Mittwoch, 20. Juni 2018

[Rettungsaktion] Ragù alla Bolognese

Wir zeigen heute, dass man ganz sicher kein Sugo aus dem Glas und kein Nudelgericht aus der Tiefkühltheke im Supermarkt kaufen muss. Ich habe mir die gute alte Bolognese vorgenommen. Und es ist nicht wie sonst ein Rezept, das man ruckzuck nachkochen kann, sondern das braucht Stunden! Belohnt wird man dann mit einem Ragù, das seinesgleichen sucht. Leider fallen mir solche Kinkerlitzchen wie Milch in der Bolo nicht ein, sondern ich habe das Rezept von Marzella Hazan übernommen. Nicht ganz original, weil ich die Zutaten Auge mal Pi auf ein halbes Kilo Rindfleisch umgerechnet habe. Ich finde, dass die Bolognese besser ist, wenn man mehr davon kocht, also sehr gern auch gleich mit einem Kilo oder mehr Fleisch.

Zu den vielen Kochstunden: Viele finden, so lange kann man nicht in der Küche stehen. Das muss man auch nicht. Ich habe die Sauce angesetzt und bin danach einen Abend auf dem Sofa gelegen, habe gelesen und nur ab und zu umgerührt. Gegessen haben wir dann am nächsten Tag davon, denn die Sauce ist im Nu aufgewärmt. Der größte Teil wanderte in den Tiefkühler und ist so schnell wieder essbereit wie ein tiefgekühltes Fertiggericht oder eine andere Variante aus dem Regal.

 


Wie so oft im Leben kommt es anders, als man vermutet hätte: Die Giftigeblonde rettet nicht mehr mit uns. Nun ist es leider so, dass es aber immer mehr Fertigprodukte und immer weniger kochende Menschen gibt, also machen wir halt so weiter. Zum Glück halten mir die anderen MitstreiterInnen die Treue. Vielen Dank dafür!

Zuerst einmal: Ja, ich kann Pasta machen. Ja, ich mache sie auch. Hier habe ich schon gepostet, wie ich in einem Kochkurs war und nach welchem Rezept ich Nudeln mache. Ich erspare es mir, noch ein Pasta-Rezept zu posten, aber ich verlinke die braven Mitstreiterinnen, die schon Pasta selbst gemacht haben. Ich bin sicher, da findet jede/r ein Rezept ganz nach Gusto:
auch was: Tagliatelle
Germanabendbrot: Tagliatelle
Kleines Kuliversum: Pastateig
Pane & Bistecca: Selbstgemachte Pasta
Madam Rote Rübe: Dinkelvollkornnudeln
Kochtopf: Grundrezept Nudelteig
corumblog: Bärlauchnudeln

Nun zum Fertigprodukt Schälparadeiser: Sie gehören zu den ganz wenigen Konservenprodukten, auf die ich nicht verzichten will und kann. Bevor ich im Winter Paradeiser kaufe, die einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen, dass einem schwummrig wird, greift man am besten zu konservierten Bioprodukten aus heimischem Anbau. Es gibt sehr gute Dosenparadeiser in Österreich im Supermarkt zu kaufen, die man guten Gewissens verwenden kann. Ich bin sicher, dass es auch in anderen Ländern vergleichbare Produkte gibt. Zu 08/15-Dosenparadeisern möchte ich euch eine Dokumentation ans Herz legen: Rotes Gold







Ergibt 8 Portionen:

2 EL Pflanzenöl  (Olivenöl)
60 g Butter
100 g Zwiebel, gehackt
4 Stangen Sellerie,  gehackt
5 mittelgroße Karotten, gehackt
500 g durchwachsenes Rindfleisch, faschiert
schwarzer Pfeffer
Muskatnuss
0,3 l Vollmilch
0,3 l trockener Weißwein
2 kleine Dosen Schältomaten (San Marzano, wenn möglich), klein geschnitten, samt Saft
1 EL Butter für die Pasta
Parmigiano Reggiano zum Servieren

Pasta − klassisch Tagliatelle, aber dat kannste halten wie die Dachdecker (Den Ausspruch habe ich in Berlin gelernt und liebe ihn!).


Hier muss noch ein wenig Flüssigkeit einkochen

Öl, Butter und Zwiebeln in einen Topf geben und auf mittlere Hitze schalten. Den Zwiebel unter Rühren glasig anschwitzen, dann gehackten Sellerie und Karotten hinzufügen. Ca. 2 Minuten unter Rühren garen, bis das Gemüse gut mit Fett überzogen ist. Rinderfaschiertes, eine ordentliche Prise Salz und Pfeffer dazugeben. Das Fleisch so lange braten, bis es krümelig ist. Es muss nicht braun geröstet werden, soll aber nicht mehr rot sein. Eine Prise Muskatnuss einrühren. Die Milch zugießen und vollkommen einkochen lassen. Danach den Wein zugießen und ebenso einkochen lassen. Schließlich die zerkleinerten Schälparadeiser dazugeben und alles einmal aufkochen lassen. Dann dreht man die Hitze auf ganz klein. Es sollte nur ab und zu ein Bläschen aufsteigen. Bloß nicht kochen lassen wie wild! Nun darf das mindestens 3 Stunden, besser länger köcheln. Dabei immer wieder schauen, dass genug Flüssigkeit da ist. Ich wasche die Dosen der Schältomaten immer mit Wasser aus und nehme das zum Aufgießen, jedesmal ca. ⅛ l.

