gehört immer ein süßer Abschluss dazu und das war in diesem Falle Eis vom Eisgreißler. Ich habe Himbeer- und Mohneis gegessen, beide waren hervorragend!



Es gibt tatsächlich jede Menge winziger Patisserien in Wien! Eine, die ich noch nicht kannte, heißt Fruth und ist in der Kettenbrückengasse. Es scheint, als wäre das wieder einmal eine Schande, dass ich den Herrn Fruth nicht kannte, denn er hat viele Jahre in einer Berufsschule unterrichtet und war dann im Auftrag einer großen Firma in Japan, wo er zwei Geschäfte eröffnet hat. Also das Ausland kennt ihn, ich nicht ... Aber jetzt weiß auch ich, wer das ist und ich kann ihn wärmstens empfehlen! Ich habe ein Mousse au Chocolat gegessen, das war sehr, sehr gut! Luftig und flauschig, nicht zu süß und herrlich leicht schmeckend. Sehr zu empfehlen!
Bloggereinladung
Wieder einmal hat die liebe Martina Macho eingeladen und zwar im Namen von Grannys. Ich habe etwas gelernt und zwar gibt es nun auch Grannys gespritzten Apfelsaft von der Streuobstwiese, der in einer Kooperation mit der Arche Noah gemacht wird. Es gehen 5 ct pro Flasche an die Arche Noah. Was ich nicht gewusst habe: Streuobst ist immer bio, daher ist natürlich auch dieser Apfelsaft bio. Streuobstwiesen sind ein wichtiges Refugium für alle möglichen Tiere, Pflanzen und natürlich auch für alte Apfelsorten. Ohne solche Streuobstwiesen wären wahrscheinlich schon etliche der 20.000 (ja, wirklich so viele) Apfelsorten ausgestorben. Es war auch das Ehepaar Zwickl dort. Die Familie hat viele Streuobstwiesen, wo die Äpfel immer noch von Hand gepflückt werden. Zum Teil sind diese Wiesen so steil, dass sie gar nicht mit dem Traktor befahren werden können. Ich freue mich schon sehr, denn im Herbst wird bei dieser sehr netten Familie ein Apfelfest stattfinden, bei dem die eigenen und die Äpfel der Nachbarsbauern gezeigt werden. Das Event hat übrigens in der Mirli stattgefunden, von der mit jedem Recht gesagt wird, dass das der schönste Platz im Wienerwald ist.
Im letzten Monat hatte ich versprochen, dass es dieses Mal nicht so lang wird, da hatte ich aber nicht mit Besuch aus den USA gerechnet. Wenn es um österreichische Gastlichkeit geht, führt der erste Weg immer zum Meixner. Überhaupt im Sommer. Man glaubt es ja von außen gar nicht, dass in der Favoritner Betonwüste im Hinterhof so ein kuscheliger kleiner Gastgarten zu finden ist. Wir konnten einen Tisch im Garten ergattern (man muss unbedingt reservieren, sonst hat man keine Chance) und es gab wie immer ganz feine regionale und saisonale Schmankerl. Ich habe als Vorspeise Marchfelder Spargel mit hauchdünnen Guanciale-Streiferln gegessen (das ist italienischer Speck von der Schweinebacke). Als Hauptspeise gab es für mich das, was man auf dem Foto sieht: Steirisches Züngerl mit Wurzelgemüse und Kren, jeder Menge Kren. Handgerissen und nicht aus dem Glas. Was sonst. Es war absolut köstlich! Auch allen anderen hat es sehr gut geschmeckt, selbst mäkelige Esser haben kein Futzerl zurückgehen lassen. Jetzt wissen wir wieder, dass das unser Lieblingslokal ist. Das hatte ich schon 2013 geschrieben und es gilt immer noch.

