Montag, 3. Dezember 2018

Foodie-Dasein im November 2018

Wie immer: enthält Werbung, weil Verlinkung und Namensnennung. Alles miteinander ohne Bezahlung. Sollte es sich um eine Bloggerveranstaltung handeln, dann steht das explizit dabei.


Das erste Foto schaut eher schlicht aus. Ich war Anfang November zum ersten Mal nach ein paar Monaten auf dem Biomarkt auf der Freyung. Zu meiner Freude gibt es dort jetzt auch diverse Probierteller von den Standeln. Das Käsestandel bietet einen Käsesteller mit Brot an, den man bei dem Stehtischerl verkosten kann.

Für € 6,90 stattlich hoch angesetzt, wenn durchschnittlich 100 g einer kredenzten Käsesorte € 3,50 kosten, aber wenn man nicht weiß, was man nehmen soll, ist das jedenfalls eine Möglichkeit, um zu probieren.










Anlässslich des Tages des Kaffees gab es ein Gewinnspiel vom Wiener Rösthaus und ich gehörte zu den Glücklichen: Ich durfte bei einem Seminar über Mokkakannen teilnehmen. Seit meiner Kindheit begleitet mich die gute alte Bialetti. Sie ist unser Notnagel für Zeiten, in denen die Kaffeemaschine w.o. gibt oder wenn wir in Ferienwohnungen Urlaub machen. Es ist ja enorm spannend, was man da alles noch lernen kann!

Was ich immer falsch gemacht habe: Man muss das Wasser so heiß wie möglich (am besten kochend) in den Unterteil der Bialetti einfüllen, damit der Kaffee möglichst kurz mit dem brennheißen Metall in Kontakt kommt. Bei Verwendung von kaltem Wasser kann er durch die lange Verweildauer in der Kanne verbrennen.

Der Gummi muss immer peinlich sauber sein, ist auch nur ein Kaffeekörnchen drauf, kann das verbrennen.

Die Bialetti muss sofort, wenn das Wasser durchgeronnen ist, von der Platte genommen werden, sonst wird die Kanne heiß und − tataaaa − der Gummi verbrennt.

Mich wundert es jetzt nicht mehr, dass man so oft verbrannten Gummi riecht bei den Bialettis, denn da sind mehr als genug Fallen, in die man tappen kann.

Der Kaffee darf nicht ins Sieb hineingepresst werden, sondern nur locker flach gestrichen, sonst wird der Mokka zu bitter.

Der Mahlgrad für den Kaffee liegt zwischen dem für Filterkaffee und dem für Vollautomaten bzw. Siebträger.

Kannenkaffee ist übrigens niemals Espresso, sondern Mokka. Der Unterschied liegt in der Crema. Die Bialetti haben keinen so hohen Druck, dass sich eine Crema bilden könnte. Bialetti versuchte, ein Modell zu entwickeln, das Crema produziert. Das Ergebnis sieht man links auf dem Foto.

Wenn man mit der Bialetti umgehen kann, dann kommt wirklich erstaunlich guter Kaffee raus, habe ich festgestellt.

Auch einen Platz bei dem Mokkakannen-Workshop gewonnen hatte die Giftige Blonde. Sie hat ein ausführliches Posting drüber geschrieben, nachzulesen hier.


Der Turbohausmann und ich essen so alle paar Jahre eine Stelze (hab ich hier schon verraten). In meinem Leben habe ich noch nie eine selber gemacht. Nun gibt es in Wien eine Möglichkeit, dass man sie in bio bekommt und zwar in Kolariks Luftburg im Wiener Wurschtelprater.

Das Ambiente ist − nun ja ... Das Lokal ist riesengroß und in einer Hallenkonstruktion untergebracht. Ich denke, im Sommer ist es nett, wenn man unter den schönen großen Bäumen im Freien sitzen kann. Es sind auch jetzt unglaublich viele Leute dort, also unbedingt reservieren.

Die Stelze war sehr gut und sehr groß. Zu zweit haben wir eine mittlere Stelze mit Brot, Senf, Kren, Radi und Krautsalat bestellt. Keine Chance, die Stelze zu bewältigen. Der Senf ist Supermarktqualität, der Kren kommt aus dem Glas. Radi und Krautsalat waren in Ordnung. Die Stelze war fett genug, um schön saftig zu sein, die Knusperkruste außen ein Traum! Der Kellner zerlegt einem die Stelze im Handumdrehen direkt am Tisch. Die Reste kann man mit nach Hause nehmen, bei uns gab es ein Gröstl damit.


Da sind sie wieder, die mörderguten Mini-Kokoskuppeln von vom Kasses. Ich kann die glücklicherweise in Favoriten am Markt kaufen, was ich normalerweise den ganzen Advent durch auch mache. So ein Kuppelchen am Tag macht die düstere Jahreszeit gleich ein wenig heller. Und passt auch perfekt zu meiner neuen Espressotasse!