Die Sauce ist fertig, wenn sich Fett und Sauce getrennt haben. Diese Bolognese ist also keine flüssige, sondern eine relativ trockene Sauce. Man kann das Köcheln auch einmal unterbrechen, sollte die Sauce aber am selben Tag fertigstellen. Sie hält sich, wenn man sie in einem sehr gut schließenden Behälter im Kühlschrank aufbewahrt, bis zu drei Tage (bei uns noch nie passiert ... aus Gründen). Wenn man die Sauce eingefroren hatte, dann sacht über etwa 15 min. aufwärmen, dabei ein-, zweimal umrühren.

Mit der gekochten, abgetropften und mit Butter geschwenkten Pasta mischen. Mit Parmesan bestreuen. Essen und glücklich sein. 😃




Und noch noch die Rezepte der anderen MitretterInnen:

1x umrühren bitte aka kochtopf − Pasta mit warmem Brokkoli-Pesto
Anna Antonia − Cannelloni mit Garnelen
auchwas − Lasagne klassisch
Aus meinem Kochtopf − Käse-Makkaroni − Macaroni and Cheese Klassiker in jedem Diner
Bonjour Alsace − Grundrezept Pasta
Brittas Kochbuch − Nudelauflauf
Brotwein − Pasta all’arrabiata – feurig scharf!
Cakes Cookies an more − Macaroni and Cheese
CorumBlog 2.0 − Asiatisches Spargel-Curry mit Nudeln
Dynamite Cakes − Überbackene Bandnudeln mit Spinat-Pesto
evchenkocht − Lamm-Lasagne
Fliederbaum − Nudelpfanne Jäger-Art
German Abendbrot − Bavette mit Spargel, Shrimps und Basilikumöl
Karambakarinas Welt − Nudel-Schinken-Gratin
Kleines Kuliversum − Fetucchini in cremiger Zitronensauce mit Dill und Spargel
Leberkassemmel und mehr − Quick and dirty: Spaghetti mit Meeresfrüchten
Madam Rote Rübe − Spaghetti mit Rucola und schwarzen Oliven
magentratzerl − Instantnudel-Gewürzpaste auf Vorrat
our food creations − Pasta-Klassiker
Pane-Bistecca − Spaghetti mit geröstetem Gemüse und Lachs
Schönes + Leben − Spaghetti mit Guacamole, Kirschtomaten und Peperoni
Summsis Hobbyküche − Tortellini mit Spinat-Ricotta-Füllung
The Apricot Lady − Glasnudelsalat

Kommentare :

  1. Ganz und gar wunderbar.
    So kenne ich das auch.
    Wie kann es nur sein, dass sich Menschen so etwas in der Fertig-Variante kaufen....

    Mit leckerem Gruß
    Peter

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    1. Keine Ahnung, wieso man so etwas kaufen muss.

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  2. Hier bisher immer mit Rotwein und ohne ohne Milch, aber niemals nicht gekauft. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was da drin sein könnte...
    Und demnächst gibt es Bolognese nach diesem Rezept. In doppelter Portion, dann hat man Notvorrat in der Tiefkühle.

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    1. Bevor ich dieses Rezept kannte, habe ich die Bolo auch mit Rotwein und ohne Milch gemacht. Das hier hat aber alle bisher gefundenen Rezepte überflügelt.

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  3. Liebe Susi,
    eine köstliche Sauce, und mit viel Gemüse, die kann ja nur gut schmecken. Davon einige Portionen in der Kühltruhe und man ist gewappnet für alle Fälle. Vielen Dank für die tolle Rettungsaktion.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  4. Liebe Susi,
    eine sehr feine Variante der Bolognese! Mit den Tomatenstücken das hat was. Ich werde als nächstes das ausprobieren, da ja jetzt schon die frischen Tomaten kommen ist das bestimmt so nach diesem Rezept super. Noch eine schöne Restwoche und herzliche Grüße Ingrid

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    1. Mit frischen Paradeisern ist eine Bolo sicher noch besser.

      Auch dir alles Liebe!

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  5. Oh ja, gekaufte Bolognese ist einfach nicht meins. Auch wenn ich meine "Bolo" eher schnell koche, damit sie in 30 Minuten auf den Tisch steht. Aber trotzdem kein Vergleich zu den fertigen...
    Liegen Gruß Sylvia

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    1. Stimmt! Jede schnelle selbstgemachte Bolo gewinnt gegen gekaufte.

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  6. Liebe Susi,
    Ragù Bolognese ist die meiste gekochte Pastasauce bei uns zu Hause. Alle lieben sie einfach. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, sie fertig zu kaufen.
    Liebe Grüsse
    Tamara

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    1. Das ist sehr gut, dass du die selber machst. Bei uns genau so.