Noch ein herausragendes Lokal ist das Gasthaus Stern, auch darüber habe ich schon geschrieben. Hier liegt ein Schwerpunkt auf der Wiener Innereienküche. Und irgendwie auch auf "paniert", denn es gibt auf der Karte wirklich viele panierte Speisen.
Auf dem Foto zu sehen ist meine Vorspeise: Gebackenes Hirn auf Erdäpfel-Remouladensalat. Eine sehr gute Kalorienbombe, auf die ich so alle paar Jahre um nichts in der Welt verzichten möchte. Als Hauptspeise gab es für mich dann Kalbsnieren in einer ungewöhnlich scharfen und herausragend schmeckernden Pfeffersauce, eine Kombination, die ich noch nicht kannte, die ich aber sehr empfehlen kann.

Nachdem der Turbohausmann Innereien zum Davonrennen findet, stehen die Chancen schlecht, dass ich das jemals selber ausprobieren werde, daher bitte alle auf zum Stern und das essen!



Im Falter habe ich vor einiger Zeit einen Artikel entdeckt, der berichtete, das Hawelka habe nun eine eigene Rösterei und Café-Bar. Das Hawelka war immer für vieles berühmt, aber nie für seinen Kaffee. Ich hatte arg gehofft, dass sich das nun geändert hat. An einem Sonntag führte uns ein Innenstadtbummel mit Freunden also in die Dorotheergasse, um das zu testen. Leider hatte die Kaffeerösterei zu, der Kellner vom Hawelka sagte uns aber, sie würden auch den Kaffee der Rösterei servieren. Also haben wir uns hingesetzt und Kaffee getrunken.
Es war wie früher auch schon: Der bestellte Espresso wurde in einer normalen Kaffeetasse serviert, die Menge sieht man auf dem Foto, die Crema auch (nicht). Der Geschmack war wie eh und je.
Leones hat nun eine dritte Filiale, dieses Mal in der Innenstadt, gleich hinter der Peterskirche. Es ist wieder ein ganz winziges Geschäft, in dem man nicht sitzen kann, sondern nur Eis mitnehmen.

Die Hitze hat nach Fruchtigem gerufen, also habe ich Erdbeere und Mango gegessen. Beide Sorten waren wieder einmal ausgezeichnet. Mango kostet als "Spezialsorte" 30 ct mehr als das normale Eis, es ist aber jeden Cent wert! Es ist wirklich das beste Mangoeis, das ich kenne.

Dass Leones mittlerweile schon einen guten Ruf hat, habe ich bemerkt, weil ich mich wieder einmal anstellen musste, während ein großes Eisgeschäft vorne am Graben leer war.





Bloggereinladung
Über massgeschneidert waren die Giftigeblonde und ich eingeladen ins Hard Rock Café. Anlass war der Founders Day, also der Gründungstag, an dem die neue Speisekarte vorgestellt wurde. Nach einem Begrüßungscocktail (nach Lust und Laune auch zwei oder drei ...) hat uns Küchenchef seine neuen Burger vorgestellt − natürlich durften wir uns durchkosten.

Was man im Vordergrund sieht, ist tatsächlich Blattgold. Eine der Neukreationen ist der 24 Karat Gold Leaf Steakburger. Das ist übrigens nicht nur Dekadenz, sondern es ist eine Charity-Aktion, denn ein Teil der Einnahmen für diesen Burger werden für einen guten Zweck gespendet.
Was mich extrem verblüfft hat, war ein Veggieburger, also so richtig durch und durch pflanzlich, aber hat ausgesehen, als wäre da ein Fleisch-Patty drinnen. Hätte ich es nicht gewusst, hätte ich es als Fleisch identifiziert.


Das Foto links ist nicht von mir. Leider! So etwas Geniales bring ich nicht zusammen. Ich habe aber die Erlaubnis vom Fotografen Philip Lipiarski bekommen, es zu verwenden. Zu sehen ist darauf der sympathische Küchenchef vom Hard Rock Café mit seinen neuen Shakes, die wir auch verkosten konnten. Da muss ich gestehen, dass sie mir zu amerikanisch waren. Sie sind wirklich sehr süß. Es gibt eine Cheescake und eine Strawberry-Variante.

Die Burger im Hard Rock Café waren immer schon legendär und sie werden das ganz sicher auch bleiben, habe ich bei der Verkostung festgestellt.