Mit einer Freundin habe ich ein neues Pizzalokal in Wien besucht: Pizza Randale ist ein derzeit sehr hippes Pizzalokal und besticht durch seine ungewöhnlichen Pizzakreationen. Hier auf dem Bild meine "Wiener Blut" mit Blunzen, Äpfeln, Majoran und Provolone. Der Belag war sehr gut und vollkommen anders als gewohnt. Leider war der Rand recht weich und nicht so knusprig, wie ich das gern mag. Anscheinend haben wir da ein bissl Pech gehabt an dem Abend, denn man hört rundumadum nur Gutes von der Pizzeria. Auf jeden Fall ein heißer Tipp, wenn man einmal ganz andere Pizzabeläge versuchen möchte.








 

Da will ich einmal etwas auf der Straße essen, gelingt es mir nicht! Eigentlich wollte ich nur bei der Aida reinfallen und mein jährliches Ritual durchführen und alle greifbaren Maroniherzen kosten, fragt mich die Verkäuferin: "Hell oder dunkel?" Okay, zwei gehen bei mir dann doch nicht unterwegs, also flugs noch einen Espresso bestellt und sowohl ein helles als auch ein dunkles Maroniherz bestellt.

Conclusio: Sehr dicke, harte Schokohülle in beiden Fällen. Viel idente Füllung.











Am 2. Freitag im November ist der Tag des Apfels. Ich habe dazu eh ein Posting gemacht und war auch wieder einmal bei Familie Fischer, wo ich fast immer mein Obst kaufe. Zu meiner großen Freude werden das Jahr für Jahr mehr Sorten. Ich kann dort nicht nur etliche verschiedene Pfirsichsorten kaufen, sondern auch Trauben, Minikiwis, Dirndln und was weiß ich alles.

Dieses Jahr gab es zum Tag des Apfels 22 (!) Sorten zur Verkostung. Das war echt sagenhaft! Man kann gar nicht glauben, wie unterschiedlich Äpfel schmecken, wenn man in den Supermarkt geht, wo drei, maximal vier Sorten liegen.

Meine Lieblingssorte sind die Ladina, die schmecken tatsächlich nach Litschi!
Ganz wunderbar war der Weiße Winterkalvill, den es leider nur zur Verkostung, aber nicht zum Kaufen gab, denn noch ist das bei den Fischers eine neue Sorte, die erst getestet werden muss, wie es um die Lagerfähigkeit beschaffen ist. 
Und noch einmal leider: Es war zwar ein Apfeljahr, aber nicht für alle Sorten. Boskop konnte ich dieses Jahr nicht ergattern. Die mag ich normalerweise recht gern. Der Apfelstrudel damit wird zwar matschig, weil die Boskop schnell zerfallen, aber einmal im Jahr mach ich diesen Gatsch, weil er echt toll schmeckt. Okay, gibt es  dieses Jahr nur herzeigbaren Apfelstrudel.



Diwali haben der Turbohausmann und ich schon einmal auf Sri Lanka miterlebt. Wir waren damals zu nachtschlafener Zeit mit einem Fahrer unterwegs und es tanzten viele Leute mit jeder Menge Kerzen durch das Dunkel. Nun haben wir das Lichterfest auf indisch erlebt und das direkt in Wien. Im Prosi gab es ein vegetarisches Abendmenü zu dieser Gelegenheit. Was mir noch nie passiert ist: Unser ganz reizender Kellner hat nach dem Essen gefragt, ob wir eh satt wären und was unser liebstes Gericht auf dem Sammel-Teller war, genau das hat er uns gleich noch einmal gebracht.
Das Lokal war mit vielen Kerzen und Blumen geschmückt, die Kellnerinnen hatten tolle Henna-Handtatoos und waren sehr schön geschminkt. Kinder und Jugendliche taten in den nicht zu großzügigen Räumlichkeiten ihr Bestes und zeigten Tänze, eine Band spielte indische Musik. Uns hat Diwali wieder einmal gut gefallen.


Weiter geht es mit meinem Kosten quer durch die Wiener Landschaft der Maroniherzen. Dieses Mal bin ich mit der Giftigen Blonden beim Oberlaa in der Filiale am Neuen Markt reingehupft auf einen Espresso und ein Maroniherz. Unser beider idente Meinung: ausgezeichnetes Schokolade-Maronicreme-Verhältnis. Die Maronicreme schmeckt deutlich nach Rum, was dem Genuss ganz sicher nicht abträglich ist.

Gleich, wenn das Maroniherz auf den Tisch kommt, sollte man es nicht essen, weil es gekühlt serviert wird, dadurch ist die Schokoladehülle dann recht hart, was sich aber eh schnell ändert, dann ist es ein großes Vergnügen, diese kleine Köstlichkeit zu genießen.








Der erste Insta-Walk meines Lebens führte mich zum Gragger in der Innenstadt. Es war recht interessant zu sehen, was alles geht, wenn man es nur will: In den winzigen Räumlichkeiten wurde eine Backstube geschaffen, die alle Gragger-Filialen mit Brot versorgt.

