Donnerstag, 2. Januar 2020

Foodie-Rückblick auf Dezember 2019

Enthält Werbung, weil ich Namen nenne und auch verlinke, aber es ist alles selbst bezahlt und ich hatte keinen Auftrag für Werbung. Einmal war ich eingeladen, das steht extra dabei.

Gegessen

Ein Business-Frühstück führte mich ins Oberlaa. Die Teeauswahl war für mich Teetrinkerin eine sehr schöne Sache. Auch fein: Es gibt Handsemmerln und wirklich gute Croissants. Die Marmeladen sind von Stauds, also zwar gekaufte Marmelade, aber eine der besten, die ich kenne. Kein Wunder, dass dieses Kaffeehaus schon in der Früh recht voll ist.












Zu Silvester waren wir mit Freunden im Stuwer essen. Ich hatte schon viel Gutes von dem Restaurant gehört und wir sind nicht enttäuscht worden. Nachdem es an diesem Abend nur eine kleine Silvesterkarte gab, ist es uns nicht schwergefallen, dass wir alle unterschiedliche Sachen bestellt haben. Ich hatte schon von den Langos dort gehört: Langos sind frittierte Teigfladen, die es in allerbilligster Ausführung auf so ziemlich jedem Markt zu kaufen gibt und ich hab in der Regel schon genug, wenn ich an so einem Standl vorbeigehe. Hier war das anders: Es sind keine wagenradgroßen Fladen, sondern kleine feine Fladen, die man nach Wahl mit Beinschinken, Bergkäse oder Räucherforelle belegen lassen kann. Wie man sieht, sind da auch noch andere passende Sachen drauf, also zum Beispiel beim Beinschinken eine Rahmsauce, Kren und Schnittlauch. Besonders fein hat des Turbohausmanns Wiener Schnitzel ausgeschaut, das wäre dann mein nächstes Testobjekt, wenn wir es wieder einmal dorthin schaffen. Das Fleisch kommt aus dem Kamptal, also keine Billigstimporte aus sonstwoher. Auch die Getränkekarte war sehr erfreulich.



Gekauft

Der Crupi hat wieder seine tollen Orangen! Also die seiner Familie. Früher ist er selber mit dem Lastwagen von Sizilien nach Wien gekurvt, aber zum Glück sind diese Zeiten vorbei und er kann diese Arbeit abgeben. Mich freut es jedenfalls sehr, dass das Geschäft gut genug geht, dass sich der Aufwand lohnt. Das lässt mich jedes Jahr Vetrauen in den Geschmack der WienerInnen zurückgewinnen

Vor Weihnachten gab es schon die ersten Tarocco, also ganz helle Blutorangen, aber dieses Mal waren die Navel ein bisschen besser. Ich bin jedoch sicher, dass ich demnächst wieder hinpilgern und mir Tarocco unter den Nagel reißen werde, wenn sie richtig am Höhepunkt ihres Geschmacks sind.
Im Dezember hat es mich nach Marokko gezogen, Reisebericht kommt bald! Beim Heimflug sind der Turbohausmann und ich in Genf zwischengelandet und dort gibt es am Flughafen eine Filiale von Sprüngli. Auch wenn ich keine extrem große Maccaron-Liebhaberin bin, aber die Luxemburgerli sind etwas, das sollte man unbedingt probieren: Es ist Frischware, also nicht wie sonst Maccarons eine Weile lagerfähig, dafür wird man mit wahnsinnig feinen Cremes in knusprigen kleinen Markönchen belohnt. Also bitte, wenn man einmal in die Schweiz kommt, unbedingt probieren!
Dieses Jahr waren wir wieder am Weihnachtsmarkt am Spittelberg. So ganz links liegen lassen sollte man den wirklich nicht. Dieses Jahr war wieder Janos Szabo dort, von dem ich letztes Jahr meinen in Dauergebrauch stehenden Kimchi-Topf gekauft habe. Dieses Jahr gab es einen Stand mit wirklich schön scharfen Messern, die in der Nähe von Hanoi handgeschmiedet werden und angeblich die Schärfe sehr lang halten. Außerdem ist nun ein Trend, den es in den USA (zumindest in Großstädten) schon länger gibt: Broth! Also auf Deutsch eine Suppe aus Knochen gekocht, hier Bio-Knochen, ohne chemischen Zusätze. Dazu wird Butterbrot serviert, auf dem Foto mit einem Topping aus geröstetem, zerbröseltem Grünkohl und Salzkristallen. Es gab verschiedene Suppen, auch vegetarisch, dazu verschiedene Brote, z. B. mit Markaufstrich, und verschiedene Einlagen. Ich finde es schon spannend, dass man auch mit einer ganz normalen Suppe wieder ein Geschäft machen kann. Die junge Dame am Stand erzählte, dass vor allem viel Suppe in größeren Gebinden mitgenommen wird. Ich bin gespannt, ob aus diesem Trend etwas Dauerhaftes entstehen wird.