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  7. die Milch da drin erstaunt mich jetzt, aber das lange Köcheln finde ich auch genial!
    lg

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    1. Die Milch hat mich auch sehr erstaunt. Es ist aber anscheinend kein Einzelfall, dass in einem Bolognese-Rezept Milch verwendet wird.

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  8. Ach, ich hab's leider nicht geschafft, mitzumachen ... Gnaaa ;-(
    Ich klicke mich jetzt aber SEHR gern durch eure Rezeptideen :-)
    Alles Liebe!

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    1. Naja drei Kinder und noch dazu arbeiten gehen, das wundert niemanden, dass du da andere Sorgen hast!

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  9. Genau so ist es! Man braucht ja nichth neben dem Topf zu stehen und wenn man etwas mehr kocht, hat man genuf=g fuer die naechsten 3-4 Mahlzeiten!

    Schoenes Rezept!

    LG Wilma / Pane-Bistecca

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    1. Ich finde das auch sehr problemlos! Man muss ja nur ab und zu schauen, dass nichts anbrennt.

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  10. Bolognese muss ich mal wieder machen und dann in rauen Mengen, um einen Teil einzukochen. Der Vorrat gehört aufgestockt.

    Ich habe meine letzte Bolognese im Slowcooker gemacht. Das ist auch nicht die schlechteste Methode.

    Liebe Grüße
    Britta

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    1. Das glaube ich sofort, dass der Slowcooker dafür perfekt ist!

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  11. Ja, diese Sauce ist super, hab sie schon eeewig nicht mehr gemacht. Und übrigens, der auf dem Dach, der hat sich nicht gehalten und ist runtergefallen...

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    1. Stimmt, das ist von vielen Leuten die Lieblingssauce.
      Oha, runtergefallen!

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  12. Bei mir gibt es auch immer stundenlang gekochtes Ragù im Tiefkühler, bisher noch nie mit Milch - das habe ich bisher auch noch nie gelesen bzw. gehört. Weisst du, warum Marcella diese Zutat verwendet?

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    1. Die Milch nimmt wohl der Säure der Paradeiser die Spitze. Es machen viele Köche so. Ich glaube, der Claudio von den Anonymen Köchen hat letztens auch so ein Rezept mit Milch vorgestellt.

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  13. Das Problem von mir mit Bolo ist, dass ich weder Wein noch Wurzelgemüse in meiner Sauce will...
    Aber wenn man deine Bilder so ansieht, möchte man es doch einmal versuchen....*.*

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    1. Dann ist das wohl doch kein Rezept für dich, weil eben beides drinnen ist!

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  14. Liebe Susi,
    du erinnerst mich an etwas: mal wieder eine größere Menge der Sauce einkochen. Kleine Mengen lohnen sich nicht und so habe ich wieder etwas im Vorrat.
    Danke für die Erinnerung,
    Dani von der Leberkassemmel

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    1. Stimmt! Das sollte man in großen Mengen machen. Bolognese im Tiefkühler ist immer ein Muss bei uns.

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  15. Hallo liebe Susi,
    was für eine herrliche Pasta! Und es ist wie du sagst: Halb so wild - so lange man zu Hause ist und ab und an mal in den Topf guckt, läuft das (wenns mal steht) fast von selber! Ich kann den verführerischen Duft bis zu mir riechen!
    Natürlich retten wir weiter mit dir! Dafür machts auch zu viel Spaß! 1000 Dank für deine Arbeit!
    GLG Eva

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    1. Mir ist wichtig, dass die Idee der Rettungen weiter lebt. Wer so etwas leitet, ist ja im Endeffekt egal.

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  16. In unserem "imaginären" Ehevertrag haben der bEdW und ich vereinbart, dass IMMER etwas Ragú nach seinem Rezept eingefroren sein muss. Für schlimme, böse Tage, die nach Pasta und Rotwein rufen. Ich fürchte, ich muss ihn mal wieder daran erinnern. Denn es gibt doch kaum etwas Besseres als so einen Teller Pasta Bolognese, oder? Dein Rezept ist (fast) identisch und sicher unglaublich köstlich!

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    1. Also das wäre ein Ehevertrag nach meinem Geschmack! Tolle Idee.

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  17. Liebe Susi,

    Du hattest wohl die gleiche Idee wie ich mit dem Ragù... leider wird heutzutage viel zu oft eine schnelle Tomaten-Hack-Sauce mit irgendeinem Tütchen drin gekocht, die geschmacklich aber nie an so ein lange geschmortes Ragù herankommt.

    LG Andrea

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    1. Liebe Andrea,
      dieses Ragù ist Stammgast in meinem Haushalt. Ohne eine Notration im Tiefkühler kann ich nicht leben. ;)

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  18. schöne Rettungsaktion!!! Selbstgemacht ist wirklich am besten. Spannend wie jeder das Ragu anders interpretiert.
    ich geb schon gern fein gehachelte KArotten, Sellerie, Pastinak, Zucchini oder Kürbis rein. und das ich Most oder Wein und Speck löst bei manchen ein Skandal aus.

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    1. Haha, das glaub ich, dass Most und Speck von manchen Leuten als skandalös empfunden wird!

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