Ein 2 x 2 Meter großer Holzbackofen wurde direkt an die Räumlichkeiten angepasst und bäckt nun von Mitternacht bis zum Nachmittag an sechs Tagen in der Woche wunderbares Brot. Es ist unglaublich zu sehen, wie das eingespielte Team in der kleinen Backstube es schafft, so viele verschiedene Brote und auch teilweise Kleingebäck zu machen, ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten.

In meinem ersten Foodie-Rückblick habe ich von meinem Besuch bei der Großbäckerei Felber berichtet. Dort kämpft man mit einem Lehrlingsmangel. Ganz anders schaut es beim Gragger aus: Es werden derzeit 12 Lehrlinge ausgebildet und es kann nur ein ganz kleiner Teil der BewerberInnen genommen werden.

Die kürzeste Ruhezeit von Teig beim Gragger sind 5 Stunden, die längste 24 Stunden. Da sieht man wieder, was mit ein Grund für gutes Brot ist. Die guten Zutaten sind alle bio.

Unnützes, aber erstaunliche Wissen erworben: Es gibt anscheinend Meisterschaften im Schlagen von Handsemmeln. Der Sieger formte 23 Semmeln in einer Minute!

Große Freude: Der soziale Aspekt ist extrem wichtig beim Gragger. So wurden in Afrika zwei Bäckereien eröffnet und somit die ersten Behindertenarbeitsplätze dort geschaffen. Dennoch werfen die Bäckereien Gewinn ab!

Das Foto links ist so ein typisches Instagrammer-Foto: Entweder hat man eine tolle Kamera mit Tele, sonst bringt man kaum ein Foto zusammen, ohne gleich mehrere Handys oder Kameras mit drauf zu haben.

Die Bäcker machen hier gerade Franzis. Dafür wird Plunderteig ganz üppig mit Butter bestrichen, da kommt dann eine Zimtfülle drauf, dann wird das eingerollt, in Portionen geschnitten und dann eingedepscht. Geduftet hat das jedenfalls umwerfend gut und ich werde die versuchen nachzubacken.


Mit einer Frauenrunde war ich demeln. Dabei habe ich gelernt, es gibt eine "Demel-Jause". Da bezahlt man pro Person 15,- €, der Preis beinhaltet, dass einem Räumlichkeiten samt Kellnerin zur Verfügung gestellt werden, man bekommt pro Person ein Stück Kuchen oder Torte nach Wahl und zwei Getränke. Dazu steht noch jede Menge Schlagobers am Tisch.
Das hat mich politisch weitergebildet: Ich dachte, der legendäre Club 45 sei eine sehr elitäre Sache gewesen. Dass man sich ab 10 Personen aber einigermaßen günstig Räumlichkeiten im Demel sichern kann, war mir bisher nicht klar. Vor allem angesichts der immensen Touristenschlange, die sich im Demel immer findet, ist das ein wirklich tolle Variante.
Wenn man reserviert und gerade einen masochistischen Tag hat, quetscht man sich an dieser Schlange vorbei und lässt sich beschimpfen. Die andere Variante: Man geht elegant durch den Seiteneingang und lässt sich mit dem Lift nach oben führen.
Die Torten sind sehr, sehr gut dort. Nigel Slater isst im Demel immer Fächertorte, die ich auch dringend empfehlen kann.


Jo und die zweite Hälfte vom November war ich gar nicht da. Der Turbohausmann hatte wieder einmal eine Auslandsverpflichtung, die mit seinem Nebenberuf neben dem Hausmanndasein zu tun hat. Wir haben einen mehr als zwei Wochen dauernden Aufenthalt in Ägypten draus gemacht. Dort schaut es mit dem Foodie-Dasein eher mau aus. Eher so, wie man das auf dem Foto sieht. Ich werde, wenn ich die Fotos gesichtet und sortiert habe, genauer darüber berichten.





Der häufigste Suchbegriff im Blog im November war übrigens "großformatiges Backpapier". Ich kann mich nicht erinnern, diese beiden Begriffe in Kombination miteinander je verwendet zu haben, aber der winzig kleine Monk in mir fühlt sich ertappt: Ich sammle nämlich Backpapierabschnitte. Wer weiß, wann man die noch brauchen kann!

Dicht danach kommt übrigens die Suche nach Bergamotte-Rezepten und erinnert mich, dass meine Vorräte an Bergamott-Marmeladen, -Likören und Co. aufgebraucht sind. Ich werde mich also auf die Suche machen, vor allem auf die nach der Französischen Bergamotte, denn das ist wirklich die tollste aller Marmeladen, die ich jemals gemacht habe.

Kommentare :

  1. Der Kaffee-Workshop ist sehr lehrreich, danke!
    Man lernt ja nie aus: seit Jahren «bialette» ich und hab nicht gewusst, dass das Wasser kochendheiss eingefüllt werden sollte! Auch sprachlich werde ich mich umgewöhnen müssen und den vermeintlichen Espresso nunmehr als Mokka geniessen!

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  2. Das hab ich auch nicht gewusst und habe auch nie so darauf geachtet, dass man die Bialetti sofort nach dem Durchlaufen des Wassers von der Platte ziehen muss. Dafür kannte ich den verbrannten Geruch aber gut. ;)

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