Wie immer hab ich keine Weihnachtsbäckerei gemacht. Irgendwann werde ich mich wohl aufraffen, aber bis dahin kaufe ich weiter die Bäckerei vom Oberlaa. Die Kekse sind alle sehr, sehr fein und schmecken himmlisch!


















Gekocht

Eines meiner liebsten Arme-Leute-Essen ist Bröselkarfiol. Der vereint alles das, was gutes Arme-Leute-Essen ausmacht: Sehr einfach zu machen, wenige Zutaten, billigst, schnell fertig und sooo gut! Also bitte: nachkochen!
Es ist Orangen-Zeit und damit verpflichtend Zeit für Crêpe Suzette. Die sind nicht schwer, wenn man sich nicht vornimmt, dasss die Crêpes wie in Frankreich ganz hell sein müssen. Sobald ich mir Crêpes in nobler Blässe nicht mehr als oberstes Ziel gesetzt hatte, ist mein Verhältnis zu diesen Orangen-Palatschinken ein sehr entspanntes geworden und ich koche die richtig gern. Mein Rezept findet ihr bei der Giftigeblonden.












Nachgekocht habe ich noch ein Pflicht-Winterrezept: Gefüllter Kürbis nach Paul Bocuse, gefunden bei der lieben Astrid. Es ist wirklich fast unanständig, wie viele Kalorien man dabei zu sich nimmt, aber bitte, das schmeckt soooo genial! Selbst wenn es wie dieses Mal den Kürbis zerreißt. Schaut halt noch ein wenig verwegener aus, aber ein schönes Essen ist das sowieso nicht, denn man hat immer einen undefinierbaren Gatsch aus Kürbis, aufgeweichten Croutons, Käse und Mascarpone auf dem Teller. Aber bitte, das schmeckt genialst!











Noch so ein verboten gutes Winteressen sind meine Gorgonzola-Spaghetti. Die gehen blitzschnell und sind bei mir oft am Teller, wenn ich zum Beispiel Suppe koche und den grünen Teil vom Lauch dafür verwendet habe, den schönen Teil nehme ich dann für diese Pasta. Geht natürlich mit allen intensiven Blauschimmelsorten.







Es war offensichtlich im Dezember die passende Zeit für viele, viele Palatschinken bei uns. Powidl ist aber auch was Gutes in der kalten Jahrezeit. Das hier sind böhmische Palatschinken, die habe ich einmal als Gastbeitrag auf Paprikameetskardamom geschrieben. Es kommt Powidl in die Palatschinken hinein, oben drauf wird frisch gequetschter Mohn gestreut, dieses Mal gab es eine Sauerrahm-Orangensaft-Orangenschalen-Sauce dazu, was sehr gut gepasst hat. Der frische Sauerrahm und die Säure geben den Palatschinken noch den letzten Schliff.









Es gab nicht nur kalorienintensives Essen im Dezember, sondern durchaus auch anderes, zum Beispiel Som Tam. Zur Ergänzung meines damaligen Postings: Von dem Salat weiß ich natürlich mittlerweile, dass das ein ganz typisches Thai-Essen ist, das aber in Wien wohl in jedem zweiten Asia-Lokal auf die Speisekarte kommt, weil der Salat echt ein Hit ist. Was ich besonders nett finde: Der Turbohausmann isst diesen Salat so gern, dass ich ihn mittlerweile mitten in der Nacht aufwecken könnte und ihm sagen: "Mach Som Tam" und er könnte das! Also wenn es diesen Salat bei uns gibt, macht er den. Immer söööön sarf!












