Freitag, 9. November 2018

[Tag des Apfels] Kindernachspeise

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Erst vor kurzer Zeit bin ich draufgekommen, dass es die "Tage des wasauchimmer" gibt, obwohl ich zumindest den Tag des Apfels eh schon seit einigen Jahren so begehe, dass ich zu "meinen" Obstbauern, der Familie Fischer fahre, um die vielen Apfelsorten, die es dort gibt, zu bestaunen und zu verkosten. Okay, ja, auch den Apfelkuchen, der dort angeboten wird ...

Dazu passend serviere ich etwas Süßes, das ich seit meinen Kindertagen esse. Das Rezept stammt wohl von meiner Mutter, die jetzt sagen würde: "Was braucht man dafür ein Rezept?" Das ist auch der Grund, warum diese Kindernachspeise, wie sie intern bei uns heißt, noch nie den Weg auf den Blog gefunden hat. Das war in meiner Familie immer das Dessert, das auf den Tisch kam, wenn bei einem Sonntagsspaziergang einige kleine Fallobst-Äpfel mit nach Hause gehen durften. Und heute noch ist das bei mir etwas, was ich mit Äpfeln mache, die mir für alles andere zu klein sind. Oder wenn ein halbes Glas Marillenmarmelade im Kühlschrank steht, das einfach nicht leer werden mag. Oder noch ein paar Walnüsse herumliegen, die von irgendetwas übrig geblieben sind. Also perfekte Resteverwertung.

4 Portionen

Für die Äpfel:
4 kleine Äpfel (keine Boskop oder andere Sorten, die leicht zerkochen)
1-2 EL Zucker (je nach Süße der Äpfel)
1 TL Nelken
½ Zimtstange

Für die Fülle:
2 EL Marillenmarmelade
1 Hand voll Rosinen
1 Hand voll Walnüsse, gehackt + 4 ganze Kerne für die Deko

Für den Pudding:
½ l Milch
20 g Stärkemehl
2 EL selbst gemachten Vanillezucker
(2 Eigelb, wenn man den Pudding gelb haben will)

Die Äpfel schälen, dabei den Boden unten begradigen. Das Innenleben größzügig ausstechen, damit viel Fülle reinpasst. (Die ausgestochenen Reste passen gut am nächsten Tag in Müsli oder Porridge.) Zucker mit 2 Finger hoch Wasser und den Gewürzen aufkochen lassen. Die Äpfel reinlegen, einmal aufkochen lassen, die Äpfel umdrehen, damit auch die zweite Hälfte im heißen Wasser zu liegen kommt. Von der Platte ziehen, zugedeckt ca. 10 min. stehen lassen. Die Äpfel mit einem gelochten Schöpfer herausheben und auf einem Hangerl (= Geschirrtuch) abtropfen lassen.

Für die Fülle die Rosinen (ausnahmsweise müssen sie nicht eingeweicht werden, weil sie durch die Marmelade genug Feuchtigkeit bekommen) mit den gehackten Walnüssen und der Marmelade verrühren.

Von der Milch für den Pudding 6-8 Esslöffel Milch nehmen, die restliche Milch erhitzen. Stärke mit Vanillezucker mischen und mit der wenigen Milch sehr gut verrühren. Die Milch aufkochen lassen, die Vanillemischung einrühren und zwei, drei Minuten verkochen lassen. Pudding vom Herd ziehen. Äpfel in kleine Schälchen setzen − währenddessen darf der Pudding überkühlen, dann erst werden die Eigelbe eingerührt. Pudding über die Äpfel gießen. Ganz auskühlen lassen. Vor dem Servieren die Nusskerne oben auf die Äpfel setzen.


Wie mir gerade auffällt, ist dieses Essen eine einzige Resteverwertung. Bei solchen Gelegenheiten bemerke ich, woher ich das habe, dass mit Lebensmitteln achtsam umgegangen werden muss. Ich bin wahrlich nicht mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen, daher kenne ich das gar nicht, dass Essen weggeworfen wird, damals wurde einfach alles verwertet. In meiner Kindheit wurden die Apfelschalen und das Kerngehäuse in das noch heiße Kochwasser gelegt und durften darin ziehen, nach dem Auskühlen wurde alles abgesiebt und getrunken. Softdrinks gab es damals bei uns nicht, sondern maximal selbst gemachten Sirup, daher war dieser "Apfelsaft" immer eine willkommene Abwechslung.

Zu dem angefangenen Glas Marillenmarmelade: Ich mach gern auch extra ein frisches Glas Marmelade auf und mache mehr Fülle, damit etwas übrig bleibt, denn diese Fülle schmeckt sehr gut in Joghurt eingerührt, denn fertiges Fruchtjoghurt kaufe ich bis heute nicht.




Einige österreichische Bloggerinnen schließen sich mir an und zeigen Apfeliges:


Kommentare :

  1. Ha das erinnert mich doch sehr stark an ein Dessert das wir in der Schule öfter gekocht haben, erinnern tu ich mich deshalb weil ich es immer essen bzw kosten musste..und worauf sich das musste bezieht weiß eh jeder der mich kennt ggg

    Auf jeden Fall ein würdiges Apfeltag Rezept und super dass da Reste verbraucht werden.

    lg. Sina

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    1. Ich musste öfter an dich denken, als ich das Posting getippt habe und habe kurz überlegt, ob ich das Rezept "Sinas Albtraum" nennen soll ... :D

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  2. so einfach und so gut, gefällt mir!!!
    Genial finde ich, dass wirklich alles verwertet werden kann!
    lg

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    1. Danke!
      Bei uns ist das eine Nachspeise, die mehrmals im Jahr auf den Tisch kommt, weil gerade irgendetwas wieder einmal aufgebraucht werden will.

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  3. Ich war sehr gespannt auf deine Kindernachspeise - und ich freu mich über dein Rezept. DANKE! Das könnte meinen Kindern schmecken :-) (Okay, bis auf die Rosinen ;-))
    Alles Liebe!

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    1. Zum Glück ist das ja kein Rezept, wo irgendetwas unaustauschbar wäre. Auch schon gegessen mit roter Ribiselmarmelade und getrockneten Cranberries.;)

      Dir auch alles Liebe!

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