 

Ein lauer Sommerabend hat den Turbohausmann und mich nach Grinzig gezogen. Ich hatte schon gehört, dass Gerstners Landhaus recht gut sein sollte und keine reine Touristenfalle. Wir waren dann auch recht angenehm überrascht, denn die Speisekarte ist saisonal und regional dominiert, natürlich aber auch mit den typischen Wiener Spezialitäten. Die Wienerschnitzel, die reihenweise an uns vorbeigetragen wurden, haben wirklich Vertrauen erweckend ausgesehen und geduftet. Es hat auch einige Spargelgerichte gegeben.

Auf dem Foto zu sehen ist Zander auf Rote Rüben-Risotto mit Wildkräutern. Es waren tatsächlich etliche Wildkräuter auf dem Teller zu finden. Der Fisch war ordentlich gebraten, das Risotto eher Wienerisch gehalten und nicht sehr suppig, aber gut gegart.

In Summe ein netter Abend im Gastgarten, den ich nicht missen möchte.

Pressekonferenz
Links auf dem Foto sieht man das, was für viele meiner Kilos verantwortlich ist: Fruchtgelee. Woher das auf dem Foto stammt, ist eher unerwartet, nämlich aus dem Wiener Rösthaus. Dieses kleine feine Unternehmen kennt man aus meinem Blog sicher schon, denn ich kaufe viele fast alle meiner Kaffees dort. Die Qualität ist top, es gibt jede Menge direct trade und bio und nicht zuletzt mag ich die Location sehr − vor allem auch der chillige Schagaga (schattiger Gastgarten) hat es mir angetan.
Nun ist der Supergau für meine Figur passiert: Das Rösthaus hat Daniele Teuchmann engagiert. Der war nach seiner Konditorlehre im Steirereck und hat sich dann durch viele nahmhafte Küchen auf der ganzen Welt gearbeitet. Erst war er im Rösthaus für zwei Tage in der Woche engagiert, das hat sich schrittweise gesteigert, ab Herbst wird er ganz dort arbeiten, da sich die Zusammenarbeit so erfreulich gestaltet hat. Ja, der junge Mann macht nun nicht nur die allerbesten Fruchtgelee, die ich kenne (und das sind einige ...), sondern er macht auch Patisserie, die einem das Herz höher schlagen lässt!


Der letzte Sonntag im Monat war heiß und schrie geradezu nach einer Landpartie mit viel Wasser, also waren wir mit Freunden am Meer der Wiener (= Neusiedler See). Den herrlich entspannten Tag beendeten wir bei einem Heurigen und zwar im Gut Oggau. Ich habe davor eigentlich nichts gewusst, nun ist mir klar, dass das ein Ableger vom Taubenkobel ist. Familie Eselböck-Tscheppe betreibt bio-dynamische Landwirtschaft und Weinbau, das Ergebnis bekommt man im Gut Oggau serviert: Sehr sympatisch finde ich, dass alles selbst produziert wird. Was das Gut liefern kann, wird serviert, Ende. Da wird nicht aus weiß Gott welchen Quellen zugekauft, sondern ganz im Sinn eines klassischen Heurigen gibt es halt nur das, was gerade greifbar ist. Es sind zum Beispiel viele Weine bereits ausgetrunken, also steht in der Karte, dass die auf Urlaub sind. Der Turbohausmann und ich haben etwas gegessen, das auf der Karte als "Gute Wahl" (ohne nähere Erklärung) ausgewiesen ist. Bekommen haben wir zwei solche dreiteilige Stände wie links auf dem Bild, mit einer Auswahl an Köstlichkeiten. Es war natürlich teuer, aber umwerfend gut!



Gern gelesen
In der New York Times Rezepteabteilung gab es ein Erdbeer-Special mit vielen feinen Rezepten. Bisher hat es noch keines auf unseren Tisch geschafft, aber da kommt hoffentlich noch was. Wir fahren ja ganz sicher wieder zu den Erdbeerfeldern beim Stift Zwettl, wo es die dunkelsten und spätesten Erdbeeren gibt, die ich kenne.