Geerntet

Von wegen, es gibt im Winter nichts zu ernten in unseren Breiten! Ha! Ich habe im Dezember noch Radieschen geerntet, aber die brauchen um diese Jahreszeit auf Balkonien schon recht lang, bis sie erntereif sind, das heißt, sie sind ein bissl holzig, also nichts, was man unbedingt haben muss. Was ich aber laufend beernte, ist meine Salatwand. Da habe ich diverse Asia-Salatmischungen gesät und die sind wirklich gut winterfest in unseren Breiten. Das sind wunderbar schmeckende Blattsalate, nicht so fad wie derzeit der grüne Salat schmeckt, sondern die sind alle so intensiv wie zum Beispiel Rucola, aber halt unterschiedlich im Geschmack, jede Sorte ein wenig anders. Wer sie probieren mag und keine Salatwand sein eigen nennt: Ich habe gesehen, dass es einige Sorten derzeit auch im Supermarkt gibt, JaNatürlich bietet die an. Ich hab aus Gründen natürlich keine Ahnung, wie die gekauften schmecken, aber ich nehme an, so viel anders als meine Salate werden sie nicht sein.






Geladen

Nun habe ich gleich Gelegenheit, so ein bisschen Rückblick zu machen: Ich habe ein Lieblingskochbuch des Jahres 2019, es ist das Sizilien-Kochbuch. Ich habe mittlerweile noch mehr daraus gekocht und wirklich jedes einzelne Rezept war eine Freude, denn alles ist beim Kochen leicht von der Hand gegangen. Was mir das eingebracht hat außer viel gutem Essen: Der Autorin des Buches hat meine Rezension gefallen und sie hat mich zur Österreich-Präsentation ihres Buches ins Ritz eingeladen. Das Hotel wurde deswegen ausgesucht, weil dort einer der von ihr im Buch vorgestellten Köche, Ciccio Sultano das Restaurant Pastamara betreibt. Wir saßen in einer kleinen feinen Runde beisammen und konnten die Produkte, die die Autorin aus Sizilien mitgebracht hatte, mit Staunen kosten: Bitte die können echt etwas! Wenn man so einen Dosenfisch einmal probiert hat, dann redet man im Leben nicht mehr abschätzig von Dosenfisch! Oder Käse, genauer gesagt Provolone, in den der Erzeuger eine ganze  Zitrone eingearbeitet hat. Ciccio Sultano hat uns einige seiner Köstlichkeiten serviert, zum Beispiel die Arancini auf dem Foto. Ich hab dem Turbohausmann schon gesagt, ich würde gern zum Geburtstag ins Pastamara eingeladen werden, denn die Kostproben waren sehr überzeugend.
Damit noch nicht genug, ich durfte auch bei der Uraufführung des Filmes zum Buch dabei sein: Cettina Vicenzino reist durch Sizilien und stellt dabei die kulinarischen Erfreulichkeiten ihrer Insel vor. Hach! Ich muss in absehbarer Zeit dort hinreisen! Das weiß ich jetzt ganz sicher.

Vom Standard wurde das Buch übrigens auch dringend empfohlen.




Was es sonst noch zu sagen gibt über das vergangene Blogger-Jahr: Ich hab mich ein wenig übernommen mit den vielen Buchbesprechungen. Das muss definitiv weniger werden. Auch sonst möchte ich gern ein wenig zurückschalten mit dem Blog. Es ist und bleibt ein Hobby und war im vergangenen Jahr viel zu zeitintensiv.

Das ist jetzt wieder lang geworden, obwohl ich nur einmal wirklich essen war in Wien. Ich fürchte fast, ich bin mit meiner Selberkocherei der Tod der Wirtshäuser. Liebe Wirten, ich gelobe Besserung!

Allen LeserInnen und Lesern noch die allerbesten Wünsche für das gerade angebrochene neue Jahr. Möge es euch allen gewogen sein.


Kommentare :

  1. Liebe Susi, ich wünsche dir auch ein gutes neues Jahr! Den interessanten Rückblick habe ich wie immer gern gelesen, so erfahre ich, was es in Wien "essenstechnisch" so gibt... Bin in letzter Zeit irgendwie nirgends hingekommen ☹️
    Das Sizilien Kochbuch habe ich bisher links liegen gelassen, da ich nie dort war, beides möchte ich gerne nachholen, das Jahr ist noch jung. Lg

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    1. Liebe Friederike,
      das Kochbuch ist es wert, dass man es kauft. So liebevoll gemacht und echt gute Rezepte.

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  2. Wir sibd auch der Tod der Wirtshäuser, weil es nur wenige gibt, in denen ich genießen kann. Und es liegt nicht daran, dass wir nicht bereit sind, angemessen zu entlohnen.

    Ein genussvolles Jahr 2020

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    1. Liebe Ulrike,
      hier gibt es genug Lokale, die gut kochen, daran liegt es nicht, sondern wirklich daran, dass ich wirklich gern in der Küche stehe.

      Dir auch ein genussvolles neues Jahr!

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  3. Ich wünsche Dir ein gesundes + schönes Jahr 2020, mit vielen glücklichen Augenblicken. Liebe Nordsee-Grüße - ich bleibe Dir "treu" ;-)
    Margot

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    1. Liebe Margot,
      ich hab mich soooo gefreut über deine Weihnachtskarte! So richtig eine Karte aus Papier, mit der Hand beschriftet. Vielen Dank dafür und auch für deine Grüße hier!

      Auch auch ein frohes neues Jahr!

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  4. Heimweh habe ich zwar keines, aber wenn ich Sprüngli lese, kommt schon ein bisschen Wehmut auf. Nicht nur wegen der Macarons – die übrigens bei Sprüngli «Luxemburgerli», nach ihrem Ursprungsort, heissen – sondern auch wegen dem übrigen Angebot dieser Confiserie!
    Von Neujahrswünschen kann man nie genug haben deshalb hier noch einmal:
    Viele glückliche Momente und kulinarische Genüsse im 2020!

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    1. Lieber Felix,
      vielen Dank für deine Neujahrwünsche hier und auch sonst. Stimmt, Glück wünschen kann man gar nicht genug!

      Ganz liebe Grüße auch an Chart!

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  5. Ein sehr interessanter, ganz persönlicher Jahresrückblick, den ich mit Interesse und grosser Freude gelesen habe. Danke dafür! Ich wünsche dir ein glückliches und erfülltes Neues Jahr und uns wünsche ich, dass du in 2020 wieder so viele schöne kulinarische Erlebnisse haben wirst, dass wir uns wieder Anfang nächsten Jahres auf deinen Rückblick freuen dürfen.

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    1. Liebe Sabine,
      auch dir ein wunderbares, gesundes und glückliches neues Jahr! Dir und deinen Lieben viele genussvolle Momente.

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  6. Liebe Susi, Sizilien ist unbedingt nicht nur eine Reise wert, und nicht nur- aber hauptsächlich- des Essens wegen. Da halt man sich eine Pizza aun der Warmtheke im Supermarkt und möchte in Ohnmacht sinken....
    Ich wünsch dir ein erfreuliches 2020, mach's dir schön....
    Liebe Grüße von Christine (die wi immer zu nix kommt)

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    1. Liebe Christine,
      das letzte Mal war ich vor 20 Jahren auf Sizilien, also muss ich dort unbedingt wieder hin, denn es scheint sich viel getan zu haben.

      Auch dir ein wunderbares 2020 und nicht zu viel Stress wünsch ich dir!
      Alles Liebe!

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  7. Liebe Susi,
    ich wünsche dir ein wunderschönes neues Jahr 2020 und freue mich sehr, deinen Rückblick wieder hier zu lesen. Irgendwie habe ich jetzt Appetit auf frische Orangen bekommen und so eine köstliche Crêpe Suzette wäre jetzt nicht schlecht.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Liebe Sigrid,
      es freut mich, dass ich dir Appetit auf Orangen machen konnte. Das ist die beste Jahreszeit dafür.
      Auch dir ein wunderbares neues Jahr!

      Alles Liebe!

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  8. Buon Anno con tante delizie :)
    M.

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    1. Hallo M.,
      vielen lieben Dank für die Wünsche. Auch dir alles Gute!

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  9. Liebe Susi, ich wünsche dir ein gesundes,neues Jahr. Schöner Rückblick! Da sind ein paar schöne Rezepte dabei. Liebe Grüße Katrin

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    1. Liebe Katrin,
      ganz herzlichen Dank für deine Neujahrswünsche und das Lob.
      Auch dir die besten Wünsche!

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  10. Liebe Susi,
    auch von mir verspätet die besten Wünsche fürs neue Jahr! Möge es ein gutes Jahr werden!
    Das Sizilien-Kochbuch ist auf meiner Liste!
    Und ich wusste, dass du den Kürbis nachkochst. ;-)
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Danke für die lieben Wünsche.

      Ja, der Kürbis! Je mehr Kalorien, desto lauter schreien Rezepte nach mir ...

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