Nachgekocht
Doch, doch, wir essen Spargel, sehr gern sogar. Die neuen Rezepte, die ich nachgemacht habe, stehen aber sowieso schon in Blogs, daher verlinke ich die gern. Der Frau Magentratzerl ihr Grünes Spargelcurry war sehr super! Ganz ungewohnt, denn so hatte ich Spargel noch nie gegessen, wird aber sicher noch einmal gemacht.

Auch ganz fein war der Frau Bonjour Alsace ihre Blitzhollandaise. Ist schon sehr viel einfacher als mein eigenes Standardrezept für Hollandaise.










Auf Balkonien ist Beeren-Erntezeit und da esse ich besonders gern Müesli. Auch da mag ich Abwechslung zu meinen sonst gern und immer wieder gemachten Rezepten und habe mir Katharina Seisers Birchermüesli zu Gemüte geführt. Das wird ganz sicher der nächste Stammgast im Runde meiner Müsli-Rezepte.


Meine anderen Lieblings-Müesli-Rezepte hier am Blog:
Haferflocken-Rote-Rüben-Müesli
Müesli to go
Nussmüesli
Zum ichweißnichtwievieltenmal habe ich Missboulettes Wunderöl nachgezimmert. Wer es noch nie gemacht hat, aber gern asiatisch kocht oder auch nur isst: Bitte unbedingt nachmachen. Es schmeckt überirdisch gut und rettet jedes ein bissi langweilig schmeckende asiatische Essen unter Garantie.

Ich mag den zweiten Aufguss total gern zum Dippen. Asiatische Teigtascherl aller Art oder auch Flühlingslollen schmecken damit noch einmal besser als sonst.








Zu dieser Jahreszeit extrem empfehlenswert ist auch die Kalte Sauerkirschsuppe von der lieben Anikó. Ein perfektes Essen, das aus getrocknenten, frischen und zu Saft gepressten Weichseln gekocht wird, abgebunden wird die Suppe mit einem Gmachterl (= Sauerrahm wird mit Mehl klumpenfrei verrührt und dann in der Suppe mitgekocht). Es braucht zwar ein wenig Zeit, denn die Suppe wird gekocht und muss danach gründlich durchkühlen, aber das heißt auch, man kann sie hervorragend vorbereiten.
An sich ist das eine ungarische Vorspeise, aber ich kann mir die Suppe auch mit ein wenig Zucker sehr gut als Dessert für die heißen Tage vorstellen.










Und im Blog so? Viele Besucher, aber aus eigenartigen Ländern, daher nehme ich an, dass wieder einmal Bots losgeschickt wurden um zu schauen, wo man Links deponieren kann.
Wie immer im Sommer das Highlight ist mein Zitronenmelissensirup, auf den es nun schon bald 7000 Zugriffe gab, dann kommt der Polsterzipf reloaded, danach meine Rezension von Little Library Cookbook, was mich sehr freut, denn das Buch ist wirklich gut.

Das war's für Juni. Wie immer ein ganz dickes Bussi an alle meine lieben LeserInnen, die bis hierher durchgehalten haben. Ich hoffe, ihr übersteht die heißen Tage gut. Ein Fächer wirkt übrigens Wunder! Vergesst nicht, viel, viel Wasser zu trinken bei dieser Affenhitze. Lasst euch euer Essen schmecken und genießt das Leben!


Kommentare :

  1. Du bist ja schwer unterwegs ��.
    Ich finde, wir sollten den Greißler hier auch einführen, das ist ein tolles Wort. Oder ich komme nach Wien ��.
    Das Curry freut mich. Frau Bushcook hat übrigens festgestellt, dass das auch mit Kohlrabi geht.

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    1. Dein Curry probiere ich in der kühleren Jahreszeit mit Roten Rüben.
      Wir geben unseren Greißler aber nicht her! ;)

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  2. Danke für den schönen Rückblick. Kein Rückblick war mir je zu lang. Ich freue mich über jeden.

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